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Zu: Friedrich August von Hayeks "Kosmos und Taxis" und "Die Zerstörung der spont... close

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Zu: Friedrich August von Hayeks "Kosmos und Taxis" und "Die Zerstörung der spontanen Ordnung"

Scholary Paper (Seminar), 2004, 24 Pages
Author: Nina Halaczinsky
Subject: Economics / Business: Political Economics

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 24
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 15  Entries
Language: German
Archive No.: V39019
ISBN (E-book): 978-3-638-37919-9
ISBN (Book): 978-3-638-65476-0
File size: 287 KB

Abstract

Wie kommt ein gesellschaftliches Zusammenleben zustande, welches den Menschen bestmögliche Aussichten bietet, ihre Interessen wahrzunehmen und ihre Ziele erfolgreich zu verfolgen? Friedrich August von Hayek beschäftigte sich Zeit seines Lebens mit einer Erklärung für dieses gesellschaftliche Phänomen. Seine Überlegungen wurden entscheidend geprägt durch die liberalen angelsächsischen Theorien des 18. Jahrhunderts. Zum einen findet die freiheitliche Ordnung unserer Gesellschaft große Beachtung, deren Begründung nach liberaler Auffassung in der Entstehung von Regeln und Institutionen zu finden ist. Darüber hinaus trägt Hayek der allgemeinen skeptischen Auffassung David Humes Rechung, welcher die Grenzen der menschlicher Vernunft und des Wissens erkennt. Der erste Teil dieser Seminararbeit gibt einen Überblick über das Kapitel zwei des Werkes „Recht, Gesetz und Freiheit“, mit dem Titel „Kosmos und Taxis“. Thematik ist die Entstehung der Strukturen unserer Gesellschaft und die Frage wie eine solche Ordnung beschaffen sein muss, damit ein Zusammenleben möglich ist. Hat sich unsere Gesellschaft über einen evolutorischen Prozess herausgebildet oder ist sie das Resultat überlegener menschlicher Intelligenz? Welche Regeln liegen dieser Ordnung zugrunde, die eine funktionierende Gesamtordnung ermöglichen? Die Probleme von Eingriffen in die gesellschaftliche Ordnung, die Anmaßung von Wissen durch zentrale Planung und die daraus resultierende Bedrohung der Freiheit, stehen im zweiten Teil im Vordergrund. Es soll der Gegensatz zwischen einer freiheitlichen, liberalen Ordnung auf der Grundlage von Regeln gerechten Verhaltens und einem sozialistischen System, welches entscheidend durch Zielvorgaben und Zwänge geprägt wird, aufgezeigt werden. Es erfolgt eine Darstellung der Wissensproblematik anhand der Unzulänglichkeiten sozialistischer Planung. Ich möchte in dieser Seminararbeit, anhand der Zwillingsidee, sowie dem ordnungsökonomischen Zusammenspiel zwischen der Regelordnung und der Handelnsordnung, mögliche Lösungsmechanismen aufzeigen.


Excerpt (computer-generated)

"Kosmos und Taxis" und "Die Zerstörung der spontanen Ordnung"

von: Nina Halaczinsky

5. Fachsemester

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

2. Kosmos und Taxis

2.1 Der Begriff der Ordnung 3
2.2 Spontane Ordnung und Organisation 3
2.3 Die Regeln der spontanen Ordnung und der Organisation 6
2.4 Die „Große Gesellschaft 8
2.5 Die Frage der Koexistenz und der Kombinierbarkeit der Ordnungen 9
2.6 Anmerkung über die historische Entwicklung der beiden Ordnungsbegriffe 9

3. Die Zerstörung der spontanen Ordnung

3.1 Einleitung 11
3.2 Liberalismus und Handlungsfreiheit 11
3.3 Sozialismus und die Bedrohung der Freiheit 13
3.4 Die Anmaßung von Wissen und die Zwillingsidee der spontanen Ordnung und der kulturelle Evolution 15
3.5 Probleme der sozialistischen Realität  17
3.6 Regelordnung und Handelnsordnung 19
3.7 Politik als Ordnungspolitik 21

4. Schlussbemerkung 21

5. Literaturverzeichnis 22


 

1. Einleitung

Wie kommt ein gesellschaftliches Zusammenleben zustande, welches den Menschen bestmögliche Aussichten bietet, ihre Interessen wahrzunehmen und ihre Ziele erfolgreich zu verfolgen? Friedrich August von Hayek1 beschäftigte sich Zeit seines Lebens mit einer Erklärung für dieses gesellschaftliche Phänomen. Seine Überlegungen wurden entscheidend geprägt durch die liberalen angelsächsischen Theorien des 18. Jahrhunderts. Zum einen findet die freiheitliche Ordnung unserer Gesellschaft große Beachtung, deren Begründung nach liberaler Auffassung in der Entstehung von Regeln und Institutionen zu finden ist. Darüber hinaus trägt Hayek der allgemeinen skeptischen Auffassung David Humes Rechung, welcher die Grenzen der menschlicher Vernunft und des Wissens erkennt. Der erste Teil dieser Seminararbeit gibt einen Überblick über das Kapitel zwei des Werkes „Recht, Gesetz und Freiheit“, mit dem Titel „Kosmos und Taxis“. Thematik ist die Entstehung der Strukturen unserer Gesellschaft und die Frage wie eine solche Ordnung beschaffen sein muss, damit ein Zusammenleben möglich ist. Hat sich unsere Gesellschaft über einen evolutorischen Prozess herausgebildet oder ist sie das Resultat überlegener menschlicher Intelligenz? Welche Regeln liegen dieser Ordnung zugrunde, die eine funktionierende Gesamtordnung ermöglichen? Die Probleme von Eingriffen in die gesellschaftliche Ordnung, die Anmaßung von Wissen durch zentrale Planung und die daraus resultierende Bedrohung der Freiheit, stehen im zweiten Teil im Vordergrund. Es soll der Gegensatz zwischen einer freiheitlichen, liberalen Ordnung auf der Grundlage von Regeln gerechten Verhaltens und einem sozialistischen System, welches entscheidend durch Zielvorgaben und Zwänge geprägt wird, aufgezeigt werden. Es erfolgt eine Darstellung der Wissensproblematik anhand der Unzulänglichkeiten sozialistischer Planung. Ich möchte in dieser Seminararbeit, anhand der Zwillingsidee, sowie dem ordnungsökonomischen Zusammenspiel zwischen der Regelordnung und der Handelnsordnung, mögliche Lösungsmechanismen aufzeigen.

2. Kosmos und Taxis

2.1 Der Begriff der Ordnung

Als Ordnung bezeichnet Hayek einen „Zustand .. , in dem verschiedenartige Elemente in großer Anzahl so aufeinander bezogen sind, dass die Kenntnisse eines räumlichen oder zeitlichen Teiles des Ganzen uns erlaubt, richtige Erwartungen hinsichtlich des Übrigen zu bilden oder zumindest Erwartungen, die sich mit erheblicher Wahrscheinlichkeit als richtig herausstellen“. 2 Es ist leicht ersichtlich, dass in unserer Gesellschaft eine derart beschriebene Ordnung vorhanden sein muss, da jedes Mitglied der Gesellschaft zu seiner größtmöglichen Bedürfnisbefriedigung beitragen will. Es findet eine wechselseitige Anpassung der Absichten und Erwartungen an die jeweiligen Umstände von Ort und Zeit statt. Dieser Anpassungsprozess beschreibt das soziale Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Wie wird eine solche Ordnung zustande gebracht?

2.2 Spontane Ordnung und Organisation

Hayek unterscheidet zwei Arten der Ordnung: Die spontane Ordnung und die Organisation. Die Organisation ist eine erzeugte Ordnung, eine Ordnung die exogen, d.h. durch äußere Kräfte geschaffen wird. Hinter dieser Art von Ordnung verbirgt sich die Denkweise der bewussten Planung einer Konstruktion mit hierarchischem Charakter. Die spontane Ordnung dagegen ist eine endogen gewachsene, eine sich selbstgenerierende Ordnung. „ ... (Sie ist) das Ergebnis menschlichen Handelns .. , nicht die Durchführung irgend eines menschlichen Planes“.3 Da es im Altgriechischen eigene Worte für die beiden Arten von Ordnungen gibt, verwendet Hayek diese als Synonyme. Das Wort kosmos bezeichnet die gewachsene Ordnung, das Wort taxis die erzeugte Ordnung.

In einigen Bereichen, wie z.B. Sprache und Moral wird heute allgemein anerkannt, dass diese durch einen evolutorischen Entwicklungsprozess entstanden sind. Diese Entwicklung dauert weiterhin an. Keine planende Instanz hätte das Ergebnis in solch einer Art und Weise zustande bringen können. Dagegen ist wiederum in anderen Bereichen, wie z.B. der marktlichen Ordnung, bis heute wenig Vertrauen in die Kräfte der spontanen Ordnung zu beobachten. Adam Smith4 prägte das „Prinzip der unsichtbaren Hand“. Er beschreibt wie sich die Menschen gegenseitig von Nutzen sind, obwohl dies nicht in ihrer Absicht lag. Wie eine „unsichtbare Hand“ lenkt die Marktwirtschaft das Handeln der Individuen. „Nicht vom Wohlwollen des Metzgers, Brauers und Bäckers erwarten wir das, was wir zum Essen brauchen, sondern davon, dass sie ihre eigenen Interessen wahrnehmen. Wir wenden uns nicht an ihre Menschen-, sondern an ihre Eigenliebe, und wir erwähnen nicht die eigenen Bedürfnisse, sondern sprechen von ihrem Vorteil“5. Jedes Mitglied der Gesellschaft verfolgt seine eigenen Interessen und dient dadurch, egal ob aus egoistischen Gründen oder reiner Gutmütigkeit, der gesamten Gesellschaft. Dies bezeichnet Hayek als die Stärke der Großen Gesellschaft 6.

Woher kommt das Misstrauen gegenüber der spontanen Ordnung? Ein Hauptgrund für dieses Misstrauen begründet sich aus der Tatsache, dass der Charakter der spontanen Ordnung nicht intuitiv erfasst werden kann. Es kann lediglich der Versuch unternommen werden die Strukturen dieser abstrakten Ordnung zu rekonstruieren. Da jeder Grad an Komplexität denkbar ist, kann keine einfache Struktur erkannt werden.

[...]


1 „Hayek, Friedrich August von, 1899 – 1992; aus Österreich stammender Nationalökonom und Sozialphilosoph, der in Österreich, England, USA und Deutschland – zuletzt in Freiburg – gelehrt hat; Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 1974 (...). Hayek gehört zu den einflussreichsten Sozialphilosophen seit Smith. Er hat für das Verständnis der wesentlichen Elemente des Wirtschaftens, z.B. die ... Marktwirtschaft, ein neues Fundament geschaffen“. Vgl. Gabler, 2000a, Seite 1430

2 Hayek, 2003a, Seite 38

3 Ferguson, 1767, Seite 171; schottischer Moralphilosoph (1773 – 1790)

4 Adam Smith (1723-1790), Hauptvertreter schottischer Moralphilosophie

5 Smith, 1996, Seite 17

6 Vgl. Hayek, 2003a, Seite 261


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