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Termpaper, 2005, 10 Pages
Authors: Maria Palmer-Wilson, Carla Soares da Silva
Subject: Pedagogy - Reform Pedagogics
Details
Tags: Basedow, Salzmann, Philanthropine, Abriß
Year: 2005
Pages: 10
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-37983-0
File size: 180 KB
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Excerpt (computer-generated)
Basedow, Salzmann, Philanthropine - ein kurzer Abriß
von: Maria Palmer-Wilson
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Johann Bernhard Basedow 4
2.1 Philanthropine 5
2.2 Das Methodenbuch 7
3. Christian Gotthilf Salzmann und sein Werk 8
4. Literaturverzeichnis 10
1. Einleitung
Philanthropen (Philanthropie = gr.: Menschenfreundlichkeit), auch Philanthropisten genannt, waren Pädagogen, welche unter dem Einfluß von Jean-Jacques Rousseau die Entwicklung des Schulwesens und der Pädagogik in einem Zeitraum von 1750 bis 1800 entscheidend prägten. Ziel war es, den Menschen zu einem religiös aufgeklärten, sittlichen und rationalen Bürger zu erziehen. Dabei versteht man unter Philanthropen jede Art von Menschenfreunden, unter Philanthropinisten die Schüler des Philanthropins, unter Philanthropinen die Schulen und unter Philanthropisten die Anhänger Basedows.
In der vorliegenden Hausarbeit sollen zwei der bedeutendsten Philanthropen, Johann Bernhard Basedow und Christian Gotthilf Salzmann, kurz vorgestellt werden. Zunächst und speziell wird dabei jedoch auf Basedow, sein Dessauer Philanthropin und das Methodenbuch eingegangen. Zur besseren Erläuterung des Begriffs „Philanthropin“ folgt vorher ein kurzer, allgemeiner Abriß über Philanthropine. Abschließend wird auf Salzmann und sein Werk eingegangen, dabei insbesondere auf das Schnepfenthaler Philanthropin.
2. Johann Bernhard Basedow
Johann Bernhard Basedow war einer der bedeutendsten Anreger der Aufklärungspädagogik in Deutschland und der Hauptvertreter des Philanthropismus (Menschenfreundlichkeit). Er wurde am 11. September 1723 als Sohn eines Perückenmachers in Hamburg geboren. Als Jugendlicher diente er einem Landarzt, der ihn in seinen Talenten unterstützte. Basedow besuchte von 1741 bis 1744 das Gymnasium Johanneum in Hamburg und studierte anschließend bis 1746 Theologie in Leipzig. Weitere drei Jahre verbrachte er mit autodidaktischen Studien in Leipzig und Hamburg, bis er schließlich 1752 eine Dissertation über seine Unterrichtsmethoden verfaßte. Ein Jahr später erhielt er eine Professur für Moral und Beredsamkeit, später auch für Theologie, an der Ritterakademie in Dänemark auf der Insel Seeland, wurde dann jedoch 1761 aufgrund seiner liberalen theologischen und philosophischen Ansichten an das Gymnasium Altona strafversetzt. Im Jahre 1764 forderte er die Einführung von Schulbibliotheken, Lehrerseminaren und öffentlichen Schulen, da er der Auffassung war, daß der Unterricht an Schulen eine erzieherische Funktion haben müsse. 1796 erschien Basedows „Elementarwerk“, bestehend aus neun Büchern mit Abbildungen, welche als Lehrhandbücher dienen sollten. Vier Jahre später wurde „Das Methodenbuch für Väter und Mütter, der Familien und Völker“ herausgebracht. Der Fürst von Anhalt–Dessau, Leopold Friedrich Franz, beabsichtigte, Basedows pädagogische Reformen zu fördern und rief ihn deshalb 1771 nach Dessau. Um sein pädagogisches Konzept praktizieren zu können, gründete Basedow im Dezember 1774 eine Reformschule, genannt „Philanthropinum“. Besonderen Wert legte Basedow neben der lebenspraktischen Orientierung seiner Schule auch auf die Einführung einer staatlichen Aufsicht über das Schulwesen. Er trat jedoch nach privaten Unstimmigkeiten vier Jahre später als Direktor zurück. Basedow starb am 25. Juli 1790 in Magdeburg. 15 Jahre nach Basedows Austritt aus dem Philanthropin, 1793, wurde dieses geschlossen.1
2.1 Philanthropine
Der Philanthropismus war in Deutschland eine Wirkung der Aufklärung, die einmal als Rationalismus, dann aber auch als dessen Gegengestalt, als Irrationalismus, auftrat. Der Philanthropismus hat so rationale und auch gefühlsbetonte Elemente; er will wesentlich der Erziehung des reinen und natürlichen Menschen dienen. Die Prinzipien des Philanthropismus sind, die Natur als das Elementare, das Humanitäre und die Vernunft als den Zweck und die Bestimmung anzusehen. „Die Philanthropine waren gedacht als Alternative zu der im Schematismus erstarrten lateinischen Schulgelehrsamkeit.“2 Neben den Industrie– und Bauernschulen für die untere Schicht, Real– und Fachschulen für die Mittelschicht im Bürgertum und den Ritterakademien als Berufsschulen des Adels, beabsichtigte man jetzt eine Umstrukturierung der Vorbereitung auf Universitätsstudien im aufklärerischen Sinne.3 Die Philanthropen wandten sich gegen die lateinisch dominierte Schulbildung. Die kirchliche Schulaufsicht sollte abgeschafft werden, die modernen Sprachen, Naturwissenschaften und Sport zu Unterrichtsfächern werden. Landwirtschaft und produktive Arbeit sollten in den Unterricht integriert werden.4
[...]
1 Herrmann, U.: Die Pädagogik der Philanthropen. In: Scheuerl, H. (Hrsg.) (1991): Klassiker der Pädagogik, Bd. 1: Von Erasmus von Rotterdam bis Herbert Spencer. München²: Beck. S. 141–146.
2 Blankertz, H.: Die Geschichte der Pädagogik. Von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Wetzlar 1982. S. 80.
3 ebd.
4 Herrmann, U., a. a. O., S. 135. Basedow, J. B.: Ausgewählte pädagogische Schriften. Hrsg.: A. Reble. Paderborn 1965. S. 24.
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