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Termpaper, 2002, 15 Pages
Author: Dipl. Soz.Arb. Sabine Daniels
Subject: Pedagogy - History of Pedagogy
Details
Tags: Alice, Salomon, Begründerin, Sozialen, Arbeit
Year: 2002
Pages: 15
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 17 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-37655-6
ISBN (Book): 978-3-640-31913-8
File size: 159 KB
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Abstract
In der folgenden Arbeit soll die Leistung Alice Salomons in Bezug auf die deutsche und teilweise auch internationale Armenpflege- und Fürsorge geschildert werden. Zunächst wird eine Einordnung in den Kontext erstellt, in der die politische, wirtschaftliche und soziale Situation zur Zeit Salomons verdeutlicht wird. Im nächsten Teil dieser Hausarbeit folgt eine kurze Biographie Salomons. Hier wird der Schwerpunkt auf ihren Beitrag zur Entwicklung der Theorie und Praxis von sozialer Arbeit gesetzt.1 Eine explizite Schilderung vom Ausbildungskonzept Salomons greift diesen Punkt dann nochmals auf. Im abschließenden Fazit wird die heutige Studienordnung der sozialen Arbeit mit dem Ausbildungskonzept Salomons gegenübergestellt und wesentliche Parallelen bzw. Unterschiede untersucht.
Excerpt (computer-generated)
Alice Salomon - Begründerin der Sozialen Arbeit
von: Sabine Schuster
Inhaltsangabe
1. Einleitung S. 3
2. Gesellschaftliche und politische Verhältnisse in Deutschland zur Mitte des 19. Jahrhunderts S. 3
3. Biographische Kurzdarstellung von Alice Salomon S. 4
4. Das Ausbildungskonzept des sozialen Berufes nach Dr. Alice Salomon S. 9
5. Fazit S. 12
6. Literaturverzeichnis S. 15
1. Einleitung
In der folgenden Arbeit soll die Leistung Alice Salomons in Bezug auf die deutsche und teilweise auch internationale Armenpflege- und Fürsorge geschildert werden. Zunächst wird eine Einordnung in den Kontext erstellt, in der die politische, wirtschaftliche und soziale Situation zur Zeit Salomons verdeutlicht wird. Im nächsten Teil dieser Hausarbeit folgt eine kurze Biographie Salomons. Hier wird der Schwerpunkt auf ihren Beitrag zur Entwicklung der Theorie und Praxis von sozialer Arbeit gesetzt.1 Eine explizite Schilderung vom Ausbildungskonzept Salomons greift diesen Punkt dann nochmals auf. Im abschließenden Fazit wird die heutige Studienordnung der sozialen Arbeit mit dem Ausbildungskonzept Salomons gegenübergestellt und wesentliche Parallelen bzw. Unterschiede untersucht.
2. Gesellschaftliche und politische Verhältnisse in Deutschland zur Mitte des 19. Jahrhunderts:
Deutschland ist bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als eine überwiegend agrarisch - ständische Gesellschaft anzusehen. Diese hat sich besonders durch die Hörigkeit der Bauern, einem schwach entwickelten Bürgertum und einer absolutistischen Regierungsform ausgezeichnet. Aufgrund der Revolution 1848, der Gründung des Deutschen Reiches, ist es aber zu großen Veränderungen in Deutschland gekommen. Diese haben wie folgt ausgesehen:
a) Abbau von vielen Zoll- und Landesgrenzen
b) Abschaffung der Hörigkeit und Erbuntertänigkeit von Bauern
c) Reduktion von Zunftbeschränkungen
d) Abbau von adligen Vorrechten2
Die in Deutschland verspätet einsetzende Industrialisierung zeigt zunächst nur Vorteile für die Gesellschaft. Es kommt zu einem Wirtschaftswachstum und somit zu einer Stärkung der innen- und außenpolitischen Situation. Die Bevölkerungszahlen verdoppeln sich zwischen 1875 und 1914.3 Das Bürgertum emanzipiert sich weiter, eine „bürgerliche Intelligenz“ entsteht, die „Träger gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse“ wird.4 Aber schon 1870 kommt es zu ersten Krisen. Sowohl in der Landwirtschaft als auch in Unternehmen und Fabriken werden aufgrund der einkehrenden Technisierung und der daraus resultierenden Produktivitätssteigerung immer weniger Arbeitsplätze benötigt. „So brauchte man 1800 zum Mähen von 1a Weizen mit einer Sichel 60 Minuten, 1900 mit einem Mähbinder nur noch zwei Minuten“.5 Es entsteht eine neue soziale Klasse, „... nämlich die der freien Lohnarbeiter, die kein gesichertes regelmäßiges Gehalt aufweisen können, sondern täglich ihre Arbeitskraft aufs Neue anpreisen“.6 Die Armenfrage erhält aufgrund dieser gesellschaftlichen Veränderungen einen ganz anderen Stellenwert. Bisher war durch die private Fürsorge der Gutsherrn und zusätzlich der Unterstützung von Gemeindekassen die soziale Absicherung geregelt. Jetzt ist diese ökonomische Versorgung nicht mehr ausreichend und zum Scheitern verurteilt. Es wird also ein neues Konzept für die Armenpflege- und Fürsorge benötigt, welches rentabel arbeitet und die wachsende Not unter dem Proletariat senkt.
3. Biographische Kurzdarstellung von Alice Salomon
Alice Salomon ist am 19. April1974 in Berlin geboren7 und erhielt gerade diesen Vornamen in Gedenken an die Großherzogin Alice von Hessen, da ihre Mutter diese mit den Worten „hingebungsvoll“ und „liebend“8 verbunden hat. Ihre Familie entstammt dem damals typisch vorherrschenden jüdischen, reichen Bürgertum. Der Vater ist in der Lederbranche tätig, die Mutter als Hausfrau und Mutter. Alice ist ein sehr wissbegieriges Mädchen, wird schon mit fünf Jahren in einer Privat- Mädchen- Schule eingeschult. Dort u gibt sie auch ab ihrem 8. Lebensjahr weniger begabten Schülern Nachhilfe. Ihre Charaktere wird folgendermaßen beschrieben: „... sehr lebhaft, hochbegabt, besitzt starke Einbildungskraft, ist hilfsbereit, gewissenhaft, gründlich und besitzt eine methodische Ordnungsliebe“.9 Besonders zwei Ereignisse beeinflussen Alice Salomons Persönlichkeit sehr. Sie wird sie mit 15 Jahren Halbwaise (ihr Vater verstirbt mit 53 Jahren an Lungenentzündung), und gerade zwei Jahre darauf stirbt ihre 14- jährige Schwester Edith nach langer, schwerer Krankheit. Durch den Tod des Vaters muss die Familie Salomon in eine günstigere Wohnung ziehen. Die Schule ist beendet. Alice hat nichts zu tun, fühlt sich sehr unwohl. Ihr größter Wunsch ist es Lehrerin zu werden, aber „eine gute Tochter hat es nicht nötig, sich ihren Unterhalt selbst zu verdienen“10.
[...]
1 Vgl. Carola Kuhlmann: „Alice Salomon – Ihr Lebenswerk als Beitrag zur Entwicklung der Theorie und Praxis Sozialer Arbeit“, Beltz – Deutscher Studien Verlag, Weinheim, S. 4 f
2 Vgl. Information zur politischen Bildung Nr. 164, „Das 19. Jahrhundert“, Band 2, Franzis- Druck GmbH, 1993, S.10
3 Vgl. C. M. Cipolla: „Europäische Wirtschaftsgeschichte“, Band 4, Fischer Verlag
4 Dr. Roland Brake: „Die Entwicklung der Sozialarbeit“, Skript der KFH NW, Aachen, 1999, S.6
5 Prof. Dr. Willi Strezlewicz: „Information zur politischen Bildung – Das 19. Jahrhundert“, Band 2, Franzis- Druck GmbH, 1993, S. 11
6 Dr. Roland Brake, 1999, S.6
7 Paul A. Schons: „Short Biographies of noted Germans, Austrians and Swiss”, 1999
8 Alice Salomon: „Charakter ist Schicksal ; Lebenserinnerungen " , 2. Aufl., Beltz, Weinheim, 1984, S. 24
9 Prof. Dr. Hans Muthesius: „Alice Salomon – Die Begründerin des sozialen Frauenberufs in Deutschland“, Carl Heymanns Verlag, 1958, S.14 ff
10 Alice Salomon, 1984, S.26f
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