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Details

Kategorie: Studienarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 17
Note: keine
Literaturverzeichnis: ~ 6  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 10278 KB
Archivnummer: V39125
ISBN (E-Book): 978-3-638-37999-1
ISBN (Buch): 978-3-638-77640-0
Anmerkungen :
Vegetationsbeschreibung vom Strand bis zur Salzwiese anhand zahlreicher pflanzensoziologischer Aufnahmen - Exkursionsbericht.

Zusammenfassung / Abstract

Die west- und ostfriesischen Inseln stellen einen einmaligen und faszinierenden Lebensraum dar, der durch seine vielfältigen Ökosysteme zur Ausprägung verschiedenster Pflanzenformationen geführt hat. Da diese teilweise extremen Lebensbedingungen unterliegen, ist die Artenvielfalt oftmals sehr beschränkt und erlaubt so auch Anfängern einen erleichterten Einstieg in das pflanzensoziologische Arbeiten. Vom 09.08 – 13.08.2004 fand auf Norderney ein Geländepraktikum unter der Leitung von Dr. J. Petersen und Dipl. Biol. Mareike Hahn statt. Im Rahmen des Praktikums wurden die verschiedenen Ökosysteme der Insel vom Strand, über die Dünen und Dünentäler bis zur Salzwiese untersucht und ihre Vegetation mehrfach exemplarisch aufgenommen. In den fünf Tagen konnte so ein guter Einblick in die Vegetation der Insel und ihre verschiedenen Pflanzengesellschaften gewonnen werden. Neben einem kurzen Abriss über die Entstehung der Inseln, den Lebensraum Insel an sich und die Pflanzensoziologie im Allgemeinen, sind die bei der Exkursion gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse in der vorliegenden Arbeit aufgeführt.

Textauszug (computergeneriert)

Studienarbeit

Norderney - Vegetation einer Ostfriesischen Insel

von

Gunnar Söhlke

2004

 

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung  3

2 Historisches, Entstehung der Inseln  3

3 Lebensraum Insel  3

4 Pflanzensoziologie  4

5 Methoden  4

6 Vegetationskomplexe der Insel  5
a. Vegetation des Strandes und der trockenen Dünenbereiche – Xeroserie  5
b. Vegetation der nassen und feuchten Dünentäler – Hygroserie  10
c. Vegetation des Watts und der Salzwiese – Haloserie  12

7 Schlussbemerkungen  16

8 Literaturverzeichnis  17

 

 

1 Einleitung

Die west- und ostfriesischen Inseln stellen einen einmaligen und faszinierenden Lebensraum dar, der durch seine vielfältigen Ökosysteme zur Ausprägung verschiedenster Pflanzenformationen geführt hat. Da diese teilweise extremen Lebensbedingungen unterliegen, ist die Artenvielfalt oftmals sehr beschränkt und erlaubt so auch Anfängern einen erleichterten Einstieg in das pflanzensoziologische Arbeiten.
Vom 09.08 – 13.08.2004 fand auf Norderney ein Geländepraktikum unter der Leitung von Dr. ... und Dipl. Biol. ... statt. Im Rahmen des Praktikums wurden die verschiedenen Ökosysteme der Insel vom Strand, über die Dünen und Dünentäler bis zur Salzwiese untersucht und ihre Vegetation mehrfach exemplarisch Pflanzensoziologisch aufgenommen. Abschließend zum Praktikum fand in Gruppen á vier Personen eine Kartierung von einem 400 m2 großen Gebiet statt.
In den fünf Tagen konnte so ein guter Einblick in die Vegetation der Insel und ihre verschiedenen Pflanzengesellschaften gewonnen werden. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse sind im Folgenden aufgeführt.

2 Entstehung der Inseln

Die west- und ostfriesischen Inseln vor der niederländischen und deutschen Nordseeküste sind Entstehungsgeschichtlich in das Atlantikum einzuordnen. Mit einem Alter von ungefähr 5500 Jahren v. Chr. handelt es sich somit um relativ junge Formationen. Im Verlaufe des nacheiszeitlichen Meeresspiegelanstiegs haben sich zunächst durch das Zusammenwirken von Strömung, Seegang und Wind periodisch überflutete Sandplaten gebildet, die dann zu höheren Sandwällen heranwuchsen. Sobald auf diesen erste Pflanzen Fuß fassen konnten, entwickelten sich weitgehend überflutungssichere Düneninseln, die jedoch auch heute noch von einer starken Dynamik geprägt sind, da ihre Ausgestaltung von den jeweils vorherrschenden Strömungsverhältnissen bestimmt wird. Das heutige Bild einer durchgängig geschlossenen Dünenkette auf den einzelnen Inseln, ist das Ergebnis von Küstenschutzmaßnahmen, welche die Inseln stabilisieren und ihre natürliche Dynamik stark einschränken (vgl. POTT 1995). 
Die Entstehung der Inseln hat auch zur Ausbildung des einmaligen Lebensraumes Wattenmeer geführt. In ihrem Strömungsschatten konnten sich große Mengen an Material ablagern und so den flachen Bereich des Watts bilden, der ohne die Inseln nur in strömungsarmen Buchten vorkommen würde. Das Watt fällt bei jeder Ebbe trocken, wobei die Wassermassen zwischen den Inseln in tiefen Rinnen, den sog. Seegats, aus dem Küstenbereich abfließen und zur Flut wieder auflaufen. Das ist auch der Grund dafür, dass es zur Ausbildung von einzelnen Inseln und nicht von eines durchgängigen Riffbogens gekommen ist (vgl. POTT 1995 und JANCKE & KREMER 2003).

3 Lebensraum Insel

Die spezielle Lage und Morphologie der ostfriesischen Inseln, sowie verschiedenste biotische und abiotische Einflüsse haben zur Ausbildung des vielfältigen und einzigartigen Bioms Wattenmeerinsel geführt.

Von seewärts kommend stellen die niedrigen Embryonal- und Primärdünen, sowie der Sturmflutspülsaum die ersten Lebensräume für Pflanzen dar. Sie sind hier starken Temperaturschwankungen, Sandgebläse, Sturm, Trockenheit und Überflutung sowie Salzwassergischt und einem hohen pH-Wert ausgesetzt. An diesen Standorten treten dementsprechend nur wenige, gut angepasste Arten auf. Weiter oben am Strand werden die Dünen größer und türmen sich zu den mächtigen sekundär- oder Weißdünen auf. Diese können eine Höhe von max. 25 m erreichen und stellen den Schutz der Insel vor den Wassermassen dar. Auch sie sind noch sehr artenarm; ständige Übersandung, Salzeinfluss, Trockenheit, Hitze und Sturm machen diesen speziellen Standort aus. Im Schutze der Weißdünen liegen ältere Dünen, zunächst die sog. Graudünen gefolgt von den Braundünen. Der Name leitet sich von der „Farbe“ des Oberbodens ab, die durch den wachsenden Anteil organischen Materials im Boden hervorgerufen wird. Der Einfluss von Salzwasser, Sturm und Übersandung nimmt hier rasch ab, sodass mehr Pflanzenarten diese Lebensräume besiedeln können. Sie sind an einen sinkenden pH-Wert durch abnehmenden Kalkgehalt des Bodens und an Süßwasserversorgung, sowie Trockenheit angepasst. Die Vegetation des Strandes und der trockenen Dünen wird auch Xeroserie genannt.

Zwischen den Dünenketten liegen primäre Dünentäler, die durch die Vorlagerung einer jungen Dünenkette entstehen. Sie stellen oft die artenreichsten Standorte dar. Je nach Lage des Tals und Höhe des Grundwasserspiegels können Feuchtbiotope, Heidegesellschaften und Moore oder gar Süßwasserseen entstehen, sodass man von der Hygro- bzw. Hydroserie spricht. Sekundäre Dünentäler entstehen durch Ausblasungen von Sand, die bis an das Grundwasser reichen und sind in Windrichtung angeordnet. In den Dünentälern findet sich aufgrund dieser vielfältigen Lebensbedingungen die höchste Biodiversität. In ihrer Sukzession weit fortgeschrittene Täler können wiederum an Arten abnehmen und phanerophyten-reiche Bestände ausbilden.

Auf der dem Festland zugewandten Seite der Inseln befindet sich der Lebensraum Salzwiese (Haloserie). Wie der Name schon sagt, wird dieser Lebensraum durch den Faktor Salz geprägt, welches zweimal täglich mit der Flut in die Salzwiesen eingetragen wird. Die typische Vegetation der Salzwiese erstreckt sich dabei von etwa 40 cm unter dem mittleren- Tidehochwasser (MThw) bis hin zum Springtide-Hochwasser (SpThw) (POTT 1995). Je nach Höhenlage ist die Vegetation entlang einem Salzgradienten im Boden angeordnet, auch hohe Temperaturen, Wind, Überschlickung und Aussüßung durch Regenwasser müssen von den Pflanzen toleriert werden. Die Artenzahlen in der hohen Salzwiese sind in etwa vergleichbar mit denen der Grau- und Braundünen.

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