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Analyse narrativer Schülertexte

Hauptseminararbeit, 2004, 30 Seiten
Autor: Kerstin Kloos
Fach: Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss.

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 30
Note: 1,5
Literaturverzeichnis: ~ 14  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V37497
ISBN (E-Book): 978-3-638-36820-9

Dateigröße: 196 KB


Textauszug (computergeneriert)

Analyse narrativer Schülertexte

von: Kerstin Kloos

 


INHALT

1.0 Einleitung  3

2.0 Theoretische Erläuterungen 4

2.1 Das linguistische Verständnis von Text 4
2.2 Die Struktur eines Textes 5

2.2.1 Struktureinheiten des Textes: Satz und Proposition 5

2.2.1.1 Versuch einer Definition  5
2.2.1.2 Verbvalenzgrammatik als Unterstützung bei der Suche nach Propositionen  7

2.2.2 Kohärenz und Kohäsion: Tiefen- und Oberflächenstruktur eines Texts 8

2.2.2.1 Begriffsabgrenzung  8
2.2.2.2 Kohärenz- Texttiefenstruktur  9
2.2.2.3 Kohäsion- Sprachliche Mittel der Textverknüpfung  10

2.2.2.2.1 Konjunktionen und Konjunktionaladverbien  10
2.2.2.2.2 Wiederaufnahme  11

2.2.3 Referenz in Texten: Topikketten als „roter Faden“ durch den Text 15

3.0 Praktischer Teil: Analyse von Schüleraufsätzen 17

3.1 Beschreibung des Materials 17
3.2 Analyse nach Themen  17

3.2.1 Propositionen und Verbvalenzen 17
3.2.2 Erzeugung von Textkohärenz mit Hilfe kohäsiver Mittel  18
3.2.3 Topikketten in den Schülertexten  21

4.0 Schlusszusammenfassung 23

Anhang

4 Anlagen


 

1.0 Einleitung

Der Begriff Text1 lässt sich vom lateinischen Verb texere ableiten, was soviel heißt wie weben2. Der Text kann somit als Gewebe betrachtet werden. Schaut man sich das Gewebe eines Stückes Stoff unter dem Mikroskop genauer an, so sieht man, dass zwischen die vertikalen Fäden immer abwechselnd oben und unten ein horizontaler Faden gezogen wurde. Zieht man einen Faden aus dem Stoff heraus, so entsteht eine Lücke, bei lockerer gewebten Stoffen verändert sich vielleicht die ganze Struktur des Stoffes.

Der Vergleich des Stückes Stoff mit einem Text bringt uns zum Thema dieser Arbeit. Was versteht man eigentlich gemeinhin und sprachwissenschaftlich unter einem Text? Und woraus besteht er? Wie werden die Einzelteile eines Textes miteinander verknüpft und verwoben? Und was hält den Text in seiner Gesamtheit zusammen? Gibt es vielleicht einen „roten Faden“, der sich durch den ganzen Text zieht? Dies sind natürlich nicht alle Bereiche, die eine Textanalyse umfasst. Das Schwergewicht liegt in dieser Arbeit auf dem Themenbereich Kohärenz und Referenz und deren sprachlicher Verwirklichung. Natürlich sollen diese Erläuterungen auch immer einen praktischen Bezug haben, indem im zweiten Teil der Arbeit zwei Schüleraufsätze nach den im ersten Teil erläuterten Punkten analysiert werden. Ziele dieser Arbeit sind somit: eine Defintion für den Begriff Text zu finden die Proposition als grammatikalische Analyseeinheit zu bestimmen und am konkreten Textbeispiel Propositionen herauszufinden Möglichkeiten zur Herstellung von Textkohärenz darzustellen und am Textbeispiel zu konkretisieren darzustellen, wie Schüler in ihren Texten referieren, d.h. welche Themen bzw. Topikketten sich durch den Schülertext ziehen und wie diese sprachlich realisiert sind

2.0 Theoretische Erläuterungen

2.1 Das linguistische Verständnis von Text

Die sprachwissenschaftliche Disziplin, die für die Analyse von Texten zuständig ist, ist die Textlinguistik. Sie hat zum Ziel „die Struktur, d.h. den grammatischen und thematischen Aufbau, sowie die kommunikative Funktion konkreter Texte transparent zu machen.“ 3 Zu Beginn muss gesagt werden, dass es dieser wissenschaftlichen Disziplin bislang nicht gelungen ist, eine einheitliche Definition für den Begriff Text zu finden. Dies liegt vor allem daran, dass jeder Wissenschaftler einen anderen Schwerpunkt legt. Die Bandbreite der Definitionen reicht von grammatischen Ansätzen bis zu kommunikationsorientierten Sichtweisen auf diese linguistischen Phänomene. Hier soll nun versucht werden, einen Abriss von zwei Ansichten aufzuzeigen, welche auch für die folgende Analyse der Schülertexte sinnvoll scheinen.

Als Text werden im alltäglichen Gebrauch hauptsächlich Schriftgebilde bezeichnet. So wird niemand bestreiten, dass die Gebrauchsanweisung in einer Arzneimittelpackung ein Text ist, was ist jedoch mit einem Bild oder einem Comic? Für die Textlinguistik ist die Begrenzung der Defintion eines Textes auf rein schriftliche Fixierung von Sprache nicht haltbar. Nach Vater4 gibt es etliche Variationsformen, in denen Texte auftreten können: sie können sowohl mündlich als auch schriftlich sein, ihre Länge kann von einem Wort bis zu mehreren Bänden eines Buches reichen, sie können sowohl in Monolog- als auch in Dialogform auftreten und auch andere Kommunikationsformen können zur rein sprachlichen hinzutreten.

Vater5 sieht es jedoch als sinnvoll an, nur solche Gebilde als Text anzusehen, die sprachliche Einheiten enthalten. Ein Comic, der nur aus Bildern besteht, wäre nach ihm somit kein Text, die Mickey Maus- Reihe jedoch schon, da hier fast jedes Bild mit einem Text versehen ist. Brinker versucht in seiner Textdefinition, die verschiedenen wissenschaftlichen Ansätze der Textlinguistk zu integrieren: „Der Terminus Text bezeichnet eine begrenzte Folge von sprachlichen Zeichen, die in sich kohärent ist und die als Ganzes eine erkennbare kommunikative Funktion signalisiert.“6 Er stellt im Gegensatz zu Vater auch klar, dass es der Textlinguistik hauptsächlich um Texte geht, die „sowohl in grammatischer als auch in thematischer Hinsicht einen höheren Komplexitätsgrad aufweisen“7. Kleine sprachliche Einheiten wie „Hilfe!“ seien zwar in manchen Situationen auch als Texte anzusehen, jedoch für die Wissenschaft nicht von hoher Relevanz.

2.2 Die Struktur eines Textes

2.2.1 Struktureinheiten des Textes: Satz und Proposition

2.2.1.1 Versuch einer Definition

Ebenso wie es für den Begriff Text keine eindeutige Definition gibt, lässt sich auch für den Ausdruck Satz keine klare Definition finden. Um jedoch einen Text analysieren zu können, muss er in kleinere sprachliche Einheiten aufgeteilt werden. Hier bietet sich natürlich die Aufteilung in Sätze an. Doch wie kann man einzelne Sätze extrahieren, gerade in einem Schülertext, in dem die Interpunktion oft nur fehlerhaft oder gar nicht vorhanden ist? Hierfür muss der Versuch einer Definition gewagt werden:

Nach Glinz8 lassen sich im Deutschen mehrere Deutungen des Ausdrucks Satz finden. So sei ein Satz zunächst beim Sprechen abgegrenzt durch Senkung und Hebung der Stimme. Beim stillen Lesen werde ein Satz dadurch separiert, dass der Leser weiß, dass am Ende des Satzes ein Schlusszeichen zu stehen hat und der Satz mit einem Großbuchstaben zu beginnen hat. Systematischer gesehen ist ein Satz eine Einheit der grammatischen Struktur, die sich durch das Verb und weitere Satzglieder zusammensetzt.

[...]


1 Hinweis: Zur leichteren Unterscheidung beim Lesen werden alle Ausdrücke, über die gesprochen wird, kursiv geschrieben

2 http://www.commtec.de/wb/index.php

3 Vater, 1992, S.9

4 Vater, 1992, S. 16

5 s. dazu Vater, 1992, S.18

6 Brinker, 1988, S. 17

7 Brinker, 1988, S. 18

8 Glinz, 1994, S. 36


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Autor: Daniel Krükel
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