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Scholary Paper (Seminar), 2003, 19 Pages
Author: Robert Gersdorf
Subject: Politics - Political Systems - General
Details
Institution/College: Technical University of Chemnitz
Tags: Massenmedien, Wirkung, Meinung, Medien, Politik, Wandel
Year: 2003
Pages: 19
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 22 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-37744-7
File size: 211 KB
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Excerpt (computer-generated)
Technische Universität Chemnitz
Philosophische Fakultät
Proseminar: Medien, Politik und Öffentlichkeit im Wandel
Massenmedien und Öffentlichkeit - die mediale
Wirkung auf öffentliche Meinung
von: Robert Gersdorf
Gliederung
1. Einleitung
2. Öffentliche Meinung
2.1 Ein schwieriger Begriff
2.2 Elitekonzept
2.3 Integrationskonzept
3. Massenmedien - der Journalismus in der Bundesrepublik Deutschland
3.1 Begriffsbestimmung
3.2 Rechtliche Grundlagen
3.3 Funktion der Massenmedien
3.4 Journalistisches Selbstverständnis
3.5 Grundregeln journalistischer Arbeit
4. Das Verhältnis von öffentlicher Meinung und Massenmedien
4.1 Agenda-Setting
4.2 Konzept der selektiven Wahrnehmung
4.3 Meinungsführer und Zwei-Stufen-Fluss der Kommunikation
4.4 Theorie der Schweigespirale
5. Schlussbetrachtung
6. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Bei der Untersuchung des Wandlungsprozesses von Medien, Politik und Öffentlichkeit stößt man unweigerlich auf den Begriff der öffentlichen Meinung. „[D]ie öffentliche Meinung [stellt] eine zentrale Kategorie in der politischen Ideengeschichte, der Kommunikations- und Politikwissenschaft dar. Sie bildet insbesondere einen Schlüsselbegriff, um die Legitimität demokratischer Herrschaftssysteme zu erörtern.“1 Nun existiert die öffentliche Meinung nicht unabhängig in Politik, Öffentlichkeit und Medien. Es besteht die Annahme, dass durch die Massenmedien Themen politischer Couleur in die Öffentlichkeit transportiert werden, was zur Bildung von öffentlicher Meinung führt. Welche Wirkung üben dabei die Massenmedien auf die Bildung der öffentlichen Meinung aus?
Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, erscheint es sinnvoll, sich zunächst den Begriffen öffentliche Meinung und Massenmedien zu nähern. Die Wirkungsforschung der Massenmedien hat unzählige Ansätze erarbeitet. Anschließend werden einige Ansätze diskutiert. Im ersten Kapitel erfolgt eine Erläuterung des Begriffs öffentliche Meinung, wobei zu bemerken ist, dass es in der Wissenschaft keine allgemeingültige Definition gibt. Aber die Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann fasst die bisher bestehenden Auffassungen von öffentlicher Meinung in zwei Entwürfen zusammen: zum einen das Elitekonzept und zum anderen das Integrationskonzept.2 Beide Konzeptionen werden hier vorgestellt.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit den Massenmedien in der Bundesrepublik Deutschland. Der Betrachtungszeitraum erstreckt sich von der Gründung der Republik bis in die Gegenwart. Im Fokus steht hierbei der Journalismus als Handlungsfeld der Massenmedien. Um den Begriff Massenmedien nutzen zu können, ist es zunächst nötig, sich mit ihm vertraut zu machen. Die Bundesrepublik Deutschland ist bekanntlich ein Rechtsstaat. Daher ist es notwendig, die rechtlichen Grundlagen der Massenmedien darzustellen. Daraus resultieren die Funktionen und Leistungen, die den Massenmedien zugeschrieben werden. Zum Verständnis der Funktionsweise ist es angebracht, sich das journalistische Selbstverständnis sowie allgemeine Grundregeln journalistischer Arbeit vor Augen zu führen. Das dritte Kapitel steht im Zeichen der Wirkungsforschung. Es werden vier mögliche Forschungsansätze zur Medienwirkung erläutert. Dabei stellt sich heraus, dass sich, bis auf das Agenda-Setting, die Ansätze von selektiver Wahrnehmung, Meinungsführer und Zwei-Stufen-Fluss der Kommunikation sowie Schweigespirale mit dem sozialpsychologischen Integrationskonzept der öffentlichen Meinung in Verbindung setzen lassen.
2. Öffentliche Meinung
2.1 Ein schwieriger Begriff
Bei der öffentlichen Meinung handelt es sich um einen Begriff, bei dem sich die Wissenschaft, im Versuch eine allgemeingültige Definition zu finden, die Zähne auszubeißen scheint. Bereits seit der Antike sind die Wörter öffentlich und Meinung in offensichtlichen Zusammenhängen im Umlauf. Dabei kam dem Begriff öffentliche Meinung ursprünglich die Bedeutung von sozialer Kontrolle zu. Mit dem Zeitalter der Aufklärung Ende des 18. Jahrhunderts wandelte sich die Bedeutung des Begriffs. Bereits 1904 erkannte Hermann Oncken die Ambivalenz in der Betrachtungsweise der öffentlichen Meinung.3 Allerdings gelang es Onken noch nicht, diese Erkenntnisse entsprechenden Konzepten zuzuordnen und somit greifbar zu machen.
Den Höhepunkt der Begriffsverwirrung erreichte die 1965 von Harwood Childs veröffentlichte Zusammenstellung fünfzig verschiedener Definitionen von öffentlicher Meinung in seinem Buch Public Opinion. Schließlich wagte die deutsche Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann, alle bisherigen Definitionen und Ansätze zur Wesensbestimmung von öffentlicher Meinung in zwei grundlegende Konzepte einzuordnen. Demnach sieht sie einerseits „Öffentliche Meinung als Rationalität mit Funktionen für Meinungsbildung und Entscheidung in der Demokratie [und andererseits] Öffentliche Meinung als soziale Kontrolle mit der Funktion der Integration der Gesellschaft und Sicherung eines für Handeln und Entscheiden ausreichenden Grades von Konsens.“4
2.2 Elitekonzept
[...]
1 Gallus, Alexander/Marion Lühe: Öffentliche Meinung und Demoskopie, Berlin 1998, S.11.
2 Vgl. ebd., S.11.
3 Oncken, Hermann: Politik, Geschichtsschreibung und öffentliche Meinung, in: ders.: Historisch-politische Aufsätze und Reden, Bd. 1, München und Berlin 1914, S. 236.
4 Noelle-Neumann, Elisabeth: Öffentliche Meinung. Die Entdeckung der Schweigespirale, 4. Aufl., Frankfurt am Main und Berlin 1996, S.323 f.
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