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M. Arold, So frei wie ihr? - F. De Cesco, Aischa oder die Sonne des Lebens. Eine vergleichende Analyse zum Thema 'Islam' im Jugendbuch

Examination Thesis, 2005, 130 Pages
Author: Sonja Thele
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Event: Islam als Thema in Kinder- und Jugendbüchern
Institution/College: University of Münster (Lehramt Primarstufe)
Tags: Arold, Cesco, Aischa, Sonne, Lebens, Eine, Analyse, Thema, Islam, Jugendbuch, Islam, Thema, Kinder-, Jugendbüchern
Category: Examination Thesis
Year: 2005
Pages: 130
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 42  Entries
Language: German
Archive No.: V38148
ISBN (E-book): 978-3-638-37307-4

File size: 685 KB


Excerpt (computer-generated)

M. AROLD, SO FREI WIE IHR? –
F. DE CESCO, AISCHA ODER DIE SONNE DES LEBENS.
EINE VERGLEICHENDE ANALYSE ZUM THEMA ′ISLAM′
IM JUGENDBUCH

Schriftliche Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung

 für das Lehramt für die Primarstufe

vorgelegt von

Sonja Thele

Münster 2005

 


Die Reise
Die Reise meines Lebens
beginnt in meinem Heim
und endet auf dem Friedhof.
Mein Leben ähnelt dem
eines Leichnams, der auf den Schultern
meines Vaters, meiner Brüder,
meines Mannes und meines Sohnes getragen wird.
Gebadet in Religion,
bekleidet mit Bräuchen
und begraben in Ignoranz.


- unbekannt -

 

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung ...  1

2 Sachanalyse zum Thema Islam  ...  3
2.1 Was ist Islam?  ...  3
2.1.1 Entstehung und Ausbreitung des Islam  ...  4
2.1.2 Die fünf religiösen Pflichten der Muslime  ...  7
2.2 Der Koran, die heilige Schrift der Muslime  ...  11
2.2.1 Die Stellung der Frau im Koran  ...  11
2.2.2 Rechte /Lebensbedingungen der Frau  ...  13
2.3 Ehe und Familie ...  14
2.3.1 Die Bedeutung der Sexualität in der islamischen Gesellschaft ...  18
2.3.2 Erbrecht  ...  19

3 Muslimische Frauen und Mädchen und das Leben zwischen zwei Kulturen  ...  20
3.1 Das Leben in der Fremde: türkische Familien in Deutschland  ...  20
3.2 Erziehung ...  21
3.3 Der Begriff der Ehre in der muslimischen Gesellschaft ...  23
3.4 Das Kopftuch: Entstehung, Auswirkungen bis in die heutige Zeit  ...  25
3.4.1 Die Verschleierung ...  25

4 Aktuelle Bezüge der Islamproblematik ...  28
4.1 Ermordung des islamkritischen Filmemachers Theo van Gogh  ...  28
4.2 Der Kopftuchstreit ...  30

5 Einführung in die Kinder- und Jugendliteratur  ...  34
5.1 Der moderne Kinderroman ...  36
5.2 Der psychologische Kinderroman ...  37
5.3 Der Adoleszenzroman  ...  38

6 Literarische Aufbereitung der Problematik muslimischer Mädchen der zweiten Einwanderergeneration auf der Suche nach der eigenen Identität ...  40
6.1 Die Autorin: Federica de Cesco  ...  41
6.2 Federica de Cesco: „Aischa oder die Sonne des Lebens“  ...  42
6.3 Inhaltsangabe ...  42
6.4 Inhaltliche Analyse ...  44
6.4.1 Realitäts- und Problemgehalt  ...  44
6.4.2 Stilanalyse – Sprache / Form ...  60
6.5 Einordnung in eine literarische Gattung ...  72

7 Marliese Arold: „So frei wie ihr? Hatice lebt zwischen zwei Welten“  ...  74
7.1 Die Autorin: Marliese Arold  ...  75
7.2 Inhaltsangabe ...  75
7.3 Inhaltliche Analyse ...  77
7.3.1 Realitäts- und Problemgehalt  ...  77
7.3.2 Stilanalyse – Sprache / Form ...  95
7.4 Einordnung in eine literarische Gattung ...  106

8 Vergleich der beiden Romane  ...  109
8.1 Inhaltliche Aspekte ...  109
8.1.1 Gemeinsamkeiten  ...  109
8.1.2 Unterschiede ...  112
8.2 Sprachliche/ stilistische Aspekte ...  115
8.2.1 Gemeinsamkeiten  ...  115
8.2.2 Unterschiede ...  116
8.2.3 Abschließende Gegenüberstellung der Romane ...  117

9 Schlussbetrachtung ...  120

10 Literaturverzeichnis ...  122

 

Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die 5 Säulen des Islam (Böge/ Bohn/ Gress/ u.a. 2002:23)  ...  8
Abbildung 2: Szene 1 aus dem Film Submission (Stern 47/ 2004:27)  ...  29
Abbildung 3: Szene 2 aus dem Film Submission (Spiegel 47/ 2004:60)  ...  29
Abbildung 4: Buchumschlag "Aischa oder die Sonne des Lebens", Federica de Cesco  ...  42
Abbildung 5: Buchumschlag "So frei wie ihr? Hatice lebt zwischen zwei Welten", Marliese Arold ...  74

 

 

1 Einleitung

In der Öffentlichkeit gerät der Islam gerade seit dem 11.September.20001 immer wieder stark ins Kreuzfeuer der Kritik, sodass es häufig zu Verallgemeinerungen über die gesamte muslimische Gesellschaft kommt. Mit dem Begriff Islam an sich wird nicht mehr die Religion verbunden, sondern eine relativ kleine Gruppe von Muslimen, die so genannten Islamisten, die die Religion für ihre Zwecke missbrauchen. Dem Islam hängt demgemäß fast immer der fade Beigeschmack von Terrorismus, Brutalität und fanatischem Glaubenskampf nach, der auch durch aktuelle politische Debatten immer wieder akzentuiert wird.

Weitere Aspekte, die mit dem Islam assoziiert werden sind vornehmlich die Unterdrückung der Frauen, Zwangsehen oder Gewalt gegen Frauen und Kinder. Die Männer der islamischen Gesellschaft sind nach diesem aktuellen Verständnis die Unterdrücker und die Frauen und Kinder die Unterdrückten.

Durch die ausgeprägte Darstellung des „Feindbildes Islam“ ist eben auch eine Generalisation der öffentlichen Meinung zu begründen. Hört man in den Nachrichten von Muslimen, so verbindet man mit diesen oftmals die so genannten „Schläfer“, die nur darauf warten den nächsten katastrophalen Übergriff auf die Menschheit zu verüben, um sich am heiligen Krieg zu beteiligen und im Namen Allahs das eigene Leben zu opfern.

Um dieser Verallgemeinerung der öffentlichen Meinung Einhalt zu gebieten, ist es also notwendig, sich mit der sehr umfangreichen „Thematik Islam“ im Allgemeinen zu beschäftigen, um sich einen eigenen Standpunkt zu bilden. Dieses „Informieren“ über den Islam, seine Geschichte, aktuelle Bezüge oder einfach kulturelle Hintergründe ist meines Erachtens für eine angehende Lehrerin unumgänglich, da es in der heutigen multikulturellen Gesellschaft fast selbstverständlich ist auch ausländische beziehungsweise muslimische Kinder im Klassenverband zu unterrichten. Damit man die Kinder nicht über einen Kamm schert und die Vorurteile der hiesigen Gesellschaft an diesen auslässt, ist es unbedingt notwendig, sich mit deren Kultur auseinandergesetzt zu haben. Auch sollten diese Kinder möglichst in den Klassenverband integriert werden, indem beispielsweise auf kulturelle Eigenheiten, muslimische Feiertage, oder auch Traditionen eingegangen und den anderen Kindern ein Einblick in die ihnen fremde Kultur geboten wird. 

Mit dieser Arbeit soll also zunächst ein grundlegender Einblick in die wichtigsten Bereiche der umfangreichen „Thematik Islam“ - seine Entstehung mitsamt seinen Auswirkungen bis in die heutige Zeit - gewährt werden. Im Anschluss wird die Umsetzung der Thematik anhand von Jugendbüchern aufbereitet und die Darstellungsweise verglichen. Der thematische Schwerpunkt der literarischen Betrachtung wird auf die Identitätssuche muslimischer Mädchen der zweiten Einwanderergeneration gelegt.1

2 Sachanalyse zum Thema Islam

Aufgrund der umfangreichen Thematik, die mit dem „Islam“ verbunden wird, kann nicht auf die komplette Problematik eingegangen werden. Es werden vielmehr nur einige Aspekte aufgegriffen und untersucht, die für die folgenden Jugendbuchanalysen wichtig sind: die Rechte der Frauen, Familienstrukturen.

2.1 Was ist Islam?

Auf die Frage, was der Islam sei geben Muslime häufig die folgende Antwort: „Es geh[t] um den Glauben an einen Gott (Monotheismus) und um die Verpflichtung zu einer Ethik der Nächstenliebe.“ (Böge/ Bohn/ Gress/ u.a. 2002:9). Die soziale Verantwortung den Mitmenschen gegenüber gehört zu den Pflichten des Islam (Böge/ Bohn/ Gress/ u.a. 2002:12f.).

Das Wort Islam wird aus dem arabischen hergeleitet und beinhaltet Frieden, Unterwerfung, Hingabe oder auch Gehorsam und wird von Muslimen als die Benennung ihres Glaubens verwendet (<http://www.al-tauhid.de/index.php?site= artikel&art=48 > (24.10.2004)).

Aus muslimischer Sicht sind nur die im Koran übermittelten Worte die einzigen unverfälscht gebliebenen Offenbarungen Gottes. Der Islam bezieht gleichwohl den rechten Glauben, wie auch die Einhaltung islamischer Normen in seine Grundzüge mit ein (Elger 2004:137).

Ebenfalls wichtig für das Verständnis ist der Aspekt, dass es für den Islam nie möglich war, Religion und Gesellschaft, sowie Religion und Politik voneinander zu trennen. Als Folge dessen entwickelten sich im Laufe der Geschichte ein „deutliches Sendungsbewusstsein“ und ein deutlicher „Missionsanspruch“ (Böge/ Bohn/ Gress/ u.a. 2002:38).

Der Islam - die jüngste der drei monotheistischen Religionen - begründet seine Abgrenzung gegenüber Judentum und Christentum mit seinem „Vollkommenheits- oder Überbietungsanspruch“ (Böge/ Bohn/ Gress/ u.a. 2002:30).

Religiöse Ansichten der beiden anderen Konfessionen werden nicht nur in den Islam eingegliedert, sondern ebenso in diesem veredelt und in die letzte, endgültige Form gebracht. Der Islam wird demnach aus muslimischer Sicht als End- und Höhepunkt in der Geschichte der monotheistischen Religionen, und somit Mohammed als letzter und perfektester Prophet als das „Siegel der Propheten“ (Böge/ Bohn/ Gress/ u.a. 2002:31) charakterisiert.

[....]


1 Die vorliegende Arbeit wird nach der neuen deutschen Rechtschreibung verfasst. Des weiteren sei darauf hingewiesen, dass trotz der vielen Möglichkeiten „arabische“ Begriffe zu schreiben lediglich eine einzige verwendet wird. Von dieser angewandten Schreibweise wird ebenso wie von der neuen deutschen Rechtschreibung allenfalls in der direkten Zitierweise abgewichen.


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