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Autor: Gunnar Söhlke
Fach: Biologie - Ökologie
Details
Tags: Keilmelde, Morphologische, Anpassungen, Aspekte, Halophyten
Jahr: 2003
Seiten: 13
Note: sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 10 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 481 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-37993-9
ISBN (Buch): 978-3-638-77639-4
Morphologische Anpassungen und allgemeine ökologische Aspekte eines ausgewählten Halophyten. Untersuchung im Rahmen einer Exkursion nach Westerhever.
Zusammenfassung / Abstract
Die Keilmelde oder auch Salzmelde (Halimione portulacoides) gehört zu der Familie der Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae). Sie ist eine typische Art der Salzwiesenvegetation und zählt dementsprechend zu der Pflanzengruppe der Halophyten. Als Halophyten bezeichnet man allgemein Pflanzen, die an Standorten mit hoher Salzkonzentration im Boden überleben können und teilweise sogar auf das Salz angewiesen sind (fakultative und obligate Halophyten). Mit ihrem zumindest an der Basis verholzten Spross gilt die Keilmelde als Halbstrauch und stellt zusammen mit dem Strandwermut (Artemisia maritima) die einzige holzige Pflanze in der Salzwiesenvegetation dar. Um in dieser durch das salzige Meerwasser geprägten Umgebung wachsen zu können, muss die Keilmelde über spezifische Anpassungen verfügen. Diese spiegeln sich in ihrer Morphologie und dem ökologischen Verhalten wieder und werden im vorliegenden Text – nach einigen einführenden Informationen – genannt, beschrieben und kurz diskutiert. Der Text wurde im Rahmen einer Exkursion nach Westerhever im August 2003 erstellt.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Hannover
Die Keilmelde
Halimione portulacoides
- Morphologische Anpassungen und ökologische Aspekte eines
ausgewählten Halophyten -
Eine Arbeit
von Gunnar Söhlke
im Rahmen der Exkursion nach Westerhever im
August 2003.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
1.2 Lebensraum Salzwiese 2
1.3 Salz als Standortfaktor 3
2. Material und Methoden 3
3. Morphologische Anpassungen der Keilmelde als Halophyt 5
4. Ökologische Verbreitung der Keilmelde in der Salzwiese 8
5. Schlussbemerkung 11
Literaturangaben 12
1. Einleitung
Die Keilmelde oder auch Salzmelde (Halimione portulacoides) gehört zu der Familie der Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae). Sie ist eine typische Art der Salzwiesenvegetation und zählt dementsprechend zu der Pflanzengruppe der Halophyten. Als Halophyten bezeichnet man allgemein Pflanzen, die an Standorten mit hoher Salzkonzentration im Boden überleben können und teilweise sogar auf das Salz angewiesen sind (fakultative und obligate Halophyten).
Mit ihrem zumindest an der Basis verholzten Spross gilt die Keilmelde als Halbstrauch und stellt zusammen mit dem Strandwermut (Artemisia maritima) die einzige holzige Pflanze in der Salzwiesenvegetation dar (JANKE & KREMER 2003). Um in dieser durch das salzige Meerwasser geprägten Umgebung wachsen zu können, muss die Keilmelde über spezifische Anpassungen verfügen. Diese spiegeln sich in ihrer Morphologie und dem ökologischen Verhalten wieder und sollen im Folgenden – nach einigen einführenden Informationen – genannt, beschrieben und diskutiert werden.
1.2 Der Lebensraum Salzwiese
Der Bereich der Salzwiese erstreckt sich etwa vom mittleren Tidenhochwasser (MThw) bis über das mittlere Springtidenhochwasser (MSpThw), wobei eine genaue Einteilung örtlich je nach geographischen Bedingungen abweichen kann. Der wichtigste Standortfaktor in der Salzwiese ist – wie der Name schon sagt – das Salz. Es wird mit jeder Flut in die Salzwiese eingetragen, in den tiefer liegenden Zonen täglich und in den höher gelegenen nur noch bei starkem Hochwasser einige Male im Jahr. Aufgrund dieser unterschiedlichen Überflutungszahl liegt im Boden der Salzwiese ein vom MThw hin zum MSpThw sinkender Salzgradient vor. Ausnahmen hiervon bilden abflusslose Senken, in denen durch Verdunstung Salzkonzentrationen über der des Meerwassers erreicht werden können. Auch bei starken Niederschlägen tritt eine abnorme Salzkonzentration, bis hin zu Süßwasserzusammensetzung, im Boden auf. Geht man jedoch von einem idealisierten Biogeozön der Salzwiese aus, lässt sich eine gewisse Zonierung von aufeinander folgenden Pflanzengemeinschaften feststellen, die sich entlang des Salzgradienten angesiedelt haben.
Die Keilmelde wird in diesen Pflanzengemeinschaften meist ab etwa 10 cm über MThw und an höheren Standorten bandartig an Prielrändern liegend eingeordnet (POTT 1995). Je nach ihrer Vorkommensmenge bildet sie dabei selbst das Halimionetum portulacoides oder ist Teil des Artemisietum maritimae (Strandwermut-Gestrüpp) und noch einiger anderer Pflanzengesellschaften.
Die vielseitigen und teilweise nicht stimmigen Angaben über das Vorkommen der Keilmelde zeigen, wie schwer es ist, eine allgemeine Aussage über ihren genauen Wuchsort zu treffen. Als Wachstumsbedingungen werden durchlüftete, stark saline und stickstoffreiche Böden angegeben (POTT 1995), wobei die nahezu tägliche Überflutung als untere und das Muss einer gelegentlichen Überschwemmung als obere Vorkommensgrenze angesehen werden (KINZEL 1982).
1.3 Salz als Standortfaktor
Der Standortfaktor Salz macht eine Besiedlung durch Pflanzen nur schwer möglich, was sich auch in der relativen Artenarmut der Salzwiesenvegetation widerspiegelt. Hohe Salzkonzentrationen im Boden bringen mehrere Schwierigkeiten für Pflanzen mit sich: Zum einen wirkt Salz in hohen Konzentrationen, wie auch bei Tieren, toxisch auf pflanzliche Organismen. Durch einen Überschuss an Na+ und Cl- im Protoplasma kommt es zu Ionenungleichgewichten und ionenspezifischen Wirkungen auf Enzyme und Membranproteine und -eigenschaften. Diese äußern sich in einer verminderten Energieausbeute bei der Photosynthese, einer gestörten Stickstoffassimilation und Auftreten abnormaler Proteinstoffwechselwege. Zum anderen ist das osmotische Potential des Bodens aufgrund der hohen Salzkonzentration sehr niedrig, was eine Wasseraufnahme für Pflanzen erschwert. Es muss in den Wurzeln der Pflanzen vermehrt Salz aufgenommen werden, damit ihr osmotisches Potential unter das der Umgebung sinkt. Unterstützt wird dieser Prozess durch organische Säuren und lösliche Kohlenhydrate, die von der Pflanze aktiv gebildet werden. Äußerlich zeigt sich Salzstress bei Pflanzen durch Kleinwuchs und Nekrosen an allen Pflanzenorganen bis hin zum Vergilben von Blättern und Spross, gefolgt von dem Absterben der Pflanze (Abschnitt nach: LARCHER 1994).
Es ist also erforderlich, dass Pflanzen auf diese Wirkungen des Salzes reagieren, um sie zu umgehen oder zu entschärfen, und es sind so in der Evolution verschiedene Methoden und morphologische Anpassungen an den Salzstress entstanden. Je nachdem, wie gut sie angepasst sind, können Halophyten dann mit verschieden hohen Salzkonzentrationen im Boden erfolgreich leben.
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