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Hauptseminararbeit, 2003, 26 Seiten
Autor: Franziska Moschke
Fach: Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Details
Institution/Hochschule: Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Tags: Fernsehkritik, Form, Selbstreferenz, Aspekte, Fernsehberichterstattung, Rolle, Fernsehkritiker, Hauptseminar, Selbstreferenz, Journalismus, Unterhaltung
Jahr: 2003
Seiten: 26
Note: 1,5
Literaturverzeichnis: ~ 25 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-37040-0
Dateigröße: 296 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Fernsehkritik als Form der Selbstreferenz?
Aspekte zur Fernsehberichterstattung und zur Rolle der Fernsehkritiker
von: Franziska Moschke
INHALTSVERZEICHNIS
I EINLEITUNG 4
II FERNSEHKRITIK 5
II.1 Begriffsbestimmung 5
II.2 Geschichtlicher Abriss 6
II.2.1 Entstehung in der NS-Zeit 6
II.2.2 Neubeginn nach dem Krieg 6
II.2.3 Besinnung auf gesellschaftliche Funktion 7
II.2.4 Krise der Fernsehkritik 7
II.2.5 Fernsehkritik heute 8
II.3 Formen 8
II.3.1 Vom einzelnen Werk zum Gesamtprogramm 9
II.3.2 Nachkritik und Vorabkritik 10
II.3.3 Fernsehkritik als Gesellschaftskritik 10
II.4 Ziele und Funktion der Kritik 11
II.5 Fernsehkritik als Vermarktungsinstrument 13
II.6 Ort der Fernsehkritik 13
II.6.1 Programmzeitschriften 13
II.6.2 Regionale Tageszeitungen 14
II.6.3 Überregionale Tageszeitungen und Fachzeitschriften 15
II.6.4 Fernsehen 15
II.6.5 Online-Publikationen 15
III. DER FERNSEHKRITIKER 16
IV.1 Tätigkeit 16
IV. 2 Berufliche Situation 17
IV.3 Die Rolle des Fernsehkritikers 18
IV.3.1 Der Fernsehkritiker und die Fernsehanstalten 18
IV.3.2 Der Fernsehkritiker und die Fernsehzuschauer 19
IV.4 Das Selbstverständnis der Fernsehkritiker 20
V. FERNSEHKRITIK SYSTEMTHEORETISCH BETRACHTET 20
V.1 Begriffsbestimmung und Einordnung 20
V.2 Was ist Fernsehkritik? 21
V.3 Fernsehkritiker als Akteure im System des Journalismus 23
VI. ZUSAMMENFASSUNG 24
VII. LITERATUR 26
I EINLEITUNG
Zurzeit finden im ZDF-Sendezentrum die 36. Mainzer Tage der Fernsehkritik statt. Das Thema in diesem Jahr fällt eher wirtschaftlich als inhaltlich aus: „Die Krise am Medienmarkt.“ Dieses Forum ist seit 32 Jahren ein Treffpunkt für Fernsehmacher, Produzenten, Redakteure, Medienpolitiker und Medienwissenschaftler. Das Thema Krise wurde bereits in den achtziger Jahren mit Fernsehkritik in Verbindung gebracht, da es erstaunlich oft in der Fachliteratur auftaucht. Dabei geht es vor allem um das Selbstverständnis der Fernsehkritiker, um die Erreichbarkeit der an ihr Schaffen gestellten Anforderungen. Zeigt sich diese Krise heute mehr in Form von wirtschaftlichen Konsequenzen, dem Zusammenbruch ganzer Medienkonzerne? Die Seite der Medienmacher und Medienbeobachter ist also zu einer Art Krisenstab zusammengekommen.
Wie sieht es auf der Seite der Rundfunkkonsumenten aus? In einer immer komplexer werdenden TV-Landschaft, in der stets nicht nur neue Kanäle, sondern auch neue Sendungskonzepte die Eroberung des lukrativen Medienmarktes anstreben, scheint der Konsument wie ein Käufer vor einem riesigen, unübersichtlichen Warenregal. Er hat weder Qualitätssiegel, noch einen Preis-Leistungsvergleich zur Hand, um seine Wahl zu treffen. Wählt er überhaupt aus? Wenn ja, nach welchen Kriterien? Auf komplett verlorenem Posten scheint der TV-Konsument dann doch nicht zu stehen. Eine Art öffentlicher Meinungsaustausch oder Beurteilung hilft ihm bei der Orientierung. Er weiß beispielsweise, auf welchen Kanälen er eher Unterhaltungssendungen findet. Vielleicht wählt er gerade diese eine Serie aus, die er vorher noch nie gesehen hat, da er über irgendeine Quelle eine positive Beurteilung gehört, gelesen oder gesehen hat. Um diese Quelle, um die Ursache für die Herausbildung dieses öffentlichen Diskurses über das Fernsehen, um Fernsehkritik soll es in dieser Arbeit gehen.
In einem ersten Teil wird die Bedeutung von Fernsehkritik untersucht. Die Fragen, wo Fernsehkritik stattfindet, in welcher Form sie auftreten kann und wie sie sich geschichtlich entwickelt hat, sollen ebenso als Basis für die systemtheoretische Betrachtung im dritten Teil dieser Arbeit dienen, wie einige Punkte zur Rolle des Fernsehkritikers, seiner Tätigkeit, beruflichen Situation und nicht zuletzt seines Selbstbildes.
Im dritten Teil wird versucht, Fernsehkritik systemtheoretisch zu betrachten. Dabei ist die alles überspannende Frage, ob Fernsehkritik als eine Form der Selbstreferenz betrachtet werden kann.
II FERNSEHKRITIK
Aus der Forschungsliteratur erhält man den Eindruck, dass dieses Genre sozusagen als Stiefkind aufwuchs und auch heute teilweise noch als solches angesehen wird. Literatur- oder Theaterkritiker verschaffen sich mit ihrer Tätigkeit Ansehen, selten jedoch ist die Rede von einem besonders einflussreichen Fernsehkritiker. Gründe für diese Entwicklung sind auch in der Geschichte der Fernsehkritik zu suchen. Was wird eigentlich als Fernsehkritik bezeichnet, die kurzen, wenig aussagekräftigen Texte auf der Programmseite neben einem großen Farbbild mit dem Filmausschnitt oder eine lange Abhandlung auf der Medienseite über die Programmplanung eines Senders? Nicht nur die Geschichte, auch die Orte der Veröffentlichung prägen die verschiedenen Formen der Fernsehkritik.
II.1 Begriffsbestimmung
Der Begriff der Kritik ist zu verstehen als Kunst der Beurteilung, abgeleitet vom griechischen kritiké techne. (Vgl. Steinmetz 1988, S. 59) Einerseits bedeutet Kritik eine Fähigkeit, die jedem zugeschrieben wird, der über ein allgemeines Bildungsniveau verfügt. Andererseits wird Kritik verstanden als die Fähigkeit zur Gewinnung von begrenzter, wissenschaftlich exakter Wahrheit, indem nach Karl R. Popper die Methode einer fortwährenden kritischen Prüfung „jedes Beharren auf der Wahrheit als bloßen Dogmatismus“ entlarvt. (Hiegemann 1988, S. 28) Nach der Frankfurter Schule der kritischen Theorie ist Kritik immer auch Kritik der Gesellschaft. Basierend auf den unterschiedlichen Definitionsarten lassen sich grob drei Formen von Kritik erkennen: Das allgemeine Urteil, Kritik als die Suche nach einer Gewissheit, die anhand methodischer Prüfung gefunden werden soll oder zumindest ex negativo erschlossen wird, und schließlich Kritik als Gesellschaftskritik. Elementar für kritisches Denken ist die Vorstellung von einem Idealzustand, um das zu Kritisierende daran messen zu können. Dabei ist Kritik immer „eine Denkbewegung, die etwas in Relation auf eine Norm hin beurteilt.“ (Hiegemann 1988, S. 29) Kritik dient immer als Instrument, ihr Gegenstand ist dabei menschliches Handeln. Fernsehkritik im Speziellen bezeichnet die Kritik, die an Sendungen des Fernsehens geübt wird. Sie kann sich auf Inhalte, Programmaufbau, Stil- und Darstellungsformen, Leistung der Journalisten, Künstler oder aller am Programm Beteiligten beziehen. Der Begriff wurde älteren Genres wie der Theater- oder Konzertkritik nachgebildet. Klar zu unterscheiden ist Fernsehkritik von Kulturkritik. Erstere kritisiert das Fernsehen und seine Produkte, die zweite kritisiert nicht die Kultur, sondern „im Namen eines Verständnisses von Kultur.“ (Roegele 1988, S. 33) Diese Art von Kritik wird beispielsweise auch an der Institution Fernsehen geübt.
II.2 Geschichtlicher Abriss
Der folgende geschichtliche Abriss ist weitgehend an Knut Hickethiers (1994) ausführliches Werk zur Geschichte der Fernsehkritik angelehnt. Einige geschichtliche Entwicklungen werden für die systemtheoretische Betrachtung im dritten Teil dieser Arbeit von Bedeutung sein.
II.2.1 Entstehung in der NS-Zeit
Im März 1935 strahlt der erste deutsche Fernsehsender „Paul Nipkow“ das erste Mal sein zweistündiges Programm aus. Das Fernsehen bedeutet in dieser Zeit ein aktuelles öffentliches Ereignis, über das man redet und über das in den Zeitungen berichtet wird. Die Faszination an der neuen Technik steht dabei noch im Vordergrund. Sie beeinflusst auch die frühe Fernsehkritik. Der Fernsehkritiker übernahm die Rolle des Fachmanns: „[Man] fühlte sich ganz als `Fernsehfachmann`, als Mitverantwortlicher für dieses Wunder der Technik, als wohlwollender Gutachter, kenntnisreicher Betrachter und Propagandist des Neuen.“ (Wagenführ 1980, S. 15) Mit dem Schlagwort „Würdigung statt Wertung“ (Hickethier 1994, S. 38 f.) lässt sich die schwere Anfangsphase in der NS-Zeit beschreiben. Die Fernsehkritik konnte kein eigenes Konzept entwickeln, da sie der starken Reglementierung der Nationalsozialisten unterlag. Sie musste kollaborieren.
II.2.2 Neubeginn nach dem Krieg
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