Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Ulrike Häßler
Fach: Buchwissenschaft
Details
Tags: Internationalisierung, Verlages, Besipiel, Prestel, Verlages
Jahr: 2003
Seiten: 20
Note: 2.0
Literaturverzeichnis: ~ 9 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 248 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-38053-9
Textauszug (computergeneriert)
Die Internationalisierung eines Verlages
am Besipiel des Prestel Verlages
von: Ulrike Häßler
Gliederung
1. Einleitung 2
2. Verlagsgeschichte 2
3. Internationalisierung des Prestel-Verlages 7
3.1. Ausgangssituation und Kooperationsstrategien 8
3.2. Diversifikation 9
3.2.1. Das Buchprogramm 11
3.2.2. Das Internet 11
3.3. Ausbreitung des Vertriebssystems 16
4. Entwicklungstendenzen und Risiken 17
5. Zusammenfassung 19
6. Bibliografie 20
1. Einleitung
Verlagsunternehmen in der heutigen Zeit sehen sich verstaerkt mit einem Internationalisierungsprozess konfrontiert, auf den sie auf unterschiedlich Weise reagieren. Aufrgund der oekonomischen Situation ist eine Ausweitung eines Verlages auf eine breitere internationale Ebene fast unumgaenglich, wenn es sich um ein einflussreiches Unternehmen handelt.
Das Kunstbuchverlagswesen ist ein traditionelles, auf eine lange Gruendungsgeschichte zurueckblickendes Segment innerhalb des Verlagsmarktes. Obwohl dessen Anteil und Einfluss im Vergleich zu grossen Verlagsunternehmen mit einem breiten Veroeffentlichungsspektrum als relativ gering einzuschaetzen ist, kann es jedoch durchaus auf die Tendenz der Internationaliserung genauso so ueberzeugend reagieren. Anhand des Prestelkunstbuchverlages soll in dieser Hausarbeit naeher auf die Umsetzung einer solchen Internationaliserung eingegangen werden. Den ueberzeugenden Erfolgen dessen sollen darueber hinaus aber auch Entwicklungstendenzen und Risiken gegenuebergestellt werden.
2.Verlagsgeschichte
Der Name des etablierten Prestel-Kunstbuchverlages geht auf den im 18.Jahrhundert schaffenden Kupferstecher Johann Gottlieb Prestel (1739-1808) zurück. Dessen Arbeiten führen 1774 zur Gründung der in Frankfurt ansässigen Prestel-Kunsthandlung, die ab 1912 auch Publikationen im Kunstbereich anboten. Dabei wurde vor allem der Schwerpunkt auf die Veröffentlichung von Faksimiles Alter Meister gelegt. Als schließlich 1924 dieser Bestand der Kunsthandlung F.A.C.Prestel zum Verkauf stand, wurde er von Dr.Herrmann Loeb übernommen, einem Kunsthistoriker aus Trier, der den Eintrag der Prestel-Verlags GmbH ins Frankfurter Handelsregister als dessen Geschäftsführer am 18.7.1924 veranlasste. Die Tradition des Verlages mit dem Schwerpunkt Alte Meister wurde weitergeführt und schon im Gründungsjahr der GmbH wird ein aufwendiges Mappenwerk mit Zeichnungen Alter Niederländer aus dem Bestand der Hamburger Kunsthalle veröffentlicht. In den darauf folgenden Jahren setzte sich diese Veröffentlichungsreihe mit weiteren Faksimile Editionen von Handzeichnungen in Zusammenarbeit mit großen Museen fort. Neben dieser Tradition wurde darüber hinaus versucht das Angebot des Verlages zu erweitern, um eine größere Kundenschaft zu erreichen. So begann der Verlag 1929 eine Reihe wissenschaftlicher Gesamtkataloge bedeutender Zeichnungssammlungen, woran sich die Übernahme der Veröffentlichung des Wallraf-Richartz-Jahrbuchs und des Städel-Jahrbuchs 1930 anschlossen. Großen Erfolg erzielte der Prestel-Verlag schließlich 1933 wodurch sich die bis dahin wirtschaftlich eher schwierige Lage trotz der großen Anerkennung in In-und Ausland verbesserte. Mit dem ersten wirklich populären Zeichnungsbuch wurde ein neuer Kunsttypus geschaffen, der bis in die 50er Jahre erfolgreich auf dem Markt erschien. Mit der ersten Ausgabe „Altdeutsche Meisterzeichnungen“ von Edmund Schilling wurde ein einfaches und klares Konzept präsentiert, das überaus überzeugend erschien.
Jedoch wurde die erfolgreiche Entwicklung des Verlages durch die historischen Ereignisse unterbrochen. Die nationalsozialistische Diktatur setzte den Geschäftsführer Loeb unter einen solchen Druck, der ihn schließlich dazu veranlasste das Land zu verlassen und in die Schweiz zu emigieren. Die GmbH-Anteile des Verlages wurden 1933 an den langjährigen Mitarbeiter König übertragen, wobei Loeb weiterhin für das Auslandsgeschäft zuständig war und sich gleichzeitig das Recht vorbehielt, einen Verlag außerhalb Deutschlands zu gründen. Noch im selben Jahr wurde dies letztlich in der Gründung des Holbein-Verlages in Basel realisiert. Dadurch wurde eine grenzüberschreitende Koedition etabliert, mit Publikationen des Holbein-Verlages in Deutschland unter dem Prestel-Impressum. Während Loeb sich weiter in der Schweiz aufhielt, verschärfte sich die Situation des Prestel-Verlages in Deutschland. Der als Geschäftsführer eingesetzte König wurde als ehemaliger Offizier reaktiviert und die Verlagsanteile wurden auf die geschiedene Ehefrau Loebs übertragen, eine Kunsthistorikerin, Autorin und Herausgeberin, die jedoch ebenfalls das Land 1939 verlassen musste nach einer Warnung des Freundes Suhrkamp. Das Unternehmen erwarb schließlich der Aachener Jurist Dr. Pual Capellmann und wandelte es 1940 in eine Kommanditgesellschaft um, wobei die Zusammenarbeit mit dem Holbein-Verlag fortgesetzt wurde. In den darauffolgenden Kriegsjahren wurden nur wenige Titel veröffentlicht und durch die zahlreiche Bombenangriffe wurde 1944 sowohl das Münchner Büro des Verlages als auch die in Leipzig ausgelagerten Buchbestände zerstört. Nach Kriegsende übernahm schließlich Verlagsleiter Gustav Stresow das Unternehmen als Capellmann 1947 verstarb.
Mit der Zielsetzung der Wiederaufbaus des Prestel-Verlages war zugleich offensichtlich, dass ein Schwerpunkt auf qualitativ hochwertige Veröffentlichungen von Handzeichnungenl speziell Alter Meister nun nicht mehr wirtschaftlich tragfähig sein konnte. Um ein breiteres Leserpublikum, das nicht nur aus Kunstliebhabern und Spezialisten besteht, musste ein breiteres Betätigungsfeld erschlossen werden. So erschien 1949 Max Buchartzs programmatisches Werk „Gleichnis der Harmonie – Gesetz und Gestaltung der bildenden Künste“. Parallel wurde mit dem Titel „Leibhaftiges Bayern“ der Prototyp für die spätere, „Landschaftsbücher“ genannte Reihe veröffentlicht – eine Reihe, in der bis heute mehr als 150 Titel erschienen sind. Mit dem anwachsenden Verlagsprogramm wurden auch die Schwerpunkte der Verlagsveröffentlichungen allmählich mehr und mehr verändert. In den darauffolgenden Jahren waren vor allem die Bereiche Monografien zu moderner Kunst, wissenschaftliche Kunstwerkkataloge und internationale Koeditionen von besonderer Bedeutung. Darüber hinaus wurden mit der Umschlag- und Einbandgestaltung buchkünstlerische und typografische Maßstäbe für Jahrzehnte gesetzt, was durch Auszeichnungen im Wettbewerb der schönsten Bücher deutlich wurde. Reiseliteratur, Kunstwissenschaft und bildende Kunst wurde stärker in das Verlagsprogramm miteinbezogen.
[...]
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: