Wenn aus Menschen Fluten werden - Die Rolle der Medien in der Asyldebatte close

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Details

Veranstaltung: Grundkurs I: Einführung in die Politikwissenschaft
Institution/Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Institut für Politikwissenschaft)
Tags: Wenn, Menschen, Fluten, Rolle, Medien, Asyldebatte, Grundkurs, Einführung, Politikwissenschaft
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 1997
Seiten: 20
Note: 1
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 236 KB
Archivnummer: V3932
ISBN (E-Book): 978-3-638-12442-3
ISBN (Buch): 978-3-638-75634-1

Zusammenfassung / Abstract

1. Einleitung „Wohnraum beschlagnahmt. Familie muß Asylanten aufnehmen“. So titelte die BILD-Zeitung am 8. September 1992 (zitiert nach Hundseder 1992a, 24). Auf der nächsten Seite erfährt der interessierte Leser dann „welche Rechte Sie haben, wenn Ihre Wohnung beschlagnahmt wird. Vom Wohnwagen bis zur Zweitwohnung - was kann mir der Staat für Asylanten wegnehmen?“. Und egal wie grotesk solche Meldungen heute - über drei Jahre später - auch klingen mögen, sie hatten damals (wenn auch nicht immer in so extremer, populistischer Form) Hochkonjunktur. In der folgenden Arbeit soll es darum gehen, die Rolle der Medien in der deutschen Asyldebatte der Jahre 1992/93 zu beleuchten. Welche Interessen wurden mit welcher Art von Berichterstattung verfolgt? Welche Auffälligkeiten in der Berichterstattung gab es? Trifft die Medien am Ende gar eine Mitschuld an der Eskalation fremdenfeindlicher Gewalt oder an der rigorosen Beschränkung des Asylrechts durch bundesdeutsche Politiker? Die ersten Kapitel werden sich zuerst allgemein mit dem sogenannten Asylkompromiß vom 26. Mai 1993 bzw. dem Einfluß der Medien in unserer heutigen Gesellschaft auseinandersetzen, dann soll konkret auf das Verhalten von Presse und Rundfunk im Asylstreit eingegangen werden. Im Blickpunkt werden dabei vor allem die Rolle der Medien als Bindeglied zwischen den Themenbereichen Asylpolitik und Rassismus, sowie Kennzeichen der Berichterstattung sowohl über Ausländer als auch über Rechtsradikale stehen. Das große und komplexe Feld der Medienwirkungsforschung wurde mangels Zeit und Platz weitestgehend ausgeklammert, zu verschieden und umstritten sind die einzelnen Lehrmeinungen und Positionen. Lediglich im letzten Abschnitt (Kapitel 5) wird kurz darauf eingegangen werden, bevor eine Art Resümee gezogen wird.

Textauszug (computergeneriert)

 

- Wenn aus Menschen "Fluten" werden -

Die Rolle der Medien in der Asyldebatte







Christoph Koch


1. Semester (M.A.) PUBLIZISTIK, Soziologie, Politikwissenschaft


"... Genau genommen war man auch schon vorher
ab und zu betroffen gewesen.
Am 8. November 92 in Berlin etwa. 60.000 alle mit dabei.
Die Würde des Menschen und die höchsten Würdenträger.
Ja, betroffen, unerwartet gab es den Kursus Gewalt sinnlich erleben.
Nazis? Fast.
Autonome, sogenannte, selbsternannte Menschenfreunde.
Und schon fühlte man sich auch ein bißchen fremdengehaßt.
Sie hatten nämlich Angst.
Denn es flogen, nein, keine Brandsätze, aber Eier und die nicht zu knapp.
Doch sie blieben tapfer, sie würden sich nicht beugen.
Vor welchem Mob auch immer.
Und übrigens auch nicht vor Mißbräuchlern und Schmarotzern,
der, wie sagt man, Flut eben.
Letzteres sagten sie andern Tags nicht so laut, in sachlichem Ton.
Und mit vereinigten Kräften brachten sie ihr Gesetz durch.

Ja und dann, wie gesagt, sie hatten nachgezählt,
ging ein Ruck durch die deutsche Mannschaft.
Muß ja, das Gerede wurde lauter und lauter
außerhalb des deutschen Planeten.
Also nichts wie pack die Lichterkette ein, nimm dein kleines Schwesterlein.
Schweigen gegen den Haß in der schönen Weihnachtszeit.
Ein Zeichen setzen.
Nein, hier wurde niemand ausgegrenzt. Im Wettbewerb der Leuchten.
Mancherorts leuchtete man gar gegen Haß und alliierte Bomben.
Rabimmel, Rabammel, Rabumm.
Nun denne, Schultern geklopft, Hände geschüttelt.
Nun war es amtlich, man hatte kollektiv böse geträumt.
Und nicht schlimmer als anderswo übrigens.
Herr Gott Sack Rabammel, Rabumm.

Das bißchen Totschlag bringt uns nicht gleich um,
ich kann den ganzen Scheiß einfach nicht mehr hören, sagt mein Mann.
Ist ja gut jetzt, alte Haut, wir haben schon schlimmeres gesehen
und ich sag noch, laß uns endlich mal zur Tagesordnung übergehen."

(DIE GOLDENEN ZITRONEN -DAS BISSCHEN TOTSCHLAG)


Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Entwicklung der Asylfrage in der BRD

3. Einfluß der Medien in unserer Gesellschaft

4. Die Medien in der Asyldebatte
4.1 Medien als Mittler zwischen zwei Diskursen
4.2 Kennzeichen der Berichterstattung über Ausländer
4.3 Kennzeichen der Berichterstattung über Rechtsextreme

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

 

1. Einleitung

"Wohnraum beschlagnahmt. Familie muß Asylanten aufnehmen". So titelte die BILD-Zeitung am 8. September 1992 (zitiert nach Hundseder 1992a, 24). Auf der nächsten Seite erfährt der interessierte Leser dann "welche Rechte Sie haben, wenn Ihre Wohnung beschlagnahmt wird. Vom Wohnwagen bis zur Zweitwohnung - was kann mir der Staat für Asylanten wegnehmen?". Und egal wie grotesk solche Meldungen heute - über drei Jahre später - auch klingen mögen, sie hatten damals (wenn auch nicht immer in so extremer, populistischer Form) Hochkonjunktur.
In der folgenden Arbeit soll es darum gehen, die Rolle der Medien in der deutschen Asyldebatte der Jahre 1992/93 zu beleuchten. Welche Interessen wurden mit welcher Art von Berichterstattung verfolgt? Welche Auffälligkeiten in der Berichterstattung gab es? Trifft die Medien am Ende gar eine Mitschuld an der Eskalation fremdenfeindlicher Gewalt oder an der rigorosen Beschränkung des Asylrechts durch bundesdeutsche Politiker?
Die ersten Kapitel werden sich zuerst allgemein mit dem sogenannten Asylkompromiß vom 26. Mai 1993 bzw. dem Einfluß der Medien in unserer heutigen Gesellschaft auseinandersetzen, dann soll konkret auf das Verhalten von Presse und Rundfunk im Asylstreit eingegangen werden. Im Blickpunkt werden dabei vor allem die Rolle der Medien als Bindeglied zwischen den Themenbereichen Asylpolitik und Rassismus, sowie Kennzeichen der Berichterstattung sowohl über Ausländer als auch über Rechtsradikale stehen.
Das große und komplexe Feld der Medienwirkungsforschung wurde mangels Zeit und Platz weitestgehend ausgeklammert, zu verschieden und umstritten sind die einzelnen Lehrmeinungen und Positionen. Lediglich im letzten Abschnitt (Kapitel 5) wird kurz darauf eingegangen werden, bevor eine Art Resümee gezogen wird.

2. Entwicklung der Asylfrage

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