Scholary Paper (Seminar), 2005, 26 Pages
Author: Sascha Krames
Subject: Nursing / Foster Care Management / Social Services
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Mainz (Fachbereich Pflege und Gesundheit)
Tags: Pflegeanamnese, Seminar, Pflegeprozess
Year: 2005
Pages: 26
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 22 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-37016-5
ISBN (Book): 978-3-638-65414-2
File size: 252 KB
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Abstract
Die verfasste Arbeit trägt den Titel „Die Pflegeanamnese“. Durch die zweite Überschrift, „- Grundsätze der korrekten Durchführung sowie die Bedeutung für den Pflegeprozess -“, erfolgt eine Eingrenzung des Themas. Doch trotz oder gerade wegen dieser klaren Eingrenzung, möchte ich eine weitere Intension der Hausarbeit ansprechen, die Bewertung der Hypothese: „Eine unzureichende Pflegeanamnese als Grundstein, führt zum Einsturz und somit zum Scheitern des Pflegeprozesses.“ Der Aufbau der Arbeit gliedert sich in folgende Punkte von der Begriffsdefinition und -differenzierung, über die Informationssammlung und die angemessenen Gesprächstechniken sowie die Bedeutung der Pflegeanamnese für den Pflegeprozess. Abschließend ist eine exemplarische Pflegeanamnese, nach dem Pflegemodell von D. E. OREM, in die Hausarbeit integriert. Ich habe mich für dieses weltweit populäre Modell entschieden, da es die Facetten der Pflege in drei Pflegesystemen betrachtet. Hierzu zählen das vollständig kompensatorische, das teilweise kompensatorische und das unterstützende anleitende Pflegesystem. (vgl. CAVANAGH 1995, S. 49) Hinzu kommt das jeweilige Rollenverhalten zwischen Patient und der Pflegeperson, das D. E. OREM in den Pflegeprozess einfließen lässt. „Das besondere Verständnis, das die Pflegekräfte wie auch der Patient für ihre jeweiligen Rollen haben, dient als grundlegende Voraussetzung im Hinblick auf die Erwartungen und Handlungen in jeder Pflegesituation.“ (OREM 1997, S. 64)
Excerpt (computer-generated)
Katholische Fachhochschule Mainz
Fachbereich: Pflege und Gesundheit
Seminar „Pflegeprozess“
Die Pflegeanamnese
von: Sascha Krames
Gliederung
1.0 Einleitung 4
2.0 Begriffsdefinition und -differenzierung 5
3.0 Ziele der Pflegeanamnese 7
3.1 Pflegerelevante Zielvorgaben 7
3.2 Patientenrelevante Zielvorgaben 8
4.0 Strukturelle Gliederung des Gespräches 9
4.1 Vorbereitung 9
4.2 Durchführung 10
4.2.1 Einleitung 10
4.2.2 Hauptteil 10
4.2.3 Schluss/Verabschiedung 10
4.3 Auswertung und Dokumentation 11
5.0 Kommunikationsformen zur Erhebung der Pflegeanamnese 12
5.1 Verbale Kommunikation 12
5.1.1 Fragetypus 12
5.1.2 Dialogtypus 13
5.2 Nonverbale Kommunikation 14
6.0 Bedeutung der Pflegeanamnese für den Pflegeprozess 15
7.0 Pflegeanamnese 19
7.1 Persönliche Daten 19
7.2 Vitalwerte 19
7.3 Medizinische Diagnose 19
7.4 Routinemäßige Selbstpflege 19
7.4.1 Ausreichende Zufuhr von Luft 19
7.4.2 Ausreichende Zufuhr von Wasser 20
7.4.3 Ausreichende Zufuhr von Nahrung 20
7.4.4 Versorgung im Zusammenhang mit Ausscheidung 20
7.4.5 Gleichgewicht zwischen Aktivität und Ruhe 21
7.4.6 Gleichgewicht zwischen Alleinsein und sozialen Kontakten 21
7.4.7 Abwendung von Gefahren für Leben, menschliche Funktionsfähigkeit und Wohlbefinden 22
7.4.8 Normalität 22
8.0 Resümee 23
Literaturverzeichnis 24
1.0 Einleitung
Die verfasste Hausarbeit trägt den Titel „Die Pflegeanamnese“. Meine Motivation gerade diesen Schritt des Pflegeprozesses zu wählen liegt darin, dass die weiteren Schritte des Pflegeprozesses auf die Pflegeanamnese aufbauen.
Durch die zweite Überschrift, „- Grundsätze der korrekten Durch-führung sowie die Bedeutung für den Pflegeprozess -“, erfolgt eine Eingrenzung des Themas. Doch trotz oder gerade wegen dieser klaren Eingrenzung, möchte ich eine weitere Intension der Hausarbeit ansprechen, die Bewertung der Hypothese:
„Eine unzureichende Pflegeanamnese als Grundstein, führt zum Einsturz und somit zum Scheitern des Pflegeprozesses.“
Der Aufbau der Hausarbeit gliedert sich in folgende Punkte von der Begriffsdefinition und -differenzierung, über die Informationssam-mlung und die angemessenen Gesprächstechniken sowie die Be-deutung der Pflegeanamnese für den Pflegeprozess. Abschließend ist eine exemplarische Pflegeanamnese, nach dem Pflegemodell von D. E. OREM, in die Hausarbeit integriert. Ich habe mich für dieses weltweit populäre Modell entschieden, da es die Facetten der Pflege in drei Pflegesystemen betrachtet. Hierzu zählen das vollständig kompensatorische, das teilweise kompensatorische und das unterstützende anleitende Pflegesystem. (vgl. CAVANAGH 1995, S. 49) Hinzu kommt das jeweilige Rollenverhalten zwischen Patient und der Pflegeperson, das D. E. OREM in den Pflegeprozess einfließen lässt. „Das besondere Verständnis, das die Pflegekräfte wie auch der Patient für ihre jeweiligen Rollen haben, dient als grundlegende Voraussetzung im Hinblick auf die Erwartungen und Handlungen in jeder Pflegesituation.“ (OREM 1997, S. 64)
2.0 Begriffsdefinition und -differenzierung
In der pflegerischen Praxis des Stationsalltags werden die Begriffe Aufnahmegespräch, Erstgespräch, Assessment, Anamnese und Pflegeanamnese verwand. Hierbei wird nicht immer deutlich, ob die Begriffe als synonym zu betrachten sind oder inwieweit signifikante Unterschiede in der Bedeutung bestehen. Unter dem Aufnahmegespräch versteht man ein „am Tag der Aufnahme in eine Einrichtung des Gesundheitswesens geführtes Erstgespräch mit dem Patienten.“ (PSCHYREMBEL WÖRTERBUCH PFLEGE 2003, S. 65) Das Erstgespräch wird als „Gespräch zwischen Patient und Pflegeperson und/oder Arzt bzw. Team bei der Aufnahme in eine Einrichtung des Gesundheitswesens oder der Altenhilfe mit den Zielen der Kontaktaufnahme und Erhebung der Pflegeanamnese; medizinische Daten werden durch den Arzt erhoben, pflegerelevante Daten durch eine Pflegefachkraft zur Erstellung des Pflegeprozesses erfasst. Neben Vermittlung von Sachinformation über die Räumlichkeiten und Klärung anderer organisatorischer Fragen werden während des Erstgesprächs beim Patienten auch die Weichen für das Vertrauen in den weiteren Aufenthalt und die Kompetenz der Pflege gestellt.“ (PSCHYREMBEL WÖRTERBUCH DER PFLEGE 2003, S. 212) Das Aufnahmegespräch ist somit in seiner Bedeutung gleichwertig zu dem Erstgespräch.
Das Assessment (engl.) wird als „Abschätzen; Zusammentragen von Informationen anhand standardisierter Schemata, um das Ausmaß vorhandener bzw. verlorener Fähigkeiten einschätzen zu können; ... zur Beurteilung der Selbständigkeit älterer Menschen ..., [sowie] der Pflegebedürftigkeit ... [beschrieben]. (PSCHYREMBEL KLINISCHES WÖRTERBUCH 2004, S. 152)
Das Wort Anamnese ist aus dem griechischen abgeleitet und bedeutet ursprünglich Erinnerung. In einem Gespräch mit dem Kranken oder dessen Angehörigen wird die Krankengeschichte, Art, Beginn und Verlauf der aktuellen Beschwerden erfragt. Neben der aktuellen Anamnese lassen sich die frühere, allgemeine, soziale, biographische und familiäre Anamnese erheben. (vgl. PSCHYREMBEL 1998, S. 68)
„Die Pflegeanamnese ist eine gezielte Informationssammlung zu allen Lebensbereichen des Patienten.“ (AHRENS BRÄNDLE et al. 1994, S. 5) Pflegeanamnese interpretiert nach dem Pflegemodell von OREM bezeichnet den „Prozeß des Sammels, Selektierens, und Ordnens von Informationen im Zusammenhang mit dem physischen, psychischem, sozialen und zwischenmenschlichen Wohlbefinden des Patienten in der Pflegesituation im Hinblick auf seine Selbstpflege und die von ihm gewünschten Rollen“. (KRUIJSWIJK JANSEN; MOSERT 1997, S. 90) Die Pflegeanamnese wird als „Datenerhebung i. R. des Pflegeprozesses möglichst während des Erstgesprächs zwischen Patient (oder Angehörigen) und zuständiger Pflegeperson [beschrieben]; dabei werden Personalien sowie sozialer Hintergrund erfragt und der Pflegebedarf bezogen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens (Abk. ATL) ermittelt. Außerdem werden körperliche und psychische Basisdaten erhoben und weitere Beobachtungen notiert. Die Pflegeanamnese wird in entsprechenden Formblättern dokumentiert. Vgl. Pflegedokumentation.“ (PSCHYREMBEL WÖRTERBUCH DER PFLEGE 2003, S.494)
Der Unterschied zwischen ärztlicher Anamnese und pflegerischer Anamnese besteht in der unterschiedlichen Sichtweise, mit der der Patient betrachtet wird.
„Die Pflegeanamnese zeichnet sich durch ihre ganzheitliche Betrachtungsweise der Reaktion des Menschen auf Krankheit aus. Während die medizinische Krankengeschichte dazu dient, die Diagnose und Behandlung der Krankheit festzulegen, zielt die Erhebung der Pflegeanamnese auf die Planung der Gesundheitsfürsorge und Pflege, auf die Einschätzung der Auswirkung der Krankheit auf den Patienten und seine Familie, auf die Beurteilung der notwendigen Gesundheitserziehung und auf die Vorbereitung der Entlassung.“ (BROBST et al. 1997, S. 26)
3.0 Ziele der Pflegeanamnese
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