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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 27 Pages
Author: Stefanie Breitzke
Subject: Art - Painting
Details
Institution/College: University of Bonn (Kunsthistorisches Seminar)
Tags: Arnold, Böcklin, Toteninsel, Hauptseminar
Year: 2005
Pages: 27
Grade: 2+
Bibliography: ~ 20 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-36611-3
ISBN (Book): 978-3-640-38908-7
File size: 784 KB
Eine Arbeit zum Thema "Fin de siécle in Deutschland". Bearbeitung der Bildvarianten der "Toteninsel", Besonderheiten, verschiedene Interpretatinen
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Abstract
Die folgende Arbeit wird sich mit dem Bild „Die Toteninsel“ von Arnold Böcklin auseinandersetzen. Insgesamt gibt es fünf Fassungen, von denen heute noch vier erhalten sind. (Abb. 1-5) Sie entstanden alle in dem Zeitraum zwischen 1880 und 1886. Die erste im Format etwas höhere Fassung ist auf Leinwand, drei sind auf Holz und die Vierte ist auf Metall gemalt. Alle Versionen zeigen eine sich aus dem Meer erhebende, mit Zypressen bestandene Felseninsel. Im vorderen zentralen Bildmittelpunkt befindet sich ein kleiner Kahn mit zwei Personen und einem Sarg.1 Es wird versucht, den besonderen Mythos des Bildes auszumachen, wobei die Fragestellung nach der Verbindung zwischen Natur und Subjekt eine entscheidende Rolle spielt. Ziel ist es, die Besonderheiten jedes einzelnen Bildes herauszuarbeiten, da es sich nicht um Kopien, sondern um eine vorhandene Bildkomposition handelt, die immer weiter entwickelt wurde. Es werden die verschiedensten Ansichten der Forschungsliteratur zu diesem Thema dargelegt, so dass die Vielzahl der möglichen Interpretationen deutlich wird. Dieses Bild prägte eine ganze Generation von Bürgern und Malern und wird auch heute noch reproduziert. Böcklin traf damit den Nerv der Zeit und den Geist einer Epoche.
Excerpt (computer-generated)
Rheinische Friedrich – Wilhelms - Universität Bonn
Kunsthistorisches Seminar
Hauptseminar: Fin de siècle in Deutschland
6. Fachsemester
Arnold Böcklin, Die Toteninsel
von: Stefanie Breitzke
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Entstehungsgeschichte 3
3. Frühe Fassungen der Toteninsel 5
4. Späte Fassungen der Toteninsel 8
5. Das Inselmotiv 11
6. Die Signatur Böcklins 12
7. Mögliche Naturvorbilder für das Toteninselmotiv 13
8. Böcklin und der Nationalsozialismus 14
9. Natur und Subjekt 15
10. Verschiedene Interpretationsansätze 17
11. Die Wirkung der Toteninsel 19
12. Schlussbetrachtung 21
13. Literaturverzeichnis 22
14. Abbildungsnachweis und Abbildungen 24
1. Einleitung:
Die folgende Arbeit wird sich mit dem Bild „Die Toteninsel“ von Arnold Böcklin auseinandersetzen. Insgesamt gibt es fünf Fassungen, von denen heute noch vier erhalten sind. (Abb. 1-5) Sie entstanden alle in dem Zeitraum zwischen 1880 und 1886. Die erste im Format etwas höhere Fassung ist auf Leinwand, drei sind auf Holz und die Vierte ist auf Metall gemalt. Alle Versionen zeigen eine sich aus dem Meer erhebende, mit Zypressen bestandene Felseninsel. Im vorderen zentralen Bildmittelpunkt befindet sich ein kleiner Kahn mit zwei Personen und einem Sarg.1
Es wird versucht, den besonderen Mythos des Bildes auszumachen, wobei die Fragestellung nach der Verbindung zwischen Natur und Subjekt eine entscheidende Rolle spielt. Ziel ist es, die Besonderheiten jedes einzelnen Bildes herauszuarbeiten, da es sich nicht um Kopien, sondern um eine vorhandene Bildkomposition handelt, die immer weiter entwickelt wurde. Es werden die verschiedensten Ansichten der Forschungsliteratur zu diesem Thema dargelegt, so dass die Vielzahl der möglichen Interpretationen deutlich wird. Dieses Bild prägte eine ganze Generation von Bürgern und Malern und wird auch heute noch reproduziert. Böcklin traf damit den Nerv der Zeit und den Geist einer Epoche.
2. Entstehungsgeschichte der Toteninsel:
Als die junge, verwitwete Marie Berna im April 1880 auf Anraten ihrer Freundin und Böcklin Verehrerin Mathilde von Guaita das Atelier Böcklins in Florenz aufsuchte, um ein „Bild zum Träumen“ zu bestellen, hatte dieser einen ersten Entwurf der Toteninsel bereits für seinen Mäzen Günther Alexander in Arbeit.2 Marie Berna, geb. Christ, hatte 1864, achtzehnjährig, den Besitzer des Büdesheimer Schlosses, Dr. Georg Berna, geheiratet. Die Ehe war aber nur von kurzer Dauer, da ihr Ehemann 1865 an Diphtherie verstarb. Die Witwe verlobte sich erst fünfzehn Jahre später während eins Italienaufenthaltes in Siena an ihrem 34. Geburtstag, am 18. April 1880, mit dem Grafen Waldemar von Oriola; mit dem sie sich im Dezember des gleichen Jahres vermählte.3
Arnold Böcklin fertigte für Marie Berna eine zweite, kleinere Fassung der Toteninsel auf Holz an. Ein bisher unveröffentlichter Brief der Cousine Marie Bernas sagt aus, dass der erste Entwurf für die Gräfin ohne den Sarg und die weißverhüllte Figur gefertigt worden war. Diese zusätzliche Staffage muss Böcklin aber derart überzeugt haben, da er sie in jeder weiteren Fassung beibehalten hat und auch die erste Version durch sie ergänzt wurde. Böcklin vollendete die erste Toteninsel im Mai 1880 und schrieb, in einem bisher unbekannten Brief, an den Erstbesitzer Alexander Günther: „…Endlich ist die Toteninsel soweit fertig, dass ich glaube, sie werde einigermaßen den Eindruck machen, den sie machen soll…“ An diesem Brief widerlegen sich die bisherigen Aussagen, die Toteninsel bekam ihren Namen erst durch den Kunsthändler Franz Gurltt ab der dritten Version.4 Die erste Toteninsel befindet sich heute in der öffentlichen Kunstsammlung in Basel. Im Juni vollendete er die zweite Fassung, die sich heute im Metropolitan Museum of Art, New York befindet. An die Auftraggeberin schrieb er am 29. Juni 1880:“Am letzten Mittwoch ist das Bild „Die Gräberinsel“ an sie abgegangen. Sie werden sich hineinträumen können in die Welt der Schatten, bis sie den leisen lauen Hauch zu fühlen glauben, den das Meer kräuselt. Bis sie Scheu haben werden die feierliche Stille durch ein lautes Wort zu stören.“5 Es fällt auf, dass er diese Fassung „Gräberinsel“ nennt. Das Ehepaar Berna/Oriola behält diesen Titel auch zeitlebens bei, was sich im Glückwunschtelegramm zum 70. Geburtstag des Künstlers 1897 darlegt: „…die glücklichen Besitzer der Gräberinsel“.6
3. Frühe Fassungen der Toteninsel:
Das Bild zeigt eine aus Felsen bestehende Insel im Meer. In der Mitte der halbkreisförmigen Felsformation steht eine Gruppe dunkler, hoher Zypressen. In die Felswände sind schmale hohe Öffnungen eingehauen. Wahrscheinlich handelt es sich hier um Grabkammern. Der Zugang zur Insel, eine ins unbestimmte führende Treppe, wird von einer Steinmauer flankiert.7 Auf der Insel sind keine Lebewesen zu erkennen. Der Blick des Betrachters fällt gleich auf einen kleinen Kahn im Vordergrund, der von einem Ruderer gesteuert wird. Auf dem Kahn befindet sich auch noch eine stehende, weiß verhüllte Gestalt und ein quergelagerter Sarg.8 Allein aus statischer Sicht ist diese Zusammenstellung auf dem Kahn fast unmöglich. Der Ruderer sitzt mit dem Rücken zum Betrachter und auch die Stellung der Ruder lassen vermuten, dass sich der Kahn von der Insel wegbewegt. Böcklin hatte auch ursprünglich in seiner ersten Version nur einen Ruderer mit Kahn gemalt.
[...]
1 Vgl. Hubert Locher, Arnold Böcklin. Die Toteninsel. Traumbild des 19. Jahrhunderts, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter. Zeitschrift für Studium und Hochschulkontakt, Ausg. 7/8 2004, S. 71.
2 Vgl. Ausstellungskatalog, Arnold Böcklin. Gemälde, Zeichnungen und Plastiken. Ausstellung zum 150. Geburtstag veranstaltet vom Kunstmuseum Basel und vom Basler Kunstverein, Basel 1977, S. 201.
3 Vgl. Hans Holenweg, Die Toteninsel. Arnold Böcklins populäres Landschaftsbild und seine Ausstrahlung bis in die heutige Zeit, in: Das Münster. Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstgeschichte, 54. Jahrgang, 3/2001, S. 236.
4 Vgl. Ebd. S.237
5 Andrea Linnebach, Arnold Böcklin und die Antike. Mythos, Geschichte, Gegenwart, München 1991, S.103.
6 Vgl. H. Holenweg, in: Das Münster, 2001, S.237.
7 Vgl. Norbert Schneider, Böcklins <<Toteninsel>>. Zur ikonologidchen und sozialpsychologischen Deutung eines Motivs, in: Ausstellungskatalog, Arnold Böcklin. Ausstellung zum 150. Geburtstag veranstaltet vom Magistrat der Stadt Darmstadt, Darmstadt 1977, S. 108.
8 Vgl. H. Locher, in: Kunsthistorische Arbeitsblätter, 7/8 2004, S.71.
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