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Der Untergang des Römischen Reiches aus der Perspektive der Zeitgenossen close

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Der Untergang des Römischen Reiches aus der Perspektive der Zeitgenossen

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 22 Pages
Author: Ines Jachomowski
Subject: History - Early and Ancient History

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2005
Pages: 22
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 25  Entries
Language: German
Archive No.: V37460
ISBN (E-book): 978-3-638-36793-6
ISBN (Book): 978-3-638-64443-3
File size: 272 KB

Abstract

Diese Darstellung versucht sich primär in einer Wesensdefinition der spätantiken Epoche, wobei sie Gründe darlegt und Theorien erläutert, wie es überhaupt zu einem Wesenswandel von der Antike zum Mittelalter kommen konnte. Zunächst wird eine allgemeine Einordnung und Typisierung dieser Periode vorgenommen, um eine Grundlage für die nachfolgenden Erklärungsversuche betreffs des Falls des antiken Römischen Reiches zu schaffen. Anschließend werden historische Deutungen von den Zeitgenossen bis zum Humanismus dargestellt, in einem letzten Kapitel schließlich folgt eine kurze Erläuterung und Einschätzung moderner geschichtswissenschaftlicher Untergangstheorien und -begründungen, wobei die Abschnitte IV 1.2. bis IV 1.5. weniger Gründe für den Untergang des Römischen Reiches analysieren wollen, sondern Theorien darstellen, die die Schwierigkeiten in Periodisierung und Wesensbestimmung der Epoche dokumentieren.


Excerpt (computer-generated)

Der Untergang des Römischen Reiches im Urteil der
Zeitgenossen und der modernen Forschung

von: Ines Jachomowski

 


Gliederung

I. Einleitung 1

II. Zum Begriff der „Spätantike“- Definition und zeitliche Einordnung 1

III. Historische Deutungen zum Untergang des Römischen Reiches

1. Das spätantike Weltbild – Das Römische Reich aus der Sicht der Zeitgenossen

1.1.Historische Charakterisierung der Epoche und ihrer Zeitgenossen 4
1.2.Das „Ewige Rom“ vs. Endzeiterwartungen 6

2. Sichtweisen auf das Römische Reich vom Mittelalter bis zur Renaissance

2.1.Mittelalter 10
2.2.Humanismus und Renaissance 11

IV. Geschichtswissenschaftliche Deutungen zum Untergang des Römischen Reiches

1. Allgemeine theoretische Modelle

1.1. Die Dekadenztheorie 12
1.2. Die Kontinuitätstheorie 14
1.3. Die Katastrophentheorie 15
1.4. Das Wesensproblem 15
1.5. Das Periodisierungsproblem 16

2. Historische Begründungen

2.1. Der Einfluß der Völkerwanderung auf den Untergang des Römischen Reiches 16
2.2. Der Einfluß des aufsteigenden Christentums auf den Untergang des Römischen Reiches 17

V. Statt eines Fazits: Die Rolle des Zusammenspiels äußerer und innerer Faktoren 18

VI. Literatur- und Quellenverzeichnis 20


 

I. Einleitung

Diese Darstellung versucht sich primär in einer Wesensdefinition der spätantiken Epoche, wobei sie Gründe darlegt und Theorien erläutert, wie es überhaupt zu einem Wesenswandel von der Antike zum Mittelalter kommen konnte. Zunächst wird eine allgemeine Einordnung und Typisierung dieser Periode vorgenommen, um eine Grundlage für die nachfolgenden Erklärungsversuche betreffs des Falls des antiken Römischen Reiches zu schaffen. Anschließend werden historische Deutungen von den Zeitgenossen bis zum Humanismus dargestellt, in einem letzten Kapitel schließlich folgt eine kurze Erläuterung und Einschätzung moderner geschichtswissenschaftlicher Untergangstheorien und -begründungen, wobei die Abschnitte IV 1.2. bis IV 1.5. weniger Gründe für den Untergang des Römischen Reiches analysieren wollen, sondern Theorien darstellen, die die Schwierigkeiten in Periodisierung und Wesensbestimmung der Epoche dokumentieren.

II. Zum Begriff der „Spätantike“ - Definition und zeitliche Einordnung

Da diese Arbeit sich auf die Spurensuche begibt und versucht zu ergründen, weshalb sich der Wechsel von der antiken auf die mittelalterliche Welt vollzog, erscheint es für das Verständnis sinnvoll, eine zeitliche Einordnung, eine Definition vorzunehmen, denn die Periodisierung „soll ein zusammenfassendes Urteil über einen großen Zeitabschnitt, über dessen Kräfte, seine Leistungen, eine Besinnung über ihren Wert bieten“.1

Der Begriff „Spätantike“ ist noch ein relativ junger, „auch wenn das historische Konzept, das sie beschreibt, und die sie umgebenden Metaphern des Alterns und Welkens aus dem Humanismus stammen“.2 Lange Zeit hindurch galt die Spätantike jedoch nicht als eigenständige historische Epoche, sondern wurde als eine die klassische Antike abschließende Periode des Verfalls, der Dekadenz und des Niedergangs dargestellt3 bzw. wurde dem frühen Mittelalter zugerechnet. Erst in der neueren Geschichtsforschung des 20. Jahrhunderts wuchs die Erkenntnis, daß die Zeit zwischen ca. 250 n.Chr. und ca. 800 n.Chr.4 nicht nur den Zerfall der glorifizierten Antike bedeutete, die Spätantike war es nicht mehr wert, nur deshalb studiert zu werden, um die Katastrophe des Zusammenbruchs der antiken Welt zu verstehen und festzumachen5, diese Periode weist im Gegenteil Eigentümlichkeiten auf, die einen Neuanfang, den Beginn einer neuen Epoche bedeuten. Die Spätantike ist ebenso „[...] the age that prepared the way for the glories of the Christian world of the Middle Ages“.6 Diese Zeit ist das Zeitalter der Kirchenväter, in dieser Zeit erlebt das christliche Europa sein Werden und seine Geburt, auch werden die Grundlagen für die heutigen europäischen Staaten gelegt, dank der Etablierung „barbarischer“ Königreiche (im Sinne von „nicht-römisch“), aus denen später die mittelalterlichen Staaten (und aus jenen in unserer Zeit die modernen) hervorgingen.7 Was also ist die Spätantike? Sie ist auf jeden Fall kein Anhängsel der griechischen und römischen Antike, geprägt von Verfall und Dekadenz. Diese Definition greift viel zu kurz. Statt dessen stellt sie eine Übergangszeit vom griechisch-römischen Altertum ins romanisch-germanische bzw. byzantinisch-slawische Mittelalter dar.8 Georg von Below schrieb 1925, daß es zwischen Altertum und Mittelalter bedeutsame Verbindungen, jedoch auch Grenzen gäbe, zwischen beiden Epochen existierten Zusammenhänge und Verbindungen, aber auch Abstände und Unterschiede.9 Die Spätantike verbindet Kennzeichen beider Epochen, antike und mittelalterliche Elemente finden in ihr gleichermaßen Platz: Zu ihren antiken Kennzeichen gehören u.a. die Bürokratie, das von Theodosius II. und Justinian kodifizierte römische Recht, das nur langsam schwindende Städtewesen sowie die heidnische Bildung.10 Letzteres ist besonders auffällig in den Schriften von Bischöfen, Klostergründern und Kirchenvätern jener Zeit zu finden, wie beispielsweise Augustinus und Paulinus von Nola, die oftmals sich erst als Erwachsene taufen ließen und (nicht nur deshalb) auf eine weite heidnische Ausbildung, die sich in ihren Briefen und Schriften zeigt, zurückgreifen können. Diese Tradition der heidnischen Bildung im Sinne der Rezeption antiker heidnischer Schriften durchzieht das gesamte Mittelalter: „[...] es gibt in ihr wohl kaum ein Gebiet, auf das die Antike nicht einmal in irgendeiner Weise eingewirkt hat“.11 Die wachsende Eigenständigkeit der katholischen Kirche, die sich herausbildenden germanischen Königreiche, die Ablösung des institutionell geprägten römischen Staates durch ein feudalistisches, auf Gefolgschaft und Schutz beruhendes Sozialgefüge sowie die Ablösung der Sklaverei durch Hörigkeit stellen für den Berliner Historiker Alexander Demandt die Charakteristika der spätantiken Epoche dar, die den Weg ins Mittelalter, und nicht nur die bloße Angebundenheit an die Antike, zeigen.12 Schon der deutsche Historiker Leopold von Ranke (1795 – 1886) stellte eine ähnliche Abgrenzung auf zwischen dem institutionell, unpersönlich und bürokratisch geprägten Staat römischer Art und dem germanischen Staat, der auf einer Gefolgschaftsverfassung beruht, die auf dem Prinzip der persönlichen und erblichen Treue sowie (im Gegenzug) Schutz basiert.13 Die Spätantike bereitet die Kultur des Mittelalters vor, welche auf der Einheit der römisch-katholischen Kirche sowie auf der Selbständigkeit der lokalen Gewalten (Kaiserreich, Königreiche, Fürsten- und Grafentümer etc.) beruht.14

[...]


1 Below, Georg von: Über historische Periodisierungen mit besonderem Blick auf die Grenze zwischen Mittelalter und Neuzeit. Berlin, 1925. S. 9.

2 Mratschek, Sigrid: Die Wiedergeburt der Literatur in der Spätantike: ein Spectaculum im „Theater Christi“ und auf der „Bühne der Welt“. In: Gab es eine Spätantike? 4 Vorträge, gehalten auf der Tagung des Graduiertenkollegs für Antike und Europäische Rechtsgeschichte am 21. Juni 2002. Frankfurt am Main, 2003. S. 13.

3 Vgl. dazu die Charakterisierung der Spätantike durch den deutschen Historiker Jacob Burckhardt 1853: Das aber fühlt jeder, dem das klassische Altertum auch nur im Dämmerschein entgegengetreten, daß mit der Schönheit und mit der Freiheit auch das wahre antike Leben, der bessere Teil des nationalen Genius dahinging, und daß die rhetorisierende Orthodoxie, welche der griechischen Welt übrigblieb, nur als ein toter Niederschlag von dem einstigen wunderbaren Gesamtdasein gelten kann.“ Burckhardt, Jacob: Die Zeit Constantins des Großen. Basel, 1853. Zitiert nach: Mratschek, Sigrid: Die Wiedergeburt der Literatur in der Spätantike. In: Gab es eine Spätantike? S. 13.

4 Die genaue zeitliche Periodisierung ist – wie so vieles in der Wissenschaft – umstritten. Eine Diskussion erfolgt etwas später in diesem Kapitel, die angegebenen Jahreszahlen sollen nur beispielhaft stehen.

5 Liebeschuetz, J.H.W.: The Birth of „Late Antiquity“. In: Gab es eine Spätantike? S. 1.

6 Ebd.

7 Ebd.

8 Demandt, Alexander: Die Spätantike. Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian 284 – 565 n.Chr. München, 1989. S. 475.

9 Below, Georg von: Über historische Periodisierungen mit besonderem Blick auf die Grenze zwischen Mittelalter und Neuzeit. Berlin, 1925. S. 9.

10 Demandt, Alexander: Die Spätantike. S. 475.

11 Schramm, Percy Ernst: Kaiser, Rom und Renovatio. Studien und Texte zur Geschichte des römischen Erneuerungsgedankens vom Ende des karolingischen Reiches bis zum Investiturstreit. Leipzig und Berlin, 1929. S. 3.

12 Schramm, Percy Ernst: Kaiser, Rom und Renovatio. S. 3.

13 Ranke, Leopold von: Über die Epochen der neueren Geschichte. Vorträge dem Könige Maximilian II. von Bayern im Herbst 1854 zu Berchtesgaden gehalten. Leipzig, 51899. S. 36.

14 Below, Georg von: Über historische Periodisierungen mit besonderem Blick auf die Grenze zwischen Mittelalter und Neuzeit. S. 31.


Comments

*EiskalterEngel*
28.10.2008 16:56:41
Kann mir jemand helfen??
Also. Das hat mir schon sehr geholfen, aber ich wollte noch wissen wie die heutigen Staaten im Römischen Reich heißen. Ich hoffe jemand kann mir das sagen! Vielen Dank schon mal im Vorraus. *EiskalterEngel*
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