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Zu Emile Durkheims Dissertation "Über die Teilung der sozialen Arbeit"

Subtitle: Grundlagen und Gründe der Solidarität unabhängiger Individuen

Termpaper, 2002, 17 Pages
Author: Wolfram Pauls
Subject: Sociology - Work, Profession, Education, Organisation

Details

Event: Einführung in die Arbeits- und Industriesoziologie
Institution/College: University of Marburg (Institut für Soziologie)
Tags: Emile, Durkheims, Dissertation, Teilung, Arbeit, Einführung, Arbeits-, Industriesoziologie
Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 17
Grade: 2
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V38599
ISBN (E-book): 978-3-638-37609-9
ISBN (Book): 978-3-638-84852-7
File size: 190 KB

Abstract

In seiner 1893 erschienen Dissertation „Über die Teilung der sozialen Arbeit“, stellt E. Durkheim fest, dass die Arbeitsteilung neue Quellen des gesellschaftlichen Zusammenhalts produziert. Nach E. Durkheim errichtet die Arbeitsteilung eine Sozial- und Moralordnung, indem sie Individuen aneinander bindet, die sonst unabhängig voneinander sind. Statt sich getrennt zu entwickeln, sind sie nun solidarisch, da sie ihre produktiven Anstrengungen vereinigen. In der nachfolgenden Arbeit wird versucht darzustellen, wie sich E. Durkheim diesen kausalen Zusammenhang vorstellt und worauf diese Solidarität beruht.


Excerpt (computer-generated)

Emile Durkheim: Über die Teilung der sozialen Arbeit

von: Wolfram Pauls

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Grundlagen der Soziologie bei E. Durkheim

3. E. Durkheims differenzierte Gesellschaftsanalyse

3.1 Segmentäre Gesellschaften
3.2 Arbeitsteilige Gesellschaften

3.2.1 Die anomische Arbeitsteilung

4. Die Arbeitsteilung im Vergleich bei K. Marx und E. Durkheim

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturangaben


 

1. Einleitung

In seiner 1893 erschienen Dissertation „Über die Teilung der sozialen Arbeit“, stellt E. Durkheim fest, dass die Arbeitsteilung neue Quellen des gesellschaftlichen Zusammenhalts produziert. Nach E. Durkheim errichtet die Arbeitsteilung eine Sozial- und Moralordnung, indem sie Individuen aneinander bindet, die sonst unabhängig voneinander sind. Statt sich getrennt zu entwickeln, sind sie nun solidarisch, da sie ihre produktiven Anstrengungen vereinigen. In der nachfolgenden Hausarbeit versuche ich darzustellen, wie sich E. Durkheim diesen kausalen Zusammenhang vorstellt und worauf diese Solidarität beruht. Dazu werde ich in Kapitel 2 auf die Entwicklung der soziologischen Grundlagen von E. Durkheim eingehen, mit dem Ziel seine methodologische Vorgehensweise zu erläutern.

Um ein Verständnis für die Theorie der `sozialen Arbeitsteilung´ zu entwickeln, ist es von Bedeutung, die wichtigsten Punkte seiner Gesellschaftstheorie näher zu betrachten (Kapitel 3) und im Anschluss die Theorie der sozialen Arbeitsteilung, einschließlich der anormalen Formen, darzustellen. Als weiterer Bestandteil dieser Hausarbeit sollen die unterschiedlichen Ansatzpunkte und Auslegungen der Arbeitsteilung bei K. Marx und E. Durkheim (Kapitel 4) im Vergleich gegenübergestellt werden. Eine abschließende Bewertung der wichtigsten Themenschwerpunkte erfolgt in der Schlussbetrachtung dieser Hausarbeit.

2. Die Grundlagen der Soziologie bei E. Durkheim

Um die Grundgedanken der Soziologie bei E. Durkheim zu verstehen, ist es unerlässlich den historischen Kontext zu betrachten. Frankreich in den Jahren 1789 bis 1871 befindet sich in einer sozialen Krise, die laut Durkheim „epochaler und nationaler Natur“1 ist. Die französische Revolution, die eine Epoche für sich darstellt, kann jedoch „den Werten von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit keine stabile politische Heimstatt bieten“2. Zudem zeichnet sich auf nationaler Ebene eine gesellschaftliche soziale Diskrepanz ab. Des weiteren ist der Einfluss der katholischen Kirche, mit der ihr eigenen konservativen Vorstellung in Bezug auf das Erziehungswesen nicht mit einer fortschrittlichen Gesellschaft zu vereinbaren, in der laut E. Durkheim ein „Aufbau eines demokratischen Bewusstseins, die Schaffung eines solidarischen Zusammenhalts und die Entwicklung einer säkularen, individualistischen Moral“3 behindert wird. Um einen solchen gesellschaftlichen Zustand mit seinem bestehenden sozialen Gefüge differenzierter analysieren zu können, muss sich die Soziologie als „Real- und Moralwissenschaft“4 verstehen.5

In den „Regeln der soziologischen Methode“6 von 1895, bezieht sich E. Durkheim in seinen Ausführungen auf die Erkenntnisse von Montesquieu und definiert die Soziologie als „Wissenschaft von den Institutionen, deren Entstehung und Wirkungsart“.7 Aber in Abgrenzung zu Montesquieu fasst E. Durkheim in der Soziologie alle sozialen Tatbestände zusammen, die dem Individuum einerseits äußerlich und unabhängig sind und andererseits mit zwingender Gewalt ausgestattet, Kraft derer sie sich ihm aufdrängen. Soziale Tatbestände sind nicht angeboren, sondern anerzogen. Sie sind zwanghaft, da moralischer Druck auf den Willen des Einzelnen ausgeübt wird, sie sind allgemein, da sie nicht in der Natur des Menschen vorkommen, und sie sind unabhängig von Verhalten und Praxis des Individuums.8 Beispiele für soziale Tatbestände beschreibt E. Durkheim anhand dreier Institutionen:

„Der Sprache, die Verständigung ermöglicht, dem Geld, das zum Austausch dient, und den Produktionsmethoden, die zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit notwendig sind.“9 Das Ziel von E. Durkheim ist die Erfassung und Erklärung des gesellschaftlichen Einflusses, den diese sozialen Tatbestände auf das Handeln der Individuen haben. Da sich für ihn das Soziale als ein eigenständiger Bereich der Realität definiert, kann sich „Soziales nur durch Soziales“10 erklären lassen.

[...]


1 Müller 2000, S. 153.

2 ebd..

3 ebd..

4 ebd..

5 Vgl. ebd..

6 ebd..

7 Ebd., S. 153f. Vgl. Heisterberg 1980, S 75f.

8 Vgl. Müller 2000, S. 154. Vgl. May 1985, S. 72.

9 Müller 2000, S. 154.

10 May 1985, S. 72.


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