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Giovanni Sartori: The Theory of Democracy Revisited, Part Two und Manfred Schmidt: Demokratietheorien, Teil 1. Ein Vergleich

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 12 Pages
Author: Franziska Moschke
Subject: Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

Details

Event: Hauptseminar: Direkte Demokratie
Institution/College: University of Bamberg
Tags: Giovanni, Sartori, Theory, Democracy, Revisited, Part, Manfred, Schmidt, Demokratietheorien, Teil, Vergleich, Hauptseminar, Direkte, Demokratie
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 12
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V37795
ISBN (E-book): 978-3-638-37047-9

File size: 144 KB


Excerpt (computer-generated)

Giovanni Sartori: The Theory of Democracy Revisited,
Part Two und Manfred Schmidt: Demokratietheorien,
Teil 1. Ein Vergleich

von: Franziska Moschke

 


INHALT

1. AUFBAU 2

2. VORGEHENSWEISE 3

3. VERGLEICH EINZELNER ASPEKTE 4

3.1 Demokratie zur Zeit des Aristoteles 4
3.2 Rousseau 6
3.3 Direkte Demokratie contra Repräsentative Demokratie 7

4. SCHLUSSBEMERKUNG, GESAMTVERGLEICH UND BEURTEILUNG 9

 


1. AUFBAU

Im zweiten Teil seines Werks „The Theory of Democracy Revisited“ (1992) beschäftigt sich Sartori mit den klassischen demokratietheoretischen Aspekten. In den Kapiteln 9 bis 12 liefert Sartori eine ausführliche Klärung und Herleitung der zentralen Begriffe Demokratie, Individualität, Freiheit, Autonomie, Recht bzw. Gesetz und Gleichheit. Dabei hangelt er sich von einem Begriff zum nächsten und zeigt so die Zusammenhänge und Verbindungen der Begrifflichkeiten auf. Besondere Schwerpunkte setzt er auf die Unterscheidung von antiker zu moderner Demokratie und auf die Definition und das Problem der Gleichheit und Gleichbehandlung.

Ab Kapitel 13 gibt Sartori einen kurzen Überblick über die politischen Strömungen, Demokratie, Liberalismus, Sozialismus und Kommunismus in Europa und Amerika mit Schwerpunkt auf der Entwicklung und die Begriffsgeschichte des Liberalismus, um dann in Kapitel 14 Kapitalismus und Ökonomie als neue Betrachtungspunkte mit dem Vorhergehenden zu verknüpfen. In Kapitel 15 thematisiert Sartori Alternativentwürfe zu liberaler Demokratie, indem er auf die Demokratievorstellungen von Rousseau, Marx und Lenin eingeht. Im letzten Kapitel geht es Sartori um die Unterscheidung zwischen Ideologie und Idee und um den Wert von Idealen, der für ihn entscheidend ist und aus der Entwicklung guter Ideen entsteht, die auf einer stichhaltigen Argumentation und Beweisführung gründen.
Der Aufbau bei Manfred Schmidt ist besonders systematisch und nach chronologischer Ordnung gestaltet. Im ersten Teil seines Buchs „Demokratietheorien. Eine Einführung“ (3. Aufl., 2000) betrachtet er die klassische Phase der Demokratietheorien, die für ihn die Zeit vor der Ausbreitung von demokratisch verfassten Flächenstaaten markiert. Angefangen bei Aristoteles und seiner Lehre der Staatsverfassungen im ersten Kapitel, fasst Schmidt im zweiten Kapitel Hobbes als Kritiker der Demokratie und Locke als frühliberalen Konstitutionalisten zusammen. Montesquieu behandelt Schmidt im dritten Kapitel ausführlich als Ideengeber für gemäßigte Demokratie. Im vierten Kapitel des ersten Teils kommt er zu Rousseaus radikaler Lehre der Volkssouveränität. Mit den Federalist Papers springt Schmidt in Kapitel fünf nach Amerika, um dann in Kapitel sechs Tocquevilles Abhandlung über die Demokratie in Amerika und dessen Thesen zu Freiheit und Gleichheit zu betrachten. Schließlich lässt Schmidt auf John Stuart Mill mit seiner liberalen Theorie der Repräsentativdemokratie in Kapitel sieben die revolutionäre Direktdemokratie von Karl Marx folgen.

2. VORGEHENSWEISE

Die Kapitel bei Sartori gleichen eher kleinen Essays. Bevor er fertige Definitionen liefert, fragt er nach der Art und Weise, wie etwas definiert werden kann. Dabei geht er bis auf die semantische Ebene und betont die Geschichte der Sprache als Abbild der Geschichte der Menschheit. Sartori stellt zuerst einen Fragenkatalog auf, dann untersucht er Antwortmöglichkeiten auf ihre Richtigkeit bzw. Stichhaltigkeit. Mit dieser Methode nimmt er den Leser an die Hand, entwickelt mit ihm gemeinsam seine Gedankengänge, verlangt durch rhetorische Fragen kein geringes Maß an Mitdenken vom Leser und veranschaulicht seine Thesen mit historischen, anekdotischen Beispielen.

Die These, die er am Schluss seiner Betrachtungen aufstellt, setzt er auch in seiner Art des Schreibens um. So rekonstruiert Sartori eine Demokratietheorie, die auf den Erfahrungswerten aus der Geschichte und einer Strategie des Ausprobierens aufbaut. Dieses System von „trial and error“ simuliert Sartori auch in seinem Untersuchungsstil durch das Fragen und Austesten aller Möglichkeiten, vor allem aus der normativen und empirischen Erkenntnisgewinnung und dem anschließenden Vorgehen nach dem Ausschlussprinzip. Worte, Begrifflichkeit und Sprachgeschichte sind die Basis seiner Untersuchungen. Die historischen Autoren und Quellen betrachtet Sartori als durch die jeweilige Zeit beeinflusst und als Zeitzeugen. Die Hauptvertreter handelt er relativ knapp und unvollständig ab. Neben Aristoteles als Zeitzeugen der antiken Demokratie behandelt er Rousseau, Marx und Lenin etwas ausführlicher, um die Gegensätze zum liberalen Demokratieverständnis aufzuzeigen. Ausdrücklich sagt Sartori, dass es nicht sein Interessenschwerpunkt sei, wer was wie gemacht habe, sondern, was und welche Ideen und warum sie entwickelt wurden.
Schmidt strukturiert seine Kapitel anhand eines Fragenkatalogs durch, so dass für jeden Themenbereich der gleiche Aufbau erkennbar ist. Im ersten Teil des Themenbereichs bietet er eine allgemeine Einleitung mit den zentralen Begriffen und Thesen und ordnet den jeweiligen Autor und sein Werk in das Vorhergehende ein. Im Mittelteil geht Schmidt ausführlich auf Details ein, um dann im Abschlusskapitel, der „Würdigung“, die Werke am Denken der jeweiligen Zeit, an ihrem Fortschritt hin zu moderner Demokratietheorie und ihrer innovatorischen Leistung zu messen.

[...]


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