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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 25 Pages
Author: Stefan Joachim
Subject: History - Non-German
Details
Institution/College: University of Heidelberg (Historisches Seminar)
Tags: Frontiertheorie, Frederick, Jackson, Turner, Sicherheitsventil, Nation, Geist, Amerikas
Year: 2004
Pages: 25
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 11 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-37424-8
File size: 199 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Heidelberg
WS 2004/05
Historisches Seminar
Hauptseminararbeit
Die Frontiertheorie von Frederick
Jackson Turner als Sicherheitsventil einer werdenden Nation
von
Stefan Joachim
5. Mai 2005
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Turners Werdegang 4
3 Historischer Hintergrund der Frontier 6
3.1 Der Begriff Frontier 6
3.2 Die Erschließung des amerikanischen Westens 7
3.3 Besiedlung 8
3.4 Die Beseitigung der Indianer 9
4 Die Frontier-These 10
4.1 Grundzüge 10
4.2 Institutioneller Einfluss 13
4.3 Die Frontier als Sicherheitsventil 16
4.4 Rezeption 18
5 Schluss 22
6 Literatur 24
1 Einleitung
Die amerikanische Pionierära ist wohl das Element der amerikanischen Geschichte, welches jeden Menschen, egal ob alt oder jung, in seinen Bann zieht. Frederick Jackson Turner war der erste Historiker, der die Erschließung des amerikanischen Westens und das Vorhandensein von free land als Ursache für die Entstehung der amerikanischen Nation und Ideologie sah. Die Aufgabe dieser Arbeit ist die Darlegung der Grundzüge dieser Theorie und darüber hinaus die Beschäftigung mit der Fragestellung, inwiefern die Frontier ein gesellschaftliches und ökonomisches Sicherheitsventil war. Die amerikanische Pionierzeit hatte nicht nur ihre positiven Aspekte, sondern die Erschließung des amerikanischen Westens führte unweigerlich zu einem fatalen Völkermord, der auch heute noch von den meisten Amerikanern nicht als solcher betrachtet wird. Meine Arbeit gliedert sich folgendermaßen:
Zuerst werde ich in einem biographischen Teil die wichtigsten Lebensstationen Turners darstellen. Anschließend folgt ein Teil, der sich mit dem historischen Hintergrund der Frontier beschäftigt. Hier gehe ich auf den Aspekt der Begriffsproblematik und auf die Problematik der Erschließung des amerikanischen Westens ein.
Anschießend werde ich die wesentlichen Punkte der Frontiertheorie erläutern. Mir geht es hierbei hauptsächlich um die Grundzüge und institutionelle Ein- flüsse. Danach erörtere ich die Frage, inwiefern das Vorhandensein einer Frontier als gesellschaftliches und wirtschaftliches Sicherheitsventil fungiert haben soll.
Einen relativ ausführlichen Teil unternehme ich mit dem Kapitel Rezeption. Turners Theorie wurde einer umfassenden Kritik unterzogen und geprüft. Es ergaben sich unweigerlich unterschiedliche Ansichten und Positionen, die überblicksartig dargestellt werden.
Die Ergebnisse meiner Arbeit werde ich im Schluss darlegen.
2 Turners Werdegang
Frederick Jackson Turner wurde am 14. November 1861 in Portage, Wisconsin, einer typischen wild-west-town geboren. Sein Vater, Andrew Jackson Turner, war Teilhaber und Herausgeber der Wisconsin State Register und gehörte zu den führenden Persönlichkeiten der Stadt.1 Der mittelwestliche Bundesstaat Wisconsin war noch relativ jung (lediglich 50 Jahre). Turners Geburtsort hatte erst 1853 seine Stadtrechte erhalten und zählte weniger als 3000 Einwohner. Portage befand sich noch im Prozess der Besiedlung und war Teil der Frontier. Das Tagesbild jener Zeit wurde bestimmt durch Indianer, Holzfäller und gewaltsame Auseinandersetzungen. Der junge Turner wurde somit u.a. Augenzeuge der sog. Lynchjustiz.2 Zur Veranschaulichung zitiere ich nun Ray A. Billington:
”In mid-September that year two hot-headed Irishmen who had feuded since the Civil War – Barney Britt and William H. Spain – met and quarreled on the main street. Spain losing his temper completely, pulled a revolver, shouted“Take that, you son of a bitch,” and shot Britt to death. Law o.cers were shouldered aside by the mob that formed, captured Spain, and raised the cry of “Hang him, hang him.”A rope appeared, the luckless o.ender was dragged to a nearby tree, and strung up – all within thirty minutes.“ 3
Anhand dieses Zitates wird deutlich, dass der sog. Wilde Westen nicht nur in den entsprechenden Filmen der 50er und 60er, sondern auch in der Realität einen lawless character hatte. Turner wurde somit schon in jungen Jahren von der Frontier geprägt und machte die Erfahrung, dass die Wildnis gesellschaftsformende Kräfte besaß. Er lebte in einer sich rasch verändernden Gesellschaft, da täglich Neuankömmlinge kamen, welche unterschiedliche Kultur- und Wertvorstellungen mit sich brachten. Des weiteren erkannte Turner, dass er selbst ein Teil dieser sich verändernden Gesellschaft war, deren Leben und Werte sich grundsätzlich von den schon länger bestehenden Städten der kolonialen Ostküste und der Alten Welt unterschied.
[....]
1 Vgl. Billington, Genesis, S. 10.
2 Vgl. Beck, Frontiertheorie, S. 11; Billington, Genesis, S. 9f.; ders., S. 5, ders, in: Turner to Carl Becker, December 16, 1925; Waechter, Erfindung des amerikanischen Westens, S. 83.
3 Billington, Genesis, S. 10, ders. in: Wisconsin State Register, September 18, 1869.
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