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Scholary Paper (Seminar), 2004, 21 Pages
Author: Liane Weigel
Subject: Psychology - Diagnostics
Details
Tags: Methoden, Beispiel, Analyse, Merkmale, Schülerverhaltens, Bereich
Year: 2004
Pages: 21
Grade: sehr gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-36883-4
File size: 215 KB
Praxisarbeit ohne Sekundärliteratur
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Excerpt (computer-generated)
Üben diagnostischer Methoden am Beispiel der Analyse ausgewählter
Merkmale des Schülerverhaltens im kognitiven,
motivationalen und sozialen Bereich
von: Liane Ryll
Gliederung
1. Einleitung: Allgemeines zur Schul-/ Klassensituation in der Praktikumsschule und den Zielsetzungen des Praktikums
2. Psychodiagnostische Methoden und ihr Einsatz im Praktikum
2.1. Situationsbeobachtungen im Unterricht
2.1.1. Situationsbeobachtung vom 21.09.2004: Aufmerksamkeit/ Konzentrationsverhalten
2.1.2. Situationsbeobachtung vom 21.09.2004: Leistungsmotivation I
2.1.3. Situationsbeobachtung vom 22.09.2004: Leistungsmotivation II
2.1.4. Situationsbeobachtung vom 09.2004: Sozialverhalten/ Kooperationsfähigkeit
2.2. Gelegenheitsbeobachtungen außerhalb des Unterrichts
2.2.1. Gelegenheitsbeobachtung vom 21.09.2004 (ca. 8:30 Uhr)
2.2.2. Gelegenheitsbeobachtung vom 21.09.2004 (ca. 9:16 Uhr)
2.2.3. Gelegenheitsbeobachtung vom 24.09.2004 (ca. 9:16 Uhr)
2.2.4. Methodenkritik: Situationsbeobachtung im Unterricht/ Gelegenheitsbeobachtung außerhalb des Unterrichts
2.3. Informationsgespräche mit Lehrern
2.3.1. Gespräch mit Frau B. (Englischlehrerin) am 21.09.2004
2.3.2. Gespräch mit Frau M. (Klassenlehrerin, Biologie, Chemie) am 22.09.2004
2.3.3. Gespräch mit Frau P. (Direktorin, Deutsch) am 23.09.2004
2.3.4. Gespräch mit Frau R. (Politische Bildung, Geschichte, Französisch) am 24.09.2004
2.4. Psychodiagnostisches Schülergespräch/ Exploration
2.4.1. Psychodiagnostisches Schülergespräch mit N. am 23.09.2004
2.4.2. Methodenkritik: Informationsgespräch mit dem Lehrer/ Psychodiagnostisches Schülergespräch
3. Zusammenfassung :Verhaltensbesonderheiten der Beobachtungsschülerin N. und mögliche Ursachen
1. Einleitung: Allgemeines zur Schul-/ Klassensituation in der Praktikumsschule und den Zielsetzungen des Praktikums
Innerhalb der erziehungswissenschaftlichen Ausbildung zum Lehramt an Gymnasien an der Universität Potsdam sieht das Modul 3 im Bereich Psychologie die Absolvierung eines psychodiagnostischen Praktikums, dessen Bestandteil ein Praktikumsbericht mit Ausführungen zum Üben diagnostischer Methoden am Beispiel der Analyse ausgewählter Merkmale des Schülerverhaltens im kognitiven, motivationalen und sozialen Bereich ist, vor. Grundlage für den vorliegenden Praktikumsbericht zum psychodiagnostischen Praktikum ist deshalb der Aufenthalt vom 20.-24.09.2004 in der Rosa- Luxemburg- Gesamtschule Potsdam und die dort getätigten Beobachtungen und Befragung im Bezug auf diagnostische Methoden im Schulalltag. Es erscheint dabei zunächst wichtig kurz auf die Schul- und Klassensituation dieser Schule einzugehen, um danach psychodiagnostische Methoden und ihren Einsatz im Praktikum an dieser Schule zu diskutieren und abschließend Verhaltensbesonderheiten der Beobachtungsschüler/in und ihre möglichen Ursachen zusammenfassend festzuhalten.
Nach Aussagen der Direktorin werden z. Z. ungefähr 260 Schüler und Schülerinnen in den Klassen 7 bis 10 von insgesamt 26 Lehrern an der Rosa- Luxemburg- Gesamtschule unterrichtet. Die Klassenstärke beträgt dabei maximal 23 Schüler, wobei ein großer Teil dieser Schüler bereits in der Grundschule schlechte Erfahrungen mit der Institution „Schule“ gemacht hat, verstärkten sonderpädagogischen bzw. allgemeinen Förderungsbedarf im Unterricht hat, wenig motiviert erscheint und öfters unentschuldigt fehlt (Schulabsentismus) sowie auch unter Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen (häufig auch kombiniert mit Hyperaktivität oder Aggressivität), LRS und Rechenschwäche leidet. Deshalb wird für jede Klassenstufe ein stabiles Lehrerteam angestrebt, das sich aus 6 Lehrern- wobei immer jeweils 2 Lehrer Klassenlehrer einer Klasse sind- zusammensetzt. Im Bezug auf ausgeprägte Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen wird versucht, die 3 Hauptfächer Deutsch, Englisch und Mathe immer in den ersten 3 Vormittagsstunden zu unterrichten und in den 7. und 8. Klassen einen Trainingseffekt durch eine 35 minütige einführende Trainingsphase zu erzielen. In den 9. und 10. Klassen werden derzeit auch Praxis- Lerngruppen, die praxisnahes Arbeiten in Betrieben ermöglichen, zusammengestellt.
Seit 1992 ist diese Schule eine Ganztagsschule, die sich durch verstärkte Arbeit in Projekten, z.B. zu den genannten Verhaltensstörungen, zur Mediation oder Streitschlichtung, zum Schulabsentismus und zur individuellen Förderung auszeichnet. Zum Umgang mit ihren Verhaltens- bzw. Entwicklungsproblemen stehen den Schülern dabei vielfältige Möglichkeiten, wie das „Lernprojekt OASE“, „OMA“ (offenes Mittagsangebot) oder „Rosas Lerninsel“ zur Verfügung. Zur Bearbeitung ihrer Schulaufgaben existieren „Hausaufgabenzimmer“, „AST und Monatspläne“, bei denen die Schüler durch entsprechende Lehrer betreut werden. Insgesamt ist diese Gesamtschule also durch ein durchorganisiertes Betreuungssystem, dem auch 3 Lehrer mit sonderpädagogischer Ausbildung angehören, gekennzeichnet.
Wie schon kurz erwähnt sollte das Praktikum an dieser Schule dem Üben diagnostischer Methoden dienen. Die Studenten sollten den Umgang mit differentiellen psychologischen Fragestellungen kennenlernen und auf deren Basis die psychodiagnostischen Methoden zu Beobachtung und Befragung üben, um letztendlich eine zusammenfassende Beurteilung eines Schülers sowie eine kritische Einschätzung zu den ausgewählten diagnostischen Methoden zu erarbeiten. Für die Bearbeitung der Praktikumsaufgaben standen den Studenten die 9. und 10. Klassen der Rosa- Luxemburg- Gesamtschule sowie ihre Lehrer für eine Woche zur Verfügung. Innerhalb dieser Woche konnten so Situationsbeobachtungen im Unterricht, Gelegenheitsbeobachtungen außerhalb des Unterrichts, Informationsgespräche mit Lehrern und Schülergespräche mit dem Beobachtungsschüler (Exploration) stattfinden.
Der folgende Bericht zeigt eine Auswahl von Protokollen (4 Situationsbeobachtungen, 4 Informationsgespräche mit Lehrern) bzw. Gedächtnisprotokollen (3 Gelegenheitsbeobachtungen, 1 Schülergespräch) zu den jeweiligen diagnostischen Methoden, die im Praktikum „erprobt“ wurden. Anhand von ausgewählten Merkmalen des Schülerverhaltens der Beobachtungsschülerin N. (10. Klasse) wird im Folgenden versucht Verhaltensbesonderheiten im kognitiven, motivationalen und sozialen Bereich und ihre möglichen Ursachen festzuhalten, um so eine Gesamteinschätzung vornehmen zu können. Methodenkritische Betrachtungen sollen dabei auf Möglichkeiten und Grenzen des jeweiligen diagnostischen Verfahrens hinweisen.
2. Psychodiagnostische Methoden und ihr Einsatz im Praktikum
2.1. Situationsbeobachtungen im Unterricht
2.1.1. Situationsbeobachtung vom 21.09.2004: Aufmerksamkeit/ Konzentrationsverhalten
Das Beobachtungsziel der Situationsbeobachtung der ersten Unterrichtsstunde am Dienstag, den 21.09.2004 ist Aufmerksamkeit bzw. das Konzentrationsverhalten der Beobachtungsschülerin N.
Intakte Aufmerksamkeitsleistungen sind eine wichtige Voraussetzung für die Bewältigung alltäglicher Anforderungen, denn überall dort, wo der Mensch keine überlernten Routinehandlungen (Gewohnheitsbildungen) anwenden kann, sind Konzentration und konzentrierte Kontrolle seines Handelns erforderlich. Aufmerksamkeitsprozesse beziehen sich so sowohl auf externe Abläufe (z.B. bei der Beobachtung und Handlungskontrolle) als auch auf interne Abläufe (z.B. bei der Handlungsplanung oder dem Lösen eines Problems). Dabei stellen Aufmerksamkeitsfunktionen keine alleinstehende Leistung dar, sondern sind an vielfältigen Prozessen der Wahrnehmung, des Gedächtnisses, des Planens und Handelns, an der Sprachproduktion und -rezeption, an der Orientierung im Raum und an der Problemlösung beteiligt. Aufmerksamkeitsfunktionen stellen Basisleistungen dar, die für nahezu jede praktische oder intellektuelle Tätigkeit erforderlich sind. Sie sind dadurch allerdings sowohl konzeptionell wie funktionell nur schwer gegenüber anderen kognitiven Funktionen abgrenzbar. Dennoch umfasst der Begriff, normalerweise definiert als Zustand konzentrierter Bewusstheit, einhergehend mit der Bereitschaft des zentralen Nervensystems, sensitiv zu reagieren, verschiedene voneinander abgrenzbare Subsysteme, die natürlich eng miteinander verbunden sind.
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