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"Und alle gehen studieren!?" - Das Internationale Jugendprogramm und seine Auswirkungen auf die TeilnehmerInnen

Subtitle: Sozialpädagogische Perspektiven aus Sicht der TeilnehmerInnen

Diploma Thesis, 2005, 102 Pages
Author: Tabea Kroll
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2005
Pages: 102
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 51  Entries
Language: German
Archive No.: V37595
ISBN (E-book): 978-3-638-36888-9
ISBN (Book): 978-3-638-70532-5
File size: 931 KB

Abstract

„In Osterburken gehen alle Teilnehmer des Internationalen Jugendprogramms studieren“ behauptete Klaus Vogel, der Programmkoordinator des Internationalen Jugendprogramms, während des Programmlehrgangs im November 2003. Diese Aussage machte neugierig, wurde so zum Auslöser für diese Diplomarbeit und ist aus diesem Grund zum Ausgangspunkt für die Formulierung des Titels geworden. Es waren eigene Beobachtungen die Klaus Vogel dazu veranlassten so eine Behauptung in den Raum zu stellen. Ob die Teilnahme am Programm die Jugendlichen motiviert ein Studium zu beginnen oder welche Auswirkungen diese darüber hinaus auf die teilnehmenden Jugendlichen hat, war bis zu diesem Zeitpunkt in Deutschland noch nicht untersucht worden. Persönliches Interesse führte dazu diese Lücke zu schließen. Die Teilnahme am Internationalen Jugendprogramm gibt den Jugendlichen die Möglichkeit ganz persönliche Herausforderungen anzunehmen. Aber welche Auswirkungen hat die Teilnahme auf die Jugendlichen? Welche verborgenen Kräfte sind es, die sie bei sich entdecken können? Im Rahmen dieser Diplomarbeit wurden die Jugendlichen selbst befragt. Die jungen Menschen selbst sollten Auskunft darüber geben was die Teilnahme am Programm bewirkt. Durch eine Vor-Umfrage bei den Programmanbietern stellte sich heraus, dass es sich bei den Auswirkungen schwerpunktmäßig nicht um eine veränderte Berufswahl handelt, sondern um den Erwerb und die Verbesserung von Kompetenzen. Dieser Bereich wurde schließlich untersucht und ausgewertet. In Teil A dieser Arbeit wird eine kurze Zusammenfassung der Grundlagen und der Entstehungsgeschichte des Internationalen Jugendprogramms gegeben. Auf Grund eines sehr aufwendigen Forschungsdesigns stellt dies den kleineren Teil der Diplomarbeit dar. Teil B befasst sich mit den Auswirkungen welche die Teilnahme am Internationalen Jugendprogramm auf die Jugendlichen hat. Zunächst erfolgt eine Darstellung der Untersuchung welche sich in die Exploration und die Befragung der Jugendlichen teilt. Durch die Exploration wurde der Forschungsgegenstand auf den Bereich Kompetenzen eingeengt, weshalb vor der Erläuterung der Befragung eine Begriffsklärung erfolgt. Nach den Ausführungen zu den Erhebungsinstrumenten werden die wesentlichsten Ergebnisse der Untersuchung dargestellt. Mit den sozialpädagogischen Perspektiven wird schließlich ein Ausblick für die Programmanbieter gegeben. Teil B schließt mit einigen persönlichen Gedanken.


Excerpt (computer-generated)

Evangelische Fachhochschule Nürnberg
Fachbereich Sozialwesen

Diplomarbeit

„Und alle gehen studieren!?“

Das Internationale Jugendprogramm und
seine Auswirkungen auf die TeilnehmerInnen

- Sozialpädagogische Perspektiven aus der Sicht der TeilnehmerInnen -

Verfasserin: 

Tabea Kroll

Abgabetermin: 12. Januar 2005

 

Gliederung

Vorwort ... 0

Einführung  ... 1

A. Das Internationale Jugendprogramm  ... 2

1. Was ist das Internationale Jugendprogramm?  ... 2
1.1. Kurzbeschreibung des Programms  ... 2
1.2. Eine persönliche Herausforderung  ... 4
Eine Chance für die Jugendlichen und die Einrichtungen  ... 4
1.3. Die zehn „Schlüsselpunkte“  ... 5

2. Praktische Umsetzung des Internationalen Jugendprogramms ... 7
2.1. Wie kommt das Internationale Jugendprogramm zu den Jugendlichen?  ... 7
Die Verantwortlichkeiten in Deutschland ... 8
2.2. Programmstufen und Programmteile ... 8
Bronze, Silber, Gold  ... 8
Dienst, Fitness, Expeditionen, Talente und Projekt  ... 9
2.3. Die praktische Arbeit mit dem Programm und mit den Jugendlichen  ... 11
Partnerschaft mit unterstützenden Erwachsenen  ... 11
Das individuelle Programm ausführen  ... 12

3. Entstehungsgeschichte des Internationalen Jugendprogramms ... 12
3.1. Kurt Hahn – Erfinder und Mitbegründer des Programms ... 12
Die Pädagogik Kurt Hahns ... 13
3.2. Die Entstehung des Duke of Edinburgh’s Award  ... 14
Eine kurze Chronologie der Entstehungsgeschichte  ... 15
3.3. Das Internationale Jugendprogramm in Deutschland  ... 16
Erste Versuche: 1956 bis 1993  ... 16
Werdegang des Internationalen Jugendprogramms: 1992 bis heute  ... 17
Highlights ... 18

B. Die Auswirkungen der Teilnahme am Internationalen Jugendprogramm auf die teilnehmenden Jugendlichen  ... 19

1. Der Auslöser für die Untersuchung  ... 19

2. Vorüberlegungen ... 20
2.1. Die Forschungsfragen  ... 20
2.2. Der Forschungsgegenstand  ... 21
Klärung verwendeter Begriffe ... 21

3. Exploration zum Forschungsgegenstand  ... 21
3.1. Lernchancen der Programmteile  ... 22
Dienst  ... 22
Fitness  ... 23
Expeditionen ... 23
Talente ... 24
3.2. Eine Vor-Umfrage bei den Programmanbietern  ... 24
Die Umfrage  ... 24
Die Ergebnisse  ... 25
3.3. Fazit der Exploration ... 26

4. Begriffsklärung: Kompetenzen  ... 26
4.1. Kompetenzen oder Schlüsselqualifikationen?  ... 26
4.2. Verständnis des Begriffs Kompetenz  ... 28
Definition ... 29
4.3. Handlungskompetenz ... 29
4.4. Kompetenzbereiche ... 30
Sach-Kompetenz ... 30
Sozial-Kompetenz  ... 30
Ich-Kompetenz  ... 31

5. Schritte zur Entwicklung des Erhebungsinstruments  ... 31
5.1. Die Forschungshypothese ... 31
5.2. Operationalisierung des Forschungsgegenstandes ... 32
Trennschärfe und Vollständigkeit der Indikatoren ... 33
5.3. Methodenauswahl ... 34
Auswahl von schriftlicher und mündlicher Befragung  ... 34
5.4. Ziehung der Stichprobe  ... 35
Stichprobenziehung für die schriftliche Befragung ... 35
Stichprobenziehung für die mündliche Befragung  ... 36

6. Der Fragebogen  ... 36
6.1. Allgemeines  ... 36
6.2. Konstruktion eines Fragebogens ... 37
Regeln zur Konstruktion eines Fragebogens ... 37
Fragetypen  ... 38
6.3. Aufbau des Fragebogens der vorliegenden Untersuchung ... 39
Der Pretest  ... 40
6.4. Durchführung der schriftlichen Befragung ... 41
Schwierigkeiten  ... 41

7. Das Interview ... 42
7.1. Allgemeines  ... 42
7.2. Konstruktion eines Interviewleitfadens  ... 42
7.3. Aufbau des Interviewleitfadens der vorliegenden Untersuchung  ... 43
Der Pretest  ... 44
7.4. Durchführung der mündlichen Befragung  ... 44

8. Die Qualität der Befragung  ... 45
8.1. Validität  ... 45
Validität der vorliegenden Untersuchung  ... 45
8.2. Reliabilität  ... 45
Reliabilität der vorliegenden Untersuchung  ... 46
8.3. Objektivität  ... 46
Objektivität der vorliegenden Untersuchung  ... 46
8.4. Fazit  ... 46

9. Die Ergebnisse der Befragung  ... 47
9.1. Auswertung der Fragebögen  ... 47
Die tatsächliche Stichprobe der Befragung ... 47
Ergebnisse zur Sach-Kompetenz ... 49
Ergebnisse zur Sozial-Kompetenz  ... 51
9.2. Auswertung der Interviews  ... 53
Interview Eins  ... 53
Interview Zwei  ... 55
Ergebnisse zur Ich-Kompetenz  ... 56

10. Weitere Nutzung der Ergebnisse  ... 57

11. Sozialpädagogische Perspektiven ... 57

12. Persönliches Resümee  ... 59

Abbildungsverzeichnis  ... 61
Tabellenverzeichnis  ... 61
Literaturverzeichnis  ... 62
Anhang ... 66

 

Vorwort

[...]

 

Einführung

„In Osterburken gehen alle Teilnehmer des Internationalen Jugendprogramms studieren“ behauptete Klaus Vogel, der Programmkoordinator des Internationalen Jugendprogramms, während des Programmlehrgangs im November 2003. Diese Aussage machte neugierig, wurde so zum Auslöser für diese Diplomarbeit und ist aus diesem Grund zum Ausgangspunkt für die Formulierung des Titels geworden. Es waren eigene Beobachtungen die Klaus Vogel dazu veranlassten so eine Behauptung in den Raum zu stellen. Ob die Teilnahme am Programm die Jugendlichen motiviert ein Studium zu beginnen oder welche Auswirkungen diese darüber hinaus auf die teilnehmenden Jugendlichen hat, war bis zu diesem Zeitpunkt in Deutschland noch nicht untersucht worden. Persönliches Interesse führte dazu diese Lücke zu schließen. Die Jugendlichen selbst sollten Auskunft darüber geben was die Teilnahme am Programm bewirkt. Durch eine Vor-Umfrage bei den Programmanbietern stellte sich heraus, dass es sich bei den Auswirkungen schwerpunktmäßig nicht um eine veränderte Berufswahl handelt, sondern um den Erwerb und die Verbesserung von Kompetenzen. Dieser Bereich wurde schließlich untersucht und ausgewertet.

In Teil A dieser Arbeit wird eine kurze Zusammenfassung der Grundlagen und der Entstehungsgeschichte des Internationalen Jugendprogramms gegeben. Auf Grund eines sehr aufwendigen Forschungsdesigns stellt dies den kleineren Teil der Diplomarbeit dar. Teil B befasst sich mit den Auswirkungen welche die Teilnahme am Internationalen Jugendprogramm auf die Jugendlichen hat. Zunächst erfolgt eine Darstellung der Untersuchung welche sich in die Exploration und die Befragung der Jugendlichen teilt. Durch die Exploration wurde der Forschungsgegenstand auf den Bereich Kompetenzen eingeengt, weshalb vor der Erläuterung der Befragung eine Begriffsklärung erfolgt. Nach den Ausführungen zu den Erhebungsinstrumenten werden die wesentlichsten Ergebnisse der Untersuchung dargestellt. Mit den sozialpädagogischen Perspektiven wird schließlich ein Ausblick für die Programmanbieter gegeben. Teil B schließt mit einigen persönlichen Gedanken.

A. Das Internationale Jugendprogramm


„The Award is tough. It is not easily achieved. Yet at the same time, any young person aged between 14 and 25 can gain an Award at Bronze, Silver or Gold level.“

(The Duke of Edinburgh’s Award International Association, 2004, S.11)

Schwierig, nicht leicht zu erreichen und doch für jeden Jugendlichen zu schaffen - mit diesem scheinbaren Widerspruch beginnt im englischen Handbuch zur Programmdurchführung die Beschreibung der Philosophie des Programms. Aber genau hieraus ergibt sich das Wesen des Programms: Die individuelle Herausforderung für jeden teilnehmenden Jugendlichen. Hierauf baut die Arbeit mit dem Programm auf, egal in welchem Land der Welt.

Viel wurde über das Internationale Jugendprogramm bereits geschrieben. Etliche Bücher ließen sich damit füllen. Im Rahmen meiner Diplomarbeit ist es mir nur möglich das Wesentliche in verkürzter Form darzustellen. Im Teil A beziehe ich mich im Wesentlichen auf folgende Literatur:

  • Handbuch Internationales Jugendprogramm (Das Internationale Jugendprogramm in Deutschland e.V. [Das Int. Jugendpr.], 1999)
  • Eine Veröffentlichung zum Internationalen Jugendprogramm im Rahmen des Internationalen Kongresses ′erleben und lernen‘ (Vogel, 1998)
  • Informationen, die auf der Website des Internationalen Jugendprogramms (Das Int. Jugendpr.) veröffentlicht sind.

Weitere Quellen sind im Text gekennzeichnet.

1. Was ist das Internationale Jugendprogramm?

Um zu verstehen, worum es sich beim Internationalen Jugendprogramm handelt und was das Programm genau will, muß zunächst die Frage geklärt werden, was das Internationale Jugendprogramm eigentlich ist.

1.1. Kurzbeschreibung des Programms

Die Grundlagen für das Programm schuf der Reformpädagoge Kurt Hahn, während seiner Tätigkeit in Großbritannien. Unter der Schirmherrschaft von Prinz Philip wurde es dort 1956 als „Duke of Edinburgh’s Award“ eingeführt und trat von hier aus seinen Weg rund um die Welt an.

Das Internationale Jugendprogramm ist ein Angebot, welches sich an Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren richtet. Es ist keine eigenständige Jugendorganisation sondern ein ganzheitliches Programm von Freizeitaktivitäten und kann in jeder Einrichtung, die mit Jugendlichen zu tun hat, eingesetzt werden. Hierzu gehören nicht nur explizite Jugendorganisationen sondern z.B. auch Unternehmen. „Das Programm ist ein Instrument für die geistige, persönliche und soziale Entwicklung, seine allgemeinen Vorteile sind daher größer als die Summe seiner Einzelteile.“ (Das Int. Jugendpr., 1999, S. 2-5) 
Die Teilnahme am Programm erfolgt auf den Stufen Bronze, Silber und/oder Gold. Mit jeder Stufe nehmen die Anforderungen an Einsatz, Leistung und Eigeninitiative zu. Die Jugendlichen können auf jeder Stufe mit ihrer Teilnahme beginnen, wobei lediglich die Altersvoraussetzungen eingehalten werden müssen. Es besteht die Möglichkeit alle drei Stufen nacheinander zu durchlaufen. 
Auf jeder dieser Stufen müssen die Teilnehmenden in den vier Programmteilen Dienst, Fitness, Talente und Expedition bestimmte Anforderungen erfüllen und eine vorgegeben Anzahl an Stunden ableisten. Auf der Goldstufe wird zusätzlich ein Projekt eigenverantwortlich durchgeführt.

Betreut werden die Jugendlichen während ihrer Teilnahme durch ehrenamtliche erwachsene Helfer. Diese dokumentieren die erbrachten Leistungen in einem Begleitheft. In einer öffentlichen Feier wird der erfolgreiche Abschluss gewürdigt. Jeder Teilnehmer erhält eine Urkunde und ein Abzeichen.

Das Selbst-Verständnis des Internationalen Jugendprogramms wird im Foliensatz zur Programmeinführung (Das Int. Jugendpr., 2000) folgendermaßen dargestellt:

[....]


Comments

abdullah
24.05.2005 20:57:34
gratuliere
Hallo, Ich weiss nicht, ob du dich noch an mich erinnerst. Ich bin der türkischer Junge aus Rosenheim, der damals in die Heimat zurückkehren musste. Ich bin immer noch in der Türkei. Arbeite bei einer Bank als Spezialist. Nebenbei schreibe ich eine Doktorarbeit in Mathe-Erziehug. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich eine kleine Nachricht von dir bekaeme. Es ist ein tolles Gefühl,etwas von dir zu lesen, wenns auch im Internet ist.
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