Das Gruppenverhalten in einer Organisation

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Details

Titel: Das Gruppenverhalten in einer Organisation
Autor: Sabrina von der Heide
Fach: Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Veranstaltung: Theorie und Praxis der Organisation
Institution/Hochschule: Freie Universität Berlin
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 18
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 11  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 170 KB
Archivnummer: V37998
ISBN: 978-3-638-37195-7



Zusammenfassung / Abstract

In Zeiten neuer Managementmethoden gerät Teamarbeit immer häufiger in den Fokus der Managementforschung. Keine erwerbswirtschaftliche oder öffentliche Unternehmung kann von den enormen Folgen der Gruppenentstehungen auf das praktizierte Tätigkeitsfeld abstrahieren und ist faktisch verpflichtet eben jenen Gruppenbildungsprozess zu verfolgen, zu analysieren und im Rahmen ihrer gegebenen Möglichkeiten zu steuern. Vor allem Schreyögg verweist auf die Gruppe als unübersehbaren Bestandteil einer jeden Unternehmung und macht deutlich, dass die Subsumierung dieser Thematik unter den Punkt der Unternehmenssteuerung unabdingbar ist. Gerade sozio-dynamische Gruppen und deren Entstehungen und Auswirkungen auf betriebliche Prozesse geraten zunehmend in das Blickfeld der Wirtschaftswissenschaften und stellen eine hohe Herausforderung an eine sowohl gewinn- als auch sozialorientierte Unternehmensführung dar. Der Angestellte und/oder Arbeiter mit seinen individuellen Fertigkeiten und Verhaltensmustern wird heute zunehmend als Teil der Kernkompetenz der Unternehmung, den „human ressources“ gesehen, deren Vernachlässigung und Verschwendung im Rahmen der Unternehmenssteuerung pathologische Verhaltensmuster generiert und fördert, die ureigene Ziele der gewinnorientierten Unternehmung, wie zum Beispiel maximale Ausnutzung der gegebenen Ressourcen sabotieren. Aufmerksamkeit wird hier vor allem dem Einfluss von Gruppen auf den betrieblichen Leistungserstellungsprozess und den damit einhergehenden Effektivitätsverlusten oder Gewinnen gewidmet4. Unabdingbar für das Verständnis einer Gruppe ist das Erkennen der ihr inneliegenden Dynamik und die aus eben jener Analyse möglicherweise resultierenden Auswirkungen auf die betriebliche Organisation5. Die vorliegende Arbeit gibt einen kurzen theoretischen Überblick über die Begrifflichkeiten und erläutert die Unterscheidung zwischen formellen und informellen Gruppen näher. Dem folgend werden Auswirkungen der Gruppenbildung auf Prozesse in der erwerbswirtschaftlichen Organisation aufgezeigt. Aufgrund der mannigfaltigen Phänomene, die im Prozess der Gruppenbildung beobachtbar sind, ist in diesem Zusammenhang eine kritische Würdigung unter Berücksichtigung der Implikationen für die Organisationsgestaltung angebracht und wird daher in diesem Teil der Arbeit verfolgt.

Textauszug

Freie Universität Berlin

Hauptseminararbeit
Theorie und Praxis der Organisation

Das Gruppenverhalten in einer Organisation

Sabrina von der Heide

WS 2004/05

 

 

Inhalt

1. Einleitung Seite 2

2. Theoretische Ansätze Seite 3-4

3. Formelle und informelle Gruppen Seite 4-6

3.1 Auswirkungen der Gruppenbildung auf die betrie blichen Prozesse Seite 6-7

3.2 Kohäsion Seite 8

3.3. Werte –und Normsystem Seite 9-10

3.4 Rollendifferenzierung Seite 11-12
3.4.1 Die Kommunikationsstruktur Seite 12-13

3.5 Kollektive Handlungsmuster Seite 14
3.5.1 Konformitätsdruck und Groupthink Seite 14-15
3.5.2 Risikobereitschaft Seite 15-16

4. Schlussbetrachtung Seite 16

5. Literatur Seite 17

 

 

1. Einleitung

In Zeiten neuer Managementmethoden gerät Teamarbeit immer häufiger in den Fokus der Managementforschung1. Keine erwerbswirtschaftliche oder öffentliche Unternehmung kann von den enormen Folgen der Gruppenentstehungen auf das praktizierte Tätigkeitsfeld abstrahieren und ist faktisch verpflichtet eben jenen Gruppenbildungsprozess zu verfolgen, zu analysieren und im Rahmen ihrer gegebenen Möglichkeiten zu steuern. Vor allem Schreyögg verweist auf die Gruppe als unübersehbaren Bestandteil einer jeden Unternehmung2 und macht deutlich, dass die Subsumierung dieser Thematik unter den Punkt der Unternehmenssteuerung unabdingbar ist. Gerade sozio-dynamische Gruppen und deren Entstehungen und Auswirkungen auf betriebliche Prozesse geraten zunehmend in das Blickfeld der Wirtschaftswissenschaften und stellen eine hohe Herausforderung an eine sowohl gewinn- als auch sozialorientierte Unternehmensführung dar. Der Angestellte und/oder Arbeiter mit seinen individuellen Fertigkeiten und Verhaltensmustern wird heute zunehmend als Teil der Kernkompetenz der Unternehmung, den „human ressources“ gesehen, deren Vernachlässigung und Verschwendung im Rahmen der Unternehmenssteuerung pathologische Verhaltensmuster generiert und fördert, die ureigene Ziele der gewinnorientierten Unternehmung, wie zum Beispiel maximale Ausnutzung der gegebenen Ressourcen sabotieren3. Aufmerksamkeit wird hier vor allem dem Einfluss von Gruppen auf den betrieblichen Leistungserstellungsprozess und den damit einhergehenden Effektivitätsverlusten oder Gewinnen gewidmet4. Unabdingbar für das Verständnis einer Gruppe ist das Erkennen der ihr inneliegenden Dynamik und die aus eben jener Analyse möglicherweise resultierenden Auswirkungen auf die betriebliche Organisation5.

Die vorliegende Arbeit gibt einen kurzen theoretischen Überblick über die Begrifflichkeiten und erläutert die Unterscheidung zwischen formellen und informellen Gruppen näher. Dem folgend werden Auswirkungen der Gruppenbildung auf Prozesse in der erwerbswirtschaftlichen Organisation aufgezeigt. Aufgrund der mannigfaltigen Phänomene, die im Prozess der Gruppenbildung beobachtbar sind, ist in diesem Zusammenhang eine kritische Würdigung unter Berücksichtigung der Implikationen für die Organisationsgestaltung angebracht und wird daher in diesem Teil der Arbeit verfolgt.

2. Theoretische Ansätze

Der Begriff der „Gruppe“ wird in unserem Sprachgebrauch vielfältig genutzt: Primär wird der Begriff dazu verwendet, eine größere Anzahl von Menschen zu beschreiben, die sich in ein- und demselben Zustand befinden, wie z. B. Jugendliche, die nachts vor einer Diskothek stehen oder eine Gruppe von Studenten, die versuchen gegen die Einführung von Studiengebühren zu demonstrieren.

Eine große Anzahl von Menschen ist z.B. auch auf einem Weihnachtsmarkt oder auf einem Konzert anzutreffen, doch das Einzige, was diese Menschen verbindet, ist, dass sie zur gleichen Zeit am gleichen Ort aufeinander treffen, um einem individuelle n Bedürfnis nachzugehen, das sich mit den Bedürfnissen Aller deckt. So z.B. um im Supermarkt Lebensmittel einzukaufen.

Kroner definiert Masse folgendermaßen: „Unter der aktuellen Masse wird verstanden, daß sich (a) viele (b) unterschiedliche Menschen, die sich (c) untereinander nicht kennen, (d) an einem Ort (e) dicht gedrängt (f) ohne eine feste, vorgegebene soziale Struktur (g) auf ein gemeinsames Objekt konzentrieren6“. Diese Art des Gruppenbegriffes ist daher klar von der Definition einer Gruppe im soziodynamischen Sinne abzugrenzen.

„Unter dem Begriff Gruppe versteht man ein hochorganisiertes soziales Gebilde, das aus einer meist kleinen Zahl von wechselseitig in Beziehung stehenden Individuen zusammengesetzt ist7“.

Eine Gruppe im betriebswirtschaftlichen Sinne ist eine Anzahl von Menschen, die in einem direkten Kontakt zueinander stehen, so dass jedes Mitglied mit jedem anderen Mitglied interagieren und kommunizieren kann. Voraussetzungen für eine solche Interaktion sind neben den neuesten Hilfsmitteln der Technologie auch die Zeitspanne, in der die Kommunikation stattfindet.

Innerhalb der Gruppe muss ein gemeinsames Ziel gesetzt werden, worauf mit einem gemeinsamen Wollen hingearbeitet werden soll. Es ist wichtig, dass die Mitglieder einer Gruppe in einer betriebswirtschaftlichen Organisation sich untereinander als Mitglieder anerkennen, so dass ein so genanntes „Wir-Gefühl“ entstehen kann.

[...]


1 Vgl. Steinmann, H./Schreyögg, G., Management - Grundlagen der Unternehmensführung, Wiesbaden 2000.

2 aaO, S. 529.

3 Vgl. Schreyögg, G., Organisation, Wiesbaden 2003, S. 238 f.

4 Vgl. Steinmann, H./Schreyögg, G., Management, S. 530.

5 aaO.

6 Vgl. Kroner, B., Massenpsychologie und kollektives Verhalten, Göttingen 1972.

7 Battegay, R., Der Mensch in der Gruppe, Bern 1968, S. 11.

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