Alumni-Netzwerk an der FH Jena

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Details
Autoren: Sebastian Eckhardt, Karin Danz, Peggy Schütze, Claudia Kraus
Fach: Wirtschaft - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Veranstaltung: Marketing
Institution/Hochschule: Fachhochschule Jena
Jahr: 2004
Seiten: 168
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 20 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1696 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-37220-6
In dieser Studie geht es um die Einführung eines Alumni-Netzwerkes an der FH Jena. Es wurde eine ausführliche Befragung der Studenten und Absolventen aller Fachbereiche durchgeführt (Fragebögen befinden sich im Anhang). In der Arbeit wurden die Bögen ausgewertet und Handlungsempfehlungen für die Umsetzung einer Alumni-Initiative gegeben.
Textauszug (computergeneriert)
Alumni-Netzwerk an der FH Jena
von: Sebastian Eckhardt, Karin Danz, Peggy Schütze und Claudia Kraus
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 8
1.1. Vorgehensweise 11
1.2. Definition des Begriffs Alumni und seine historische Entwicklung 12
1.3. Zahlen und Fakten zur FH Jena 14
1.4. Allgemeine statistische Daten der Erhebung 15
1.5. Geografische Verteilung der Absolventen nach Wohnsitz 21
2. Situationsanalyse 23
2.1. Situationsanalyse der Alumni-Arbeit an der FH Jena 24
2.2. Aktueller Stand der Alumni-Arbeit speziell am Fachbereich BW 25
3. Vorbild für ein erfolgreiches Alumni-Netzwerk am Beispiel der Universität Mannheim 26
3.1. Akzeptanz bei den Studenten 26
3.2. Organisation, Aufbau und Aufgaben des Netzwerkes 30
3.3. Finanzierung durch Mitgliedsbeiträge im Vergleich 32
4. Ausgewählte Ergebnisse der statistischen Erhebung bei Absolventen und Studenten der FH Jena 34
4.1. Bekanntheit des Alumni-Begriffs und des Netzwerkes 35
4.2. Kontaktgestaltung 38
4.3. Zufriedenheit mit (und an) der FH Jena 41
4.4. Ansprüche an ein Alumni-Netzwerk 50
4.5. Eigene Leistungen für das Alumni-Netzwerk 56
4.6. Mitgliedschaft und Zahlungsbereitschaft 59
4.6.1. Mitgliedschaft 59
4.6.2. Zahlungsbereitschaft 64
4.7. Kontakterhaltung der Absolventen zur Fachhochschule Jena 70
4.8. Kritische Würdigung 72
5. Handlungsempfehlungen für die Konzeption eines Alumni-Netzwerkes 73
5.1. Organisation und Aufbau 74
5.1.1. Zentrale oder Dezentrale Organisation 76
5.1.2. Rechtsform 77
5.1.3. Konzept und Aufgaben 78
5.2. Finanzierung 79
5.3. Leistungen 80
5.3.1. Erwartete Leistungen von einem Alumni-Netzwerk 82
5.3.2. Einbringen eigener Leistungen in ein Alumni-Netzwerk 82
5.3.3. Sonstige Leistungen der Fachhochschule Jena 83
5.3.3.1. Sonstige Leistungen für Studenten 83
5.3.3.2. Sonstige Leistungen für Absolventen 85
5.4. Kommunikation 85
5.5. Ziele 90
6. Fazit 92
6.1. Zusammenfassung der brisantesten Erkenntnisse der Befragung 93
Anhang 96
Quellenverzeichnis 167
1. Einleitung
Im Rahmen des Marktforschungsprojektes des 6. Semesters wurde von den Studenten, Karin Danz –Projektleiterin, Sebastian Eckhardt, Claudia Kraus und Peggy Schütze, ein Konzeptvorschlag mit dem Inhalt „Alumni-Netzwerk an der Fachhochschule Jena“ erstellt. Für die erfolgreiche Alumni-Arbeit an einer Hochschule müssen zunächst entsprechende Kenntnisse über die Präferenzen und Wünsche der Hauptzielgruppen (Absolventen und Studenten) vorliegen. Diese Daten wurden durch eine primäre Datenerhebung mittels eines speziell auf die Interessen der FH Jena abgestimmten Fragebogens zusammengetragen. Als Befragungsinstrumente wurden unter anderem E-Mail, Telefon, Mail und persönliche Interviews eingesetzt.
Das Ziel der nachfolgenden Studie ist es, die Einführung eines gut strukturierten und nachhaltigen Alumni-Netzwerkes an der FH Jena zu unterstützen. Dies soll unter anderem auf der Grundlage der ausgewerteten Fragebögen geschehen. Zunächst einmal sollte die Bekanntheit des Alumni-Begriffs sowie die Bekanntheit des Netzwerkes an der Fachhochschule Jena ermittelt werden. Weitere Unterziele sind, eine fachhochschul- und studentengerechte Kontaktgestaltung aufzubauen, die Zufriedenheit mit (und an der) FH Jena festzustellen, sowie die Ansprüche an ein Alumni-Netzwerk der zukünftigen Mitglieder abzuleiten. Im Fragebogen wurden denkbare Leistungen des Netzwerkes aufgelistet, um auf Grund der Antworten, die wichtigsten Leistungen zu selektieren und eine Rangfolge aufzustellen. Weiterhin erwartet sich die FH Jena das Einbringen eigener Leistungen der Alumni, in verschiedenster Art und Weise. Entscheidend für die Alumni-Arbeit ist es zudem, Kenntnisse über die Zahlungsbereitschaft der Absolventen, Studenten und Unternehmen zu erlangen. Der letzte Schwerpunkt bei der Befragung lag auf der Kontakterhaltung der Absolventen zur FH Jena bzw. den Fachbereichen im Allgemeinen sowie mit Kommilitonen und Professoren im Einzelnen. Die zuvor beschriebenen Ziele und die dazugehörigen Auswertungen der Studie sind im Gliederungspunkt vier ausführlich beschrieben.
Mehrere gute Gründe gaben Anlass ein solches Projekt ins Leben zu rufen. Zum einen ist da die unsichere finanzielle Zukunft des Bildungssektors in Deutschland ganz allgemein und die der Hochschulen im Speziellen. Immer öfter wird über immense Kürzungen in diesem Sektor seitens der Regierung gesprochen. Zum anderen auf Grund der leeren Kassen des Bundes und der Länder wird es in den nächsten Jahren darauf hinaus laufen, dass sich die höheren Bildungseinrichtungen zu einem immer größer werdenden Teil aus eigenen Mitteln finanzieren müssen. Eine Lösung dieses Problems sollen die zur Diskussion stehenden Studiengebühren sein.
Die Einführung der Gebühr in Thüringen in Höhe von 500€ ist aktuell nur für „Langzeitstudenten“ zum Wintersemester 2004/2005 vorgesehen. Allerdings wird bereits bundesweit über eine allgemeine, für alle Studenten ab dem ersten Semester, fällige Studiengebühr diskutiert. Das Problem hierbei ist jedoch, dass die Gelder mit sehr großer Wahrscheinlichkeit gar nicht in voller Höhe den Hochschulen, wie vorgesehen, zugute kommen, sondern direkt in die jeweiligen leeren Länderkassen fließen. Ebenfalls gut möglich ist, dass die Kürzungen staatlicher Gelder mindestens in der Höhe der vereinnahmten Studiengebühren durchgeführt werden und den Hochschulen somit trotz dieser Maßnahmen nicht mehr Geld zur Verfügung steht. Dies führt im Endeffekt zu einem Nullsummenspiel und die angestrebte Verbesserung der Studien- und Lehrqualität bleibt aus. Nichts desto trotz wäre das Ergebnis dieser Variante, dass sich Hochschulen zumindest zu einem gewissen Prozentsatz aus den so generierten Zahlungsmitteln selber finanzieren können und damit eigenständiger und von öffentlichen Zuschüssen unabhängiger werden. Eine weitere Möglichkeit einer autonomen Finanzierung wäre die Einführung eines Alumni- Netzwerkes, bei dem die Mitglieder einen gewissen Beitrag leisten, oder auch freiwillige Geld- bzw. Sachspenden der FH Jena zukommen lassen können. Die Vorteile bei dieser Variante liegen darin, dass die Mitgliedschaft und die damit verbundenen Zahlungen auf freiwilliger Basis erfolgen und die Gelder zu 100% dem jeweiligen Alumni-Club und der Hochschule zugute kommen.
Die finanzielle Seite sollte aber nicht der Hauptgrund für die Bildung eines Alumni- Netzwerkes sein, da das Fundraising1 sicherlich erst im späteren Zeitverlauf des Bestehens, in der erhofften Größenordnung, eintritt. Im Vordergrund sollte das so genannte Friendraising2 stehen, wo es hauptsächlich um die Kontakthaltung zwischen den Alumni selbst und natürlich ihrer ehemaligen Hochschule geht. Alumni sind schließlich nicht in erster Linie das finanzielle Rückrat der Hochschulen, sondern ihr wirksamstes Marketing-, Branding- und Recruiting-Instrument.3 Ferner baut das komplette Alumni-Konzept auf der Erzielung von Synergieeffekten beider Seiten (sowohl der Hochschule, als auch der Absolventen) auf. Nur wenn beide Kooperationspartner in genügendem Maße profitieren, kann die Organisation erfolgreich sein. Um dies erreichen zu können, muss den aktuellen Studenten und den Absolventen, ein nach ihren Wünschen aufgebautes Alumni-Netzwerk geboten werden. Der nachhaltige Kontakt der FH Jena zu seinen Absolventen ist von besonderer Wichtigkeit. Die Fachhochschule könnte dadurch Kooperationen zu Unternehmen in denen die Alumni tätig sind, erhalten. Derartige Verbindungen zur Wirtschaft sind für eine praxisorientierte Bildungseinrichtung unverzichtbar!
Abb. 1.1: Alumni-Netzwerke in Deutschland [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Das solche Netzwerke stetig an Wichtigkeit gewinnen sieht man nicht zuletzt auch daran, dass immer mehr Hochschulen in Deutschland Alumni-Programme aufbauen und einführen. Anhand der Abb. 1.1 ist deutlich zu erkennen, dass sich die Zahl der Alumni-Netzwerke in den letzten vier Jahren verdoppelt hat. Der grau unterlegte Balkenteil ist ein Trendwert für das Jahresende 2003, da dieser Artikel bereits im Frühjahr erschienen ist und somit noch keine anderen aktuellen Daten vorlagen. Allerdings ist aufgrund der steigenden Wachstumsraten, bei der Gründung von Alumni-Vereinen, mit einer deutlichen Erhöhung zu rechnen. Ein weiterer Grund für die Einführung eines Alumni-Netzwerkes ist, dass Hochschulen in Zukunft im freien Wettbewerb untereinander stehen werden. Dies könnte z. B. durch die momentan diskutierte Abschaffung der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) forciert werden. Da sich dann die Studenten ihre Hochschule, je nach persönlichen Präferenzen selber aussuchen können, werden diejenigen Einrichtungen mit besten Schlüsselqualifikationen den Vorzug erhalten. Ebenfalls zu berücksichtigen sind hier auch Hochschulrankings, wie das jährlich erscheinende Ranking im „Stern spezial“ (Campus und Karriere). Infolge des freien Wettbewerbs wird der Konkurrenzdruck für die einzelnen Hochschulen immer größer werden und sich letztendlich eine Elite herauskristallisieren, wie das bereits in den USA erfolgt ist, mit Harvard und Stanford an der Spitze. Die große Aktualität dieser Thematik spiegelt die momentane Diskussion über die Einführung von Elitehochschulen in Deutschland wieder. Und welche bessere Reputation könnte eine Hochschule aufweisen, als erfolgreiche Absolventen, die bei den Unternehmen hoch gefragt sind?
1.1 Vorgehensweise
Die Projektgruppe erarbeitete vier Fragebögen, mit deren Hilfe die Bedürfnisse und Einstellungen der Studenten sowie Absolventen im Bezug auf ein zu errichtendes Alumni- Netzwerk analysiert werden sollten. Es wurden vier Gruppen befragt, zum einen Absolventen und Studenten des Fachbereiches BW und zum anderen Absolventen und Studenten der übrigen Fachbereiche (nachfolgend mit dem Ausdruck Zentral bezeichnet). Dabei wurden die Werkzeuge, die aus dem Direktmarketing bekannt sind genutzt. Baier, Hoke und Stone definierten den Begriff Direktmarketing wie folgt: „Direktmarketing ist eine interaktive Marketing-Methode, die durch Einsatz eines oder mehrerer Werbemedien eine messbare Reaktion und / oder Auftragsquote bei der jeweiligen Kontaktstelle erzeugt.“4 Die verwendeten Instrumente waren E-Mail-Befragung (Primärerhebung), Kontaktaufnahme über das Telefon, persönliche Interviews und Mailings. Die Entwicklung des Fragebogens wurde nach intensiver Internet- und Literaturrecherche auf die Bedürfnisse der Mitglieder des zukünftigen Alumni-Netzwerkes abgestimmt und mit dem Alumni-Beauftragten, Herr Prof. Dr. oec. publ. Bösch sowie den Projektbetreuern abgesprochen. Nachdem der Fragebogen fertig bearbeitet und eine erste vollständige Version erstellt war, wurde mit fünf Absolventen und zehn Studenten ein Pretest durchgeführt. Dieser half die Verständlichkeit und Qualität der Fragen zu überprüfen, sowie deren spätere Auswertbarkeit zu kontrollieren.
Die Umfrage trug überdies dazu bei, die bis dato unqualifizierten Adressdatenbanken der FHAbsolventen zu komplettieren. Unter Berücksichtigung des Datenschutzes wurden die Fragebögen, durch das Sekretariat des Fachbereiches BW, an die Absolventen versendet. Via E-Mail wurden die Absolventen BW, sowie Absolventen Zentral befragt. Auf Grund fehlender E-Mail Adressen bei den BWLern, wurden hier zuzüglich noch Briefe versendet. Die persönlichen Interviews wurden ausschließlich mit Studenten durchgeführt. Von den insgesamt 494 versendeten E-Mails wurden 224 beantwortet, dass bedeutet eine Rücklaufquote von ca. 45%. Von 273 Postsendungen antworteten 31 der Angeschriebenen, was einer Rücklaufquote von 11% entspricht. Anzumerken ist, dass die Quote von 11% erst durch eine telefonische Nachfassaktion erreicht wurde. Dies war nötig, da der Rücklauf bis dato unzureichend ausfiel und somit keine repräsentative Aussage getroffen werden konnte. Eine Stichprobe ist nur dann repräsentativ, wenn sie ein verkleinertes Abbild der Grundgesamtheit darstellt. Nach dem Gesetz der großen Zahlen ist die Stichprobe jedoch repräsentativer, wenn die Zahl der Elemente einer Stichprobe steigt.5 Bei den Absolventen Zentral war ebenfalls eine Nachfassaktion nötig. Leider lieferte diese nicht den gewünschten Erfolg, so dass für einige Studiengänge keine allgemeingültige Aussage getroffen werden konnte.
Nach dem Eingang der ausgefüllten Fragebögen, konnte mit der zeitaufwendigen elektronischen Datenerfassung begonnen werden. Der nächste Schritt galt nun der Ausarbeitung und Auswertung aller erhobenen Daten, welche in Form einer Projektstudie zusammengefasst wurden. Zum Abschluss findet eine Präsentation vor den Projektinitiatoren statt.
1.2 Definition des Begriffs Alumni und seine historische Entwicklung
[...]
1 Fundraising: Generierung von Spenden und anderen materiellen Zuwendungen
2 Friendraising: Kontakthaltung zu den ehemaligen Kommilitonen; wird nach amerikanischen Vorbild als Basis für ein funktionierendes Alumni-Konzept angesehen.
3 Kurzke, E. Konzeption eines nachhaltigen Alumni-Projektes am Fachbereich Betriebswirtschaft der FH Jena
4 Heinrich Holland, Direktmarketing, Verlag Vahlen 1992, S.4-5
5 http://www.lexikon-definition.de/Repraesentativitaet.html
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