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Die Taliban als Produkt des afghanischen Bürgerkrieges - Herkunft, Religion und Politik

Autor: Marko Tomasini
Fach: Politik - Int. Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient

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Details

Veranstaltung: Politischer Islam
Institution/Hochschule: Universität Erfurt (Philosophische Fakultät)
Tags: Taliban, Produkt, Bürgerkrieges, Herkunft, Religion, Politik, Politischer, Islam
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 19
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 5  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 260 KB
Archivnummer: V39055
ISBN (E-Book): 978-3-638-37945-8
ISBN (Buch): 978-3-638-82416-3
Anmerkungen :
Herkunft, Religion und Politik der Taliban

Zusammenfassung / Abstract

Mit den Attentaten des 11. September 2001, meldete sich neben Osama bin Laden auch ein Land zurück auf der Bühne der internationalen Politik, dass lange Zeit fast vergessen war. Das Gespenst „Taliban“ war nun wieder in aller Munde, obwohl eigentlich niemand so recht wusste, wer diese Taliban sind, was sie mit ihrer Politik bezwecken und woher sie kamen. Taliban wurde all zu oft gleichgesetzt mit internationalem Terrorismus, was so allerdings nicht ganz zutreffend ist und so war der Krieg gegen diesen Terrorismus folglich auch ein Krieg gegen die Taliban. Was jahrelang versäumt wurde sollte nun, Ende 2001, so schnell wie möglich erledigt werden – Veränderung der Umstände in Afghanistan. Jetzt schmiedete man eine weltweite Koalitionen aus den verschiedensten Ländern, die allesamt und gemeinsam gegen diesen Feind der westlichen Zivilisation vorzugehen gedachte, das was man seit spätestens 1996 nicht im Stande war zu vollbringen, geschah nun mit rasender Geschwindigkeit. Wer aber diese Taliban nun tatsächlich sind, wissen immer noch die wenigsten. Bis auf wenige Dinge, wie zum Beispiel die Burqa als Pflichtbekleidung für Frauen, weiß man in der Regel nicht viel über Afghanistan unter der Führung der Taliban. In dieser Arbeit will ich auf diese Dinge eingehen, indem ich versuchen werde, die geistigen Ursprünge zu erläutern, die politische Situation Afghanistans vor den Taliban zu schildern und die Denkweise der Taliban darzulegen. Dabei soll auf zu viele Einzelheiten des afghanischen Bürgerkrieges und Feldzuges der Taliban verzichtet werden. Auch will ich auf die internationale Politik und die Außenpolitik der Taliban nicht weiter eingehen.

Textauszug (computergeneriert)

Die Taliban als Produkt des afghanischen Bürgerkrieges -
Herkunft, Religion und Politik

von: Marko Tomasini

4. Semester

 


Inhalt

1. Einleitung 3

2. Die religiösen Ursprünge 3

2.1 Deobandismus 5
2.2 Die Rolle der Madrassas in Pakistan 6

3. Herkunft der Taliban 8

3.1 Die politischen Umstände 1989 – 1994 9
3.2 Erstmaliges Auftreten als Kriegspartei 10

4. Das Verständnis vom Islam 13

4.1 Die Auslegung der Scharia 13
4.2 Ursachensuche 16

5. Resümee 17

 


 

1. Einleitung

Mit den Attentaten des 11. September 2001, meldete sich neben Osama bin Laden auch ein Land zurück auf der Bühne der internationalen Politik, dass lange Zeit fast vergessen war.

Das Gespenst „Taliban“ war nun wieder in aller Munde, obwohl eigentlich niemand so recht wusste, wer diese Taliban sind, was sie mit ihrer Politik bezwecken und woher sie kamen. Taliban wurde all zu oft gleichgesetzt mit internationalem Terrorismus, was so allerdings nicht ganz zutreffend ist und so war der Krieg gegen diesen Terrorismus folglich auch ein Krieg gegen die Taliban. Was jahrelang versäumt wurde sollte nun, Ende 2001, so schnell wie möglich erledigt werden – Veränderung der Umstände in Afghanistan. Jetzt schmiedete man eine weltweite Koalitionen aus den verschiedensten Ländern, die allesamt und gemeinsam gegen diesen Feind der westlichen Zivilisation vorzugehen gedachte, das was man seit spätestens 1996 nicht im Stande war zu vollbringen, geschah nun mit rasender Geschwindigkeit. Wer aber diese Taliban nun tatsächlich sind, wissen immer noch die wenigsten. Bis auf wenige Dinge, wie zum Beispiel die Burqa als Pflichtbekleidung für Frauen, weiß man in der Regel nicht viel über Afghanistan unter der Führung der Taliban. In dieser Arbeit will ich auf diese Dinge eingehen, indem ich versuchen werde, die geistigen Ursprünge zu erläutern, die politische Situation Afghanistans vor den Taliban zu schildern und die Denkweise der Taliban darzulegen. Dabei soll auf zu viele Einzelheiten des afghanischen Bürgerkrieges und Feldzuges der Taliban verzichtet werden. Auch will ich auf die internationale Politik und die Außenpolitik der Taliban nicht weiter eingehen.

2. die religiösen Ursprünge

Im Gegensatz zu anderen fundamentalistischen Gruppen im Islam, können die Taliban nicht auf eine lange Geschichte von Schriften und Gelehrten verweisen. Auch die Tatsache, dass sie sich gerade in dem Land Afghanistan etablieren konnten, hat wenig mit der afghanischen Kultur oder der Besonderheit des afghanischen Islam zu tun, vielmehr sind die Taliban als ein Produkt der afghanischen Geschichte seit 1979 zu betrachten.

Der Islam spielte in Afghanistan schon immer eine zentrale Rolle, allerdings in einer wesentlich toleranteren Form, als es dann unter den Taliban der Fall sein sollte. So lebten bis 1992 neben den Muslimen auch Juden, Hindus oder Sikhs in Afghanistan, welche auch in der afghanischen Gesellschaft angesehene Positionen einnahmen. Auch schon vor den Taliban, war die Scharia das zentrale Gesetzwerk, allerdings wurde es weniger streng ausgelegt, als die Taliban es tun sollten, sodass auch zivile Gesetze in die Scharia eingefügt werden konnten, um den Bedingungen der Zeit entsprechen zu können. Eigens dafür wurde 1946 an der Universität Kabul eine Scharia- Fakultät eingerichtet, um diese Anpassung vollziehen zu können. 1 Die verwurzelte tolerante Form des Islam, machte es Fundamentalisten schwer in Afghanistan Fuß zu fassen. So fand der Wahabbismus, der von Saudi-Arabien aus nach Afghanistan gebracht werden sollte, kaum Anhänger2, da man ihn als ausländisch ansah und der Wahabbismus zudem der Tradition der Stammesparteien und des Sufismus entgegenstand und somit mit der afghanischen Tradition nicht vereinbar war.3 Erst als im Zuge der Verteidigung gegen die Invasion der UdSSR saudische Gelder und Waffen an diese radikalen Gruppen floss, fand sich eine kleine Anhängerschaft. Im Unterschied zu den Taliban, waren andere fundamentalistische Gruppen, wie zum Beispiel die Jamaat-e-Islami, in Afghanistan relativ modern ausgerichtet. So befürworteten sie die Bildung der Frauen, interessierten sich für ein funktionierendes Wirtschafts- und Bankensystem und waren dafür, das Afghanistan ausländische Beziehungen unterhält.4 Die Taliban und deren Vorläufer die „Jamiat-e-Ulema Islam“ aus Pakistan, standen in starken Widerspruch zu diesen Gruppen und bezeichneten sie als unislamisch.

Die Taliban selbst dürften auf das afghanische Volk äußerst befremdlich gewirkt haben. Die strenge Auslegung der Scharia und die konsequente Durchsetzung der erlassenen (islamischen) Verordnungen waren absolut neu in diesem Land, so wie für die restliche islamische Welt. Das die Taliban bis 2001 das Afghanistan relativ stabil regieren konnten, ist nicht darauf zurückzuführen, dass die Taliban ein Stück afghanische Kultur wiederspiegelten, sondern ist ein Ergebnis des afghanischen Bürgerkrieges.

2.1 Deobandismus

[...]


1 Vgl. Rashid S. 155

2 Anhänger des Wahabbismus in Afghanistan werden auch Salafis genannt

3 Auch die Taliban sollten sich später nicht gegen die Sufis stellen

4 Vgl. Rashid S. 159

Kommentare

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