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"Auf neuen Wegen" - Analyse eines Lehrwerkes im Fach Deutsch als Fremdsprache

Autoren: Natalia Schlichter, Francesca Terranova
Fach: Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache

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Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 24
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 8  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 202 KB
Archivnummer: V37792
ISBN (E-Book): 978-3-638-37044-8
ISBN (Buch): 978-3-638-77247-1
Anmerkungen :


Zusammenfassung / Abstract

Die Arbeit gibt einen Überblick über das Lehrwerk un versucht es in die Lehrwerke zum Autonomen lernen einzugliedern. Dabei wird besonders auf das Strategielernen eingegangen. Für die Entwicklung der Didaktik und Methodik des fremdsprachlichen Deutschunterrichts haben die letzten Jahre keine entscheidende Bedeutung. Allerdings lassen sich neue Entwicklungen und Trends in der gegenwärtigen Fachdiskussion erkennen. In den letzten Jahrzehnten wurde nach und nach die Vorstellung aufgegeben, dass es eine universelle d.h. eine für alle Menschen, die eine Fremdsprache lernen, gültige und fest gefügte Lehrmethode gibt. Ebenfalls wird die Frage verneint, ob angenommen werden kann, dass alle Menschen auf dieselbe Weise Fremdsprachen lernen. Die Entwicklung der Didaktik und Methodik des fremdsprachlichen Deutschunterrichts erstreckt sich seit den 50er Jahren mit der Grammatik-Übersetzungs-Methode über die, in den 60er und 70er Jahren verbreiteten audiolingualen und audiovisuellen Methode, in den 80er beliebten kommunikativen Didaktik bis hin zum in den 90er bekannten interkulturellen Ansatz.

Textauszug (computergeneriert)

Auf neuen Wegen - Analyse eines Lehrwerks

von: Natalia Schlichter

 


Inhaltsverzeichnis

1. Lebenslanges Lernen als übergreifendes Ziel des neuen Fremdsprachenunterrichts 2

2. Autonomes Lernen als Antwort auf die Forderung nach dem Lebenslangen Lernen  4

3. Die Vielfalt der Lehrwerke im Fach Deutsch als Fremdsprache  5

Klassifikation nach Ammer
Die fünf Lehrwerkgenerationen nach Götze

4. Kriterienraster und Arbeitshilfen 8

Der Stockholmer Kriterienkatalog zur Beurteilung der Lehrwerke

5. Das Lehrwerk „Auf neuen Wegen“ 13

6. „Auf neuen Wegen“ zum Autonomen Lernen 22

Literaturverzeichnis 24

 


1. Lebenslanges Lernen als übergreifendes Ziel des neue Fremdsprachenunterrichts

Für die Entwicklung der Didaktik und Methodik des fremdsprachlichen Deutschunterrichts haben die letzten Jahre keine entscheidende Bedeutung. Allerdings lassen sich neue Entwicklungen und Trends in der gegenwärtigen Fachdiskussion erkennen. In den letzten Jahrzehnten wurde nach und nach die Vorstellung aufgegeben, dass es eine universelle d.h. eine für alle Menschen, die eine Fremdsprache lernen, gültige und fest gefügte Lehrmethode gibt. Ebenfalls wird die Frage verneint, ob angenommen werden kann, dass alle Menschen auf dieselbe Weise Fremdsprachen lernen. Die Entwicklung der Didaktik und Methodik des fremdsprachlichen Deutschunterrichts erstreckt sich seit den 50er Jahren mit der Grammatik-Übersetzungs-Methode über die, in den 60er und 70er Jahren verbreiteten audiolingualen und audiovisuellen Methode, in den 80er beliebten kommunikativen Didaktik bis hin zum in den 90er bekannten interkulturellen Ansatz.

Sicherlich kann dabei nicht von der Unterrichtsmethode gesprochen werden, denn eine bestimmte Lehrmethode wird nicht in „Reinkultur“ praktiziert, sondern es kommt durch die Anpassung an die jeweiligen Gegebenheiten zu einer Mischform. Die Bedingungen für das Fremdsprachenlernen verändern sich ständig, so dass die Lehrmethoden kontinuierlich weiterentwickelt werden müssen. Ein auffallender Trend, zumindest seit Mitte der 90er Jahre, ist die neue Ausrichtung des Fremdsprachenlernens von einem institutionalen Fremdsprachenunterrichts hin zum selbständigen Lernen (vgl. Neuner, 1997). Beim schulischen Unterricht wurden die Lernenden in ein „Korsett“ von genau geplantem Unterricht mit einem Lehrplan, einem Lehrbuch, einer Stundentafel, verschiedenen Jahrgangsstufen und letztendlich festgelegten Sprachenfolge gezwängt (vgl. Neuer, 1997). Dementsprechend ist auch die starre Ausrichtung von Lehrplänen und Lehrwerken auf die Fragen der Präsentation von Sprachsystemen (Grammatik, Wortschatz usw.) und der Progression, d.h. der stufenweise Vermittlung des Sprachlehrstoffes auffallend. Dass der Lerner dabei vernachlässigt wurde, ist nicht verwunderlich. Entweder wurde die Homogenität der Lernergruppen als gegeben vorausgesetzt oder man versuchte sich im Entwerfen von regionalen Lehrwerken. Im ersten Fall waren die Lehrer die Leidtragenden im Unterricht, denn sie mussten dieser nicht gegebenen Voraussetzung gerecht werden, indem sie viel Eigenarbeit leisteten. Im zweiten Fall waren die Verlage benachteiligt, da sich ein Lehrwerk für eine spezifische Lernergruppe schlecht verkaufen ließ. Hier ist schon zu erkennen, dass der Lerner von einer passiven in eine aktivere Rolle schlüpfen musste, damit das Problem der Lernervernachlässigung überwunden werden konnte.

Weiterhin erwähnenswert ist der neue Wandel der gesellschaftlich-politischen Rahmenbedingungen. Seit den 60er Jahren stieg die Mobilität der Menschen durch den steigenden Wohlstand, worauf das Bildungssystem mit einem größeren Angebot an Fremdsprachen in Schulen, Erwachsenenbildung und Berufsbildung reagierte. Für die Entwicklung der Europäischen Union forderte der Europarat 1996, dass jeder Bürger der EU neben seiner Muttersprache zwei weitere Fremdsprachen lernen sollte. „Auch die rasante Entwicklung neuer globaler Informations- und Kommunikationstechnologien erfordert die Beherrschung von Fremdsprachen“ (Neuner, 1997, S. 41).

Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass die Fremdsprachendidaktik zur Vorbereitung auf das selbständigen Lernens beitragen soll. Das Fremdsprachenlernen gewinnt sowohl im Beruf als auch im Privatleben (Reisen) an Gewicht. Die Konsequenz aus den oben dargestellten Fakten und Überlegungen ist das „Lebenslange Weiterlernen“ als Konzept. Diese Forderungen kann das Autonome Lernen erfüllen. Autonome Sprachbeherrschung ist auch das Ziel, dass sich die Autoren Dr. Eva-Maria Willkop, Claudia Wiemer, Dr. Evelyn Müller-Küppers, Dr. Dietrich Eggers, Inge Zöllner des Lehrwerks Auf neuen Wegen gesetzt haben.

Doch bevor gezeigt werden kann, wie im Lehrwerk das autonome Lernen gefördert wird, soll zuerst in Kürze auf die Lernform des „Autonome Lernens“ eingegangen werden.

2. Autonomes Lernen als Antwort auf die Forderungen nach dem Lebenslangen Lernen

Ute Rampillon (1994) stellt sich in ihrem Artikel zum autonomen Lernen die Frage, ob diese Form des Lernens im Fremdsprachenunterricht ein Widerspruch in sich oder eine neue Perspektive ist. In der Merkmalsliste der, nach ihrer Auffassung, für das autonome Lernen wichtigen Eigenschaften finden sich solche Begriffe wieder wie: Selbststeuerung, Lernstrategien, Überprüfung von Lernroutinen usw.

1. Autonome Lerner lernen durch Selbststeuerung. Hierbei werden zwei Ebenen unterschieden: die operative (Wie lernen ich das? z.B. Lernorganisation, Lerntechniken, Lernstrategien) Ebene und die thematische (Was lerne ich?) Ebene.
2. Autonome Lerner benutzten Lernstrategien und Lerntechniken. Dabei müssen sie wissen, welche Lernstrategien es gibt, und welche für sie und für das Thema relevant sind.
3. Autonome Lerner überprüfen ihre Lernroutinen, dies bedeutet sie behalten die Kontrolle über ihre unbewussten, schon automatisierten Anwendungen von Lernstrategien und Techniken.
4. Autonome Lerner lernen durch Kommunikation „Lernabsichten, Lernwege, Lerngegenstände anderer kennen, deren Gründe dafür erfahren und ggf. für sich selbst zu erproben und anzuerkennen“ (Rampillon, 1994, S. 459).
5. Autonome Lernern stellen echte Wissensfragen.

An dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, dass das autonome Lernen in der Schule durch „die schulische Grunderfahrung von Fremdbestimmtheit“ auf massive Hindernisse stößt. Um dem selbstverantwortlichen Lernen im Fremdsprachenunterricht mehr Chancen zu geben, werden von Rampillon (1994) folgende Lösungsvorschläge auf der thematischen und der operativen Ebene gemacht:
• Thematische Ebene:
Es müssen Lernmaterialien bereitgestellt werden, die sich auf bestimmte Lerngegenstände beziehen. Dem Schüler wird dabei die Möglichkeit gegeben selbständig das auszuwählen, was er lernen möchte. Doch eine Steuerung ist unvermeidbar. Der Lehrer bietet Unterstützung an.
• Operative Ebene: Wie Schüler mit verfügbaren Materialien am ergiebigsten lernen können. Sie müssen Lerntechniken z.B. instrumenteller Natur kennen, sowie Nachschlagewerke.

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