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Aspekte der sprachgeschichtlichen Entwicklung des Letzebuergeschen (Luxemburgisch)

Seminararbeit, 2000, 14 Seiten
Autor: Franziska Moschke
Fach: Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss.

Details

Veranstaltung: Proseminar: Das Luxemburgische: Sprachgeschichte, Sprachwandel, Standardisierung
Institution/Hochschule: Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Tags: Aspekte, Entwicklung, Letzebuergeschen, Proseminar, Luxemburgische, Sprachgeschichte, Sprachwandel, Standardisierung
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2000
Seiten: 14
Note: 1,75
Literaturverzeichnis: ~ 6  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V37784
ISBN (E-Book): 978-3-638-37039-4

Dateigröße: 208 KB
Anmerkungen :
Nachvollziehbarer Überblick über die Sprachgeschichte des Luxemburgischen trotz wirklich sehr knapper vorhandener Sekundärliteratur zu diesem ausgefallen Thema.



Textauszug (computergeneriert)

Aspekte der sprachgeschichtlichen Entwicklung
des Letzebuergeschen (Luxemburgisch)

von: Franziska Moschke

 


INHALT

1 Einleitung  3

2 Die sprachgeschichtliche Entwicklung des Lëtzebuergeschen 4

2.1 Die Vorgeschichtlichen Substrate als Basis der Triglossie  4

2.1.1 Die Hunsrück-Eiffel-Kultur 5
2.1.2 Die keltischen Treverer  6
2.1.3 Das Lateinische 6

2.2 Die entscheidende Prägung durch die Westfranken 7
2.3 Lëtzebuergesch zwischen Romania und Germania 7

3 Gründe für die Sonderentwicklung des Lëtzebuergeschen 8

3.1 Luxemburg im Gesamtgefüge der westmitteldeutschen Mundarten 8

3.1.1 Die Erste Lautverschiebung 9
3.1.2 Die Zweite Lautverschiebung  9

3.2 Sprachverhältnisse innerhalb der Luxemburger Sprachlandschaft 10

3.2.1 Die zwei Pole Ferschweiler-Trier und Arlon 11
3.2.2 Die Koinè – Hypothesen zur sprachgeschichtlichen Herleitung 12

4 Zusammenfassung 13

5 Literaturverzeichnis  14

6 Anhang  15


 

1 Einleitung

Die Forschungen zu einer luxemburgischen Sprachgeschichte stecken noch in den Kinderschuhen. Als Vorlage für die sprachwissenschaftliche Literatur zu diesem Thema wird immer wieder Robert Bruchs Werk „Grundlegung einer Geschichte des Luxemburgischen“ zitiert.1 Die aktuellen Zusammenfassungen scheinen mir zwar verständlicher, bieten jedoch nicht den Informationsgehalt des Basiswerkes. Trotz der Ausführlichkeit und der vielen Detailinformationen bleibt dieses Buch, wie der Titel schon sagt, eben nur eine Grundlegung für eine Sprachgeschichte. Wegen seines tödlichen Unfalls konnte Bruch sein Vorhaben, eine Fortsetzung mit besonderem Schwerpunkt auf die Veränderungen durch den Einfall des Westgermanischen konnte herauszugeben, nicht mehr umsetzen.

Im ersten Teil meiner Arbeit werde ich die Entwicklung des Lëtzebuergeschen von seinen Wurzeln, der Vorgeschichte, über die eigentliche Entstehung der Mundart zur Zeit der fränkischen Landnahme bis hin zur konfliktreichen Lage zwischen Romania und Germania nachzeichnen. Der zweite Teil soll Gründe für die besonderen Entwicklungen liefern, die das Lëtzebuergesche so geprägt haben, wie es heute von den Bewohnern Luxemburgs gesprochen wird. Der Beschreibung der Sonderrolle der moselfränkischen Mundart Lëtzebuergesch im Gesamtgefüge der westmitteldeutschen Mundarten im Bezug auf lautgeschichtliche Veränderungen folgen sprachgeschichtliche Aspekte zur Begründung der Differenziertheit interner Sprachverhältnisse.

2 Die sprachgeschichtliche Entwicklung des Lëtzebuergeschen

Kenntnisse über Völkerwanderungen, archäologische Funde früher Kulturen und nicht zuletzt Quellen antiker Historiker geben Aufschluss über die Vor- und Frühgeschichte des Luxemburgischen. Material zur Erforschung des Luxemburgischen lagert größtenteils ungenutzt in der Luxemburger Nationalbibliothek und in den Regierungsarchiven. Der Nachlass des Forschers Professor van Werveke besteht aus einer umfangreichen Sammlung altluxemburgischer Ausdrücke aus Urkunden, Gerichtsakten und Weistümern.2 Daneben zählen unter anderem die Echternacher Glossen und das Trierer Capitulare, der älteste zusammenhängende Text, aus dem 9. – 10. Jahrhundert zu den frühen Denkmälern des Lëtzebuergeschen.3 „Die Reimlegende des Marienthaler Bruders Herman über das Leben der Gräfin Yolande von Vianden“4 ist ein Werk lëtzebuergescher Literatur aus mittelhochdeutscher Zeit.

2.1 Die ersten Siedler

Über die Vorgeschichte des Luxemburger Raums gibt es noch keine systematischen prähistorischen Forschungen. Deshalb fehlt Linguisten die nötige Basis für genauere Angaben. Aus den geographischen Besonderheiten, die im Gebiet der heutigen politischen Einheit Luxemburg zusammenkommen, und archäologischen Funden in Form von Keramik oder Werkzeugen, lassen sich Rückschlüsse auf die frühe Besiedlung ziehen.

Drei verschiedene natürliche Landschaften treffen in der Region des heutigen Großherzogtums aufeinander. Der Norden und Nordwesten, das Ösling, sind Teil des rheinischen Schiefergebirges. Das Lothringer Stufenland schließt sich im Südwesten an, und der Westen mit dem Gutland ist landschaftlich geprägt durch einen letzten Ausläufer des Pariser Beckens. Aus der Champagne und moselabwärts wandern die älteren Steinzeitmenschen über zwei Siedlungs- und Kulturstraßen in den Westen und Süden des Landes ein. Die beiden Straßen treffen sich im mittleren Syrtal, wo der älteste geschlossene luxemburgische Siedlungsraum entsteht. 5

Immer wieder betont Bruch auch den Einfluss südosteuropäischer Strömungen, die längs der Mosel und der Nahe eindringen.6 In der Einleitung zum Wörterbuch wird dagegen festgestellt, dass es unklar ist, ob die Siedler aus mittelmeerischen oder mitteleuropäischen Ursprungsgebieten stammen. Luxemburger Fluss- und Ortsnamen wie Alzette, Ernz oder Gander legen Zeugnis ab für Sprachelemente aus einer schon 2000-3000 v. Chr. in Teilen West- und Mitteleuropas verbreiteten Mittelmeerkultur. Zahlreiche Grabhügelfelder, ähnliche Bestattungssitten und typisches Siedlungsinventar der Bewohner Luxemburgs sind die Gründe dafür, ihre Kultur zur sogenannten Hunsrück-Eifel- Kultur zu rechnen. 7

2.2 Die keltischen Treverer

[...]


1 Robert Bruch: Grundlegung einer Geschichte des Luxemburgischen. Luxembourg 1953. Im Folgenden zitiert als BRUCH: Grundlegung einer Geschichte des Luxemburgischen, mit Seitenangabe.

2 Vgl. Luxemburger Wörterbuch. Bd. I - V. Luxembourg 1950-1977, S. 14 (Reprint in 2 Bden 1994/95). Im Folgenden zitiert als LUXEMBURGER WÖRTERBUCH, mit Seitenangabe.

3 Vgl. Claus Jürgen Hutterer: Die Germanischen Sprachen. Ihre Geschichte in Grundzügen. Budapest 1975, S. 388. Im Folgenden zitiert als HUTTERER: Die Germanischen Sprachen, mit Seitenangabe.

4 Ebd.

5 Vgl. Fernand Hoffmann: Sprachen in Luxemburg. Sprachwissenschaftliche und literaturhistorische Beschreibung einer Triglossie-Situation. Wiesbaden 1979 (=Deutsche Sprache in Europa und Übersee. Berichte und Forschungen 6), S. 3. Im Folgenden zitiert als HOFFMANN: Sprachen in Luxemburg, mit Seitenangabe. Vgl. auch BRUCH: Grundlegung einer Geschichte des Luxemburgischen, S. 8-10. Siehe auch Karte 3 im Anhang.

6 Vgl. BRUCH: Grundlegung einer Geschichte des Luxemburgischen, S. 12-16.

7 Vgl. LUXEMBURGER WÖRTERBUCH, S.21.


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