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Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 15
Note: sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 5  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 499 KB
Archivnummer: V38839
ISBN (E-Book): 978-3-638-37792-8

Textauszug (computergeneriert)

OTTO-VON-GUERICKE-UNIVERSITÄT MAGDEBURG
FAKULTÄT FÜR GEISTES-, SOZIAL- UND
SEMINAR VERTIEFUNG - LEICHTATHLETIK
8. Semester

Der Kugelstoß

von: Tobias Jantz

 


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG 1

2. PHYSIKALISCHE GRUNDLAGEN DES KUGELSTOßES 1

2.1 VORBEMERKUNGEN 1
2.2 ALLGEMEINE PHYSIKALISCHE GESETZMÄßIGKEITEN FÜR DEN KUGELSTOß 2
2.3 BIOMECHANISCHE GESETZMÄßIGKEITEN FÜR DEN KUGELSTOß 3

3. DIE LEISTUNGSSTRUKTUR DES KUGELSTOßENS 4

4. DIE TECHNIKEN DES KUGELSTOßES  5

4.1 VORBEMERKUNGEN 5
4.2 DIE ANGLEITTECHNIK  5
4.3 DIE DREHSTOßTECHNIK 8

5. DAS LEHREN UND LERNEN DES KUGELSTOßES 11

LITERATUR  13


 

1. Einleitung

Das Kugelstoßen gehört zu den leichtathletischen Wurf- und Stoßdisziplinen, ist seinem Charakter nach schnellkraftorientiert und den azyklischen Bewegungen zuzuordnen. Bereits Homer berichtete in seiner Ilias über Steinstoßwettbewerbe der Soldaten während der Belagerung Trojas. Im 17. Jahrhundert waren es englische Soldaten, die Wettbewerbe im Kanonenkugelstoßen durchführten. Um das Jahr 1860 wurde das Kugelstoßen reglementiert: Das Gewicht wurde auf 16 Pfund (=7,257 kg) festgelegt und der Stoß erfolgte fortan aus einer vorgegebenen Fläche heraus. Das war anfangs ein Quadrat mit 7 Fuß (ca. 2,13) Kantenlänge, das gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch einen Kreis ersetzt wurde. Allerdings war dieser Kreis damals nicht betoniert, sondern wurde einfach in die Asche eingezeichnet. Das Kugelstoßen ist seit 1896 olympisch und konnte bis zu Beginn der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts eine kontinuierliche Leistungssteigerung verzeichnen. Seither stagniert die Entwicklung aus Gründen, die hier nicht diskutiert werden.

In der vorliegenden Arbeit soll vielmehr das Kugelstoßen als sportliche Disziplin beschrieben werden. Auf die physikalischen und biomechanischen Grundlagen aufbauend sollen die beiden im Hochleistungssport vorzufindenden Techniken erläutert werden. Im abschließenden Teil der Arbeit werden methodische Empfehlungen für das Lehren und Lernen des Kugelstoßens dargeboten. Dabei werden jedoch keine Übungsbeispiele gegeben, von denen es unzählige gibt, sondern es wird eine methodische Stufenfolge erläutert, die zum Erlernen der Technik eingehalten werden sollte. Bei der konkreten Auswahl der Übungen sind der Kreativität des Lehrenden keine Grenzen gesetzt.

2. Physikalische Grundlagen des Kugelstoßes

2.1 Vorbemerkungen

Die Technik des Kugelstoßes unterliegt, wie auch andere sportliche Techniken, physikalischen Gesetzen. Die physikalischen Faktoren, die das sportliche Ziel, das Erreichen einer maximalen Flugweite der Kugel, beeinflussen, lassen sich dabei zwei Bereichen zuordnen:

- den allgemeinen physikalischen Gesetzmäßigkeiten des Fluges der Kugel und
- den biomechanischen Gesetzmäßigkeiten, denen sich der Sportler beim Stoßen der Kugel auszusetzen hat.

Im Folgenden sollen diese Faktoren, den entsprechenden Bereichen zugeordnet, näher beleuchtet werden.

2.2 Allgemeine physikalische Gesetzmäßigkeiten für den Kugelstoß

Rein physikalisch gesehen handelt es sich beim Kugelstoß um einen schrägen Wurf. Demnach sind die folgenden Parameter für die Flugweite (L) des Gerätes entscheidend:

- die Abfluggeschwindigkeit der Kugel (v0)
- der Abflugwinkel der Kugel zur Horizontalen (a0)
- die Abflughöhe der Kugel (h0)
- die Erdbeschleunigung (g, als Konstante mit 9,81 m/s²) (vgl. Abb. 1)

Unter der Voraussetzung, dass diese Faktoren hinreichend genau bestimmt werden, lässt sich die (theoretische) Weite des Kugelstoßes mit der folgenden Formel berechnen: Aus der Formel wird ersichtlich, dass die Abfluggeschwindigkeit der Faktor mit dem größten Einfluss auf die Stoßweite ist1. Damit hat der Sportler die Aufgabe, diese zu maximieren und alle anderen Faktoren zu optimieren. Die Leistungsentwicklung im Kugelstoßen ist beinahe ausschließlich an die Erhöhung der Abfluggeschwindigkeit gebunden. Eine Erhöhung der Abfluggeschwindigkeit um 3,6% hat eine Verbesserung der Stoßweite um 6% zur Folge (nach Tutewitsch, vgl. Hinz, 1991, S. 21; Bauersfeld & Schröter, 1992, S. 293). Den Abflugwinkel gibt HINZ (1991, S. 20) mit 42° als physikalisch optimal an, ohne jedoch zu erwähnen, dass dieser von Abfluggeschwindigkeit und der -höhe abhängig und folglich verschieden ist. Dieser Winkel wird aber i.d.R. nicht erreicht, da ein flacherer Ausstoß günstigere Arbeitsbedingungen für die Muskulatur ermöglicht. Dass die Verringerung des Abflugwinkels zugunsten einer höheren Abfluggeschwindigkeit absolut gerechtfertigt ist, zeigt der von HINZ angeführte Vergleich: Eine Abweichung vom optimalen Winkel um 4,7% hat eine Verringerung der Stoßweite von lediglich 0,3 % zur Folge.

Abb. 1 Abflugparameter und Flugbahn der Kugel für einen 23-m- Stoß (aus: Hinz, 1991, S. 22) [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Die Abflughöhe ist im Wesentlichen vom Leistungsfaktor Konstitution bestimmt und vom Sportler nicht sinnvoll veränderbar2. Daher ist diese Größe für die Technik des Kugelstoßes nicht relevant, wenngleich sie bei der Athletensichtung berücksichtigt werden sollte. Aus physikalischer Sicht sind außerdem äußere Kräfte (wie etwa Wind oder Regen) und die Aerodynamik der Kugel als Einflussgrößen auf die Flugweite zu nennen. Da jedoch die Lage der Kugel in der Luft stets und bei allen Sportlern gleich und die Flugdauer relativ gering ist, können diese Größen vernachlässigt werden3. Hieraus wird deutlich, dass die Biomechanik und folglich die Technik des Kugelstoßes fast ausschließlich auf das Erreichen einer maximalen Abfluggeschwindigkeit der Kugel ausgerichtet sein müssen.

2.3 Biomechanische Gesetzmäßigkeiten für den Kugelstoß

[...]


1 Die Abfluggeschwindigkeit entscheidet zu ca. 85% über die Stoßweite. Vgl. Haberkorn & Plaß, 1992, S. 124.

2 Theoretisch könnte der Sportler durch ein Abspringen vor dem Ausstoß die Abflughöhe vergrößern, jedoch verbieten die Masse der Kugel und die Biomechanik des Stoßens dieses Vorgehen.

3 Im Gegensatz zum Diskus- oder Speerwurf, bei denen genannte Größen einen wesentlichen Einfluss haben.

Kommentare

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