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Thomas Mann und die Exzilzeitschrift "Mass und Wert"

Termpaper, 2004, 15 Pages
Author: Thore Rothenburg
Subject: Communications - Media History

Details

Event: Einführung in die Exilpublizistik
Institution/College: Free University of Berlin (Historische Publizistik)
Tags: Thomas, Mann, Exzilzeitschrift, Mass, Wert, Einführung, Exilpublizistik
Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 15
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V37356
ISBN (E-book): 978-3-638-36729-5

File size: 212 KB
Notes :
Die Hausarbeit zeichnet die bewegte Geschichte der Exilzeitschrift Mass und Wert von Thomas Mann nach. Zudem werden Mann`s Gründe untersucht für sein zunächst aüßerst zurückhaltendes Engagement für den politischen Widerstand im Ausland.



Excerpt (computer-generated)

FREIE UNIVERSITÄT BERLIN
Arbeitsbereich Historische Publizistik
Seminar: Einführung in die Exilpublizistik

Thomas Mann und die Exzilzeitschrift "Mass und Wert"

von: Thore Rothenburg

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

2. Strukturelle Bedingungen für die Existenz der Exilpresse 3

2.1 RechtlicheVoraussetzungen 3
2.2 Finanzielle Aspekte 4
2.3 Interessenschwerpunkte, Aufgaben und Themengebiete der Exilpresse 5

3. Thomas Manns Engagement und Einstellung zur Presse im Exil 7

3.1 Die Einstellung und Haltung von Thomas Mann 8
3.2 Konsequenz: Die Gründung von „Mass und Wert“ 9
3.3 Die ’Redaktionelle Linie’ der Zeitschrift 11

4. Zusammenfassung 12

5. Literaturverzeichnis 14



1. Einleitung

Während der Herrschaft der Nationalsozialisten wurden mehr als eine halbe Million Menschen aus Deutschland vertrieben. Darunter befanden sich etwa 30.000 politisch Verfolgte, an die 5.500 Kulturschaffende und unter diesen wiederum 2.500 Schriftsteller und Publizisten (vgl.www.uni-essen.de). Nach T. Baltensweiler bewegte der politisch verursachte Druck sowohl die politischen Exulanten, als auch die jüdischen Emigranten zum Verlassen des Dritten Reichs. Er vertritt die Ansicht, dass für die Mehrheit der politischen Exulanten Ereignisse wie etwa die Machtübernahme Hitlers oder der Reichstagsbrand als Signal zum Verlassen des Deutschen Reichs ausschlaggebend waren, die Massenflucht der jüdischen Einwohner hingegen verliefe wellenartig und in Entsprechung der jeweiligen Maßnahmen und Ereignisse, die seitens der Nationalsozialisten gegen das jüdische Volk beschlossen wurden (siehe Baltensweiler 1996, S. 10). Nach Auffassung von Baltensweiler schloss die Masse der jüdischen Flüchtlinge, anders als die politischen Exulanten, eine Rückkehr nach Deutschland gänzlich aus, weshalb sich diese Gruppe als Emigranten (Auswanderer) bezeichnen ließe.
Die politischen Exulanten bildeten eine äußerst heterogene Gruppe, deren Mitglieder zumeist sehr unterschiedliche politische Weltanschauungen vertraten. Sie verband letztlich nur ein einziger gemeinsamer Anspruch, nämlich die Gegnerschaft zum nationalsozialistischen Herrschaftsregime. Für die Schriftsteller und Publizisten unter diesen wurden die Arbeits- und Wirkungsmöglichkeiten extrem eingeschränkt, nicht nur durch den meist zwangsläufigen Verlust der deutschen Sprache im Exilland oder durch die Trennung vom heimischen Publikum, sondern auch durch die geringen Veröffentlichungsmöglichkeiten. So gelang es nur wenigen Autoren – wie etwa Anna Seghers, Lion Feuchtwanger oder Thomas Mann sich mit ihren Veröffentlichungen den Lebensunterhalt zu sichern (vgl. www.uni-essen.de). Zumeist lebten alle Exulanten unter materiell dürftigsten Bedingungen. Literarische Zeitschriften wie ’Die Sammlung’ (Amsterdam), ’Neue Deutsche Blätter’ (Prag) oder Zeitungen wie das ’Pariser Tageblatt’ boten in begrenzten Umfang Publikationsmöglichkeiten und nur wenige Verlage wie Berman-Fischer (Stockholm) oder Oprecht (Zürich) verlegten Bücher von Emigranten und Exulanten.
Zu diesen Veröffentlichungen zählte auch die von Thomas Mann und Konrad Falke herausgegebene Exilzeitschrift „Mass und Wert“, die in den Jahren 1937 bis 1940 in Zürich erschienen ist.
In der vorliegenden Arbeit soll zum einen untersucht werden, wieso es erst relativ spät, nämlich im Jahr 1937, zu einer publizistischen Aktivität Thomas Manns kam, und zum anderen, worin die Unterschiede zu anderen veröffentlichten Exilzeitschriften in dieser Zeit lagen. Die Untersuchung beginnt zunächst mit den strukturellen Existenzbedingungen der Presse im Exil, sowie deren Interessenschwerpunkten, Aufgaben und Themengebieten. Anschließend werden die Vorstellungen und Erwartungen von Thomas Mann an eine adäquate Exilpresse in seinem Sinne erläutert, wobei der Focus auf dem Wertewandel seines Engagements und der Herausstellung von Besonderheiten der Exilzeitschrift „Mass und Wert“ gerichtet wird.

2. Strukturelle Bedingungen für die Existenz der Exilpresse

Es existieren zahlreiche Aspekte an denen die erschwerten Arbeitsbedingungen der Exulanten verdeutlicht werden können. Um den Umfang dieser Arbeit überschaubar zu halten, kann in der folgenden Abhandlung nur auf zwei allgemeine Hauptaspekte eingegangen werden, aus deren Kontext sich allerdings nach Ansicht des Autors eine Vielzahl anderer resultierender Probleme ergeben. Diese sollen auch durch die Darstellung eines Beispiels bzgl. der Entstehungsgeschichte der Zeitschrift „Mass und Wert“ prägnant aufgezeigt werden.

2.1 Rechtliche Voraussetzungen

In den zahlreichen europäischen Ländern verhinderten gesetzliche Bestimmungen die Aufnahme einer lohnabhängigen Tätigkeit für Publizisten und Schriftsteller dann, wenn s kein festes Arbeitsverhältnis der publizistischen Tätigkeit zugrunde lag. Die Möglichkeit einen eigenen Verlag unter der Regie von Exulanten im Asylland zu Gründen war somit nicht gegeben, obwohl Baltensweiler bemerkt, dass sich diese Bestimmung umgehen ließ, in dem ein Staatsbürger des Asyllands zumindestens auf dem Papier die Verantwortung für eine mögliche Publikation übernahm (vgl. Baltensweiler 1996, S. 22). In der Schweiz benötigte man für den Betrieb eines Verlagshauses eine Genehmigung zur Publikation, deren Erteilung oder Ablehnung in der Zuständigkeit des Schweizerischen Schriftstellerverbands lag (vgl. Böni, 1987, S. 123ff). Nach Aussage Böni`s wies dieser des öfteren entsprechende Anträge im Falle einer bestimmten politischen Ausrichtung zurück. Der Grund hierfür lag seiner Annahme folgend vermutlich darin, einen politischen Interessenkonflikt zwischen der ’neutralen’Schweiz und dem Deutschen Reich zu vermeiden. (s. Böni, 1987, S. 124).

[...]


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