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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 25 Pages
Author: Annette Leurs
Subject: German Studies - Linguistics
Details
Institution/College: University of Dusseldorf "Heinrich Heine" (Germanistisches Seminar)
Tags: Geschäftsbericht, Rechtschreibung, Morphologie, Lexik, Syntax, Leser, Lesevergnügen, Unternehmen, Organisation, Textstrukturierung, Stil, Brief an die Aktionäre, Textoptimierung
Year: 2002
Pages: 25
Grade: 1.0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-12316-7
File size: 195 KB
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Excerpt (computer-generated)
Geschäftbericht - Sprachliche Analyse
von Annette Leurs
Inhalt:
1 Einleitung S. 3
2 Brief an die Aktionäre S. 4
3 Rechtschreibung S. 5
3.1 Orthographie S. 5
3.2 Interpunktion S. 6
4 Morphologie S. 6
5 Lexik S. 6
5.1 Wortwahl S. 7
5.1.1 Wortwiederholung S. 7
5.1.2 Unbeholfene Wortwahl S. 8
5.1.3 Inkonsequente Begrifflichkeit S. 9
5.2 Metaphorik S. 10
6 Syntax S. 10
6.1 Ist die Syntax korrekt? S. 11
6.1.1 Satzklammer S. 11
6.1.2 Satzlänge S. 12
6.1.3 Schachtelsätze S. 14
6.2 Abwechslungsreiche Satzgestaltung S. 13
7 Stil S. 14
7.1 Verständnis hemmender Fachjargon S. 14
7.2 Typische Merkmale des Bürokratendeutsch S. 15
7.2.1 Substantivhäufung S. 14
7.2.2 Passivkonstruktionen S. 15
7.2.3 Funktionsverbegefüge S. 15
7.2.4 Doppelte Präpositionen S. 16
7.3 Besondere Leseanreize S. 16
8 Leserorientierung S. 17
8.1 Unternehmensprofil S. 17
8.2 Sprachliche Signale leiten den Leser durch den Text S. 17
8.3 Aufzählungen werden optisch gegliedert S. 18
8.4 Diagramme und Tabellen S. 18
9 Textlogik S. 19
9.1 Ist die Argumentation klar und stringent? S. 19
9.2 Textaufbau S. 19
9.3 Leitidee und Textdramaturgie S. 20
10 Textstrukturierung S. 20
10.1 Gliederungsstufen der Überschriften S. 20
10.2 Entsprechung: Überschrift - Kapitel S. 21
11 Textorganisation S. 21
11.1 Inhaltsverzeichnis S. 21
11.2 Glossar - Stichwortverzeichnis S. 22
11.3 Organisationsstruktur des Unternehmens S. 22
12 Fazit S. 22
Literaturverzeichnis S. 24
1 Einleitung:
Jede Aktiengesellschaft ist gesetzlich verpflichtet, jährlich einen Geschäftsbericht zu veröffentlichen. Er besteht in der Regel aus zwei Teilen: dem Textteil und dem Zahlenwerk. Letzteres enthält die Bilanz und die Gewinn- und Verlust-Rechnung; der Textteil umfasst den Lagebericht, den Bericht über Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten sowie einen Bericht über die Personalsituation.
Dabei dient der Geschäftsbericht längst nicht mehr alleine dazu, den Eigentümern gegenüber Rechenschaft abzulegen über das abgelaufene Geschäftsjahr, sondern er erfüllt vielmehr fünf Funktionen:
1) informieren
2) überzeugen
3) Image prägen
4) Beziehung pflegen
5) unterhalten
Natürlich muss man den einzelnen Funktionen eine unterschiedliche Gewichtung zuordnen. Primär steht die Informationsfunktion an erster Stelle - trotzdem dürfen die übrigen Funktionen auf keinen Fall außer Acht gelassen werden. So muss ein Text verständlich sein, um die Informationsfunktion zu erfüllen; um den Leser überzeugen zu können, sollte er Vertrauen erwecken und Kompetenz ausstrahlen, und glaubwürdig sein. Weiterhin wichtig ist die Imagepflege. Deshalb sollte der Stil imageadäquat sein, also zum Unternehmen passen. Um Beziehungen pflegen zu können, muss der Text leserorientiert und sympathisch formuliert sein. Schließlich ist es sicherlich von Vorteil, den potentiellen Rezipienten, die nicht dafür bezahlt werden, den Geschäftsbericht z lesen, ein wenig Lesevergnügen zu bereiten. Zu den Adressaten eines Geschäftsberichts zählen die Aktionäre, die Kunden, die Lieferanten sowie die institutionellen Investoren und die Mitarbeiter. Wichtig dabei zu bedenken sind auch all diejenigen, die in Zukunft zu einer dieser genannten Gruppen gehören könnten. Dieser inhomogenen Gruppe gerecht zu werden, genügt es nicht aneinandergereihte Fakten zu präsentieren - statt protokollhafter Diktion sollte man eine narrative Schreibweise bevorzugen, durch die man beispielsweise auch Zusammenhänge erklären und Probleme erörtern kann. Aber auch Strategien und Ziele sind so besser zu erläutern und Hintergründe und Visionen leichter aufzuzeigen.
Im Folgenden gehe ich zunächst auf das Vorwort bzw. auf den Brief an die Aktionäre ein. Dieser Teil des Geschäftsberichts stellt vermutlich den meist gelesenen dar und eignet sich hervorragend, Glaubwürdigkeit, Kompetenz und Vertrauen zu vermitteln. Dieser persönliche und individuelle Textteil ist der Brief des Vorstandsvorsitzenden an die Aktionäre - kein anderer Text eignet sich so gut, die Visionen und die Philosophie des Unternehmens darzustellen und zu repräsentieren. Aus diesem Grund beginne ich mit einer kurzen Analyse des Briefs an die Aktionäre vom Vorstandsvorsitzenden Dr. Klaus Zumwinkel der Deutsche Post World Net.
Anschließend bearbeite ich chronologisch den Kriterienkatalog, der aus den folgenden neun Bereichen besteht, die ihrerseits wieder in Unterbereiche aufgeteilt sind: Rechtschreibung, Morphologie, Wortwahl, Syntax, Stil, Leserorientierung, Textlogik, Textstrukturierung und Textorganisation. Anhand dieser Merkmale werde ich die Schwächen und Stärken des Geschäftsberichts der Deutsche Post World Net festmachen und bewerten.
2 Brief an die Aktionäre
Der Brief an die Aktionäre ist ein sehr gewichtiger Bestandteil eines Geschäftsberichts: Nur dieser Teil ermöglicht dem Verfasser, die Leser direkt und persönlich anzusprechen. Im vorliegenden Geschäftsbericht der Deutsche Post World Net werden die Adressaten mit "Sehr verehrte Damen und Herren" begrüßt. Meiner Meinung nach sollte diese Anrede durch Sehr geehrte Aktionäre, Geschäftsfreunde und Mitarbeiter ausgetauscht werden - schließlich sind sie die Zielgruppe. Eine direkte Anrede erzeugt beim Leser häufig eine persönliche Ebene. Lediglich der jeweils letzte Satz im ersten Abschnitt auf Seite 5 und des abschließenden Abschnitts auf Seite 9 wendet sich unmittelbar an die Leser. Sympathie und "sich angesprochen fühlen" sind wichtige Bestandteile, um Vertrauen und Kompetenz zu vermitteln.
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