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Die funktionalistische Theorie zum Spracherwerb nach Jerome Bruner

Scholary Paper (Seminar), 2003, 17 Pages
Author: Eva Maqua
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 17
Grade: 2.0
Bibliography: ~ 4  Entries
Language: German
Archive No.: V37549
ISBN (E-book): 978-3-638-36849-0

File size: 194 KB


Excerpt (computer-generated)

Die funktionalistische Theorie zum
Spracherwerb nach Jerome Bruner

von: Eva Maqua

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 3

1. Jerome Bruner- Vertreter des Interaktionismus

2. Wurzeln des Interaktionismus 4

3. Grundannahmen und zentrale Begriffe

3.1 Das Format 6

4. Bedingungen für den Spracherwerb 8

4.1 KGS- „an das gerichtete Sprache“ 9
4.2 „Language Acquisition Support System“ 10
4.3 Die kognitive Grundausstattung des Kindes 11

5. Die Theorie des Interaktionismus im Vergleich 14

6. Fazit / Kritik 16

Literaturverzeichnis 17


 

Einleitung

Die Entwicklung des Spracherwerbs beschäftigt Psychologen aller Gebiete schon Jahrzehnte lang. Das komplexe Forschungsgebiet der kindlichen Sprachentwicklung und die Entdeckung des Ursprungs machen es unmöglich eine ausgereifte und mit allen Bedingungen übereinstimmende Theorie festzulegen. Zu viele Einflüsse , wie die genetischen Anlagen und der soziale, gesellschaftliche Einfluss müssen berücksichtigt werden. Bis heute ist es den Forschern nicht gelungen alle beteiligten Komponenten zu ergründen, doch man erkennt mittlerweile, dass jeder Einflussbereich wichtig im Zusammenhang mit dem Spracherwerb ist. In der folgenden Hausarbeit wird die Spracherwerbstheorie des amerikanischen Psychologen Jerome Bruner vorgestellt. Er vertritt den Standpunkt des Interaktionismus, der besagt, dass Spracherwerb niemals ohne Interaktion stattfindet. Das Kind wird also nur schwer oder im schlimmsten Fall auch nie die Sprache erlernen, wenn es keine Möglichkeit hat, mit der Mutter oder der entsprechenden Bezugsperson zu kommunizieren. Jerome Bruner wird unterstützt von Catherine Snow, die mit ihren Forschungen über die Kindersprache der Erwachsenen wichtige Erkenntnisse zum Spracherwerb beigefügt hat.

Bruners Hauptgedanke ist das Erlernen der Kultur durch die Sprache. Der Spracherwerb ist also gleichzeitig der Eintritt in die Normen der Gesellschaft. Die biologischen Anlagen werden ebenfalls in den Prozess einbezogen. Die Ergebnisse anderen Theorien, vertreten durch Jean Piaget, Noam Chomsky oder B. F. Skinner lässt Bruner aber keinesfalls außen vor, sondern schließt sie in seine Überlegungen mit ein.

Das konkrete Experiment ist allerdings nicht möglich, da das Kind bei völligen Entzug der Kommunikation lebenslang gestört bleiben würde. Bruner beobachtet die interaktiven Spiele zwischen Mutter und Kind über eine bestimmte Dauer und versucht so seine theoretischen Ergebnisse zu bestätigen. Der Vergleich mit anderen Theorien und die Gegenüberstellung der einzelnen Elemente beleuchtet abschließend noch mal die verschiedenen Erkenntnisse der Forschung und versucht zu einer eigenen Vorstellung und Kritik zum kindlichen Spracherwerb und der laufenden Entwicklung zu verhelfen.

1. Jerome Bruner- Vertreter des Interaktionismus

Zunächst folgen einleitend einige biographische Daten über Jerome Bruner. Der Amerikaner beginnt seine Karriere als Professor an den Universitäten Oxford und Harvard, wo er später das „center for cognitive studies“ gründet. Mittlerweile anerkannt als einer der bedeutenden Psychologen der Gegenwart tätigt er seine Forschungen auf ganz unterschiedlichen Gebieten. Er ist ein Denkpsychologe, befasst sich also mit der Entwicklung des Denkens, er ist der Vater der modernen Entwicklungspsychologie und ein wichtiger Vertreter der klinischen und kulturvergleichenden Forschung. Im Bereich der Wahrnehmungspsychologie hat Bruner den „New Look“ durchgesetzt und 1960 veröffentlicht er sein Buch „the process of education“. Als führende Person in der Sprachentwicklungspsychologie dient seine Theorievorstellung als Grundlage für die folgende Hausarbeit.

2. Wurzeln des Interaktionismus

Der Ursprung der funktionalistischen Theorie liegt in der Sprechakttheorie des John L. Austin. Die Sprache wird nur über ihren Gebrauch, also als Instrument zur Ausführung von Sprechakten, definiert. In seinem Buch „How to do things with words“ erklärt er, dass keine sprachliche Äußerung ohne den Kontext zu verstehen ist. Die Absicht des Sprechers und die Interpretation der Absicht müssen klar sein. Der Sprechakt besteht nach Austin aus der Form der Äußerung, dem begrifflichen Inhalt, der Absicht des Sprechers und der Wirkung auf den Hörer. Bruner filtert daraus die Absicht des Sprechers als Definition für den Sprechakt. Ludwig Wittgenstein befasste sich bereits früh mit dem Gebrauch von Sprache. „Beeinflusst durch die Philosophie der Alltagssprache, besonders aber durch die Gebrauchstheorie der Bedeutung des späten Wittgenstein, entwickelten J. L. Austin(1962) und J. R. Searle (1969) eine systematische Darstellung dessen, was wir tun, wenn wir sprechen (...). Nicht einzelne Wörter oder Sätze gelten als Grundelemente der menschlichen Kommunikation, sondern bestimmte Sprechhandlungen, die durch ihre Äußerung vollzogen werden, nämlich illokutive Akte oder Sprechakte im engeren Sinn.“1 Auch Noam Chomsky hat zur Entwicklung des Interaktionismus beigetragen. Er hat behauptet, dass der Mensch eine angeborene Fähigkeit zum Erfassen der Sprache besitzt. Auch Jerome Bruner vertritt den Grundsatz, dass für die Benutzung der Sprache eine biologische Grundausstattung vorhanden sein muss, die aber durch kulturelle Einflüsse aktiviert wird.

[...]


1 Bußmann, Hadumod: Lexikon de Sprachwissenschaft. 2. , völlig neu bearb. Auflg. , Kröner, Stuttgart, 1990, S. 726.


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