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Seminararbeit, 2003, 11 Seiten
Autor: Ines Jachomowski
Fach: Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
Details
Institution/Hochschule: Universität Rostock (Institut für Philosophie)
Tags: Zeichensystem, Ferdinand, Saussures, Zeichentheorien
Jahr: 2003
Seiten: 11
Note: Gut
Literaturverzeichnis: ~ 9 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-36797-4
ISBN (Buch): 978-3-638-80175-1
Dateigröße: 284 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Diese Arbeit behandelt die wichtigsten Kategorien der semiotischen Theorie von Ferdinand de Saussure, sowie Kritik an seinem zweiseitigen Zeichenmodell und die logische Weiterentwicklung zum triadischen Zeichenmodell hin, die sich aus dieser Kritik heraus ergab. Zunächst beschäftigt sie sich mit dem Langue – Parole System der zwei Sprachebenen, um eine Grundlage zu bilden für die Auseinandersetzung mit dem Zeichensystem Saussures. Bei der Beschäftigung mit seinem Zeichenmodell war vor allem die Analyse der Eigenschaften des sprachlichen Zeichens wichtig. In dem letzten Kapitel schließlich wird die Weiterentwicklung des zweiseitigen Zeichenmodelles hin zum triadischen Modell durch Ogden und Richards skizziert.
Textauszug (computergeneriert)
Das Zeichensystem Ferdinand de Saussures
von: Ines Jachomowski
1. Einleitung 3
2. Zwei Sprachebenen – Langue und Parole 3
2.1. Sprache als soziale Institution 3
2.2. Langue vs. Parole 4
3. Das Zeichenmodell 4
3.1. Formaspekt und inhaltlicher Aspekt 4
3.2. Die psychische Natur des sprachlichen Zeichens 5
3.3. Kritik an Saussures Modell 6
3.4. Eigenschaften des sprachlichen Zeichens 6
3.4.1. Bilateralität 6
3.4.2. Arbitrarität 6
3.4.3. Linearität 8
3.4.4. Unveränderlichkeit/ Veränderlichkeit 9
4. Weiterentwicklungen des Saussureschen Modells - Das triadische Zeichenmodell am Beispiel von Ogden/ Richards 10
5. Schlußbemerkung 11
6. Literaturliste 12
1. Einleitung
Diese Arbeit behandelt die wichtigsten Kategorien der semiotischen Theorie von Ferdinand de Saussure, sowie Kritik an seinem zweiseitigen Zeichenmodell und die logische Weiterentwicklung zum triadischen Zeichenmodell hin, die sich aus dieser Kritik heraus ergab.
Zunächst beschäftige ich mich mit dem Langue – Parole System der zwei Sprachebenen, um eine Grundlage zu bilden für die Auseinandersetzung mit dem Zeichensystem Saussures. Bei der Beschäftigung mit seinem Zeichenmodell war mir vor allem die Analyse der Eigenschaften des sprachlichen Zeichens wichtig. In dem letzten Kapitel schließlich skizziere ich die Weiterentwicklung des zweiseitige n Zeichenmodelles hin zum triadischen Modell durch Ogden und Richards.
2. Zwei Sprachebenen – Langue und Parole
2.1. Sprache als soziale Institution
Ferdinand de Saussure unterscheidet in seinem „Cours de linguistique générale“1 von 1916 zunächst zwischen den beiden Begriffen Langue und Parole. Diese werden in der deutschen Fachliteratur oft mit Sprache bzw. Sprechen wiedergegeben, allerdings ist diese Übersetzung nicht adäquat zu der Bedeutung, die Langue und Parole im Französischen haben. Aus diesem Grund werde ich in dieser Arbeit nach Möglichkeit die französischen Fachbegriffe verwenden.
Der Grund für die Einteilung Saussures zwischen Langue und Parole besteht darin, daß menschliches Sprechen zwar einerseits einen individuellen Akt darstellt, andererseits aber auch sozial bedingt ist. Sprache ist eine soziale Institution. Individuen beherrschen und verwenden Sprache, um mit anderen Individuen kommunizieren zu können. In diesem Zusammenhang meint Langue das soziale Faktum Sprache (fait social), also Sprache im Sinne eines gemeinsamen Zeichenvorrates wie er sich zum Beispiel in einer Nationalsprache äußert, der allen Parole-Äußerungen zugrunde liegt. Saussure vergleicht diesen gemeinsamen Code einer Sprachgemeinschaft mit einem Wörterbuch, von dem jeder Angehörige eben dieser Sprachgemeinschaft ein Exemplar besitzt. Kommunikation funktioniert nach Saussure folgendermaßen: In diesem Wörterbuch sind alle images acoustiques (deutsche Entsprechung: Lautkette) enthalten, die den concepts (deutsche Entsprechung: Vorstellung), die der Sprecher ausdrücken möchte, entsprechen. Hörer und Sprecher müssen, um einmal bei diesem Bild zu bleiben, über dasselbe Wörterbuch verfügen, sonst ist eine Kommunikation untereinander nicht möglich. Um dieses Bild ein wenig verständlicher zu machen, seien hier eine Person A vorgestellt, die nur Deutsch spricht und versteht sowie eine Person B, welche wiederum nur des Englischen mächtig ist. Diese beiden Personen werden sich nicht mittels gesprochener Sprache verständigen können, da der gemeinsame Zeichenvorrat einfach fehlt. Nebenbei, vorstellbar wäre in diesem Fall nur eine nichtsprachliche Kommunikation. Saussure verwendete in seinem Cours folgende metaphorische Analogie, um den Kommunikationsvorgang zu verdeutlichen: Der Sprecher äußert eine Lautkette, der Hörer schlägt nach Aufnahme dieser Lautkette im Wörterbuch nach, um die dazu gehörigen Vorstellungen zu entschlüsseln. 2
2.2. Langue vs. Parole
Während Langue also den sozialen Aspekt der Sprache bezeichnet, steht der Begriff Parole für den individuellen Akt des Sprechens, in welchem die Kommunikationsteilnehmer von dem gemeinsamen Zeichenvorrat Gebrauch machen. Parole ist gleichzeitig der Akt der Sprachverwendung, das „Äußern“ wie auch Produkt dieses Aktes, nämlich der „Äußerung“. Diese beiden Begriffe, Langue und Parole, bedingen einander, stellen jedoch gleichzeitig einen Gegensatz dar, vergleichbar mit dem Beispiel des Blattes Papier, das Saussure gebraucht hat.3 Beide Begriffe befinden sich in einer wechselseitigen Abhängigkeitsbeziehung, was auch mit einschließt, daß keine der beiden Ebenen Vorrang vor der anderen hat.
3. Das Zeichenmodell
3.1. Formaspekt und inhaltlicher Aspekt
[...]
1 Im folgenden werde ich den Titel nur noch verkürzt mit Cours wiedergeben.
2 Vgl. Pelz, Heidrun, Linguistik. Eine Einführung, Hamburg, 1996, S. 58.
3 Vgl. Saussure, S. 134.
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