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Ausprägungsformen autoritärer und antiautoritärer Erziehung am Beispiel Summerhill

Termpaper, 2001, 20 Pages
Author: Thore Rothenburg
Subject: Pedagogy - Family Education

Details

Category: Termpaper
Year: 2001
Pages: 20
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 15  Entries
Language: German
Archive No.: V37420
ISBN (E-book): 978-3-638-36766-0

File size: 243 KB
Notes :
Ausprägungsformen antiautoritärer Erziehung am Besispiel Summerhill, sowie Vergleich mit autoritären Erziehungsformen.



Excerpt (computer-generated)

Ausprägungsformen autoritärer und antiautoritärer
Erziehung am Beispiel Summerhill

von: Thore Rothenburg

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

2. Ausprägungsformen der antiautoritären Erziehung 3

2.1 Die antiautoritäre Erziehung liberaler Ausprägung 4
2.2 Die antiautoritäre Erziehung liberaler Ausprägung am Beispiel „Summerhill“ 6
2.3 Die antiautoritäre Erziehung radikal-sozialistischer Ausprägung 8
2.4 Die antiautoritäre Erziehung radikal-sozialistischer Ausprägung am Beispiel der „Kinderläden“  9

3. Ausprägungsformen der autoritären Erziehung 12

3.1 Die autoritäre Persönlichkeit 13
3.2 Autorität, Macht und Erziehung 14
3.3 Autorität und Freiheit 15

4. Vergleich der antiautoritären / autoritären Erziehung und persönliche Bewertung 17

5. Literaturverzeichnis 19



1. Einleitung

Über „Autorität“ und „Antiautorität“ wurde vor allem in den 70er Jahren im Erziehungsbereich viel gestritten und diskutiert. Aber auch heutzutage ist diese Diskussion keinesfalls erloschen, so daß die Frage, welcher Erziehungsstil bei der Kinder – und Jugenderziehung zur Anwendung kommen soll immer wieder gestellt werden muß.
An zwei Fronten stehen sich Widersacher gegenüber, die in mir den Anschein erwecken, als ob sie nur sehr schwer zu einer gemeinsamen Konsensfindung oder einer gleichgearteten Kompromißlösung finden könnten, zumal die gegensätzlichen Positionen stark verhärtet sind. Auf der einen Seite stehen jene Befürworter der „antiautoritären Erziehung“, welche jegliche Form der Autorität verachten und nach neuen Erziehungskonzepten suchen. Auf der anderen Seite hingegen stehen solche, die an die Autorität glauben und die Einführung einer strengen Autorität einfordern.
Welche Mittel sollen nun aber von Lehrern, Eltern, Ausbildern und Pädagogen bei der Kindererziehung angewandt werden, um den Kindern Kenntnisse, Werteorientierungen, Handlungswillen und Handlungsfähigkeit zu vermitteln, mit dem Ziel, die individuelle Mündigkeit und ihre Kompetenz zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben dauerhaft zu verbessern ? Erziehung im allgemeinen soll immer dort greifen, wo ein Mensch eine Lernaufgabe nicht selbständig bewältigen kann, und ist damit als eine absichtliche Lernhilfe zu verstehen (vgl. Weber 1974). Dadurch, daß ein Mensch nicht von Geburt an dazu fähig ist, in einer Gesellschaft zu leben und zu überleben, da die sozialen Normen und Werte dieser Gesellschaft dem Kinde nicht angeboren sind, ist es auf das Lernen angewiesen. Bei diesem Prozeß wird der Mensch durch den Erziehungsstil einer Bezugsperson gelenkt und auch teilweise manipuliert, wobei der Erziehungsstil als ein „relativ stabil ausgeprägtes Verhaltensmuster eines Erziehers oder Lehrers, die sich durch typische Erziehungs- und Unterrichtspraktiken charakterisieren lassen“ verstanden wird (Schaub/Zenke 1997, S.129). Diese Erziehungs- und Unterrichtspraktiken sind von verschiedenen soziokulturellen Bedingungen abhängig und haben dementsprechend auch immer Folgen für einen Erzogenen. Wesentlich ist, wie bei der Erziehung mit den Begriffen „Freiheit“ und „Selbstbestimmung“ umgegangen wird, um das angestrebte Erziehungsziel zu erreichen, denn beide sind stets im Kontext einer möglichen Beeinflussung zu betrachten. Dies ist somit das zentrale Problem, welches die Paradoxie von Erziehung verdeutlicht.

In der folgenden Abhandlung möchte ich zunächst einige Formen des „antiautoritären“ Erziehungsstils in der Theorie und anschließend deren praktische Umsetzung am Beispiel der privaten Internatsschule „Summerhill“ und der „Kinderläden“ vorstellen. Im Anschluß werde ich den „autoritären“ Erziehungsstil vorstellen und mit dem „antiautoritärem“ in Bezug setzen, um so die Problematik der Freiheit bei der Erziehung von Kindern und Jugendlichen heraus zu arbeiten.. Im Schlußteil dieser Arbeit werde ich die Ergebnisse zusammenfassen, beide Erziehungsstile miteinander vergleichen und meine persönliche Meinung zum Ausdruck bringen, um somit zur Klärung der pädagogischen „Autoritätsproblematik“ beizutragen. Beginnen möchte ich zunächst mit den Ausprägungsformen „antiautoritärer“ Erziehung

2. Ausprägungsformen „antiautoritärer“ Erziehung

Etwa im Jahre 1967 ist in der Bundesrepublik Deutschland eine sehr weit gefächerte „antiautoritäre Bewegung“ entstanden. Vor allem im pädagogischen Bereich richtet sich ihre Kritik gegen die Eigenarten, Wirkungen und Folgen der „autoritären“ Erziehung, die im folgenden Text dargestellt werden. Wesentlich hierbei ist allerdings, daß nicht alle Befürworter der „antiautoritären“ Erziehung hinsichtlich ihrer Forderungen nach Innovationen und Veränderungen gleicher Meinung sind. Einigkeit herrscht nur hinsichtlich der Absicht gemeinsam gegen die überlieferte Form der „autoritären“ Erziehung vorzugehen. Diese Vielgestaltigkeit der antiautoritären Bewegung zeigt sich erst dann, wenn man näher untersucht, was die Vertreter der einzelnen Richtungen unter antiautoritärer Erziehung verstehen. Dies soll im weiteren Verlauf durch die prägnante Darstellung verschiedener Positionen deutlich gemacht werden. So fordert Lückert eine „Vorschuldidaktik mit ihrer betonten Förderung der kognitiven Funktionen“, und die „..Auffassung einer antiautoritären, das heißt freiheitlichen Erziehung, deren Ziel die Förderung der Initiative, der Selbständigkeit, der Kritikfähigkeit, der Kreativität und des persönlichen Mutes ist..“ (Lückert 1969, S.155). R. Dermitzel hingegen bezeichnet die antiautoritäre Erziehung als eine „repressionsfreie“ Erziehung, die die bisher vorherrschenden Normen der auf Leistung und Anpassung basierenden „autoritären“ Erziehung negieren soll (Dermitzel 1969, S.155). Nach der Überzeugung der ehemaligen sozialistischen Kinderläden Westberlins sollen die Kinder „..so früh wie möglich zu eigener sexueller Befriedigung gelangen..“ (Zentralrat der sozialistischen Kinderläden Westberlins 1969, Nr.3, S. 7). Diese Positionen verdeutlichen, daß viele verschiedene Gruppen und Strömungen innerhalb der antiautoritären Erziehungsbewegung vertreten sind, mit end-losen Kombinationen und Zielschwerpunkten behaftet. Deshalb ist es unmöglich, diese Vielgestaltigkeit als Einheit darzustellen und zu beurteilen (so auch Weber 1974, S.35 f.). Im wesentlichen lassen sich hinsichtlich der Grundeinstellungen und Wertsetzungen der zahlreichen Vertreter zwei Hauptrichtungen unterscheiden, zum einen eine „liberale“ zum anderen eine „sozialistische“ Ausprägung der antiautoritären Erziehung, zwischen denen es fließende Übergänge gibt, und die im folgenden näher betrachtet werden sollen (vgl. Dietrich 1970, S.87 f.).

2.1 Die antiautoritäre Erziehung liberaler Prägung

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