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Details

Veranstaltung: Rechnungslegung und Prüfungswesen
Institution/Hochschule: Fachhochschule für Ökonomie & Management Essen
Tags: Kapitalflussrechnung, Rechnungslegung, Prüfungswesen
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 38
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 16  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 342 KB
Archivnummer: V38727
ISBN (E-Book): 978-3-638-37710-2
ISBN (Buch): 978-3-638-68450-7

Zusammenfassung / Abstract

„Gegenstand dieser Verordnung ist die Übernahme und Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Gemeinschaft, mit dem Ziel, die von Gesellschaften im Sinne des Artikels 4 vorgelegten Finanzinformationen zu harmonisieren, um einen hohen Grad an Transparenz und Vergleichbarkeit der Abschlüsse und damit eine effiziente Funktionsweise des Kapitalmarkts in der Gemeinschaft und im Binnenmarkt sicherzustellen.“ Durch diesen Artikel 4 der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 sind kapitalmarktorientierte Unternehmen in der EU seit 2005 verpflichtet, ihre Konzernabschlüsse nach den International Financial Reporting Standards (kurz: IFRS) aufzustellen und zu veröffentlichen. Somit stellt diese Verordnung einen Wendepunkt in der Entwicklung der nationalen und internationalen Rechnungslegung dar, obwohl bereits vorher viele Großkonzerne internationale Rechnungslegungsstandards angewendet haben. Die Bayer AG hat sich zum Beispiel bereits im Jahr 1994 zur Umstellung auf IRFS (damals noch IAS) entschieden, um den Aktionären mehr Informationen über die Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens zu liefern und um die internationale Vergleichbarkeit zu verbessern. Die zwingenden Bestandteile eines Jahresabschlusses nach IAS/IFRS gliedern sich wie folgt: - Bilanz - Gewinn- und Verlustrechnung - Eigenkapitalveränderungsrechnung - Kapitalflussrechnung - Anhang, in dem die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und sonstige Erläuterungen aufgeführt sind. In der vorliegenden Arbeit soll auf die Kapitalflussrechnung eingegangen werden, die in IAS 7 „Kapitalflussrechnungen“ aus dem Jahr 1992 geregelt ist. Dieser Standard ersetzte den früheren Standard „Statement of Changes in Financial Position“ aus dem Jahr 1977.

Textauszug (computergeneriert)

Kapitalflussrechnung nach IAS 7

von: Cornelius Streit und Jan Rebenich

6. Fachsemester

 

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung  1

1.1. Einführung in die Thematik  1
1.2. Gang der Untersuchung 2

2. Grundlagen der Kapitalflussrechnung  3

2.1. Geschichtliche Entwicklung der Kapitalflussrechnung 3
2.2. Zweck und Aufgaben 4
2.3. Adressaten der Kapitalflussrechung  6
2.4. Ermittlungsmethoden des Cash Flow  7

2.4.1. Indirekte Cash Flow-Berechnung  8
2.4.2. Direkte Cash Flow-Berechnung 8

2.5. Gliederungsformen der Kapitalflussrechnung 9

2.5.1. Gliederung nach Bereichs- und Finanzflussaspekt  9
2.5.2. Gliederung in Konten- und Staffelform  9

3. Kapitalflussrechnung nach IAS 7 10

3.1. Grundstruktur der Kapitalflussrechnung 11
3.2. Der Finanzmittelfonds  12

3.2.1. Bestandteile des Finanzmittelfonds  12
3.2.2. Bewertungsrechnung 13

3.3. Darstellung der Kapitalflussrechnung 15

3.3.1. Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit 15

3.3.1.1. Direkte Methode 16
3.3.1.2. Indirekte Methode  17

3.3.2. Cash Flow aus der Investitionstätigkeit  18
3.3.3. Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 20

3.4. Ausweis spezieller Posten  20

3.4.1. Cash Flows in Fremdwährung 20
3.4.2. Außerordentliche Posten 21
3.4.3. Zinsen und Dividenden 21
3.4.4. Ertragssteuern 23
3.4.5. Anteile an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures  24
3.4.6. Erwerb und Veräußerung von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten  24
3.4.7. Nicht zahlungswirksame Transaktionen  25

3.5. Sonstige Angaben  28

Anhang: Beispiel einer Kapitalflussrechnung nach IAS 7 anhand der Bayer AG und der Stada AG  VI

Literaturverzeichnis  IX

Abkürzungsverzeichnis

[...]
[...]
[...]
[...]
[...]
BGB = Bürgerliches Gesetzbuch
[...]
[...]
[...]
DRS = Deutsche Rechnungslegungs Standards
DRSC = Deutsches Rechnungslegungs Standards Committee
[...]
EBIT = Earnings before Interest and Taxes
EBITDA = Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization
EBT = Earnings before Taxes
EG = Europäische Gemeinschaft
EU = Europäische Union
FASB = Financial Accounting Standards Board
[...]
[...]
GuV = Gewinn- und Verlustrechnung
HFA = Hauptfachausschuss
HGB = Handelsgesetzbuch
Hrsg. = Herausgeber
IAS = International Accounting Standards
IASB = International Accounting Standards Board
IASC = International Accounting Standards Committee
IDW = Institut der Wirtschaftsprüfer
IFRS = International Financial Reporting Standards
[...]
[...]
[...]
RAP = Rechnungsabgrenzungsposten
[...]
SFAS = Statement of Financial Accounting Standard
[...]
US-GAAP = United States Generally Accepted Accounting Principles
[...]
[...]
[...]

 

1. Einleitung

1.1. Einführung in die Thematik

„Gegenstand dieser Verordnung ist die Übernahme und Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Gemeinschaft, mit dem Ziel, die von Gesellschaften im Sinne des Artikels 4 vorgelegten Finanzinformationen zu harmonisieren, um einen hohen Grad an Transparenz und Vergleichbarkeit der Abschlüsse und damit eine effiziente Funktionsweise des Kapitalmarkts in der Gemeinschaft und im Binnenmarkt sicherzustellen.“ Durch diesen Artikel 4 der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 sind kapitalmarktorientierte Unternehmen in der EU seit 2005 verpflichtet, ihre Konzernabschlüsse nach den International Financial Reporting Standards (kurz: IFRS) aufzustellen und zu veröffentlichen.1 Somit stellt diese Verordnung einen Wendepunkt in der Entwicklung der nationalen und internationalen Rechnungslegung dar, obwohl bereits vorher viele Großkonzerne internationale Rechnungslegungsstandards angewendet haben. Die Bayer AG hat sich zum Beispiel bereits im Jahr 1994 zur Umstellung auf IRFS (damals noch IAS) entschieden, um den Aktionären mehr Informationen über die Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens zu liefern und um die internationale Vergleichbarkeit zu verbessern.2 Die zwingenden Bestandteile eines Jahresabschlusses nach IAS/IFRS gliedern sich wie folgt:3

- Bilanz
- Gewinn- und Verlustrechnung
- Eigenkapitalveränderungsrechnung
- Kapitalflussrechnung
- Anhang, in dem die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und sonstige Erläuterungen aufgeführt sind.

In der vorliegenden Arbeit soll auf die Kapitalflussrechnung eingegangen werden, die in IAS 7 „Kapitalflussrechnungen“ aus dem Jahr 1992 geregelt ist. Dieser Standard ersetzte den früheren Standard „Statement of Changes in Financial Position“ aus dem Jahr 1977.

1.2. Gang der Untersuchung

Die Zielsetzung der Arbeit legt folgenden Gang der Untersuchung nahe. In Kapitel 1 wird eine generelle Einleitung gegeben. Diese beinhaltet die Einführung in die Thematik und den Gang der Untersuchung. Das Kapitel 2 der Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Kapitalflussrechnung, auch im Vergleich zu anderen Rechnungslegungssystemen. Im Einzelnen werden die Entwicklung der Kapitalflussrechnung, der Zweck und die Aufgaben, sowie die Adressaten der Kapitalflussrechnung erläutert. Zudem werden Ermittlungsmethoden und Gliederungsformen der Kapitalflussrechnung aufgezeigt. In Kapitel 3 werden aufbauend auf den theoretischen Grundlagen des vorherigen Kapitels die Inhalte des IAS 7 vorgestellt. Es werden detailliert die Abgrenzung des Finanzmittelfonds, die Darstellung und Gliederung der Kapitalflussrechnung, sowie der Ausweis spezieller Posten erläutert. Kapitel 4 schließt die Arbeit mit einem Fazit bzw. einer kritischen Würdigung der Sachverhalte ab. Im Anhang kann der interessierte Leser zusätzlich die Kapitalflussrechnung anhand von Beispielen aus den Jahresabschlüssen der Bayer AG und der Stada AG nachvollziehen.

2. Grundlagen der Kapitalflussrechnung

2.1. Geschichtliche Entwicklung der Kapitalflussrechnung

Um die Finanzlage von Unternehmen besser beurteilen zu können, haben die Forderungen nach einem speziellen Finanzausweis über die letzten Jahrzehnte hinweg stetig zugenommen.4 Die Gewinn- und Verlustrechnung gibt zwar Auskunft über die Geschäftsentwicklung eines Unternehmens, ist jedoch nicht zur Beurteilung der finanziellen Entwicklung geeignet, da kurzfristig signifikante Unterschiede zwischen den Ergebnissen aus der GuV und den erwirtschafteten Cash Flows bestehen können. Aus diesem Grund wurden in der Vergangenheit diverse Modelle vorgeschlagen, um die Zahlungsströme innerhalb einer Berichtsperiode zu analysieren und den Zusammenhang zwischen Mittelbeschaffung- und Mittelverwendung aufzuzeigen.5 Diese Bestrebungen führten zur Entwicklung der Kapitalflussrechnung, die heute in den unterschiedlichsten Rechnungslegungssystemen verankert ist. Grundlage für die heutigen nationalen und internationalen Rechnungslegungsgrundsätze zur Kapitalflussrechnung bildet der Standard SFAS No. 95 „Statement of Cash Flows“, der im Jahre 1987 von dem US-amerikanischen Financial Accounting Standards Board (FASB) veröffentlicht wurde, sowie die revidierte Fassung des IAS 7 „Cash Flow Statements.6 Diese überarbeitete Version des Standards wurde 1992 vom International Accounting Standards Committee (IASC), Vorgänger des International Accounting Standards Board (IASB), veröffentlicht und lehnt sich sehr stark an die FASB-Statements an. Daher bestehen nur marginale Unterschiede zwischen SFAS No. 95 und IAS 7. Diese beiden internationalen Standards wurden in der Stellungnahme HFA 1/1995 des Hauptfachausschusses des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) und des Arbeitskreises „Finanzierungsrechnung“ der Schmalenbach-Gesellschaft aufgegriffen, welche als Empfehlung zur Gestaltung von Kapitalflussrechnungen in Deutschland anzusehen ist.7

Seit 1999 sind börsennotierte Mutterunternehmen nach § 297 Absatz 1 Satz 2 HGB auch hierzulande verpflichtet,8 ihren Konzernanhang um eine Kapitalflussrechnung zu erweitern, wohingegen in den USA bereits seit 1971 die Kapitalflussrechnung als obligatorischer Bestandteil des Jahresabschlusses gilt.9 Zum Inhalt und zur Ausgestaltung der Kapitalflussrechnung hat der Standardisierungsrat des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC) im Oktober 1999 den Standard DRS 2 „Kapitalflussrechnung“ erlassen, der sich materiell kaum von der Stellungnahme HFA 1/1995 unterscheidet und sich somit sehr stark an den beiden internationalen Standards SFAS No. 95 und IAS 7 orientiert.10 Zusammenfassend ergeben sich also in den unterschiedlichen Rechnungslegungssystemen folgende Offenlegungspflichten für die Kapitalflussrechnung:

Tabelle 1: Offenlegung von Kapitalflussrechnungen in Jahresabschlüssen. In Anlehnung an: Auer, K. V. (2000), S. 292. [Tabelle in der Downloaddatei vorhanden]

2.2. Zweck und Aufgaben

[...]


1 Vgl. hierzu und im Folgenden Wagenhofer, A. (2003), S. 1.

2 Vgl. Bayer AG (1995), S. 4.

3 Vgl. IAS 1.8 (revised 2004).

4 Vgl. hierzu und im Folgenden Europäische Kommission (1994), S. 7.

5 Vgl. Riebell, C., Grün, D.-J. (2003), S. 123.

6 Vgl. hierzu und im Folgenden Amen, M. (1998), S. 199.

7 Vgl. Schrader, C. (1999), S. 27.

8 Vgl. Riebell, C., Grün, D.-J. (2003), S. 122.

9 Vgl. Schrader, C. (1999), S. 26.

10 Vgl. Riebell, C., Grün, D.-J. (2003), S. 122.

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