Autor: Michael Eble
Fach: Medien / Kommunikation - Interpersonale Kommunikation
Details
Institution/Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Zentrum für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Tags: Lampenfieber, Proseminar, Rhetorik
Jahr: 2005
Seiten: 20
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 6 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 325 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-38101-7
Textauszug (computergeneriert)
Lampenfieber
von: Michael Eble
2. Semester
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
Hauptteil
1. Lampenfieber als Angst vor Bewertung 3
2. Bewertungsangst und ihr Auftreten 4
3. Worin (Bewertungs-)Angst erkennbar wird 6
3.1 Formen der Angst 6
3.2 Komponenten 8
3.2.1 Physiologie 8
3.2.2 Emotion 8
3.2.3 Kognition 8
3.2.4 Verhalten 8
3.3 Symptome 9
4. Wie (Bewertungs-)Angst entsteht 10
4.1 Bedeutungen von Bewertungssituationen 10
4.2 Erfahrungen und Erwartungen 11
5. Mit dem Lampenfieber umgehen 13
5.1 Aufgeregtheit kontrollieren 13
5.2 Vorstellungen überdenken 14
5.3 Positive Aspekte der Angst erkennen 15
5.4 Verhalten anpassen und ändern 16
6. Mögliche Strategien zur Bewältigung von… 17
6.1 …Prüfungssituationen 17
6.2 …Vorträgen 17
6.3 …Vorstellungsgesprächen 17
6.4 Was man vermeiden sollte 18
Schlussbemerkungen 18
I. Einleitung
Sicheres Auftreten und überzeugendes Reden hat in unserer Gesellschaft „die Bedeutung einer Schlüsselqualifikation“ (Sonntag 2003, 12). Doch gerade weil einem öffentlichen Auftreten eine derartige hohe Bedeutung zugesprochen wird, verspüren viele Menschen eine regelrechte Angst vor solchen Auftritten. Das so genannte „Lampenfieber ist eine besondere Form der Angst“ (Holzheu 2000, 34).
Das Phänomen des Lampenfiebers betrifft nicht nur Personen im Rampenlicht, wie Pressesprecher, Schauspieler oder Musiker. Auch im privaten Umfeld, etwa bei einem Geburtstag oder einer Hochzeit, schrecken viele Menschen davor zurück, eine Rede zu halten; ihr Lampenfieber ist einfach zu groß und übermannt sie oft. So tritt Lampenfieber und die damit verbundene Angst etwa bei Bewerbungsgesprächen, bei Ansprachen auf beruflichen und privaten Festen, auf Parties, bei Musikaufführungen oder Examensprüfungen auf. Die Liste der möglichen Angstsituationen ist lang und lässt sich von Jedem auf Grund eigenen Erlebens fortsetzen.
Diese Form der Angst kann sich vor und während der Vortrags- oder Prüfungssituation in verschiedenen Symptomen manifestieren: Dabei sind das Schwitzen, Herzklopfen und der rote Kopf oder Blässe sicherlich die geläufigsten. Doch die Angst vor einem (öffentlichen) Auftreten kann auch unter Umständen die Konzentrationsfähigkeit stören und minimieren, Atembeschwerden auslösen, Schlafstörungen verursachen oder auch Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen.
Im Extremfall kann eine derartige Störung zu einer Sozialphobie werden, in der die Betroffenen keinen Weg mehr sehen, z.B. mit dem anderen Geschlecht in Berührung zu kommen, und jeglichen Kontakt mit anderen Menschen vermeiden. Um diese Ausprägung soll es aber hier nicht gehen.
Woran kann man Lampenfieber erkennen? Wodurch entsteht diese Angst? Wie kann ihr entgegengewirkt bzw. mit ihr umgegangen werden? Diese Fragen sollen in der vorliegenden Hausarbeit beantwortet werden. Schließlich werden noch einige praktische Strategien zur Bewältigung und zum sicheren Auftreten skizziert und unterschieden.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, die verschiedenen Facetten des Lampenfiebers zu ergründen, es in seinen verschiedenen Kontexten zu verstehen, seinen Sinn zu erkennen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man es für sich nutzen kann.
II. Hauptteil
1. Lampenfieber als Angst vor Bewertung
Das Wort „Angst“ lässt sich aus dem lateinischen Begriff „angustiae“ ableiten, was übersetzt so viel bedeutet wie Enge, Not oder Schwierigkeit. In einer derartigen Schwierigkeit kann sich jemand befinden, der Lampenfieber vor einer Musikaufführung empfindet, Angst vor einem Vortrag oder einer Prüfung hat. Alle beschriebenen Situationen haben ein gemeinsames Merkmal: Es geht immer um (anschließende) Bewertung (Bewertung des Prozesses, Bewertung des Selbsterlebens während des Prozesses, Bewertung des Ergebnisses, Bewertung des Selbsterlebens nach Prozess und Ergebnis). Wurde das Musikstück fehlerfrei gespielt, wurden im Vortrag alle wichtigen Aspekte berücksichtigt, sind die Anforderungen des Prüfers erfüllt worden, hat man also bestanden? Diese Fragen können Musiker, Referierende und Prüflinge gleichermaßen begleiten.
Lampenfieber lässt sich also als eine Angst vor Be- bzw. Abwertung und als Erwartung der Aufwertung beschreiben. Der Betroffene fürchtet sich bereits im Vorfeld eines Bewerbungsgesprächs oder einer Prüfungen davor, schlecht abzuschneiden und so evtl. nicht die gewünschte Position zu bekommen oder die Prüfung nicht zu bestehen (vgl. Sonntag 2003, 14) und/oder ist in aufgeregter Erwartung „zu glänzen“.
Die beschriebene Bewertungsangst kann aber auch in täglichen zwischenmenschlichen Beziehungen auftreten. So wird der erste Kontakt mit einer Person des anderen Geschlechts ebenfalls zu einer Bewertungssituation (s. Metzig/Schuster 1998, 8). So kommen im Vorfeld eines derartigen Treffens selbstzweifelnde Fragen nach Aussehen, Attraktivität oder sozialer Geschicklichkeit bzw. verbaler Kompetenz auf. Damit verbunden ist dann auch immer die Frage, ob ein Fehlen oder ein Mangel dieser Attribute vielleicht bedeutet, dass der Andere den Kontakt nach dem ersten Treffen abbricht. Ist aber dann erstmal ein gewisses Maß an Vertrauen entstanden, verflüchtigen sich auch diese Ängste (vgl. Metzig/Schuster 1998, 9).
Wie bereits deutlich wurde, entsteht Bewertungsangst immer dann, wenn man sich der (evtl. negativen) Bewertung ausgesetzt fühlt, das heißt wenn ein Anderer oder sogar eine ganze Gruppe über die eigene Leistung urteilt und damit das eigene Befinden beeinflusst bzw. auf das Selbstwertgefühl einwirkt. Es lässt sich also erkennen, dass negative Bewertungen nicht nur auf Grund damit verbundener Nachteile (s.o.) unangenehm sind, sondern auch das Selbstbewusstsein erschüttern und somit einen direkten Einfluss auf das persönliche Wohlbefinden und Selbstvertrauen haben können:
„Es sind die Nachbarn, die Freunde, die Kollegen und Vorgesetzten, die entscheiden, wie selbstsicher er sich [der Vortragende] fühlen darf“, denn „wird ihm Wertschätzung entzogen, fühlt er sich klein, unsicher und schwach“ (Sonntag 2003, 17).
Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass Lampenfieber als direkte Bewertungsangst zu verstehen ist. Die mit einer Prüfungs-, Auftritts-, oder Vortragssituationen eng verknüpften Emotionen, Hoffnungen und Erwartungen, können sehr leicht verletzt, im Keim erstickt oder enttäuscht werden. Im (persönlichen) Vordergrund stehen bei einer Bewertungssituation also immer Emotionen. An diesen Emotionen lässt sich anschließend der Erfolg der Rede, Prüfung oder Präsentation messen: „Emotionen sind eine Art Hintergrundmusik des Bewusstseins, die unsere Stimmung prägt und nahezu alle Aspekte unseres Lebens beeinflusst“ (Allman 1996, 121).
2. Bewertungsangst und ihr Auftreten
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