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Autor: Katja Wedig
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre
Details
Tags: Transformation, Kasachstan, Entwicklungsregime, Transformations-, Entwicklungslandes
Jahr: 2005
Seiten: 93
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 129 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 497 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-38008-9
Textauszug (computergeneriert)
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Diplomarbeit
Ökonomische Transformation in Kasachstan –
das Entwicklungsregime eines rohstoffexportierenden
Transformations- und Entwicklungslandes
von
Katja Wedig
Abgabetermin: 07. Januar 2005
Wintersemester 2004/2005
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ... 1
Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen ... 4
Abkürzungsverzeichnis ... 5
1. Einleitung ... 6
2. Kasachstan im Überblick ... 8
2.1 Geographische Lage ... 9
2.2 Demographie ... 10
2.3 Innenpolitische Situation ... 10
2.4 Außenpolitik ... 11
2.5 Wirtschaftliche Situation ... 12
3. Kasachstan und ausgewählte internationale Kooperationen ... 14
3.1 Kasachstan und Zentralasien ... 15
3.2 Kasachstan und Russland ... 17
3.3 Kasachstan und China ... 18
3.4 Kasachstan und die Länder der Europäischen Union ... 19
3.5 Kasachstan und Deutschland ... 20
4. Die wirtschaftliche Entwicklung Kasachstans seit Erklärung der Unabhängigkeit im Jahre 1991 anhand ausgewählter makroökonomischer Daten ... 23
4.1 Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ... 23
4.2 Entwicklung der Verbraucherpreise ... 25
4.3 Außenhandel ... 27
4.3.1 Export ... 28
4.3.2 Import ... 29
4.4 Ausländische Direktinvestitionen ... 30
4.5 Zahlungsbilanz ... 31
4.5.1 Leistungsbilanz ... 31
4.5.2 Kapitalverkehrsbilanz ... 32
4.6 Staatshaushalt ... 33
5. Fluch der natürlichen Ressourcen und „holländische Krankheit“ („Dutch Disease“) ... 35
5.1 Theoretischer Teil ... 36
5.1.1 Fluch der Ressourcen ... 36
5.1.1.1 Anzeichen ... 36
5.1.1.1.1 Geringes Wirtschaftswachstum ... 36
5.1.1.1.2 Entwicklung des Lebensstandards ... 37
5.1.1.1.3 Regierungsführung ... 37
5.1.1.1.4 Gewalt und Gefährdung von Menschenrechten ... 38
5.1.1.2 Gründe für das schwache Wirtschaftswachstum ... 38
5.1.1.2.1 Schwankender Erdölpreis ... 38
5.1.1.2.2 Entstehung von Rentenstaaten ... 39
5.1.1.2.3 Korruption ... 40
5.1.1.2.4 Vernachlässigte Bildung ... 41
5.1.1.2.5 Exportwachstum ... 42
5.1.1.3 Rohstoffreichtum gleich Fluch? ... 43
5.1.2 „Holländische Krankheit“ („Dutch Disease“) ... 43
5.1.3 Lösungsansätze ... 45
5.1.3.1 Mehr Transparenz ... 45
5.1.3.2 Stabilisierungsfonds und direkte Umverteilung an die Bevölkerung ... 46
5.2 Analyse Kasachstans ... 47
6. „Strategie der industriellen und innovativen Entwicklung der Republik Kasachstan von 2003 bis 2015“ ... 53
7. Abschluss ... 62
Anhang ... 66
Quellenverzeichnis ... 76
Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen
Abb. 1 Entwicklung des realen Bruttoinlandsproduktes ... 66
Abb. 2 Wirtschaftsstruktur (Anteil der Sektoren am Bruttoinlandsprodukt in Prozent im Jahre 2003) ... 66
Abb. 3 Entwicklung des Verbraucherpreisindexes ... 67
Abb. 4 Exportstruktur nach Gütern im Jahre 1995 ... 68
Abb. 5 Exportstruktur nach Gütern im Jahre 2001 ... 68
Abb. 6 Exportstruktur nach Gütern von Januar bis Juli 2004 ... 68
Abb. 7 Importstruktur nach Gütern im Jahre 1995 ... 69
Abb. 8 Importstruktur nach Gütern im Jahre 2001 ... 69
Abb. 9 Importstruktur nach Gütern von Januar bis Juli 2004 ... 69
Abb. 10 Entwicklung der ausländischen Direktinvestitionen ... 70
Abb. 11 Struktur der in Kasachstan getätigten ausländischen Direktinvestitionen nach Ländern im Jahre 2001 ... 70
Abb. 12 Struktur der staatlichen Einnahmen im Jahre 1995 ... 71
Abb. 13 Struktur der staatlichen Einnahmen im Jahre 2001 ... 71
Abb. 14 Struktur der staatlichen Ausgaben im Jahre 1995 ... 72
Abb. 15 Struktur der staatlichen Ausgaben im Jahre 2001 ... 72
Abb. 16 Entwicklung des Tenge zum US-Dollar ... 73
Abb. 17 Entwicklung der Devisenreserven einschließlich dem Nationalen Fonds in Millionen US-Dollar ... 73
Abb. 18 Staatshaushalt der Republik Kasachstan ... 74
Abb. 19 Staatliche Auslandsverschuldung der Republik Kasachstan ... 74
Tabelle 1 Zahlungsbilanz Kasachstans ... 75
Abkürzungsverzeichnis
a.a.O. = am angegebenen Ort
Abb. = Abbildung
BIP = Bruttoninlandsprodukt
BMZ = Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
ca. = circa
DEG = Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH
ebd. = ebenda
EBRD = European Bank for Reconstruction and Development
EU = Europäische Union
GTZ = Gesellschaft für technische Zusammenarbeit GmbH
GUS = Gemeinschaft unabhängiger Staaten
IfM = Institut für Mittelstandsforschung
IWF = Internationaler Währungsfonds
o.Jg. = ohne Jahrgang
OSZE = Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
o.V. = ohne Verfasserangabe
Tab. = Tabelle
usw. = und so weiter
Vgl. = Vergleiche
1. Einleitung
Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und nach der Erklärung seiner Unabhängigkeit zerbrachen für Kasachstan, wie für die anderen ehemaligen Sowjetstaaten, die gewohnten Wirtschaftsstrukturen. Bis zu diesem Zeitpunkt war die kasachische Industrie fest eingebunden in das sowjetische Produktionssystem. Sie war spezialisiert auf Landwirtschaft, Metallurgie und den Abbau von Rohstoffen. Nun mussten neue Absatzwege gefunden, neue Kontakte geknüpft und wirtschaftliche Beziehungen sowie eine eigene Industrie aufgebaut werden.1
Seit dem Beginn der Transformation Kasachstans tendiert die wirtschaftliche Neuausrichtung des Landes in Richtung Westen. Einer der wichtigsten Partner dabei ist Deutschland. Der bilaterale Warenaustausch mit einem Gesamtvolumen von 1,9 Milliarden Euro im Jahre 2003 entspricht jedoch bei weitem noch nicht den beiderseitigen Möglichkeiten. Deutschland belegte damit bei den Handelsbeziehungen den 3. Platz (deutsche Statistik). Betrachtet man die bisher in Kasachstan von ausländischen Investoren getätigten Direktinvestitionen stellt man fest, dass in diesem Bereich deutsche Unternehmen sehr zurückhaltend agierten.2
Zur Unterstützung der deutschen Wirtschaft wurde 1994 die Repräsentanz der deutschen Wirtschaft3 in Almaty eröffnet. Zusätzlich schlossen sich Vertreter deutscher Unternehmen und Organisationen im Deutschen Wirtschaftsklub Kasachstan zusammen. Der Klub dient dem Informationsaustausch und als gemeinsame Interessenvertretung. Die Repräsentanz der deutschen Wirtschaft in Kasachstan ist hier ebenfalls vertreten. Zur Zeit arbeiten etwa 150 Repräsentanzen und Filialen deutscher Unternehmen in Kasachstan.4
Während eine Vielzahl großer deutscher Unternehmen wie beispielsweise Siemens, die MAN TAKRAF Fördertechnik GmbH und Thyssen Krupp in Kasachstan ansässig sind, wagten viele klein- und mittelständische Unternehmen bisher nicht den Sprung in dieses Land. Das mag zum Teil an der doch recht stiefmütterlichen Behandlung dieser noch sehr jungen Republik in den deutschen Medien liegen, aber auch an der großen räumlichen Distanz zwischen den beiden Staaten. Laut Danial Kenschatajewitsch Achmetow, Ministerpräsident Kasachstans, wissen deutsche Unternehmer zu wenig über die guten Investitionsmöglichkeiten in Kasachstan. Ein zunehmendes Interesse ist jedoch erkennbar.5 Die Anfragen deutscher Unternehmen an die Repräsentanz der deutschen Wirtschaft nehmen zu. Immer mehr Unternehmen finden über die von den Industrie- und Handelskammern organisierten Delegationsreisen oder über die Teilnahme an kasachischen Messen den Weg nach Kasachstan. Die Unternehmer sind zumeist überaus positiv überrascht von dem Bild, dass ihnen Kasachstan bietet und vergleichen es zum Teil mit der Situation Ostdeutschlands nach der Wiedervereinigung. Sie signalisieren häufig Interesse am Aufbau langfristiger Geschäftsbeziehungen. 6
Kasachstan gehört, gemessen an seinen natürlichen Ressourcen, zu den reichsten Ländern der Erde. Seit 2002 führt der Abbau der Rohstoffe zu einem durchschnittlich jährlichen BIP-Wachstum von ca. 9,4 Prozent. Ein Ende des Rohstoffbooms ist nicht zu erwarten. Die Entwicklung einer eigenen leistungsfähigen verarbeitenden Industrie und einer High-Tech- Industrie wurde jedoch stark vernachlässigt. Dies macht die kasachische Wirtschaft äußerst abhängig von der Entwicklung der Rohstoffpreise, was besonders gut während der Asienkrise beobachtet werden konnte. Diese starke Konzentration der kasachischen Wirtschaft auf den Rohstoffsektor und hier besonders auf den Erdölbereich ist auch mit einer der Gründe für die geringen Direktinvestitionen aus Deutschland. Deutsche Unternehmen zählen nicht zu den Big Playern in diesem Bereich.7
Um deutschen Unternehmern einen groben Überblick über Kasachstan zu vermitteln, erfolgen zu Beginn der Arbeit ein paar kurze Ausführungen zur geographischen Lage des Landes, zur Demographie, zur innen- wie auch zur außenpolitischen und wirtschaftlichen Situation. Da Kasachstan als Stabilitätsfaktor in Zentralasien bezeichnet wird, scheint es wichtig, auf die Beziehungen Kasachstans zu den anderen zentralasiatischen Staaten sowie zu den angrenzenden Staaten Russland und China einzugehen. Die Beziehungen zur Europäischen Union und zu Deutschland werden hier besonders beschrieben.
Den Hauptteil dieser Arbeit bilden die Ausführungen über die wirtschaftliche Entwicklung der Republik Kasachstan seit der Erklärung der Unabhängigkeit. Daraus wird ersichtlich, dass es in den letzten Jahren zu der bereits oben erwähnten Rohstoffabhängigkeit des Landes kam. Die Konzentration kann zu den Phänomenen Fluch der Ressourcen und „holländische Krankheit“ („Dutch Disease“) führen, deren Folgen sich negativ auf die Entwicklung eines Landes auswirken können. Zum besseren Verständnis wird diese Problematik zunächst theoretisch behandelt. Anschließend wird eine Analyse anhand der aktuellen Wirtschaftssituation Kasachstans vorgenommen. Inwieweit treten diese Phänomene bereits auf? Welche Risiken ergeben sich daraus in der Zukunft?
Im Frühjahr 2003 unterzeichnete der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew die „Strategie der industriellen und innovativen Entwicklung Kasachstans von 2003 bis 2015“. Ziel ist es, die einseitige Abhängigkeit der kasachischen Wirtschaft vom Rohstoffbereich durch eine Diversifizierung zu verringern.
2. Kasachstan im Überblick
Zur besseren Orientierung deutscher Investoren folgen zunächst ein paar Informationen über das Land hinsichtlich der geographischen Lage, seiner Demographie, der innen- und außenpolitischen sowie wirtschaftlichen Situation.
[....]
1 Vgl. Kuralbayeva, K., Kutan, A.M., Wyzan, M.L., a.a.O., S. 8-9; Europaische Union (2004), a.a.O.; Kronenberg, T., a.a.O., S. 14-19; Vgl. Federal Research Division, a.a.O.
2 Vgl. Auswartiges Amt (2005), a.a.O.
3 Weitere Informationen unter http://www.ahk.de.
4 Vgl. Shunusalijewa, G., a.a.O., S. 5-6; Hoffmann, M. (2004b), a.a.O., S. 16; Piskorskaja, L. [...] (2004a), a.a.O., S. 54-55; o.V. (2004a), a.a.O., S. 58-59.
5 Vgl. o.V. (2003a), a.a.O., S. 22-23; o.V. (2003b), a.a.O., S. 50-51.
6 Vgl. Sobolev, M., a.a.O., S. 1; Falkner, J. (2003), a.a.O., S. 19; o.V. (2004a), a.a.O., S. 58; Morell, R., a.a.O., S. 96-98; o.V. (2004e), S. 60-61.
7 Vgl. Falkner, J. (2003), a.a.O., S. 13-20.
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