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Aktuelle und künftige Anwendung internationaler Bilanzierungsregeln in deutschen Unternehmen

Untertitel: Stand 2002
Autor: Cora Hentrich
Fach: Wirtschaft - Controlling

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Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 27
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 28  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 196 KB
Archivnummer: V38504
ISBN (E-Book): 978-3-638-37535-1
ISBN (Buch): 978-3-638-79687-3
Anmerkungen :
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand

Zusammenfassung / Abstract

nnerhalb der letzten zehn Jahre hat sich die Bilanzierungspraxis der deutschen Unternehmen vor dem Hintergrund der Globalisierung der Kapitalmärkte entscheidend verändert. Um sich ausländischen Investoren besser präsentieren zu können, entscheiden sich immer mehr Unternehmen für die Erstellung des Jahresabschlusses nach internationalen Bilanzierungsregeln. Besonders für international operierende Großkonzerne war diese Änderung zwingend, da sich z.B. deutsche und amerikanische Jahresabschlüsse grundlegend unterscheiden. Auch die EU-Kommission trägt entscheidend zu der Internationalisierung der Rechnungslegung bei. Bereits Ende der 70er bzw. Anfang der 80er Jahre wurden mit der 4. und der 7. EU-Richtlinie Versuche gestartet, die europäische Rechnungslegung anzupassen. Der deutsche Gesetzgeber reagierte erst im Jahre 1998. Er gestattete den Unternehmen, anstatt eines Jahresabschlusses nach deutschen Normen einen befreienden Abschluß nach internationalen Bilanzierungsregeln aufzustellen. Den nächsten Schritt tat wiederum die EU-Kommission mit der Pflicht zur Erstellung eines Jahresabschlusses nach internationalen Normen ab dem Jahr 2005. Dieser Sachverhalt zeigt, daß sich Deutschland und Europa mitten in einer Entwicklung befinden, die noch lange nicht abgeschlossen ist. Kapitel 2 soll einen groben Überblick über die grundlegenden Unterschiede in der internationalen Rechnungslegung, sowie einige Gründe für deren Harmonisierung aufzeigen. Inwieweit deutsche Unternehmen bereits internationale Bilanzierungsregeln anwenden, wird in Kapital 3 etwas ausführlicher betrachtet. Auch auf aktuelle Problemstellungen wird hier näher eingegangen. Kapitel 4 beschäftigt sich anschließend mit den Entwicklungstendenzen und den Konsequenzen, die eine Internationalisierung der Rechnungslegung mit sich bringt.

Textauszug (computergeneriert)

Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Institut für Wirtschaftswissenschaften
Abteilung Controlling und Unternehmensrechnung
Seminar International Accounting

Aktuelle und künftige Anwendung internationaler
Bilanzierungsregeln in deutschen Unternehmen

von: Cora Hentrich

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 1

2 Internationale Rechnungslegung 2

2.1 Grundlegende Unterschiede in der internationalen Rechnungslegung 2
2.2 Notwendigkeit einer Harmonisierung 3

3 Aktuelle Anwendungen in deutschen Unternehmen 5

3.1 Rechtliche Grundlagen 5

3.1.1 Die 4. und die 7. EU-Richtlinie 5
3.1.2 Bilanzierung gemäß HGB 5
3.1.3 Derzeitige Entwicklungen 6

3.2 Aktueller Stand 6

3.2.1 Gründe für eine Bilanzierung nach internationalen Normen 6
3.2.2 Unternehmen und ihre Rechnungslegung 8

3.3 Aktuelle Probleme 11

3.3.1 Goodwill-Bilanzierung 11
3.3.2 Bilanzierung am Neuen Markt 12

4 Weiterentwicklung der Rechnungslegung in Deutschland 15

4.1 Das „Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee“ (DRSC)  15
4.2 Vorgaben der Europäischen Union 17

4.2.1 Umsetzung der IAS in EU-Recht 17
4.2.2 Anwendung von IAS für nicht kapitalmarktorientierte Konzerne und im Einzelabschluß 17

4.3 Maßgeblichkeit und Rechtsfolgen bei einem IAS-Einzelabschluß 19

5 Fazit 21


 

1 Einleitung

Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich die Bilanzierungspraxis der deutschen Unternehmen vor dem Hintergrund der Globalisierung der Kapitalmärkte entscheidend verändert. Um sich ausländischen Investoren besser präsentieren zu können, entscheiden sich immer mehr Unternehmen für die Erstellung des Jahresabschlusses nach internationalen Bilanzierungsregeln. Besonders für international operierende Großkonzerne war diese Änderung zwingend, da sich z.B. deutsche und amerikanische Jahresabschlüsse grundlegend unterscheiden.

Auch die EU-Kommission trägt entscheidend zu der Internationalisierung der Rechnungslegung bei. Bereits Ende der 70er bzw. Anfang der 80er Jahre wurden mit der 4. und der 7. EU-Richtlinie Versuche gestartet, die europäische Rechnungslegung anzupassen. Der deutsche Gesetzgeber reagierte erst im Jahre 1998. Er gestattete den Unternehmen, anstatt eines Jahresabschlusses nach deutschen Normen einen befreienden Abschluß nach internationalen Bilanzierungsregeln aufzustellen. Den nächsten Schritt tat wiederum die EU-Kommission mit der Pflicht zur Erstellung eines Jahresabschlusses nach internationalen Normen ab dem Jahr 2005. Dieser Sachverhalt zeigt, daß sich Deutschland und Europa mitten in einer Entwicklung befinden, die noch lange nicht abgeschlossen ist. Kapitel 2 soll einen groben Überblick über die grundlegenden Unterschiede in der internationalen Rechnungslegung, sowie einige Gründe für deren Harmonisierung aufzeigen. Inwieweit deutsche Unternehmen bereits internationale Bilanzierungsregeln anwenden, wird in Kapital 3 etwas ausführlicher betrachtet. Auch auf aktuelle Problemstellungen wird hier näher eingegangen. Kapitel 4 beschäftigt sich anschließend mit den Entwicklungstendenzen und den Konsequenzen, die eine Internationalisierung der Rechnungslegung mit sich bringt.

2 Internationale Rechnungslegung

2.1 Grundlegende Unterschiede in der internationalen Rechnungslegung

Um die wesentlichen Unterschiede zwischen der deutschen Rechnungslegung und den International Accounting Standards (IAS)1 bzw. den Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP) aufzuzeigen, müssen zunächst die Ursachen dieser Entwicklung näher betrachtet werden. Diese Ursachen sind größtenteils historisch bedingt. Ein wichtiger Punkt ist die externe Rechnungslegung. In den angelsächsischen Ländern besteht ihr Ziel darin, Informationen zur Entscheidungsfindung zu liefern und Rechenschaft abzulegen. In Deutschland existieren keine gesetzlichen Vorschriften bezüglich der Ziele der externen Rechnungslegung.

Weiterhin besteht in Deutschland eine Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz. Die steuerlichen Vorschriften beeinflussen die Handelsbilanz folglich stark. Dies bedeutet, daß die Handelsbilanz nur ein „Anhängsel“ der Steuerbilanz ist, derartige Jahresabschlüsse werden jedoch auf dem internationalen Kapitalmarkt nicht akzeptiert.2 Zudem werden zwei Rechtssysteme unterschieden: Das Rechtssystem des Code Law (römisches Recht), welches in kontinentaleuropäischen Ländern gilt, und das angelsächsische Common Law.3

Beim Code Law liegen umfangreiche Gesetzesvorschriften vor, um möglichst alle Spezialfälle abzudecken, somit ist der Abstraktionsgrad sehr hoch und die Rechnungslegung beruht auf detaillierten Gesetzesvorschriften. Das Common Law beinhaltet nur eine begrenzte Anzahl von Gesetzesvorschriften, welche für Einzelfälle interpretiert werden. Der Abstraktionsgrad ist deutlich geringer. Aufgrund des Fehlens von gesetzlichen Rechnungslegungsvorschriften wurden normsetzende Institutionen (standard setter) gebildet, welche Rechnungslegungsnormen mit dem Ziel der Darstellung der tatsächlichen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entwickeln. Eine wichtige Rolle spielt auch die Bedeutung des Kapitalmarktes und die Art der Unternehmensfinanzierung. In Ländern, in denen die IAS bzw. die US-GAAP zur Anwendung kommen, ist die Rechtsform der Aktiengesellschaft vorherrschend, es gibt viele von den großen Banken unabhängige Kapitalanleger. Die Interessen der Investoren und damit der Jahresabschlußleser stehen folglich im Vordergrund. In Deutschland hingegen befindet sich das Eigenkapital meist dauerhaft in einer Hand, zudem liegt oft eine hohe Fremdfinanzierung vor.

Ein weiterer Aspekt ist der Beruf des Wirtschaftsprüfers, den die USA rund 50 Jahre eher als Deutschland einführte. Dies lag in den USA an der frühen Entstehung von Kapitalgesellschaften und einer hohen Börsenkapitalisierung. Erst der Börsenkrach von 1929 führte in Deutschland zur Gründung des Berufs des Wirtschaftsprüfers, während er in den USA die Gründung der Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) bewirkte. Die SEC beauftragte ihrerseits Wirtschaftsprüfer, „generally accepted accounting principles“ auszuarbeiten. Eine weitere Folge des Börsenkrachs war in Deutschland die Schaffung eines Aktienrechtes, welches aufgrund der Ereignisse das Vorsichtsprinzip und den Gläubigerschutz betonte. Den Interessen der Kapitalanleger wurde eher wenig Beachtung geschenkt. Die wichtigsten Unterschiede lassen sich wie folgt zusammenfassen:

HGB
Im Handelsgesetzbuch (HGB) sind Sachverhalte hinsichtlich der Bilanzierung nur unzureichend oder gar nicht festgelegt, das Steuerrecht besitzt einen hohen Einfluß auf die handelsrechtliche Bilanzierung. Mit dem Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC) wurde eine normsetzende Institution (standard setter) in Deutschland erst im Jahre 1998 gegründet. Die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) sind nicht zusammengefaßt definiert zu finden, es liegen viele Wahlrechte vor. Den Interessen der Jahresabschlußleser (Investoren, Kreditgeber, Öffentlichkeit) wird erst seit kurzer Zeit vermehrt Beachtung geschenkt.

IAS
Die IAS sind keine gesetzlichen Vorschriften, sie werden vom International Accounting Standards Committee (IASC) entwickelt. Das IASC ist eine unabhängige, private Institution, die von vielen Gruppen getragen wird. Das Steuerrecht hat keinen Einfluß auf die IAS. Sie enthalten detaillierte Vorschriften, wenn Wahlrechte bestehen, so wird eine Unterscheidung zwischen der empfohlenen (Benchmark-) Methode und der alternativen Methode gemacht. Die Interessen der Jahresabschlußleser werden weitgehend gewahrt.4

US-GAAP
Die US-GAAP sind sehr detailliert und haben gesetzesähnlichen Charakter, es gibt keine gesetzlich vorgeschriebenen Rechnungslegungsgrundsätze. Die vom Financial Accounting Standards Board (FASB) erlassenen Statements of Financial Accounting Standards (SFAS) haben die Unterstützung der SEC. Auch hier hat das Steuerrecht keinerlei Einfluß. Wie auch das IASC ist das FASB eine unabhängige Einrichtung und wird von vielen Gruppen getragen. Die US-GAAP werden laufend aktualisiert, Wahlrechte und Ermessensspielräume spielen keine Rolle. Die Aufsicht der SEC hat zur Folge, daß auch hier die Interessen der Jahresabschlußleser im Vordergrund stehen.5

2.2 Notwendigkeit einer Harmonisierung

Mit zunehmender Globalisierung der Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten dehnten Unternehmen ihre wirtschaftlichen Aktivitäten zusehends über die Grenzen ihres Heimatlandes hinaus aus. Insbesondere bei der Konzernrechnungslegung müssen jedoch die speziellen Rechnungslegungsvorschriften der einzelnen Gastländer beachtet werden. Doch da sich selbst ein versierter Konzernabschlußersteller schon mit den Besonderheiten der Rechnungslegungssysteme der einzelnen G-7-Länder reichlich schwer tun dürfte, scheint eine Harmonisierung der internationalen Rechnungslegung angebracht. Vor diesem Hintergrund finden sich folgende Argumente6:

[...]


1 Neu: International Financial Reporting Standards (IFRS), die alte Bezeichnung wird jedoch hier beibehalten.

2 Vgl. Born, K. (1999), S. 3f.

3 Vgl. Pellens, B. (1998), S. 22.

4 Vgl. Born, K. (1999), S. 387.

5 Vgl. Born, K. (1999), S. 425.

6 Vgl. Born, K. (1999), S. 23ff.

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