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Autor: Pierre Fütterer
Fach: Geschichte - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Details
Institution/Hochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena (Historisches Institut)
Tags: Lossonum, Rudolf, Losse, Peter-, Paulskapelle, Methodik, Geistliche, Karrieren, Spätmittelalter
Jahr: 2005
Seiten: 16
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 32 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 752 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-37886-4
ISBN (Buch): 978-3-638-84309-6
Zusammenfassung / Abstract
Neben vielen berühmten Persönlichkeiten des Mittelalters, deren Leben bis in alle Details durch reiches Quellenmaterial beleuchtet wird, entdecken Historiker von Zeit zu Zeit Personen, deren Bedeutung für die Geschichte erst bei genauerem Hinsehen erkannt wird. Erstaunlich ist es dann, wenn man durch Quellenarbeit deren tatsächlichen Einfluss erfährt und es sich zeigt, in wessen Schatten sie agierten und wozu ihr Engagement führte. Eine dieser vordergründig unscheinbaren Personen des spätmittelalterlichen Lebens ist Rudolf Losse, Bürger der Stadt Eisenach. Dieser Rudolf Losse hat es verstanden, sich - wie er selbst sagt -„…per immensos labores…“, große Reichtümer in Form von Pfründen zu erwerben und war in Diensten vieler großer Männer seiner Zeit. Diese Untersuchung beschäftigt sich jedoch nicht mit seinem Pfründenerwerb, sondern mit seinem allodialen Hof in Eisenach und der von ihm dort gestiftete Peter- und Paul-Kapelle sowie den dafür von seinen Gönnern und Dienstherren erwirkten Vergünstigungen und Privilegien, die aus verschiedenen Quellenstellen der Nova Alemaniae erschlossen wurden.
Textauszug (computergeneriert)
Historisches Institut
FSU Jena
SoSe 2004
Die curia Lossonum und die von Rudolf Losse gestiftete
Peter- und Paulskapelle
von
Pierre Fütterer
Mittelalterl. Gesch. 14. FS
Philosophie 14. FS
Ur- und Frühgesch. 13. FS
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Biographischer Abriss 4
3. Die Auswertung der Quellen 6
3.1. Inhaltliche Zusammenfassung 6
3.2. Lage und Baulichkeiten 6
3.3. Die Vergünstigungen 8
4. Die weitere Geschichte des Hofes 10
5. Schluss 12
6. Quellen- und Literaturverzeichnis 13
7. Abbildungen 15
8. Abbildungsnachweis 16
1. Einleitung
Neben vielen berühmten Persönlichkeiten des Mittelalters, deren Leben bis in alle Details durch reiches Quellenmaterial beleuchtet wird, entdecken Historiker von Zeit zu Zeit Personen, deren Bedeutung für die Geschichte erst bei genauerem Hinsehen erkannt wird. Erstaunlich ist es dann, wenn man durch Quellenarbeit deren tatsächlichen Einfluss erfährt und es sich zeigt, in wessen Schatten sie agierten und wozu ihr Engagement führte. Eine dieser vordergründig unscheinbaren Personen des spätmittelalterlichen Lebens ist Rudolf Losse, Bürger der Stadt Eisenach.
Dieser Rudolf Losse hat es verstanden, sich- wie er selbst sagt-„…per immensos labores…“1, große Reichtümer in Form von Pfründen zu erwerben und war in Diensten vieler großer Männer seiner Zeit.
Diese Untersuchung beschäftigt sich jedoch nicht mit seinem Pfründenerwerb, sondern mit seinem allodialen Hof in Eisenach und der von ihm gestiftete Peter- und Paul- Kapelle. Dankenswerter Weise hat Helmbold2 eine Arbeit zu Losse verfasst, in der er auch ausführlich die Geschichte, die Lage, die Baulichkeiten und die Vermächtnisse Losses auf der Basis der von Stengel veröffentlichten Nova Alamanniae3 eingeht. Wenig erfährt man jedoch darüber, wie Losse Vergünstigungen und Privilegien bei seinen Gönnern und Dienstherren erwirkte. Dieser Frage wird im Wesentlichen nachzugehen sein. Dazu werden einige Quellen aus den Nova Alamanniae untersucht.
Diese Untersuchung wird durch verschiedene Literatur unterstützt, wobei zu bemerken ist, dass sich wenige Autoren mit Rudolf Losse und seinem Wirken beschäftigten. Neben Burgard, Stengel und Langer- der im 2. Teil seiner Arbeit eine ausführliche Biographie Losses lieferte-, die sich intensiv mit Losse befasst haben, liegt noch eine bemerkenswerte Untersuchung von Schmitt vor.4 Von grossem Wert für diese Arbeit ist die schon genannte Untersuchung Helmbolds, die sich ausführlich der Familie Losse, deren Besitzungen, dem Lossenhof und der dazugehörigen Kapelle gewidmete. Dazu gesellt sich Literatur zur Geschichte Eisenachs und einige kunsthistorische Arbeiten, in denen der Lossenhof Erwähnung findet.5
Zuvor soll aber ein biographischer Abriss Rudolf Losse vorstellen, jenen Mann, der auf so „unscheinbare“ Weise an der Reichsgeschichte mitgewirkt hat.
Nach einer kurzen inhaltlichen Zusammenfassung der Quellentexte, werden dann im weiteren Verlauf der Arbeit alle fassbaren Informationen zum Hof und der Kapelle dargestellt. Desweiteren soll gezeigt werden, wie sich die Tätigkeiten Losses auf die Ausstattung der Kapelle auszuwirken vermochten.
Schliesslich wird ein Ausblick auf die weitere Geschichte des Lossenhofes gegeben, der den Schluss der Arbeit bilden wird.
2. Biographischer Abriss
Geboren wurde Rudolf Losse 13076 bei Eisenach, vermutlich im elterlichen Hof in Groß- Lupnitz. Er entstammte einem westthüringischen Ministerialengeschlecht, das in und um Eisenach begütert war und dort das Bürgerrecht, sowie einen alten Freihof, den so genannten Lossenhof, besass.7
Frühzeitig verlor er seine Eltern, wodurch er und sein Bruder Hermann vom Onkel Johann8 aufgezogen wurden. Gegen diesen prozessierte er alsbald um das väterliche Erbe.9 Die Jahre 1328 (vermutlich schon 1327, zum offiziellen Studienbeginn) bis 1330 studierte er mit seinem Bruder in Montpellier. Sein Studium brachte ihn schon bald mit dem Papst in Avignon in Kontakt, der ihm seine erste Pfründe in Ohrdruf verschaffte. Nach Abschluss seines Studiums begann er seine Tätigkeit in der Kanzlei Erzbischof Balduins von Trier.
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1 Langer. H.-G.: Urkundensprache und Urkundeformel in Kurtrier um die Mitte des 14. Jahrhunderts, Ein Beitrag zur Geschichte der deutschsprachigen Urkunde in der kurtrierischen Kanzlei während der Tätigkeit Rudolf Losses und seines Kreises, 1. Teil ADipl. 16, 1970, 2. Teil, ADipl. 17, 1971, S. 393.
2 Helmbold, H.: Ein Eisenacher Rittergeschlecht und sein Hof, Mitteilungen des Eisenacher Geschichtsvereins 5, 1933, S. 3-34.
3 Stengel, E. E. (Hrsg.): Nova Alamanniae: Urkunden, Briefe und andere Quellen besonders zur deutschen Geschichte des 14. Jahrhunderts vornehmlich aus den Sammlungen des Trierer Notars und Officials, Domdekans von Mainz Rudolf Losse aus Eisenach in der Ständischen Landesbibliothek zu Kassel und im Staatsarchiv zu Darmstadt, Bd. 1 Berlin 1921, Bd. 2/I, Berlin 1930, Bd. 2/II, Hannover, 1976, im Folgenden als NA abgekürzt.
4 Burgard, F.: Rudolf Losse (um 1310-1364), Rheinische Lebensbilder 14, Köln 1994, S. 47-70; Stengel, (wie Anmerk. 3) und Langer, (wie Anmerk 1); Schmitt, L. E.: Untersuchungen zu Entstehung und Struktur der „Neuhochdeutschen Schriftsprache“, 1. Band: Sprachgeschichte des Thüringisch- Obersächsischen im Spätmittelalter. Die Geschäftssprache von 1300 bis 1500, Mitteldt. Forsch. 36/I 1966.
5 z.B. Schumacher, C. W.: Merkwürdigkeiten der Stadt Eisenach und ihres Bezirkes in alphabetischer Ordnung, Eisenach 1777, Neudruck in: Beitr. zur Gesch. Eisenachs XXI, Eisenach 1912, S. 61f; Funkhänel, C.F.: Eisenacher Erinnerungen, ZVThürGA 5, 1863, S. 229-233; Puttrich, L.: Mittelalterliche Bauwerke im Grossherzogthum Sachsen- Weimar- Eisenach, Leipzig 1847, S. 16 und Tafeln 4, 6 u.7, 12.
6 Burgard, F.: Der thüringische Bildungskreis am Hofe des Trierer Erzbischofs Balduin von Luxemburg (1307- 1354), ZVThürG 49, 1995, S. 151, andere Angaben lauten um 1310.
7 Schmitt, (wie Anmerk 4), S. 83.
8 Helmbold, (wie Anmerk. 2), S. 4f.
9 Schuler, P.- J. Losse, Rudolf, NDB, Bd. 15, München 1987, S. 199 u. Langer, (wie Anmerk. 1), 2. Teil, S. 372f. zum Prozess gegen den Onkel.
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