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Das Unheimliche in der Erzählung "der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann nach Sigmund Freud

Termpaper, 2004, 22 Pages
Authors: Sandra Meyer, Melanie Ebert
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 22
Grade: 1
Bibliography: ~ 2  Entries
Language: German
Archive No.: V37902
ISBN (E-book): 978-3-638-37118-6

File size: 98 KB
Notes :
Psychologische Untersuchung des Textes "Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann auf der psychoanalytischen Grundlagen Sigmund Freuds



Excerpt (computer-generated)

Das Unheimliche in der Erzählung "der Sandmann"
von E.T.A. Hoffmann nach Sigmund Freud

von: Sandra Meyer und Melanie Ebert

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Sprachentwicklung des Wortes „unheimlich“

3. Phantastisches und Reales

4. Das Motiv des Sandmannes

4.1 Das Motiv der Augen / der Sehens und der Doppelgänger als Schreckbild
4.2 Gemeinsamkeiten von Sandmann, Coppelius und Coppola
4.3 Der psychische Apparat nach Freud

5. Das Motiv der Augen in der psychoanalytischen Diskussion nach Freud

5.1 Der Ödipuskomplex

6. Das Väter – Paar oder die Vater – Imago

7. Nathanael und Olympia

8. Allmacht der Gedanken

9. Tod, Leichen, Wiederkehr der Toten

10. Résumé

11. Literaturverzeichnis


 

1 . EINLEITUNG

Diese Arbeit befasst sich mit den von Freud ausgearbeiteten Themen zum Unheimlichen in der Erzählung „Der Sandmann“ von E.T.A. Hoffmann. Sie ist die Ergänzung zum bereits im Seminar vorgetragenen Referat „Unheimliches in der Erzählung ′Der Sandmann′ von E.T.A. Hoffmann“ und erläutert noch einmal ausführlich die Wirkung und die Entstehung des Unheimlichen in der Erzählung. Beginnend mit der Sprachentwicklung des Wortes „unheimlich“, führt diese Arbeit in die psychoanalytischen Thesen Freuds zu diesem Thema und endet schließlich mit der „Weltauffassung des Animismus“, sowie der Unheimlichkeitserzeugung und der Angst vor dem Toten überhaupt. Da Freud sehr umfangreich über das Thema des Unheimlichen schreibt und diese Arbeit eine Gemeinschaftsarbeit ist, wo sich jeder der Autoren auf einzelne Schwerpunkte spezialisiert hat, ist um Verständnis zu bitten, dass es nicht immer gelingt, eine klare Überleitung zu den einzelnen Themenbereichen zu finden. Diese Ausarbeitung kann und soll nur einen Überblick über die Arbeit Freuds zu dieser Thematik verschaffen. Dennoch bietet diese Arbeit einen interessanten Einblick in die Welt des Unheimlichen und versucht an jeder Stelle genau zu erklären, wie Freud seine einzelnen Überlegungen abgeleitet hat.

2 . DIE SPRACHENTWICKLUNG DES WORTES „UNHEIMLICH“

Das Unheimliche zählt zu einem vernachlässigten Gebiet in der ästhetischen Literatur. Es erweist sich als äußerst schwierig eine ausführliche Darstellung zu diesem Thema zu finden, da sich die Literatur eher mit den positiven Gefühlsarten beschäftigt als mit den gegensätzlichen, abstoßenden und peinlichen. Ohne Zweifel gehört das Unheimliche zum Schreckhaften, Angst- und Grauenerregenden. Freud bezieht sich dabei in seiner Untersuchung zum Unheimlichen auf die inhaltsreiche, aber nicht erschöpfende, ärztlich-psychologische Literatur von E. Jentsch (vgl. Freud, 1919, 243). Die Empfindlichkeit für diese Gefühlsqualität wird bei verschiedenen Menschen so sehr verschieden angetroffen, was die Untersuchung des Unheimlichen erschwert. Der Autor trifft, dem Thema gegenüber, auf eine große Stumpfheit. Die Feinfühligkeit fehlt (vgl. Freud, 1919, 244). „Er hat schon lange nichts erlebt oder kennengelernt, was ihm den Eindruck des Unheimlichen gemacht hätte, muß sich erst in das Gefühl hineinversetzen, die Möglichkeit desselben in sich wachrufen“ (Freud, 1919, 244).

Man kann nun zwei Wege einschlagen. Zum einen kann man nachschauen, welche Bedeutung die Sprachentwicklung in dem Wort unheimlich niedergelegt hat. Eine weitere Möglichkeit wäre alles zusammenzutragen, was an Personen und Dingen, Sinneseindrücken, Erlebnissen und Situationen das unheimliche Gefühl in uns wachruft. Der Charakter würde dann aus den Gemeinsamkeiten aller erschlossen werden (vgl. Freud, 1919, 244). Beide Wege führen zu dem Ergebnis ,dass das Unheimliche jene Art des Schreckhaften ist, welche auf das Altbekannte, Längstvertraute zurückgeht (ebenda). „Das deutsche Wort »unheimlich« ist offenbar der Gegensatz zu heimlich, heimisch, vertraut, und der Schluss liegt nahe, es sei eben darum schreckhaft, weil es nicht bekannt und vertraut ist“ (Freud, 1919, 244).Die Beziehung ist jedoch nicht umkehrbar, da nicht alles neue und nicht vertraute schreckhaft ist. Manches Neuartige wird leicht schreckhaft und unheimlich. Einiges Neuartige ist schreckhaft, durchaus nicht alles(vgl. Freud, 1919, 244). „Zum Neuen und Nichtvertrauten muss erst etwas hinzukommen, was es zum Unheimlichen macht“ (Freud, 1919, 244).

Nach Jentsch ist das Zustandekommen des unheimlichen Gefühls auf die intellektuelle Unsicherheit zurückzuführen. Das Unheimliche wäre somit etwas, womit man sich nicht auskennt (vgl. Freud, 1919, 244).Je besser die Orientierung eines Menschen in der Umwelt ist, desto weniger leicht wird er von verschiedenen Dingen oder Vorfällen den Eindruck der Unheimlichkeit empfangen. Für Freud ist die Aussage von Jentsch jedoch nicht erschöpfend. Er wendet sich zunächst anderen Sprachen zu. Dazu verwendet er verschiedene Wörterbücher, in denen er das Wort unheimlich nachschlägt (vgl. Freud, 1919, 245). Im Griechischen wird unheimlich gleichgesetzt mit den Wörtern fremd und fremdartig. Das Lateinische verbindet unheimlich mit einem unheimlichen Ort und mit einer unheimlichen Nachtzeit. Im Arabischen und Hebräischen fällt das Unheimliche mit dämonisch und schaurig zusammen (ebenda).

Freud benutzt auch Daniel Sanders′ Wörterbuch der Deutschen Sprache aus dem Jahr 1860, aus welchem er folgende Angaben zum Heimlichen entnimmt : „Heimlich, a. (-keit, f. –en): 1. auch Heimelich, heimelig, zum Hause gehörig, nicht fremd, vertraut, zahm, traut und traulich, anheimelnd etc. [...]“ ( Daniel Sanders′ Wörterbuch zitiert nach Freud, 1919, 245). „ [...] 2. versteckt, verborgen gehalten, so dass man Andre nicht davon oder darum wissen lassen, es ihnen verbergen will, vgl. Geheim [...] H-keit statt Geheimnis [...] “ (Daniel Sanders′ Wörterbuch zitiert nach Freud, 1919, 247). Auch das Unheimliche wird im Wörterbuch erläutert: „ [...] so auch nam. der Ggstz.: Un-: unbehagliches, banges Grauen erregend: Der schier ihm un-h., gespenstisch erschien [...] Un-h. nennt man Alles, was im Geheimnis, im Verborgnen ... bleiben sollte und hervorgetreten ist. Schelling, 2, 2, 649 etc. [...]“ (Daniel Sanders′ Wörterbuch zitiert nach Freud, 1919, 248). Es ist erkennbar, dass das Wort heimlich auch mit seinem Gegensatz unheimlich zusammenfällt. Das Heimliche wird zum Unheimlichen. Das Wort heimlich ist somit nicht eindeutig, sondern gehört zwei Vorstellungskreisen an: dem des Vertrauten, Behaglichen und dem des Versteckten, Verborgengehaltenen. Unheimlich ist nur der Gegensatz zur ersten Bedeutung, nicht aber zur Zweiten (vgl. Freud, 1919, 248). Freud führt einen weiteren Auszug auf aus dem Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm (Leipzig 1877) :

[...]


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