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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 20 Pages
Author: Nicolai Clarus
Subject: History - Middle Ages, Early Modern
Details
Institution/College: University of Hamburg (Historisches Seminar)
Tags: Zwischen, Herzog, Hanse, Halunken, Rolle, Hansestädte, Rostock, Wismar, Erbfolgekrieg, Hauptseminar, Mecklenburg, Spätmittelalter
Year: 2004
Pages: 20
Grade: sehr gut (1)
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-37324-1
File size: 209 KB
Die vorliegende Hausarbeit entstand im Rahmen des im Sommersemester 2004 an der Universität Hamburg unter der Leitung von Prof. Dr. Bernd-Ulrich Hergemöller abgehaltenen Hauptseminars "Mecklenburg im Spätmittelalter". Sie behandelt vornehmlich die Hintergründe des nordeuropäischen Konflikts um die dänische Krone zum Ende des 14. Jhd. und bietet somit einen Einstieg in das, besonders in jüngster Zeit wieder an Popularität gewinnende Thema der Seeräuber der Hansezeit, der sog. Vitalienbrüder.
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Excerpt (computer-generated)
Zwischen Herzog, Hanse und Halunken. Die Rolle der
Hansestädte Rostock und Wismar im dänischen
Erbfolgekrieg 1376-1395
von: Nicolai Clarus
Einleitung 2
Prolog 4
1. Akt: Der König ist tot, es lebe der König! 4
2. Akt: Seitenwechsel 9
3. Akt: Sein, oder nicht Sein 12
Epilog 18
Fazit 19
Quellen- und Literaturverzeichnis 20
Literaturangaben 21
Einleitung
In den Jahren 1376 bis 1395 sahen sich die mecklenburgischen Ostseestädte Rostock und Wismar vor eine diplomatische Zerreißprobe gestellt. Ihre Landesherren, die Herzöge von Mecklenburg, standen im Krieg mit Dänemark, einer von ihnen gar in seiner zusätzlichen Eigenschaft als König des Reiches Schweden. Rostock und Wismar, die mittels eines Aufstandes im Jahre 1311 erfolglos versucht hatten, die Herrschaftsgewalt ihres Landesherrn abzuschütteln1, waren keine Reichsunmittelbaren Städte und somit ihrem Territorialherren zur Treue verpflichtet. Die Unterstützung, die beide Städte den mecklenburgischen Herzögen im Krieg gegen Dänemark in Form der Öffnung ihrer Seehäfen für Kaperfahrer angedeihen ließen, war für sie wirtschaftlich zwar zunächst von großem Nutzen, widersprach aber diametral den Interessen der deutschen Hanse, deren Mitglieder Rostock und Wismar ebenfalls waren, da die angeworbenen Kaperfahrer schon sehr bald keine Unterscheidung zwischen feindlichen und neutralen Schiffen mehr machten. Auch die Tatsache, dass die Helfershelfer keineswegs zu uneingeschränkter Loyalität tendierten und zwischenzeitlich die Fronten wechselten, verkomplizierte die Situation zusätzlich. Aufgrund der zahlreichen auftretenden Akteure, die mit den verschiedensten Zielen auf beiden Seiten im Verlauf des Konflikts intervenierten und der rechtlichen Problematik, der die Akteure mit teils intriganter Genialität begegneten, entwickelte sich in den Jahren 1376 bis 1395 ein Drama in drei Akten, welches selbst einem William Shakespeare zur Ehre gereicht hätte.
Im Verlauf dieser Arbeit soll erörtert werden, wie es den Städten Rostock und Wismar in der Zeit der dänischen Erbfolgekriege von 1376 bis 1395 gelang, durch geschicktes Taktieren einerseits die Treueverpflichtung zu ihrem Landesherren in größtmöglichem Maße einzuhalten und andererseits ihre Interessen gegenüber der den mecklenburgischen Kaperfahrern feindlich gesinnten Hanse zu wahren und sich einem Ausschluss aus der Gemeinschaft, der sogenannten „Verhansung“ zu erwehren. Zum Zwecke dieser Untersuchung sollen vornehmlich die Bände 19 – 23 der Mecklenburgischen Urkundenbücher2 als Quellen dienen, in denen für den zu behandelnden Zeitraum sowohl ausgestellte Urkunden, als auch die mecklenburgische Angelegenheiten betreffenden Auszüge der Hanserecesse editiert sind. Weitere Schlüsse lassen sich aus der Chronik des Detmar, mit den Ergänzungen des Reimar Kock ziehen, wobei hier zu beachten ist, dass trotz vieler belegbarer Angaben beide Chronisten zuweilen literarische Ausflüge in das Reich der Phantasie unternommen haben, um ihre Werke für den Leser interessanter zu gestalten. Die vorliegende Literatur zu diesem Thema ist mehr als dürftig. Zwar finden sich zur allgemeinen Geschichte Mecklenburgs im 14. Jahrhundert etliche Werke, doch wird das spezielle Thema der schwierigen Rolle der Städte Rostock und Wismar von vielen Autoren bewusst ausgeklammert3. Innerhalb der neueren Forschung hat lediglich Matthias Puhle4 dem Thema eine Bedeutung zugemessen, da sich schließlich auch das Phänomen der „Vitalienbrüder“ nicht ohne das Vorgehen der beiden mecklenburgischen Städte im dänischen Erbfolgekrieg erklären lässt. Gleiches gilt für die von Silke Schlichting5 1998 vorgelegte Magisterarbeit, in der sich ebenfalls etliche, sehr gut recherchierte Hinweise zum Thema finden lassen.
Prolog
In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts gelangte das Herzogtum Mecklenburg auf den Zenit seiner Machtstellung. Den Herzögen war es nicht nur gelungen, ihre territorialen Grenzen zu sichern, sondern ihren Einfluss darüber hinaus noch in den skandinavischen Raum auszudehnen. Im Jahre 1366 war es Herzog Albrecht II nach mehrfachen, vergeblichen Versuchen endlich gelungen, die schwedische Krone für seinen gleichnamigen Sohn, Albrecht III, in seinen Besitz zu bringen. 6 Dieser wiederum hatte sich während der Auseinandersetzung mit seinem Vorgänger Magnus Eriksson, der vom schwedischen Adel wegen Unfähigkeit abgesetzt worden war und kurz darauf eine Revolte gege n die Mecklenburger lostrat, nicht gerade mit Ruhm bekleckert: Militärisch unterlegen und nur aufgrund des Verhandlungsgeschicks seines Vaters überhaupt noch im Amt, wirkten die Errungenschaften auch dieses neuen Königs auf den schwedischen Adel keineswegs beeindruckend, wie sich innerhalb der nächsten Jahrzehnte auf dramatische Weise herausstellen sollte. Albrecht II streckte indessen bereits die Hände gen Dänemark aus. Da bereits im Juni 1363 der älteste Sohn Waldemars gestorben war, träumte er davon, auch den dänischen Thron mit einem Mitglied des Hauses Mecklenburg zu besetzten.
1. Akt: Der König ist tot, es lebe der König!
[...]
1 TECHEN, Friedrich: Wismar im Mittelalter, Leipzig: Duncker und Humblot 1910 (Pfingstblätter des hansischen Geschichtsvereins, 6/1910), S. 5.
2 Mecklenburgische Urkundenbücher, HERAUSGEGEBEN VON DEM VEREIN FÜR MECKLENBURGISCHE GESCHICHTE UND ALTERT(H)UMSKUNDE, Bände XIX-XXIII, Schwerin: Baerensprung´sche Hofdruckerei 1899-1911. Im Folgenden abgekürzt: MUB [Band], [Nr.], [S.]
3 Als Beispiel sei hier erwähnt: „[...]Die Teilnahme Rostocks an den skandinavisch-hansischen Kämpfen in und um die Ostsee soll hier nicht im einzelnen wiedergegeben werden.[...]“, aus: THIERFELDER, Hildegard: Mittelalterliche Verbindungen Rostocks zu Schweden, in: BEITRÄGE ZUR MECKLENBURGISCHEN SEEFAHRTSGESCHICHTE, hg. v. BEI DER WIEDEN, Helge, Köln, Wien: Böhlau 1981 (Schriften zur mecklenburgischen Geschichte, Kultur und Landeskunde, Heft 5), S. 19.
4 PUHLE, Matthias: Die Vitalienbrüder. Klaus Störtebeker und die Seeräuber der Hansezeit, Frankfurt, New York: Campus 1992.
5 SCHLICHTING, Silke: Die Ausbreitung und soziale Herkunft der Vitalienbrüder im Ostseeraum, Hamburg: 1998 (Wissenschaftliche Hausarbeit zur Erlangung des akademischen Grades einer Magistra Artium der Universität Hamburg).
6 Näheres zu den Anfängen der „nordischen Hauspolitik“ siehe bei HAMANN, Manfred: Mecklenburgische Geschichte. Von den Anfängen bis zur Landständischen Union 1523, Köln, Graz: Böhlau 1968 (Mitteldeutsche Forschungen 51).
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