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Details

Veranstaltung: Alte und neue Formen sozialer Ungleichheit
Institution/Hochschule: Universität Erfurt
Tags: Soziale, Ungleichheit, Gesellschaften, Alte, Formen, Ungleichheit
Kategorie: Essay
Jahr: 2004
Seiten: 6
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 7  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 162 KB
Archivnummer: V37670
ISBN (E-Book): 978-3-638-36945-9
Anmerkungen :
Der vollständige Titel lautet: Wie und auf welcher theoretischen Grundlage sollte man Ungleichheit in modernen Gesellschaften analysieren? Der Text basiert u.a. auf fünf dreiseitigen Zusammenfassungen von Klassikern dieses Gebietes, die ich erstellt habe.

Textauszug (computergeneriert)

Soziale Ungleichheit in modernen Gesellschaften

von: Martin Schultze

 


Inhalt

1. Einleitung

2. Das vertikale Paradigma strukturierter Ungleichheit und dessen Defizite

3. Die Reformulierung des Paradigmas der vertikalen Ungleichheit

4. Neue Ansätze der Analyse sozialer Ungleichheit

5. Zusammenfassung

6. Literatur


 

1. Einleitung

Wird heute von sozialer Ungleichheit gesprochen, so wird diese Diskussion meist gleichgesetzt mit dem Kapitalbesitz oder Nichtbesitz. Doch darauf lässt sich die Debatte nicht reduzieren. Ungleichheit1 in modernen Gesellschaften ist von der Gesellschaft gemacht und keineswegs natürlichen Ursprungs wie noch Aristoteles annahm. Seit Rousseau, der die These der Freiheit und Gleichheit der Menschen erstmals vertrat, muss sich die Frage gestellt werden, warum soziale Ungleichheit existiert und wie man diese erfassen und strukturiert darstellen kann.

2. Das vertikale Paradigma strukturierter Ungleichheit und dessen Defizite

An den sog. Klassikern der Ungleichheitsforschung Marx und Weber kommt man bei keiner Darstellung umhin, haben sie doch die Grundlage für die Ungleichheitsforschung gelegt und dieses Forschungsfeld erstmals betrachtet. Dabei zeichnet Marx ein düsteres Bild der modernen kapitalistischen Gesellschaft. „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen“2 heißt es und die Klassen sind im Kapitalismus die Bourgeoisie und das Proletariat. Durch Anhäufung von Kapital und Produktionsmitteln erlangt der Kapitalist Reichtum, während der Proletarier verelendet. Soziale Ungleichheit wird also anhand von Besitz bzw. Nichtbesitz an Kapital und Produktionsmitteln differenziert. Es gibt daher nur die Klassen der Besitzer (Bourgeoisie) und Nichtbesitzer (Proletarier, die nur ihre Arbeitskraft verkaufen können), eine sog. Mittelklasse ist allenfalls widersprüchlich angedeutet. 3 Max Weber erweitert den Aspekt und unterscheidet nicht nur den Besitz, sondern auch den Erwerb. Des Weiteren führt er den Begriff des Standes ein. Ist der Begriff der Klasse bei Weber ökonomisch besetzt, so richtet sich die ständische Lage an die soziale Ehre. „Inhaltlich findet die ständische Ehre ihren Ausdruck normalerweise vor allem in der Zumutung einer spezifischen gearteten Lebensführung an jeden, der dem Kreise angehören will.“4 Damit erweitert Weber Marx um die soziale Komponente.

Um die Ungleichheit in modernen Gesellschaften zu analysieren reicht dies jedoch nicht aus, da es einfach zu wenig Kriterien zur Unterscheidung sind. Nur Anhand von Kapital und Produktionsmitteln lässt sich keine Gesellschaft klassifizieren. Nicht zu letzt, da sich der Wohlfahrtsstaat in den westlichen Industriestaaten durchgesetzt hat, bleibt der Faktor Kapital zwar wichtig, ist aber nicht der Einzigste. Zum Beginn der Industrialisierung jedoch war dies drastischer und der sog. Pauperimus (Verelendung trotz Erwerbsfähigkeit) und die soziale Frage prägen Marx Darstellungen und machen sie nachvollziehbarer. Das erweiterte Paradigma von Weber schließt einige dieser Lücken, ist aber nicht konsequent. Zwar gibt es auch Stände, eine ökonomische Mittelklasse und Differenzierung nach Qualifikation und Bildung, eine solide theoretische Grundlage fehlt aber.

3. Die Reformulierung des Paradigmas der vertikalen Ungleichheit

[...]


1 Wenn hier und fortlaufend von Ungleichheit geschrieben wird, so meint dies immer nur die soziale Ungleichheit.

2 Karl Marx und Friedrich Engels (1848) 1959. Manifest der Kommunistischen Partei, in: MEW 4, Berlin: Dietz Verlag: S. 462

3 Es ist dabei zu beachten, das Marx „Kapital“ nicht zu Ende geschrieben wurde.

4 Max Weber 1985. Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie. Tübingen: Mohr, S. 535

Kommentare

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