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Das Verhältnis des Sprechers zu Gott in John Donnes 'Batter My Heart' und George Herberts 'The Thanksgiving'

Termpaper, 2005, 14 Pages
Author: Tim Krappmann
Subject: English Language and Literature Studies - Literature

Details

Event: Metaphysical Poetry
Institution/College: University of Würzburg
Tags: Verhältnis, Sprechers, Gott, John, Donnes, Batter, Heart, George, Herberts, Thanksgiving, Metaphysical, Poetry
Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 14
Grade: 1-
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V38449
ISBN (E-book): 978-3-638-37507-8

File size: 220 KB
Notes :
Eine Untersuchung der beiden Gedichte "Batter My Heart" und "The Thanksgiving".



Excerpt (computer-generated)

Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Institut für Anglistik und Amerikanistik
2. Fachsemester

Das Verhältnis des Sprechers zu Gott in John Donnes
„Batter My Heart” und George Herberts „The Thanksgiving“

von: Tim Krappmann

 


Gliederung

1. Einleitung

2. John Donne: “Batter My Heart“

3. Gerorge Herbert: “The Thanksgiving”

4. Zusammenfassung

5. Bibliographie


 

1. Einleitung

In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit der Analyse der beiden Gedichte “Batter My Heart” (1633) von John Donne1 und “The Thanksgiving” (1633) von George Herbert2, unter besonderer Berücksichtigung der Beziehung zwischen Sprecher und Gott. Bei beiden Verfassern handelt es sich um Vertreter der so genannten „metaphysical poets“.

Die Ausgangsproblematik ist in beiden Gedichten im Kern gleich: die Erbsünde, (lat. peccatum originalis), ausgelöst durch den Sündenfall Adam und Evas3 und die Sühnung durch den Tod Jesu. Der Begriff der Erbsünde wurde in der christlichen Lehre begründet durch den Apostel Paulus von Tarsus, und zwar im „Brief an die Römer“4. Demnach ist der Sündenfall durch den Tod Jesu gesühnt worden, das heißt Jesus ist quasi für die Menschheit gestorben. Die Frage ist nun, wie der Mensch „in seiner Stellung zwischen Sünde und Gnade“5 durch Gott erlöst werden kann. Diese Fragestellung wird, wenn auch auf unterschiedliche Aspekte dieser komplexen Frage akzentuiert, sowohl in „Batter My Heart“, als auch in „The Thanksgiving“ behandelt.

2. John Donne: „Batter My Heart“

John Donnes „Batter My Heart“ (1633) ist ein Sonett in Wyatt-Sidneyscher Form6 und stammt aus den so genannten „Holy sonnets“, welche zwischen 1609 und 1611 nach den La Corona Sonetten entstanden sind7. „Batter My heart“ wurde im Jahre 1633 im Rahmen der „Holy sonnets“ veröffentlicht. John Donne hält sich nicht immer streng an die vorgegebene Sonettform sondern variiert diese gelegentlich, wie auch im Falle von „Batter my Heart“. Arno Esch bemerkt hierzu: „Gelegentlich operiert Donne mit einer doppelten Spannung. In diesem Falle betrachtet er zwar die ‚volta’, läßt aber das Sestett nicht ausschwingen, sondern spannt es erneut.“8

Als weitere Variation des Sonetts nach Wyatt-Sidneyscher Form verwendet Donne Enjambements, so Beispielsweise in den Versen 1 und 2: „for you/as yet“ oder den Versen 3 und 4: „and bend/your force“. Auch beim Versmaß hält sich Donne nicht an das strenge Sonettmodell, welches eigentlich einen durchgehenden Jambus vorschreibt. Dieses sind die augenscheinlichsten Abweichungen von der strengen Sonettform, auf weitere formelle Aspekte werde ich in der weiteren Interpretation eingehen.

Das Gedicht beginnt mit einer Aufforderung des Sprechers an den „three personed God“, womit die Dreifaltigkeit9 gemeint ist, also die Einheit des göttlichen Wesens in Form der drei Personen Vater, Sohn (Jesus Christus) und heiliger Geist, sein Herz zu erstürmen („Batter my heart“ Vers 1). Der sündige Sprecher verlangt Reinigung durch den dreifaltigen Gott, der sich ihm annehmen soll. Diese Reinigung kann nicht geschehen durch eine Annäherung des Sprechers an Gott, da er sich selbst in einer sehr demütigen Verfassung gegenüber Gott befindet aufgrund seiner Sündhaftigkeit. Dies wird schon durch den gebetsartigen Stil des Gedichts deutlich, welcher gleichzeitig die Verzweiflung des Sprechers unterstreicht. Im Gegenteil muss Gott selbst sich dem Sünder annehmen und ihn durch Zerstörung neu erschaffen („make me new“). Auffallend ist die Reihung der Verben im zweiten und vierten Vers des ersten Quartetts. Die Verben „knock“, „breathe“, „shine“ und „seek“ (Z.2) beschreiben die bisherige Vorgehensweise Gottes, die zu einem gütigen Gott passt. Das genaue Gegenteil fordert ja der Sprecher von seinem Gott, einen strafenden Gott, dazu passend die in Vers vier parallel angeordnete Verbreihung „brake“, „blow“, „burn“ in Form einer Steigerung, gefolgt von der Aufforderung „make me new“. Verstärkt wird diese Steigerung noch durch die dreifache Alliteration der Verben10 als auch der Schlussforderung11. Diese Parallelität der Verse zwei und vier korreliert nicht mit dem Reimschema des ersten Quartetts a – b – b – a, was den dritten Vers in den Vordergrund treten lässt. Die Aussage „That I may rise“ spielt meiner Meinung nach auf die Auferstehung Jesu an. So wie dieser nach seinem Tod auferstanden ist, will auch der Sprecher auferstehen, neu erschaffen12 werden. Nur so glaubt der Sprecher seine Reinheit wieder erlangen zu können und frei von Sünde zu sein. Um eben dies zu erreichen bittet der Sprecher von Gott niedergeworfen zu werden: „o´erthrow me“13. Kerrigan zeigt den Zusammenhang mit der Erbsünde der Menschen auf:

“As a father god raises his son to a position of full equality. But as a father god also requires the sacrificial murder of his son to atone for our disobedience.”14

[...]


1 1572-1631

2 1593-1633

3 Gen 3

4 Röm 5, 6-11

5 Esch, Arno: Englische religiöse Lyrik des 17. Jahrhunderts. Studien zu Donne, Herbert, Crashaw, Vaughan. Tübingen: Max Niemeyer Verlag 1955 S. 46

6 Inhaltlich ist jedoch auch durchaus der Surrey-Shakespeare Typ zu erkennen

7 Esch 1955: S. 40

8 Esch 1955 S.49

9 auch Dreieinigkeit oder Trinität

10 brake, blow, burn

11 “make me new“

12 vgl. Vers 4 „make me new“

13 Vers 3

14 Kerrigan, William: The Fearful Accomodations Of John Donne. In: English Literary Renaissance 4 (1974) S. 360


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