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Autor: Lucia Esther Momo Rita Müller
Fach: Germanistik - ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Details
Tags: Margarethe, Schwangau, Ehefrau, Oswalds, Wolkenstein
Jahr: 2005
Seiten: 19
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 21 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 247 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-36649-6
ISBN (Buch): 978-3-638-93749-8
Zusammenfassung / Abstract
1. Einleitung: Margarethe von Schwangau, deren Lebensbild hier nachgezeichnet werden soll, war eine schlichte Hausfrau auf einer eher bescheidenen Burg in Tirol, auch wenn sie aus einer Familie des reichsunmittelbaren Adels stammte. „In ihrem Leben gibt es keine herausragenden, keine spektakulären Ereignisse. Was es aber auszeichnet ist die Verbindung mit dem Dichter Oswald von Wolkenstein“. Mit diesen Worten beginnt Hans Pörnbacher, der alles bisher Bekannte über Margarethe von Schwangau in einem gleichnamigen Buch zusammengetragen hat, seine Darstellung.1 Margarethe und Oswald von Wolkenstein waren über dreißig Jahre verheiratet und diese Verbindung ist wohl in der Tat der Grund dafür, weshalb sich ihr Leben auch heute noch teilweise rekonstruieren lässt, beziehungsweise warum dies überhaupt von Interesse ist. Dass so viele Briefe und Urkunden über sie und von ihr überliefert sind, ist äußerst ungewöhnlich. Von kaum einer anderen Hausfrau aus dem Mittelalter oder einer Ehefrau eines mittelalterlichen Dichters wissen wir heute genaueres. Doch nicht nur aufgrund der günstigen Quellenlage verdient Margarethes Leben Aufmerksamkeit. Sie war sowohl für Oswalds Leben als auch für sein dichterisches Werk von großer Bedeutung, wie wir heute wissen. Vor allem in den frühen Jahren der Ehe dichtete Oswald zahlreiche Lieder über Margarethe. Zweifelsohne ist bei der Auswertung mittelalterlicher Dichtung für Biographien Vorsicht geboten, da in hohem Maße literarische Konvention mitspielt. Es sollen daher im Folgenden nur diejenigen Lieder über Margarethe genauer untersucht werden, bei denen ein biographischer Bezug als weitgehend gesichert gilt. Aufgrund dieser Lieder, aber auch durch Einbeziehung der überlieferten Urkunden und Briefe soll ein Bild gezeichnet werden, welches die Rolle Margarethes in Oswalds Leben und Werk verdeutlicht. Bevor genauer auf die Margarethenlieder eingegangen wird, soll ein kurzer Überblick über Leben und Werk Oswalds von Wolkenstein2 gegeben werden, um eine bessere Einordnung der Margarethenlieder in sein Gesamtwerk und Leben zu ermöglichen.
Textauszug (computergeneriert)
Margarethe von Schwangau –
Die Ehefrau Oswalds von Wolkenstein
von: Esther Müller
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Historisches über Oswald von Wolkenstein 2
2.1. Leben 2
2.2 Werk 4
2.2.1. Margarethenlieder 4
3. Die Margarethenlieder im Detail 6
3.1 Preislieder, Liebes- und Treuebekundungen 6
3.2 Lieder der ehelichen Liebe 9
3.3 Lieder der Trennung und Sehnsucht 10
3.4 Klagelieder 11
4. Briefe Margarethes 12
5. Abschließende Betrachtungen 13
6. Literaturverzeichnis 15
1. Einleitung:
Margarethe von Schwangau, deren Lebensbild hier nachgezeichnet werden soll, war eine schlichte Hausfrau auf einer eher bescheidenen Burg in Tirol, auch wenn sie aus einer Familie des reichsunmittelbaren Adels stammte. „In ihrem Leben gibt es keine herausragenden, keine spektakulären Ereignisse. Was es aber auszeichnet ist die Verbindung mit dem Dichter Oswald von Wolkenstein“. Mit diesen Worten beginnt Hans Pörnbacher, der alles bisher Bekannte über Margarethe von Schwangau in einem gleichnamigen Buch zusammengetragen hat, seine Darstellung.1
Margarethe und Oswald von Wolkenstein waren über dreißig Jahre verheiratet und diese Verbindung ist wohl in der Tat der Grund dafür, weshalb sich ihr Leben auch heute noch teilweise rekonstruieren lässt, beziehungsweise warum dies überhaupt von Interesse ist. Dass so viele Briefe und Urkunden über sie und von ihr überliefert sind, ist äußerst ungewöhnlich. Von kaum einer anderen Hausfrau aus dem Mittelalter oder einer Ehefrau eines mittelalterlichen Dichters wissen wir heute genaueres. Doch nicht nur aufgrund der günstigen Quellenlage verdient Margarethes Leben Aufmerksamkeit. Sie war sowohl für Oswalds Leben als auch für sein dichterisches Werk von großer Bedeutung, wie wir heute wissen. Vor allem in den frühen Jahren der Ehe dichtete Oswald zahlreiche Lieder über Margarethe.
Zweifelsohne ist bei der Auswertung mittelalterlicher Dichtung für Biographien Vorsicht geboten, da in hohem Maße literarische Konvention mitspielt. Es sollen daher im Folgenden nur diejenigen Lieder über Margarethe genauer untersucht werden, bei denen ein biographischer Bezug als weitgehend gesichert gilt. Aufgrund dieser Lieder, aber auch durch Einbeziehung der überlieferten Urkunden und Briefe soll ein Bild gezeichnet werden, welches die Rolle Margarethes in Oswalds Leben und Werk verdeutlicht. Bevor genauer auf die Margarethenlieder eingegangen wird, soll ein kurzer Überblick über Leben und Werk Oswalds von Wolkenstein2 gegeben werden, um eine bessere Einordnung der Margarethenlieder in sein Gesamtwerk und Leben zu ermöglichen.
2. Historisches über Oswald von Wolkenstein:
2.1. Leben:
Von kaum einem anderen deutschen Dichter des Mittelalters existieren so viele gesicherte Lebenszeugnisse wie von Oswald von Wolkenstein. Mehr als 1000 erhaltene Briefe, Urkunden,3 aber auch seine eigenen Lieder geben eine Fülle von Daten und Erlebnissen wieder und bieten einzigartige Voraussetzungen für die Rekonstruktion seiner Biographie. Den Grundstock zu dieser außergewöhnlich reichen Hinterlassenschaft legte Oswald selbst, indem er seine Korrespondenz, Akten, Urkunden sowie Rechnungsbücher und Besitzverzeichnisse in einem Archiv persönlich sammelte und seinen Erben vermachte. Diese Zeugnisse beschreiben sein Leben natürlich immer nur punktuell oder aus einer einseitigen Sicht, es gibt jedoch aufgrund der sich ergänzenden Angaben viele Ereignisse, die nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung als gesichert gelten.
Oswald wurde zwischen 1376 und 1378 als zweiter Sohn des Tiroler Ritters Friedrich von Wolkenstein und seiner Ehefrau Katharina, welche beide der Tiroler Adelsfamilie Vilanders entstammten, geboren. 4 Als Geburtsort wird Burg Schöneck bei Issing im Pustertal angenommen. Wahrscheinlich durch einen Unfall in früher Jugend verlor Oswald sein rechtes Auge. Im Alter von zehn Jahren verließ er sein Elternhaus und zog jahrelang in vielen Ländern, besonders in Süd- und Osteuropa umher. Mit dem Tod seines Vaters im Jahr 1400 und seiner Rückkehr nach Tirol setzte ein langwieriger Erbschaftsstreit ein, der 1421 eine zweijährige Gefangenschaft Oswalds bei seinen Widersachern mit sich brachte. Auch im politisch- militärischen Bereich war der Dichter in zahlreiche Auseinandersetzungen verwickelt. Ab 1415 stand er in den Diensten König Sigismunds und nahm unter anderem an den Feldzügen gegen die Hussiten in den Jahren 1420 und 1431 teil und geriet von September 1421 bis März 1422 aus politischen Gründen und aufgrund des bereits erwähnten Erbstreites in Gefangenschaft. Danach hatte er wichtige Ämter in Südtirol inne. Verheiratet war Oswald von Wolkenstein mit der Schwäbin Margarete von Schwangau.
Dank der detailliert rekonstruierbaren Biographie Oswalds und aufgrund der zahlreichen Lebenszeugnisse ist auch ungewöhnlich viel von seiner Ehefrau Margarethe überliefert. Von kaum einer anderen Ehefrau eines mittelalterlichen Dichters ist ü- berhaupt etwas bekannt, geschweige denn, dass sich ihr Leben genauer nachzeichnen ließe. Natürlich existieren von Margarethe von Schwangau nicht ebenso viele Dokumente wie von ihrem Ehemann und so bleibt das, was sich über sie erschließen oder sagen lässt, zum Teil doch vage. Als gesichert gilt jedoch, dass Margarethe Ende des 14. Jahrhunderts als Tochter Ulrichs II. von Schwangau und dessen Frau Adelheid Schwelcher geboren wurde.5 Die schwäbische Adelsfamilie hatte viele freundschaftliche Verbindungen mit Tiroler Geschlechtern, unter anderem auch mit den von Wolkensteins. Da aufgrund einiger Hochzeiten6 auch verwandtschaftliche Verhältnisse zwischen den beiden Familien bestanden, kam Oswald bei seinen zahlreichen Reisen des öfteren in die schwangauer Gegend. Bei seinen ersten Besuchen war Margarethe wohl noch ein Kind, doch um 1416/17, also im Alter von etwa 40 Jahren, 7 hielt Oswald schließlich um ihre Hand an. Margarethe muss zu diesem Zeitpunkt etwa 24 Jahre alt gewesen sein. 8
[...]
1 Pörnbacher, Hans: Margareta von Schwangau. He rrn Oswalds von Wolkenstein Gemahlin. Weißenhorn 1983. S. 5.
2 Es werden auch biographische Daten Margarethes angeführt, das Hauptaugenmerk liegt in diesem Abschnitt jedoch auf Oswald.
3 Vgl.: Die Lebenszeugnisse Oswalds von Wolkenstein. Edition und Kommentar. Hrsg. v. Anton Schwob. Unter der Mitarb. V. Karin Kranich-Hofbauer. 2 Bände. Böhlau 2001.
4 Zur Biographie vgl. Baasch, Karen und Nürnberger Helmuth: Oswald von Wolkenstein. Reinbek bei Hamburg 1986. S. 20ff; Kühn: Ich Wolkenstein; Schwob, Anton: Oswald von Wolkenstein. Eine Biographie. Bozen 1989.
5 Eine datillierte Biographie Margarethes findet sich bei Pörnbacher: Margareta. S. 6 ff.
6 Oswalds Bruder hatte als zweite Frau eine Schwangauerin. Später waren dessen Sohn und auch seine Tochter ebenfalls mit Schwangauern verheiratet. Oswalds Schwester wiederum lebte als Ehefrau Heinrich von Freyberg ganz in der Nähe von Schwangau. Vgl. Pörnbacher: Margareta. S. 12; Schwob, Anton: Die Heirat Oswalds von Wolkenstein mit Margarethe von Schwangau. Ein Beispiel schwäbisch- tirolischer Verbindungen im Mittelalter. In: Sprache und Dichtung in Vorderösterreich. Elsass, Schweiz, Schwaben, Voralberg, Tirol. Hrsg. v. Guntram A. Plangg und Eugen Thurner. Innsbruck 2000. S. 114 ff.
7 Dies geht aus Kl 18 hervor: Ich han gelebt wohl vierzig jar (v .97). Vgl. hierzu Pörnbacher S. 12.
8 Dies geht aus Kl 43 hervor: Von vier und zwainzig jaren alt (v. 35). Vgl. hierzu Pörnbacher S. 16.
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