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Scholary Paper (Seminar), 2005, 20 Pages
Author: Claudia Gieß
Subject: Communications: Media and Politics, Politic Communications
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Tags: Situation, Medien, Moldawien, Ohnmacht, Medien, Vergleich
Year: 2005
Pages: 20
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 22 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-38033-1
File size: 324 KB
Die Hausarbeit ist sowohl für Politik-Studenten als auch für Studenten der Medienwissenschaften und Publizistik/Kommunikationswissenschaften relevant. Sie bietet eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der politischen und wirtschaftlichen Lage in Moldawien und Transnistrien und den damit einhergehenden Problemen des moldauischen Mediensystems inklusive historischer und rechtlicher Grundlagen.
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Excerpt (computer-generated)
Die Situation der Medien in Moldawien
von: Claudia Gieß
3. Semester
Inhalt
1 Einleitung 1
2 Geschichtliche Verortung und politische Brennpunkte 1
2.1 Renaissance des Kommunismus 1
2.2 Rezentralisierungsbemühungen und Russifizierung 2
2.3 Aktuelle politische Situation 4
2.4 Auswirkungen des Transnistrienkonflikts auf die Entwicklung des Landes 5
2.5 Wirtschaftslage am Rande des Zusammenbruchs 6
3 Situation der Medien in Moldawien 7
3.1 Die historischen Wurzeln 7
3.2 Rechtsgrundlagen 8
3.3 Maßnahmen staatlicher Selektion 9
3.3.1 Einschüchterung von Journalisten durch Gerichtsverfahren 9
3.3.2 Lizenzvergabe und ökonomischer Druck 11
3.3.3 Tyrannei und Monopolisierung des Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens 12
3.4 Korruption, Missinformation und Manipulation der öffentlichen Meinung 13
4 Fazit und Perspektiven 15
Literatur
1 Einleitung
Bisherige Beobachtungen haben gezeigt, dass gerade in Zeiten gesellschaftlicher und politischer Umbrüche den Medien eine besondere Bedeutung bei der Etablierung und Stabilisierung demokratischer Strukturen beigemessen wird. Gleichzeitig ist ein pluralistisches und unabhängiges Mediensystem eine wesentliche Rahmenbedingung für eine intakte Demokratie. Schließlich sollen Medien zur politischen Willensbildung beitragen, indem Aussagen und Meinungen von Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft kritisch beleuchtet werden. Es klafft indessen eine große Lücke zwischen Theorie und Praxis, denn überall auf der Welt sind Medien Einflüssen ausgesetzt, die ihre Entfaltungsmöglichkeiten und ihre Berichterstattungspraxis bestimmen. Innerhalb des Prozesses der Transformation gestaltet sich die Schaffung angemessener Vorraussetzungen für einen unabhängigen Journalismus als außergewöhnlich schwierig. Nachstehend werde ich darstellen, wie sich diese Missverhältnisse darstellen und auf die Entwicklung Moldawiens auswirken. Eine Auseinandersetzung mit der Republik Moldawien erfordert vorab eine geschichtliche Verortung und Definition der Kernprobleme. Anschließend werde ich die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage des Landes beleuchten. Das Herzstück meiner Arbeit bildet Kapitel 3, in welchem ich das moldauische Mediensystem untersuche. Zunächst erfolgt eine Darstellung der historischen und rechtlichen Grundlagen, anknüpfend daran gehe ich ausführlich auf die gegenwärtige Situation der Medien ein, skizziere und veranschauliche sowohl Missstände als auch die verschiedenen Maßnahmen staatlicher Selektion anhand verschiedener Beispiele. Abschließend werde ich im letzten Abschnitt meiner Arbeit Lösungsansätze zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Medien entwerfen.
2 Geschichtliche Verortung und politische Brennpunkte
2.1 Renaissance des Kommunismus
Der Zerfall der Sowjetunion bedeutete für Moldawien zunächst politische Selbständigkeit. Im Vergleich zu Ländern wie Polen und Ungarn verfügt Moldawien weder über eine eigene nationale Identität noch über eine historische Überlieferung politischer Unabhängigkeit. Moldawien gehörte bis dahin immer einem Staatenverbund an und war nun mit der gesellschaftlichen Verantwortung der eigenen Staatlichkeit überlastet. Anfang der neunziger Jahre galt für viele Beobachter die Republik Moldawien noch als eine der wenigen Erfolgsgeschichten demokratischer Transformationen im postsowjetischen Raum. 1 Im Gegensatz zu den immer deutlicher werdenden autoritären Tendenzen in anderen GUS-Staaten konnte man hier das Entstehen einer pluralistischen Volksherrschaft mit regelmäßig stattfindenden freien Wahlen und einem starken Parlament beobachten. Bedingt durch die fehlende politische Kompromissbereitschaft der zahlreichen ideologischen und ethnischen Fraktionen und der hochgradig personalisierten fragmentierten Parteienstruktur, kam es Ende der Neunziger zu einem völligen Stillstand der Reformen und einem Ausbleiben ausländischer Kredite, die das Land dringend benötigte.2 Um die Krise zu umgehen, versuchte Präsident Lucinschi tiefgreifende Änderungen im gesamten Staatsaufbau durchzusetzen. Er hegte die Absicht die Rechte des Parlaments einzuschränken und statt dessen, nach dem Beispiel anderer GUS-Länder, die Präsidialmacht zu stärken. Im Anschluss an eine Monate andauernde Verfassungskrise, in welcher das Handeln Lucinschis zunehmend autoritäre Züge annahm, beschloss das Parlament in allgemeiner Übereinstimmung eine Verfassungsänderung, welche die Macht des Präsidenten vermindern und das Regierungssystem der Republik Moldau in eine parlamentarische Demokratie verwand eln sollte.3 Als am 25. Februar 2001 die Kommunistische Partei der Republik Moldau (KPM) mit überwiegender Mehrheit die Wahlen gewann, erhofften sich viele Wähler eine Stabilisierung des von politischen und wirtschaftlichen Krisen gepeinigten Landes.
2.2 Rezentralisierungsbemühungen und Russifizierung
In einem öffentlichkeitswirksamen Wahlkampf rief die KPM erfolgreich die Nostalgie der Bevölkerung an die Sowjetzeit wach, als die Republik Moldau noch als eine der vermögendsten Republiken der Sowjetunion galt.4 Angekündigte Vorsätze waren, neben der Einführung der russischen Sprache als zweite Amtssprache und der Eingliederung Moldawiens in die Russisch-Belarussische Union, die Verdoppelung der Löhne und Renten, Rückgängigmachung der Privatisierung in mehreren Bereichen und die Wiederherstellung der Einheit des Landes, welche durch den Konflikt mit der abtrünnigen Region Transnistrien seit einem Jahrzehnt schwer beschädigt ist. Während sich die sozioökonomische Lage in der Republik kaum änderte, forcierte die KPM eine Hinwendung zu Russland und eine damit einhergehende Russifizierung Moldawiens. Die Bekanntgabe der Einführung des Russisch- Unterrichts als Pflichtfach, die Aufwertung der russischen Sprache zur zweiten Amtssprache und der Austausch des Lehrfaches „Geschichte Rumäniens“ durch „Geschichte der Moldau“ führte zu hitzigen Protestbewegungen unter dem mehrheitlich rumänischsprachigen Teil der Bevölkerung. Die Heftigkeit der Widerstände, die stark von der Opposition gelenkt wurden, die darin die einzige Möglichkeit des Eingriffs in das Machtspektrum der Kommunisten sah, veranlasste die Regierung zur Vertagung ihrer Pläne. Erst nach mehr als hundert Tagen und der eifrigen Vermittlung des Europarates fanden die Proteste ein vorübergehendes Ende.5
[...]
1 Vgl. King, 2001, 274.
2 Vgl. Constantinescu, 2001, 33.
3 King (Anm. 1).
4 Vgl. Moldava’s Red Revival. The old days weren’t so bad. In: Newsweek, 07.05.2001.
5 Der Europarat vermittelt in der Moldau. In: NZZ, 02.05.2002.
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