Termpaper, 2004, 32 Pages
Author: Simone Schwarzmann
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
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Universität Essen
Seminar: „Erstes Lesen – Erstes Schreiben“
4. Fachsemester
Schreiben lernen
von: Simone Schwarzmann
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Bedingungen – um schreiben zu lernen – beim Schulstart 3
3. Der Erstunterricht und der Klassenraum 7
4. Schreibmaterialien 10
5. Schreiblehrverfahren im Erstschreibunterricht 12
5.1 Hans Brückl: Die „Lese-Schreib-Methode“ oder „Druckschrift-Schreibschrift-Methode“ 12
5.2 Arthur und Erwin Kern: Die Ganzheitsmethode 16
5.3 Der Iserlohner Schreibkreis: Die Bewegungsmethode 17
5.4 Menzel und andere: Kommunikatives Schreiben 19
6. Schriftarten für den Erstschreibunterricht 20
6.1 Beschreibung und Problematik der Lateinischen Ausgangsschrift (LA) 21
6.2 Beschreibung der Vereinfachten Ausgangsschrift (VA) 23
6.3 Beschreibung der Druckschrift 25
7. Ziele des Schreibunterrichts 28
8.Schlussbetrachtung 30
Literaturverzeichnis 31
1. Einleitung
In unserer Gesellschaft ist die Fähigkeit, Texte schreiben und lesen zu können, für jeden Einzelnen eine Grundvoraussetzung, um überhaupt die Gelegenheit zu haben, mit Erfolg an den verschiedenen gesellschaftlichen Prozessen teilzuhaben. Diese Fähigkeit ist uns allerdings nicht angeboren, oder entwickelt sich von alleine, jeder Einzelne muss sie erwerben. Es gibt wahrscheinlich nur sehr wenige Kinder, die bevor sie in die Schule kommen, nicht einmal in irgendeiner Form das Schreiben ausprobiert haben. Natürlich fallen diese Kritzelübungen der Kinder alle anders aus, denn sie schreiben auf verschiedensten Materialien und mit den unterschiedlichsten Schreibutensilien. Die größten Unterschiede treten jedoch unter anderem bei der motorischen Geschicklichkeit, der Eigeninitiative, der Ausdauer, des Einfallsreichtums, der kognitiven Fähigkeiten und des Interesses des Schreibers auf. Von diesen Merkmalen ausgehend bringt jedes Kind andere Bedingungen mit in die Schule, so können die einen Kinder schön Namen und einige Wörter schreiben, die anderen wissen noch nicht einmal, wie sie den Stift richtig halten und mit diesem umgehen sollen. Seit vielen Jahren beschäftigt man sich damit, die beste Methode zu finden, den Schülern – die wichtige und notwendige Fertigkeit - das Schreiben und Lesen beizubringen.
In meiner vorliegenden Hausarbeit – zum Seminar „Erstes Lesen – Erstes Schreiben“ – habe ich eine Bearbeitung dieses wichtigen Themas „Schreiben lernen“ durchgeführt. Der erste Teilbereich besteht aus den Bedingungen - um schreiben zu lernen - beim Schulstart. Im zweiten Bereich gebe ich einen Einblick in den Erstunterricht und den Klassenraum. In meinem dritten Punkt stelle ich die verschiedenen Schreibmaterialien kurz vor. Die Schreiblehrverfahren im Erstschreibunterricht werden im folgenden vierten Bereich erläutert. Im Anschluss folgt der Punkt der Schriftarten für den Erstschreibunterricht; Der sechste Punkt zeigt die Ziele des Schreibunterrichts. In dem letzten und vierten Teilbereich erfolgt eine kurze Zusammenfassung und der Schlussgedanke meiner Hausarbeit.
2. Bedingungen - um schreiben zu lernen - beim Schulstart
Neben der Motivation, den kognitiven Prozessen, der richtigen Sprache und den Perzeptionsvorgängen – der Wahrnehmung durch die Sinne – werden außerdem auch schreibmotorische Fähigkeiten benötigt, um den komplexen Vorgang des Schreibens zu erlernen.1
Das Vorschulalter: die Entwicklung der Handmotorik
Bereits durch das Malen im Vorschulalter, durch verschiedene Kritzelformen, Zickzacklinien, Schleifen und Bögen, aber auch durch das Nachahmen von Buchstaben – zum Beispiel von der Schrift der Eltern – erreichen Kinder irgendwann die ähnliche Nachgestaltungen von Buchstaben. Diese Entwicklung des Schreibens ist für den späteren Schreibunterricht in der Grundschule von großer Bedeutung. Im Alter zwischen vier und sechs Jahren fangen die Kinder an, leicht nachzuschreibende Blockschrift-Buchstaben in die Zeilenbänder einzufügen. Nach diesem Beginn folgt dann das Zeichnen von Schemen – Formen - und Verzierungsmotiven, sogenannten Ornamenten im Alter von fünf bis sechs Jahren. Langsam setzt dann das Nachmalen von einzelnen Buchstaben aber auch von Wörtern aus vorliegenden Texten ein. In dieser Zeit kommt das Kind zu wichtigen Erkenntnissen, zum Beispiel mit verschiedenen Schreibutensilien umzugehen, wie ein Stift gehalten und geführt wird, aber auch welche Unterschiede es in Formen, Größen und Richtungen gibt. (Vgl. SCHENK 1997, S. 50)
Zur Handmotorik gehört auch, dass ein fünfjähriges Kind zum Beispiel Figuren nachzeichnen kann, erkennbare Bilder malt, nach Vorlage ein Blatt Papier falten kann und mit einer Schere arbeiten kann. Es ist sehr wichtig, dass die Kinder schon in der Vorschulzeit vielfältige feinmotorische Erfahrung sammeln können, etwa durch verschiedene Materialien und Stifte. Der Schulanfang: die Entwicklung der Handmotorik und des Schreibverhaltens Die Entwicklung der Hand und des Handgelenks eines Schulanfängers ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Die Muskeln sind noch schwach und zwischen den Handwurzel- und Fingerknochen sind noch Lücken, die noch auswachsen müssen. Deshalb muss das Schreiben auch vorsichtig geübt werden. Aufgrund dieser Gegebenheiten schreiben Schulanfänger in großen Bewegungen, mit viel zu großem Druck, der schnell zum Ermüden führt. Erst durch das richtige Zusammenspiel unterschiedlicher Gelenke und Muskeln sind die verschiedenen Schreibbewegungen ausführbar. Zu Beginn sind großförmige Schwungübungen eine leichte einführende Aufgabenstellung, denn hierbei können sich alle beteiligten Körperteile uneingeschränkt bewegen. Einen Grossteil der Belastung übernimmt hierbei auch die Schulter und entlastet somit die Hand und den Arm. (Vgl. SCHENK 1997, S. 51) Beim Schreiben hingegen liegt der Unterarm auf der Tischfläche und der Schreibfläche. Der Vorgang des Schreibens entsteht überwiegend aus dem Handgelenk heraus und besteht generell nur aus einfachen Hin- und Herbewegungen, bei normaler Schreibhaltung.
Der Schulanfang: die visuelle Entwicklung
Die Kinder müssen von Anfang an das Wortschriftbild optisch-visuell richtig begreifen und sich einprägen können, sowohl den Gesamteindruck, als auch Einzelheiten. Aufmerksamkeit muss man auch der Form, Größe und Lage der Buchstaben und ihrer Aufeinanderfolge schenken. Erst durch diese Einsichten können die Kinder die verschiedenen Schriftbilder genau identifizieren und diskriminieren. Eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung visueller Fähigkeiten ist gutes Sehen. Man zählt zu diesen visuellen Fähigkeiten, die Formauffassung und Formdifferenzierung von Buchstaben; die Durchgliederungsfähigkeit um Reihenfolgen zu erkennen und sie sich zu merken, für die Analyse und Synthese von Buchstaben, Silben, Wörtern und Sätzen; die Raumorientierung, um oben und unten, aber auch links und rechts unterscheiden zu können und die Speicherung von visuellen Wahrnehmungen um sich zum Beispiel Buchstaben einzuprägen und abrufen zu können. (Vgl. SCHENK 1997, S. 54)
Der Schulanfang: die Entwicklung des elementaren Schriftverständnisses
[...]
1 SCHENK, CHRISTA (1997): Lesen und Schreiben lernen und lehren. Eine Didaktik des Erstlese- und Erstschreibunterrichts. Seite 49
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