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Termpaper, 2000, 10 Pages
Author: Andrea Bernhardt
Subject: Ethnology / Cultural Anthropology
Details
Institution/College: University of Heidelberg (Institut für Ethnologie)
Tags: East, Sternenpfade, Sternenkompass, Kulturen, Mikronesien
Year: 2000
Pages: 10
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 4 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-36773-8
File size: 217 KB
Text geht vordergründig um Seefahrt in mikronesischen Inselkulturen. Davon ausgehend werden Rückschlüsse auf soziales und kulturelles Leben gezogen.
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Excerpt (computer-generated)
Universität Heidelberg
Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Institut für Ethnologie
Proseminar: „Kulturen in Mikronesien: Eine Einführung“
East is a big bird - Sternenpfade, Sternenkompass
und das etak-Orientierungssystem
von: Andrea Feistel
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Lebenseinstellung 4
2. Erlernen der Navigationskunst 5
3. Der Sternenkompass 6
4. Das etak – Orientierungssystem 8
5. Schlussbemerkungen 9
Literaturverzeichnis 10
Einleitung
Meine Arbeit soll sich mit der Navigationskunst der Mikronesier beschäftigen. Dazu werde ich zuerst auf die Lebenseinstellung eingehen, wozu ich mir die Bewohner der Insel Puluwat in der Karolinengruppe als Beispiel zu Hilfe nehme. Kultur, soziale Lebensumstände und das tief verankerte Traditionsbewusstsein sind unbedingt zu erwähnen, um das Konzept des Sternenkompasses verständlich zu machen. Danach erläutere ich kurz, wie Seefahrer zu ihrem weitreichenden Wissen kommen, wie sie die Seefahrtskunst erlernen. Die Darstellung der Lehrzeit und auch die Unterrichtsmethoden der Lehrer werden deutlich machen, wie groß die Unterschiede zwischen dem mikronesischen System des Lernens, des Lebens und der Beziehung zur späteren Tätigkeit als Ppalu - als Ausgebildeter Seefahrer- und dem System aus der westlich rational denkenden Welt sind. Nach diesem kurzen Einblick in das mikronesische Leben, speziell in das puluwatanische, lässt sich schon erahnen, dass auch das Konzept der Navigation ein gänzlich anderes sein muss, als es uns bekannt und begreiflich ist. Ich werde versuchen, ganz grob das Konzept, die Basis der mikronesischen Navigationskunst darzustellen: den Sternenkompass. Nach der Aufzählung verschiedener Hilfsmittel, die einem Seefahrer auf offenem Meer zur Verfügung stehen, stelle ich das etak-Orientierungssystem vor.
Verständlicherweise wird es dabei zu Lücken und möglicherweise zu Missverständnissen kommen, doch möchte ich keinen Lehrgang in Navigationskunst erteilen, sondern mit diesen kurzen Ausführungen die Komplexität der mikronesischen Navigation aufzeigen. Dass ein westlich denkender Mensch im allgemeinen Probleme mit dem Verständnis für ein solches Konzept haben könnte, und dass es schwer ist, einem solchen Konzept Vertrauen zu schenken, hoffe ich in dieser Arbeit klarmachen zu können. Eventuelle Lücken bitte ich zu entschuldigen, aber die Navigationskunst der Mikronesier ist so komplex und es spielen so viel Faktoren eine Rolle zum Verständnis, wie z. B. die gesamte Lebenseinstellung, dass die exakte Darstellung der Seefahrt in einer Hausarbeit einfach nicht möglich ist. Genau das, die Darstellung der Komplexität und den enormen Fähigkeiten eines „primitiven Volkes“, habe ich mir zum Ziel dieser Arbeit gesetzt und hoffe ich, näher bringen zu können.
1. Lebenseinstellung
Um das Konzept der mikronesischen Seefahrt verstehen zu können, ist es unbedingt notwendig, einen Blick auf Kultur und Lebenseinstellung der Mikronesier zu werfen.
Dies werde ich am Beispiel der Puluwataner tun.
Die Insel Puluwat liegt in der Karolinengruppe, relativ zentral in den Vereinigten Staaten von Mikronesien zwischen Truk im Osten und Satawal im Westen. Mittlerweile hat die Insel ihre eigene Verwaltung und wird nicht mehr von den USA verwaltet. In den 70er Jahren umfasste Puluwat etwa 400 Angehörige (Downs: 199).
Wenn Puluwataner eine Reise in Angriff nehmen, ist diese zwangsweise sehr lang. Sie reisen auf dem Seeweg in kleinen Auslegerbooten oder größeren Ozeanbooten, den Waas (Downs: 200). Die Seefahrer verfügen jedoch über keinerlei Navigationsinstrumente oder gar Karten in unserem herkömmlichen Sinn; ihre Methode, sich von Insel zu Insel zu bewegen, stützt sich auf eine alte Tradition, die in den nächsten Abschnitten erläutert wird. Um begreifen zu können, wie Navigation ohne Navigationsinstrumente und Technologien auskommen kann, sollte man wissen, dass Mikronesier eine ganz besondere Beziehung zum Meer haben. In den Augen der Einheimischen ist das Meer eine absolut sichere Strasse. Diese Strasse trennt also keine Inseln voneinander, sondern verbindet sie vielmehr miteinander. Das Meer ist eine wohlbekannte und sichere Gegend (Downs: 201). Das ist wohl der grundlegendste Unterschied zwischen uns westlich denkenden Menschen und Mikronesiern. Denn wie wir uns sicher fühlen, sobald wir „festen Boden unter den Füßen haben“, haben Mikronesier auch auf dem offenen Meer dieses Gefühl der Sicherheit. Und anders als das bei den Inselbewohnern Mikronesiens der Fall ist, stellt die Wassermasse des Meeres für die meisten Bewohner der westlichen Welt eine Trennung zwischen den Landmassen der Kontinente dar. Eine Verbindung wie Autobahnen zwischen den Städten ist ein Meer in unseren Augen auf keinen Fall.
[...]
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