Scholary Paper (Seminar), 1999, 35 Pages
Author: MMag. Philipp Kaufmann
Subject: Communications: Journalism, Journalism Professions
Details
Institution/College: University of Vienna (Publizistik- und Kommunikationswissenschaften)
Tags: Ethik Journalismus
Year: 1999
Pages: 35
Grade: Sehr Gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-12347-1
File size: 179 KB
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Excerpt (computer-generated)
Abschlußarbeit
„Ethik und Journalismus“
WS 1998/99
Philipp Kaufmann
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort ... 3
2. Einleitung und Problemstellung ... 3
3. Ethik im Journalismus ... 4
3.1. Der systemtheoretische Ethikansatz von Rühl/Saxer ... 8
3.1.1. Der journalistische Ethikbedarf aus systemtheoretischer Betrachtungsweise ... 9
3.1.2. Theoretische Grundlagen einer funktional-systemrationalen Ethiktheorie ... 12
3.1.3. Kritik am systemtheoretischen Ethikansatz ... 17
3.2. Der individual-ethische Ansatz nach Boventer ... 20
3.2.1. Grundlegung einer Ethik der Verantwortung im Journalismus ... 20
3.2.2. Kritik am individual-ethischen Ansatz ... 24
3.3. Weitere Ansatzpunkte für eine Ethik des Journalismus ... 26
4. Literaturverzeichnis ... 31
1. Vorwort
Diese Arbeit wurde im Rahmen der Übung 7.2. erarbeitet, die von Frau Mag. Petra Herczeg im Wintersemester 1998/99 geleitet wurde. Die Aufgabenstellung war, das selbstgewählte Thema „Ethik und Journalismus“ wissenschaftlich zu behandeln und auszuarbeiten. Dies um es eventuell vor der Gruppe zu präsentieren (wenn wir noch Zeit dafür haben). Das Ziel meines Bemühens war im wesentlichen meinen Kollegen das überaus komplexe, jedoch spannende und packende Gebiet der Ethik im Bereich des Journalismus, das jeden später in seinem Beruf in irgendeiner Form beschäftigen wird, näherzubringen. Dies ist mir wichtig festzustellen, da wir viel Energie und Zeit in eine verständliche Aufbereitung sowie eine nachvollziehbare Form investiert habe. Ich hoffe, ich habe mein gesetztes Ziel, unsere Kollegen mit dieser Thematik vertraut zu machen, erfüllt.
2. Einleitung und Problemstellung
Was darf Journalismus? Wo liegen die Grenzen seines Handelns? Wie kann er sein Verhalten – sein Tun und Unterlassen – vor der Öffentlichkeit legitimieren? Dies sind wohl die zentralen Fragen, die eine journalistische Ethik zu beantworten hat. Es geht hier darum, den Journalismus selbst in den Mittelpunkt der ethischen Reflexion zu stellen. Diese Fragestellungen werden jeden von uns in der Realität früher oder später treffen und es bleibt uns nicht erspart, darüber nachzudenken und zumindest für uns selber Antworten parat zu haben. Diese Arbeit soll anhand von Theorien eine „rote Richtschnur“ für diese Thematik legen, die wenn nötig anhand der zusammengestellten Literatur vertieft werden kann (Bei dieser Arbeit wurde viel Energie bei der Suche der Literatur verwendet). Nach einer kurzen Einführung werden die zwei wesentlichen Theorien sowie deren Kritiken und im Anschluß weitere Konzepte dargelegt.
3. Ethik im Journalismus
Der Journalist, der Skandale aufdeckt, er, der Politiker hochlobt und wieder fallen läßt, er, der vorgibt für die Interessen der Öffentlichkeit zu sprechen – er sitzt nun selbst immer öfter auf der Anklagebank: Ob es nun die Berichterstattung des „Spiegel“ über den Tod des mutmaßlichen Terroristen Grams ist oder die tägliche Emotionalisierung von Verbrechen in Boulevardblättern, die damit das „gesunde Volksempfinden ansprechen wollen – der Journalismus ist selbst in einem gewissen Maße zum „Skandal im Skandal“ geworden.1
Gründe für diese Entwicklung können vor allem in den folgenden Ursachen gesehen werden:
- die Kommerzialisierung der Mediensysteme und der damit verbundene wachsende Konkurrenzdruck haben zum Kampf um hohe Auflagezahlen Einschaltquoten und Reichweiten geführt, welche die Basis für steigende Anzeigen- und Werbeerlöse bilden;
- die zunehmenden Konzentrationsprozesse in den Mediensysteme führen zum Entstehen von immer größeren Medienorganisation derer es durch weitreichende Arbeitsteilung zu einer „Anonymisierung der Verantwortung“2 kommt;
- der Wandel des journalistischen Berufsverständnises, der dazu geführt hat, daß sich Journalisten immer mehr als „vierte Gewalt“ im Staate sehen;3
- der steigende Aktualistätsdruck der vor allem durch Live- im Rundfunk höchste Anforderungen an die Journalisten stellt;
- die oft mangelhafte journalistische Ausbildung4 und das sich verschärfende Konkurrenzdenken im Journalismus, welches sich auf die ständig wachsenden Journalistenzahlen und dem damit einhergehenden zunehmendem Druck am Arbeitsmarkt zurückführen läßt.5
[...]
1 vgl. hierzu den Sonderteil „Skandale und journalistische Ethik“ in: Medium 2/89, S. 17-58.
2 Weischenberg, Siegfried: „Journalistik – Theorie und Praxis aktueller Massenkommunikation“. S. 177.
3 Persönliches Gespräch mit Günther Fehlinger.
4 Diese Aussage wurde von Herrn Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Langenbucher in der VO i.G. 1.1 getätigt und wurde damals als Begründung für das Studium der PKW angesehen, die zur Professionalisierung führen soll.
5 vgl. Pürer, Heinz: „Ethik in Journalismus und Massenkommundkation. Versuch einer Theorie-Synopse“. S. 309; weiters Weischenberg, Siegfried: „Journalistik – Theorie und Praxis aktueller Massenkommunikation“. S. 177 f.
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