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Autor: Diana Schumann
Fach: Medien / Kommunikation - Fachkommunikation, Sprache
Details
Institution/Hochschule: Universität der Künste Berlin
Tags: Zeitmaschine, Wells, Sience, Fiction, Utopie, Schreibwerkstatt
Jahr: 2003
Seiten: 20
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 17 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 211 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-38141-3
Textauszug (computergeneriert)
Die Zeitmaschine von H.G.Wells: Sience Fiction oder Utopie?
von: Diana Schumann
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung S. 3
2) Hintergründe
2.1) Utopie
2.1.1) Entstehung und Entwicklung der Gattung S. 4
2.1.2) Inhaltliche und formale Struktur S. 5
2.1.3) Die Grenzen der Gattung S. 7
2.2) Science Fiction
2.2.1) Entstehung und Entwicklung S. 8
2.2.2) Inhaltliche und formale Struktur S. 10
2.2.3) die Grenzen der Gattung S.11
2.3) Neu Atlantis – ein kurzer inhaltlicher Abriss S.12
3) Die Zeitmaschine
3.1) Inhaltsangabe S.13
3.2) Textanalyse S.14
4) Ergebnisse S.18
5) Anhang S.19
1) Einleitung
Ist die Zeitmaschine von H.G.Wells ein utopischer Roman oder ist er eher in der Science Fiction anzusiedeln? Das soll die zentrale Fragestellung dieser Arbeit sein. Aufgrund der oft dargestellten technischen Hilfsmittel, die der Reisende für seine Zeitreise nutzt und der Überlegungen zu den Dimensionen und ob Zeitreisen physikalisch möglich seien, liegt die Betrachtungsweise nahe, dass die Zeitmaschine in die Science Fiction-Literatur einzuordnen ist. Andererseits ist der Roman eine Zukunftsvision, die die Entwicklung der bestehenden Gesellschaft darstellt und daher zumindest in den Bereich der Dystopien eingeordnet werden kann. In der Sekundärliteratur ist jedoch nicht genau definiert, welchem Genre der Roman zuzuordnen ist.
Ich werde den Roman deshalb auf die Merkmale der Utopie bzw. Anti-Utopie sowie auf die Merkmale der Science Fiction analysieren. Um diese Analyse vertiefen zu können, werde ich einen Text zum Vergleich heranziehen, der ganz klar der Utopie zugeordnet ist. Dafür habe ich Neu Atlantis von Francis Bacon gewählt. In 2.1 und 2.2 werde ich die Merkmale von Utopie und Science Fiction herausarbeiten und darstellen. Dabei werde ich vor allem auf die Punkte Entstehung und Entwicklung von Utopie/Science Fiction, die inhaltlich-strukturelle Definition, Themenbereiche und Grenzen der Gattungen eingehen. In 2.3 folgt eine kurze inhaltliche und formale Analyse des Vergleichstextes. Danach werde ich in 3.1 die Zeitmaschine inhaltlich kurz zusammenfassen und in 3.2 auf die erarbeiteten Gattungsmerkmale analysieren und mit dem Beispieltext vergleichen.
Teil 4 präsentiert das abschließende Ergebnis. Bei der Analyse werde ich mich an folgenden Fragen orientieren: Welche Passagen sind für welche Gattungsmerkmale markant? Woran kann man das ausmachen? Welche Passagen des Vergleichstextes können dazu herangezogen werden? Welche gattungsrelevanten Passagen des Vergleichstextes fehlen im Roman?
2) Hintergründe
2.1) Utopie:
2.1.1) Entstehung und Entwicklung der Gattung:
Die Anfänge utopischer Literatur reichen bis in die griechische Mythologie zurück, in der das „goldene Zeitalter“ dargestellt wird. Die ersten Staatsromane sind jedoch bei Platon zu finden. Er schrieb bereits erste konkrete Utopien, in denen er zwei verschiedene Gesellschaftsformen entwickelte und verglich. Ca. 375-370 v. Chr. erschien der Staat. In Politeia beschrieb er eine starre Drei-Klassen-Gesellschaft, die einerseits autoritär geprägt war, andererseits auf Freiwilligkeit beruhte. Als erster utopischer Roman des Altertums gilt Sonnenstaat von Iambulos. Über andere Schriften, z.B. aus der verbrannten Bibliothek von Alexandria, ist nichts bekannt.
Im Mittelalter fand man viele utopische Quellen wie Märchen und Mythen, jedoch keine konkreten utopischen Schriften. Nach dem heutigen Wortsinn ist die Utopie im 16. Jahrhundert entstanden. Namensgeber war Thomas Morus` Utopia von 1516. Darin beschrieb Morus Gemeindeeigentum, umfassende, alternative Bildungsprozesse und die Ablehnung des Luxus, aber auch sexuelle Repression und Sklaverei. Etwas später entwarf Tomaso Campanellas, auf Morus aufbauend, einen Sonnenstaat auf einer Insel, der auch auf dem Prinzip der Eigentumslosigkeit aufbaut und Armut abschafft. Neu-Atlantis von Francis Bacon hingegen bezieht sich auf eine ausschließlich technisch-innovative Zukunftsgesellschaft. Im 17. und 18. Jahrhundert finden sich eine Fülle von utopischen Äußerungen, aber keine herausragenden Schriften oder Verfasser. Es entstanden Staatsromane, Fürstenspiegel, Reisebeschreibungen, Gemeingesellschaften und Verfassungsentwürfe. Während der französischen Revolution forderten u.a. Marry Woolstonecraft und Olympe de Gouges die Rechte der Frauen ein. Es setzte ein sozialistisch-utopischer Diskurs ein, der bis ins frühe 20. Jahrhundert anhielt.
Technisch-wissenschaftliche Dystopien kommen hinzu und werden häufiger, als der zweite Weltkrieg das utopische Denken beeinflusst. 1923 erschien Schöne neue Welt von Adouleys Huxley, eine satirische Zukunftsvision, die nicht den „Fortschritt der Wissenschaft schlechthin“1, sondern „den Fortschritt der Wissenschaft insofern, als er den einzelnen Menschen betrifft“1 beschreibt. Nach dem zweiten Weltkrieg entstand durch den Aufschwung in West und Ost eine widersprüchliche Situation. Einerseits wird das Ende der Utopie als Staatsroman vorausgesagt und vermutet, dass sie sich in der Science Fiction verlaufen wird. Andererseits entstehen viele utopische Visionen, die nach den Prinzipien der Konsumgesellschaft konstruiert sind und diese noch weiter ausbauen. Durch die schlechte wirtschaftliche Situation nach der Ölkrise 1973 erlebte die Utopie wieder einen Aufschwung. Thematisch widmete sie sich größtenteils der ökologischen Weltproblematik. „Der markanteste Unterschied zu früheren Zeiten verstärkter Utopiebildung besteht darin, dass nahezu alle mir bekannten utopischen Schriften im Sinne Ernst Blochs „Freiheitsutopien“ sind: dezentral, hierarchiearm und wenig Wert legend auf effiziente Organisationsformen“2. 1975 veröffentlichte Ernest Callenbach Ökotopia. Er konstruierte einen Staat, der sich von einem technologischen Fortschrittsdenken und einer puritanistischen Arbeitsmoral abgewandt und ökologischen und sozialen Lebensbedingungen zugewandt hat. Diese utopischen Ausführungen halten bis heute an. Je nach der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Lage in den kommenden Jahren wird man sehen, wie sich die Utopie weiterentwickeln wird.
2.1.2) Inhaltliche und strukturelle Definition:
[...]
1. Huxley, 1946, S.13
2. Schwendter, 1994, S.15
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