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Scholary Paper (Seminar), 2003, 32 Pages
Author: Robert Doelling
Subject: Economics / Business: Business Management, Corporate Governance
Details
Institution/College: Christian-Albrechts-University of Kiel (Gründungs- und Innovationsmanagement)
Tags: Turnaround, Unternehmenskrisen, Gründungs-, Innovationsmanagement
Year: 2003
Pages: 32
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 49 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-37823-9
ISBN (Book): 978-3-638-65465-4
File size: 241 KB
Inkl. 7 Seiten Anhang
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Abstract
Das Wissen über mögliche Fehler und Krisenursachen bietet die Möglichkeit, potentielle Krisen rechtzeitig zu erkennen, ihnen entgegenzuwirken und somit eine die Existenz des Unternehmens gefährdende Situation zu vermeiden. Das Wissen über mögliche Krisenursachen ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens. Nur wer seine Schwächen kennt, kann diese mindern oder beseitigen und so Erfolgspotentiale für die Zukunft schaffen. Die vorliegende Ausarbeitung gibt einen Überblick über den Stand der empirischen Forschung zur Identifikation von Krisenursachen. Im Sinne einer Bestandsaufnahme wird hier versucht, sowohl den aktuellen Forschungsstand, als auch Ergebnisse früherer Forschungen zu vermitteln. Neben den den Analysen zugrunde liegenden Methoden wird der Gegenstand der Krise als auch dessen Systematisierung in verschiedenen Studienergebnissen vorgestellt.
Excerpt (computer-generated)
Turnaround bei schweren Unternehmenskrisen
von: Robert Doelling
7. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung 1
2. Gegenstand der Krise 1
3. Identifikation von Krisenursachen 2
3.1 Systematisierung von Krisenursachen 2
3.2 Empirische Studien zur Identifikation von Krisenursachen 4
3.3 Empirische Ergebnisse 8
3.3.1 Primäre Krisenursachen 8
3.3.1.1 Strukturelle Krisenursachen 8
3.3.1.2 Exogene Krisenursachen 10
3.3.2 Sekundäre Krisenursachen 13
3.3.2.1 Operative Krisenursachen 13
3.3.2.2 Strategische Krisenursachen 14
3.3.3 Verschärfende Krisenursachen 15
3.3.4 Kombinationen von Krisenursachen 15
4. Schlussbemerkung 16
Literaturverzeichnis III
Anhang VI
1. Problemstellung
Das Wissen über mögliche Fehler und Krisenursachen bietet die Möglichkeit, potentielle Krisen rechtzeitig zu erkennen, ihnen entgegenzuwirken und somit eine die Existenz des Unternehmens gefährdende Situation zu vermeiden. Das Wissen über mögliche Krisenursachen ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens. Nur wer seine Schwächen kennt, kann diese mindern oder beseitigen und so Erfolgspotentiale für die Zukunft schaffen. Die vorliegende Ausarbeitung gibt einen Überblick über den Stand der empirischen Forschung zur Identifikation von Krisenursachen. Im Sinne einer Bestandsaufnahme wird hier versucht, sowohl den aktuellen Forschungsstand, als auch Ergebnisse früherer Forschungen zu vermitteln. Neben den den Analysen zugrunde liegenden Methoden wird der Gegenstand der Krise als auch dessen Systematisierung in verschiedenen Studienergebnissen vorgestellt.
2. Gegenstand der Krise
Der Begriff der „Krise“ lässt sich in der Literatur konsensfähig bestimmen. Witte (1981) kennzeichnet z. B. das Vorliegen einer Krise anhand dreier Merkmale:
- Liegt eine Krise vor, so muss von ihr eine Existenzbedrohung des Unternehmens ausgehen.
- Eine Krise ist dadurch gekennzeichnet, dass die Entscheidungszeit, in der Maßnahmen zu ihrer Bewältigung ergriffen werden können, begrenzt ist.
- Ist der Ausgang der Gefährdung undeterminiert, so wird von einer Unternehmenskrise gesprochen.
Die vorhandene Entscheidungszeit, die die Möglichkeit zur Krisenbewältigung begrenzt, greift Hauschildt (2002) zur Bestimmung unterschiedlicher Phasen einer Krise auf. Er unterscheidet dabei zwischen latenter und manifester Krise (s. Abb. 1). Die manifeste Krise ist dadurch gekennzeichnet, dass sie dem Unternehmensumfeld bereits bekannt ist und durch die Reaktionen der Geschäftspartner auf diese Krise sehr schnell zur Insolvenz führen kann. Die vorhergehende latente Krise ist hingegen dem Unternehmensumfeld und vielfach selbst dem Unternehmen unbekannt. Aus diesem Grund bietet lediglich die latente Krise die Möglichkeit zum „going concern“, da in dieser noch ausreichend Zeit zur Schwachstellenanalyse und zur Umsetzung von Krisen bewältigenden Strategien gegeben ist.
3. Identifikation von Krisenursachen
3.1 Systematisierung von Krisenursachen
Das Wesen der den Unternehmenskrisen zugrunde liegenden Ursachen ist weitaus komplexer als es ihre Veröffentlichung in nicht weiter differenzierenden Listen wie z. B. den periodisch veröffentlichten Listen von Krisenindikatoren (vgl. Schimmelpfeng, 1977a; Creditreform, 1983; Brehmer, 1982) suggerieren mag. Dem Bedürfnis nach Ordnungsprinzipien ist Fleege- Althoff (1930, S. 84) bereits frühzeitig nachgekommen. Er unterscheidet dabei je nach Art der Krisenursachen:
„1. Je nachdem, ob die Faktoren innerhalb der Unternehmung liegen oder von außen auf die Unternehmung einwirken, lassen sich die Krankheitsursachen einteilen in endogene und exogene.
2. Nach der Dauer der Wirksamkeit würde man zwischen periodischen und fortlaufenden, akuten und chronischen Krankheitsursachen unterscheiden können.
3. Nach den Merkmalen lassen sich offene und schleichende unterscheiden.
4. Nach der Art des Auftretens sind regelmäßige und unregelmäßige feststellbar.
5. Nach dem Grade der Erkennbarkeit kommen starke und schwache vor.
6. Nach der Zahl kommen einzelne und mehrere und bei letzteren wieder nebeneinander und nacheinander geschaltete in Frage.
7. Je nachdem, ob die ganze Unternehmung betroffen wird oder ob nur einzelne Betriebe oder gar Abteilungen in Mitleidenschaft gezogen werden, lassen totale und partiale unterscheiden.“
Diese Einteilungsgesichtspunkte finden in der Literatur fast alle Verwendung oder werden gelegentlich abgewandelt und noch ergänzt (vgl. Ahuis, 1934). Weitere deduktive Abhandlungen unterscheiden zwischen speziellen und generellen Störungsfaktoren (vgl. Hertlein, 1956; Leist, 1905), zwischen akuten Erkrankungen und chronischen Leiden sowie Konstitutionsgebrechen und Funktionsleiden (vgl. Le Coutre, 1926), zwischen Gründen für temporäre und dauernde Unrentabilität (vgl. Fleischer, 1928)
und zwischen Gruppierungen, bei denen eine Gesundung ausgeschlossen bzw. nicht ausgeschlossen ist (vgl. Moral, 1924).
Abbildung 1: Phasen einer Unternehmenskrise (nach Hauschildt, 2002, S. 1004) [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Bei empirischen Abhandlungen findet vorwiegend die Unterteilung der Ursachen in exogene und endogene Verwendung (vgl. Hahn, 1958; Rinklin, 1960). Diese Einteilung ist in betriebswirtschaftlicher Hinsicht zu begrüssen, sie bedarf jedoch einer weiteren Differenzierung hinsichtlich der Kausalität von einander vor- bzw. nach gelagerten Krisenursachen. Eine weitergehende Differenzierung führt dagegen Kliege (1962) durch. Er geht dabei von Kausalketten von Ursachen, sog. Bündeln, aus, die er nacheinander als Primärursachen, Sekundärursachen und Tertiärursachen deduktiv darstellt. Diesem Grundprinzip der Systematisierung, der Kausalität, fügt Keiser (1965) die Annahme der Interdependenz von nebengeordneten Ursachen bzw. Ursachenkomplexen und die Annahme der Multikausalität hinzu. Ursachen bedingen sich also auch gegenseitig auf einer Ebene und können darüber hinaus auch mehrere „Ursachen“ auf einer nach gelagerten Ebene beeinflussen. Diese Überlegungen können vereinfacht in einem Modell der Krisenursachen wie folgt dargestellt werden:
Zu den Primärursachen zählt Keiser u. a. mangelnde unternehmerische Veranlagung (endogen), mangelndes Leistungsvermögen der Mitarbeiter (endogen) und hoheitliche Gewalt (exogen). Die Sekundärursachen umfassen u.a. fehlerhafte Kalkulation und Strukturmängel im Bereich der Leitungs- und Verwaltungsprozesse und z.B. schlechte Beschaffungskonditionen und fehlerhafte Lagerung im Bereich der Umsatzprozesse. In zu hohen Kosten und zu hohem Aufwand, in zu niedrigen Erlösen und einer schlechten Bilanzstruktur identifiziert Keiser tertiäre Ursachen. Die Tertiärursachen stellen den letzten Komplex im Kausalverlauf dar. Sie sind gleichzeitig die ersten Insolvenzgründe, die sich bei einer Bilanzanalyse ermitteln lassen. „Außerdem kommt den Tertiärursachen aus betriebswirtschaftlicher Sicht nur eine relativ untergeordnete Bedeutung zu, da sie als letzte Stufe vor dem Unternehmenszusammenbruch schon weitgehend nur noch Symptomcharakter tragen“ (Keiser, 1965, S.102).
Abbildung 2: Systematisierung von Krisenursachen (nach Keiser, 1965) [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
[...]
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