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Autor: Diplom Sozialarbeiter/Sozialpädagoge FH Christian Grieß
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Details
Tags: Tagespflege, Chance, Notlösung, Grenzen, Betreuung, Demenzkranker
Jahr: 2005
Seiten: 36
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 22 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 273 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-38001-0
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Grenzen der ambulanten Betreuung von Demenzkranken und untersucht wie weit diese sinnvoll ist. Ein besondere Rolle spielt dabei die Tagespflege und die Überlegung, ob solche Einrichtungen in der ambulanten Betreuung von Demenzkranken eine Chance oder nur eine Notlösung darstellen.
Textauszug (computergeneriert)
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Evangelische Fachhochschule Hannover
Fachbereich Sozialwesen
6. Semester
Tagespflege Chance oder Notlösung -
Grenzen der ambulanten Betreuung Demenzkranker
von: Christian Grieß
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Demenz 5
2.1 Demenzformen 6
2.2 Verlauf von Demenzerkrankungen 7
2.3 Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten 10
3. Tagespflege und Formen der Finanzierung 11
3.1 Tagespflegeeinrichtungen 11
3.1.1 Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für den Besuch einer Tagespflegeeinrichtung 12
3.1.2 Handlungskonzepte 12
3.1.3 Personelle Anforderungen und Fachliche Kompetenz 14
3.2 Finanzierung von Pflege und Betreuung 14
3.2.1 Finanzierung von Tagespflege 15
3.2.2 Finanzierung der häuslichen Pflege 16
4. Grenzbetrachtungen und Aspekte der häuslichen Versorgung 17
4.1 Grenzen aus der Sicht des Demenzkranken 17
4.1.1 Alleine in der eigenen Wohnung 17
4.1.2 Scham 18
4.1.3 Der Zustand des Demenzkranken 19
4.1.4 Gewalt durch Pflegende 20
4.2 Grenzen aus der Perspektive pflegender Angehöriger 20
4.2.1 Körperliche Belastung 21
4.2.2 Seelische Belastung 22
4.2.3 Die Scham des Pflegenden 23
4.2.4 Gewalt und Aggression 23
4.3 Allgemeine und Soziale Bedingungen 24
4.4 Verhaltensweisen Demenzkranker gegenüber Angehörigen oder Fachkräften 25
4.5 Bedeutung von Pflege und Betreuung durch Fachkräfte oder Angehörige 26
5. Versorgung von Demenzkranken in der häuslichen Umgebung 28
6. Bedeutung von Tagespflege oder Heim für den Demenzkranken 31
7. Fazit – Einen alten Baum verpflanzt man nicht 34
8. Literatur- und Quellenverzeichnis 35
1. Einleitung
Die Betreuungsform der Tagespflege hat sich in den letzten Jahren, insbesondere für die Betreuung und Pflege von demenziell veränderten Menschen etabliert. Vielen Menschen ist diese Betreuungsform unbekannt, obwohl sie gerade für pflegende Angehörige älterer Menschen eine Möglichkeit darstellt, für ein paar Stunden am Tag Entlastung zu finden und Zeit für sich oder den Beruf zu haben. Auch gerichtlich bestellte Betreuer nutzen diese Betreuungsform gern, solange sie die Möglichkeit bietet, die betreute Person in der häuslichen Umgebung zu belassen.
Seit vier Jahren arbeite ich in einer Tagespflegeeinrichtung. In dieser Zeit stellte sich mir immer wieder die Frage, wie lange eine ambulante Betreuung Demenzkranker wohl sinnvoll und vor allen Dingen tragbar ist. Welche Grenzen müssen in der häuslichen und teilstationären Versorgung beachtet werden? Von welchen Faktoren ist eine Entscheidung für eine Heimunterbringung oder die Versorgung in der häuslichen Umgebung abhängig? Stellt die Tagespflege eine wirkliche Chance für den Betroffenen dar, oder ist sie nur eine Notlösung, weil ein Heimaufenthalt aus bestimmten Gründen von Angehörigen oder Betreuern nicht gewünscht oder möglich ist?
Diesen Fragen werde ich in dieser Arbeit nachgehen. Nach einer Einführung in das Krankheitsbild der Demenz, werde ich eine Beschreibung von Tagespflege und den dazugehörigen Handlungsmodellen darstellen, sowie Möglichkeiten der Finanzierung von Tagespflege und häuslicher Pflege aufzeigen. Im anschließenden Kapitel sollen mögliche Grenzen und Aspekte der ambulanten Versorgung vorgestellt werden. Dabei geht es um Grenzen, die sich aus der Sicht der Betroffenen und der pflegenden Angehörigen ergeben können. Sowie weitere Aspekte, welche die allgemeinen und sozialen Bedingungen der häuslichen Versorgung aufzeigen und darstellen, welche Unterschiede in der Versorgung durch Angehörige oder Fachkräfte bestehen. Im fünften Teil werde ich die Situation der häusliche Versorgung von Demenzkranken, mit ihren Möglichkeiten und Grenzen für Betroffene und Angehörige, verdeutlichen. Abschließend folgt eine Gegenüberstellung der Bedeutung von Tagespflege und Heimaufenthalt für Demenzkranke.
Passagen in dieser Arbeit, die nicht durch Literatur belegt sind, beziehen sich auf Erfahrungen aus meiner Arbeit in einer Tagespflegeeinrichtung, der ambulanter Pflege und den damit einhergehenden Gesprächen und Beratungen von betroffenen Angehörigen.
2. Demenz
„Der hat wohl Alzheimer!“ ist eine Aussage die man heutzutage des öfteren hört und jeder weiß, was damit gemeint ist. Aber ob die betreffende Person unter Alzheimer leidet, ist damit noch lange nicht gesagt, da Alzheimer oft nur als Synonym für Altersverwirrtheit bzw. Demenz steht. Eine Demenz wird im Duden als „ ... auf organischen Hirnschädigungen beruhender dauernder Intelligenzdefekt“1 definiert. Demenz beschreibt also das, was so gerne mit „Alzheimer“ benannt wird. Es ist ein Oberbegriff für Schädigungen des Gehirns, die altersbedingt auftreten. Demenzerkrankungen können im Wesentlichen in drei Gruppen unterteilt werden. Zum einen die „Demenz vom Alzheimer Typ“ (DAT), dann die „vaskulative Demenz“ (Multiple Infarkt Demenz = MID) und als dritte Gruppe zahlreiche weitere Krankheitsbilder, die durch ihre Auswirkungen auch als Demenzerkrankungen beschrieben werden.2
Grundsätzliche Gemeinsamkeiten von Demenzerkrankungen sind Auswirkungen auf das Denkvermögen, dieses wird in der Regel langsamer, einhergehend mit Konzentrationsschwierigkeiten und dem Verlust des Kurzzeitgedächtnisses. Je nach Demenzform, deren Ausprägung und Stadium, kann es zu verschiedensten Ausfällen des Gehirns kommen. Unter anderem können Aphasien (Sprachstörungen), Anomien (Benennungsstörungen), Störungen des Urteilsvermögens, Orientierungsstörungen, Agnosien (Störungen des Erkennens), Apraxien (Störungen des Bewegens und Handelns), Lese-, Schreib- und Rechenstörungen, Antriebs- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie Persönlichkeitsstörungen auftreten.4
2.1. Demenzformen
Die Demenz vom Alzheimer Typ ist die am häufigsten vorkommende Form einer Demenzerkrankung. Bei dieser Erkrankung geht primär das Nervengewebe im Gehirn des Betroffenen zu Grunde.5 Dies erfolgt aufgrund von Amyloidablagerungen (Protein) innerhalb und zwischen den Nervenzellen sowie in den Wänden zerebraler Blutgefäße. Durch diese Ablagerungen wird die Funktion der Nervenzellen und ihrer Kontaktstellen beeinträchtigt.6 Ca. 60% aller an Demenzerkrankten leiden an dieser Krankheitsform.7 Bei der vaskulären Demenz (auch Multiple Infarkt-Demenz genannt) kommt es zu Schädigungen und zum Untergang von Nervengewebe aufgrund von Durchblutungsstörungen.8
Diese Krankheitsform betrifft etwa 20% der an Demenz erkrankten Personen. Bei den restlichen ca. 20 % handelt es sich um seltenere Formen von Demenz. 9 Hierbei können verschiedene Ursachen eine Rolle spielen. So können Beispielsweise Tumore eine Ursache sein, aber auch Vergiftungen durch Alkohol, Drogen oder Medikamente. Ebenso kommen Stoffwechselerkrankungen und Entzündungen als möglicher Grund für die Entstehung der Demenz in Betracht.10 Im Folgenden werde ich mich bei der Beschreibung von Demenz und Demenzpatienten auf die Demenz vom Alzheimer Typ beziehen, soweit nichts anderes erwähnt wird. Sie betrifft mit ca. 60% den Großteil der Erkrankungen und ist in ihrem Verlauf sowie ihren einzelnen Stadien relativ einfach zu bennen.
2.2 Verlauf von Demenzerkrankungen
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1 Duden: Das Fremdwörterbuch, 1997 S. 176
2 Vergl.: Linck 2002, S. 11
3 Vergl.: Linck 2002, S. 11 f.
4 Vergl.: Grond 2003, S. 28 ff.
5 Vergl.: Linck 2002, S. 11
6 Vergl.: Mück im Internet
7 Vergl.: Berger im Internet
8 Vergl.: Linck 2002: S. 11
9 Vergl.: Berger im Internet
10 Vergl.: Linck 2002: S. 11
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