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Textinterpretation zu Felix Mitterers 'Kein Platz für Idioten'

Termpaper, 2004, 13 Pages
Author: Stefanie Stiemerling
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Event: Volksstücke der 60er und 70er Jahre
Institution/College: Free University of Berlin
Tags: Textinterpretation, Felix, Mitterers, Kein, Platz, Idioten, Volksstücke, Jahre
Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 13
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V37555
ISBN (E-book): 978-3-638-36855-1

File size: 210 KB


Excerpt (computer-generated)

Freie Universität Berlin
Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften
Institut für Deutsche und Niederländische Philologie
GK C Volksstücke der 60er und 70er Jahre

Textinterpretation zu Felix Mitterers ′Kein Platz für Idioten′

von: Stefanie Stiemerling

 


Inhalt

1 EINLEITUNG

2 INTERPRETATION DES STÜCKS

2. 1 INHALTSANGABE
2. 2 PERSONENKONSTELLATIONEN UND HANDLUNGSVERLAUF
2. 3 FORM- UND SPRACHBETRACHTUNG

3 SCHLUSSBETRACHTUNG

4 LITERATURVERZEICHNIS
 


 

1 EINLEITUNG

Felix Mitterer wurde am 6. Februar 1948 in Achenkrich/ Tirol geboren. Seine Mutter, eine verwitwete Landarbeiterin, überließ ihren Sohn einem Tagelöhnerehepaar, das ihn adoptierte. In Kitzbühl und Kirchberg besuchte er acht Jahre die Volks- und drei Jahre die Mittelschule, um später zehn Jahre beim Innsbrucker Zollamt zu arbeiten. Anfang der 70er Jahre begann er eigene Texte für Rundfunk, Literaturzeitschriften und Zeitungen zu schreiben. Mit seinem Erstlingswerk, dem Volksstück Kein Platz für Idioten, gelang ihm 1977 der Durchbruch. Wie Mitterers gesamten Werke, bezieht sich auch Kein Platz für Idioten auf ein konkretes Ereignis. 1 Anlass für dieses Stück bot Mitterer ein Vorfall, der sich 1974 in einem Tiroler Fremdenverkehrsort ereignete. Eine Mutter wurde aufgrund ihres behinderten Kindes aus einem Gasthaus gewiesen, da der Wirt durch deren Anwesenheit eine Geschäftsschädigung befürchtete.

Zunächst verarbeitete er dieses Ereignis als Hörspiel, das 1976 vom ORF ausgestrahlt wurde. Die Sprecher waren Schauspieler der Volksbühne Blaas in Innsbruck, die den Autor dann auch dazu veranlassten, den Stoff als Theaterstück umzuschreiben. Für Mitterer bot sich damit die Chance, eine Publikumsschicht anzusprechen und mit dem Stück zu konfrontieren, in deren Millieu der Schauplatz von Kein Platz für Idioten zu finden ist- nämlich in der Dorfbevölkerung. Diese war hauptsächlich Publikum in der Volksbühne Blaas und eigentlich auf Bauernschwänke und nicht auf kritische Volksstücke eingestellt.2 Das Stück wurde 1977 in Blaas uraufgeführt, und für Felix Mitterer erfüllte sich sein Wunsch, beim Publikum für seinen Protagonisten Sebastian Möllinger, der den behinderten Jungen darstellt, Verständnis zu erzeugen und Zuneigung zu erwecken.

Mit dem Stück Kein Platz für Idioten will Mitterer die Missstände und Konflikte des Systems der Dorfgemeinschaft beleuchten. Es geht ihm um die Darstellung von individuellem Fehlverhalten, was auf der Bühne aus der sozialen Entwicklung zwar erklärt, damit aber nicht entschuldigt wird.3 „Denn die Aufklärung über die Möglichkeit, Menschlichkeit zu beweisen, das Leben in jeder erdenklichen Konfliktsituation nach ethischen Maßstäben zu gestalten, ist ihm weithin das wichtigste Anliegen.“ 4 Er stellt dar, jedoch ohne den moralischen Zeigefinger zu erheben. Mittelpunkt Mitterers Werke ist fast ausnahmslos die Figur des Außenseiters. In Kein Platz für Idioten und Weizen auf der Autobahn (1985) spricht er Probleme geistig behinderter Menschen an; in Abstellgleis (1985) und Sibirien (1989) sind es von der Gesellschaft oder Familie ausgegrenzte alte Menschen; und mit Abraham (1993) verweist er auf die Stellung, die homosexuelle und aidskranke Menschen in unserer Gesellschaft einnehmen.

2 INTERPRETATION DES STÜCKS

2. 1 INHALTSANGABE

Das Volksstück Kein Platz für Idioten spielt in einem ländlichen Ort. Zeitpunkt des Geschehens ist das 20. Jahrhundert. Im ersten Akt bietet sich Plattl- Hans, der ausgediente Hufschmied des Dorfes auf dem Möllinger- Hof als Tagelöhner bei der Möllinger- Bäuerin an. Der Schauplatz ist die Wohnstube der Möllingers, wo sich zunächst Sebastian Möllinger, kurz auch Wastl oder Mandl genannt, aufhält. Sebastian ist der geistig und körperlich behinderte Sohn der Bauernfamilie. Er hat eine Clownsmaske vor dem Gesicht und beschäftigt sich mit dem neu angeschafften Fernsehgerät.

[...]


1 STRASSER, A.: Subjekt oder Objekt? – Der Idiot in der Dorfgemeinschaft am Beispiel von Felix Mitterers Kein Platz für Idioten. In: Germanica, 1996, XVIII. S. 139

2 Vgl. dazu MITTERER, F.: Kein Platz für Idioten. Volksstück in drei Akten. Friedel Brehm Verlag, 4. Auflage. München, 1979. S. 73

3 HOLZNER, J.: Felix Mitterer. Deutsche Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Hrsg.: Alo Allkemper/Norbert Otto Eke. Berlin, 2000. S. 806

4 Ebd. S. 806


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