Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Das Inselmotiv in Daniel Defoes Robinson Crusoe: Exil oder Asyl? close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Das Inselmotiv in Daniel Defoes Robinson Crusoe: Exil oder Asyl?

Termpaper, 1998, 16 Pages
Author: M.A. Anke Grundmann
Subject: English Language and Literature Studies - Literature

Details

Event: Daniel Defoes Robinson Crusoe und seine Rezeption im 18. Jahrhundert
Institution/College: Bielefeld University (Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft)
Tags: Inselmotiv, Daniel, Defoes, Robinson, Crusoe, Exil, Asyl, Daniel, Defoes, Robinson, Crusoe, Rezeption, Jahrhundert
Category: Termpaper
Year: 1998
Pages: 16
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 6  Entries
Language: German
Archive No.: V38793
ISBN (E-book): 978-3-638-37758-4
ISBN (Book): 978-3-638-84307-2
File size: 197 KB

Abstract

Das Motiv der Insel spielt in Daniel Defoes Roman Robinson Crusoe eine wichtige Rolle. Läßt man die Episoden, die Robinsons Jugend in England, seine ersten Seefahrten und das Leben als Plantagenbesitzer in Brasilien beschreiben und für den Hauptteil des Romans, den Inselaufenthalt eher eine einleitende Funktion haben, außer Acht, so ist die Insel der eigentliche Schauplatz der Handlung. Mit dem Begriff Insel können ganz unterschiedliche Assoziationen verbunden werden. Dies trifft umso mehr zu, wenn ein Mensch sich nicht aus freien Stücken für einen Aufenthalt auf einer Insel entscheidet, sondern gezwungenermaßen aus seinem gewohnten Lebensraum gerissen wird und in eine ihm fremde Zivilisation „verpflanzt“ wird, so wie es bei Defoes Protagonisten der Fall ist. Robinson macht hinsichtlich der Bewertung des Insellebens eine Entwicklung durch. Die Insel ist erst Asyl bzw. Rettung vor dem Tod, dann Exil und schließlich unter dem Eindruck seiner religiösen Wandlung wieder Asyl. Dieses Wechselspiel von Empfindungen möchte ich genauer untersuchen, indem ich die Aspekte, die zu der einen oder der anderen Haltung gegenüber der Insel beitragen, analysiere. Das erste Kapitel wird sich mit dem Exilcharakter der Insel beschäftigen. Ich werde versuchen zu zeigen, daß soziale Isolation und Gefahren, denen sich Robinson auf der Insel (vermeintlich) ausgesetzt sieht, die Faktoren sind, die zu einer Bewertung der Insel als Ort der Gefangenschaft beitragen. Das zweite Kapitel wird dann verschiedene Aspekte untersuchen, die dazu führen, daß Robinson seine Lage doch positiv beurteilt. In Kapitel 3 möchte ich den direkten Kontext der Handlung verlassen und die literarisch-technische Funktion der Insel in Defoes Roman betrachten.


Excerpt (computer-generated)

Universität Bielefeld
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Veranstaltung: Defoes Robinson Crusoe und seine Rezeption im 18. Jahrhundert
6. Semester

Das Inselmotiv in Daniel Defoes Robinson Crusoe:
Exil oder Asyl?

von: Anke Grundmann

 


INHALTSVERZEICHNIS

0. Einleitung 1

1. Die Insel als Exil 2

1.1 Exil durch Isolation 2
1.2 Die Insel als Bedrohung der Existenz 3

2. Die Insel als Asyl 4

2.1 Zuflucht vor äußerer Bedrohung 5
2.2 Ort der Besinnung 6
2.3 Robinsons Königreich 8

3. Die literarisch-technische Funktion der Insel 10

3.1 Die Insel als räumlicher Rahmen 11
3.2 Möglichkeit zur Entwicklung durch Isolation 11

4. Schluß 12

5. Literaturverzeichnis 13

 


 

0. Einleitung

Das Motiv der Insel spielt in Daniel Defoes Roman Robinson Crusoe eine wichtige Rolle. Läßt man die Episoden, die Robinsons Jugend in England, seine ersten Seefahrten und das Leben als Plantagenbesitzer in Brasilien beschreiben und für den Hauptteil des Romans, den Inselaufenthalt eher eine einleitende Funktion haben, außer Acht, so ist die Insel der eigentliche Schauplatz der Handlung. Mit dem Begriff Insel können ganz unterschiedliche Assoziationen verbunden werden. Dies trifft umso mehr zu, wenn ein Mensch sich nicht aus freien Stücken für einen Aufenthalt auf einer Insel entscheidet, sondern gezwungenermaßen aus seinem gewohnten Lebensraum gerissen wird und in eine ihm fremde Zivilisation „verpflanzt“ wird, so wie es bei Defoes Protagonisten der Fall ist. So bemerkt Elisabeth Frenzel in Bezug auf das Inseldasein:

Wie [der Gegensatz zwischen dem Leben auf der Insel und der Außenwelt] vom Inselbewohner bewertet wird, hängt von seiner Seelenlage ab; er kann sein Inselleben als Asyl, Geborgenheit und Ordnung empfinden, mit dem ein bestmöglicher Zustand, ein irdisches Paradies, erreicht ist, es kann ihm aber auch Exil, Ein- bzw. Aussperrung, Verbannung, Enge, Leere und tödliche Langeweile bedeuten.1 In Robinson Crusoe sind beide Positionen zu beobachten. Robinson macht hinsichtlich der Bewertung des Insellebens eine Entwicklung durch. Die Insel ist erst Asyl bzw. Rettung vor dem Tod, dann Exil und schließlich unter dem Eindruck seiner religiösen Wandlung wieder Asyl.

Dieses Wechselspiel von Empfindungen möchte ich genauer untersuchen, indem ich die Aspekte, die zu der einen oder der anderen Haltung gegenüber der Insel beitragen, analysiere. Das erste Kapitel wird sich mit dem Exilcharakter der Insel beschäftigen. Ich werde versuchen zu zeigen, daß soziale Isolation und Gefahren, denen sich Robinson auf der Insel (vermeintlich) ausgesetzt sieht, die Faktoren sind, die zu einer Bewertung der Insel als Ort der Gefangenschaft beitragen. Das zweite Kapitel wird dann verschiedene Aspekte untersuchen, die dazu führen, daß Robinson seine Lage doch positiv beurteilt. In Kapitel 3 möchte ich den direkten Kontext der Handlung verlassen und die literarisch-technische Funktion der Insel in Defoes Roman betrachten. Bei der Frage, ob bzw. in welchen Situationen Robinson seinen Lebensraum als Exil oder Asyl empfindet, erscheint es mir sinnvoll, den Roman nicht chronologisch zu untersuchen. Stattdessen soll versucht werden, bestimmte Aspekte unter den Stichworten Asylcharakter und Exilcharakter der Insel zusammenzufassen.

1. Die Insel als Exil

1.1 Exil durch Isolation

Nachdem sich Robinsons eher instinktive Freude über seine Errettung vor dem Ertrinken gelegt hat, beginnt er, den Exilcharakter seiner Lage zu realisieren. Er erkennt, daß er als einziger den Schiffbruch überlebt hat: „[...] reflecting upon all my Comerades that were drown’d, and that there should not be one Soul sav’d but my self [...]“.2 Obwohl sein bisheriges Leben nicht durch emotionale Bindungen zu seiner Familie oder anderen Menschen bestimmt war, wird ihm auf schmerzliche Weise bewußt, daß alle seine Kameraden umgekommen sind.

Besonders die Tatsache, daß ihm durch die soziale Isolation jegliche Kommunikation mit einem Mitmenschen unmöglich ist, empfindet er als Belastung. Um diesen Mißstand etwas erträglicher zu machen und wenigstens die Illusion einer fremden Stimme zu haben, bringt er dem eingefangenen Papagei einige Wörter bei.3 Robinson erkennt jedoch, daß dieses Haustier kein vollwertiger Ersatz für menschliche Gesellschaft ist. So ist sein einziger Wunsch, als er das an den Felsen zerschellte Segelschiff entdeckt, [...] that there had been but one or two; nay, or but one Soul sav’d out of this Ship, to have escap’d to me, that I might but have had one Companion, one Fellow-Creature to have spoken to me, and to have convers’d with ! In all the Time of my solitary Life, I never felt so earnest, so strong a Desire after the Society of my Fellow-Creatures, or so deep a Regret at the want of it.4

Robinsons Wunsch geht nicht in Erfüllung. Seine Sehnsucht nach menschlicher Gesellschaft ist jedoch so stark, daß er im Traum die später real stattfindende Begegnung mit Friday antizipiert. Es geht ihm zwar auch darum, von Friday Hilfe bei der Überfahrt auf das Festland zu erhalten, doch die Möglichkeit zu Kommunikation scheint bei der Beziehung zwischen Robinson und dem Eingeborenen im Vordergrund zu stehen.

1.2 Die Insel als Bedrohung der Existenz

[...]


1 Elisabeth Frenzel. Motive der Weltliteratur. Ein Lexikon dichtungsgeschichtlicher Längsschnitte. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Kröner, 1988. S. 381.

2 Daniel Defoe. The Life and Strange Surprizing Adventures of Robinson Crusoe, of York, Mariner. Oxford: Oxford University Press, 1972. S. 46.

3 Vgl. ebd., S. 119 und S.142-143.

4 Ebd., S. 188.


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Das religiöse Motiv in Robinson Crusoe

Author: Björn Siemers
English Language and Literature Studies - Literature, 2002 Download as PDF-file for 7,99 EUR

New Views on Cameroon English

Author: Martin Liboska
English Language and Literature Studies - Linguistics, 2004 Download as PDF-file for 9,99 EUR

The Religion in Daniel Defoe's Robinson Crusoe

Author: Anonym
English Language and Literature Studies - Literature, 2006 Download as PDF-file for 6,99 EUR

Zu: "Die Wand" von Marlen Haushofer

Author: Evelyn Fast
German Studies - Modern German Literature, 2003 Download as PDF-file for 7,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/38793/das-inselmotiv-in-daniel-defoes-robinson-crusoe-exil-oder-asyl
please wait Please wait