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Anime - die Geschichte japanischer Animationsfilme

Autor: Antonia Joseph
Fach: Filmwissenschaft

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Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 14
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 18  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 285 KB
Archivnummer: V39437
ISBN (E-Book): 978-3-638-38200-7
Anmerkungen :
Ein kurzer Abriß über die künstlerische, technische und ökonomische Entwicklung des japanischen Animationsfilms von den späten 50er Jahren bis heute. Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand

Textauszug (computergeneriert)

Anime - die Geschichte japanischer Animationsfilme

von: Antonia Joseph

 


Inhalt

Einleitung 1

Die Anfänge 2

Die späten 50er, die 60er und 70er Jahre

Wirtschaftliche Entwicklung 2
Thematische Schwerpunkte 4
Rezeption 4

Die 80er und 90er Jahre

Wirtschaftliche Entwicklung 5
Thematische Schwerpunkte 6
Rezeption 7

Weitere Entwicklung 8

Anmerkungen 9

Quellen 12

 


 

In dieser Arbeit erfolgt die Umschrift der japanischen Originaltitel der Filme nach dem englischen Hepburn-System, das auch die meisten genutzten Quellen verwenden. Da viele der genannten Filme und Serien nicht in Deutschland erschienen sind, wird, wenn vorhanden, immer der Titel der amerikanischen Version angegeben. Der Originaltitel ist, soweit bekannt, in Klammern kursiv gedruckt hinzugesetzt. Das Erscheinungsdatum bezieht sich auf die Premiere in Japan, wenn nicht explizit ein anderes Land angegeben ist. Bei japanischen Personennamen wird der Zuname vor dem Vornamen genannt.

Einleitung

Die Bezeichnung „Anime“ für japanische Zeichentrickfilme kam erst Mitte der 80er Jahre in Amerika auf, vorher wurden sie ganz einfach „Japanese Cartoons“ oder „Japanimation“ genannt 1. Aus dem japanischen Wortgebrauch stammend bezeichnet „Anime“ dort alle Arten von Animationsfilmen, unabhängig ihrer Herkunft, während sich der Begriff in den westlichen Ländern als Gattungsbezeichnung speziell für japanische Produktionen entwickelte 2. Üblicherweise liegt einem Anime eine Comicvorlage (Manga) zugrunde. Diese Comics lassen sich nur schwer mit etwa in Europa oder in den USA hergestellten Cartoons vergleichen, da in Japan ein anderer Bezug zu diesem Medium besteht: Aufgrund der vielfältigeren Themenbereiche richten sich Manga an fast alle Gruppen der Bevölkerung und sind so ein völlig normaler Bestandteil der japanischen Literatur. Im Jahr 2003 waren 60% aller in Japan verkauften Bücher Manga 3. Bei der Verfilmung einer Mangavorlage wird die Darstellung durch den Einsatz dramatischer Effekte verstärkt, die nicht selten in traditionellen japanischen Theaterformen wie Noh, Kabuki, Bunraku und Takarazuka wurzeln 4. Die Inhalte einiger Anime orientieren sich auch an literarischen oder historischen Vorlagen: die siebenteilige Serie „The Eight Dog Soldiers Legend“ („Hakkenden“) (1990, AIC Productions) z.B. greift auf einen im 18. Jahrhundert geschriebenen Epos von Kyokutei Bakin zurück 5, während der Film „The Ghost Princess“ („Mononoke Hime“) (1999, Studio Ghibli) auf Mythen der Shinto-Religion aufbaut.

Ein gerade in den USA weitverbreitetes Vorurteil gegenüber Anime ist der Glaube, dass sich ein Grossteil der Produktionen im pornographischen Bereich bewegt. Eine Ursache dafür könnte die Art der Vermarktung zu Beginn der 90er Jahre sein: Viele Händler lagerten alle „Über 18“- Produkte in der Anime- und Manga-Abteilung, so dass blutige Horrorcomics wie „Spawn“ (USA seit 1992) oder teilweise pornographische Produktionen wie die „Heavy-Metal“-Hefte und Filme (Kanada seit 1979) neben normalen Anime zu finden waren 6. Diese Praxis und die Tatsache, dass sich die Mitglieder der Fanbewegungen immer vehement gegen die Behauptung wehrten, Cartoons seien für Kinder, ihre Filme also eher dem „Adults-Only“-Bereich zuordneten, könnte im Laufe der Zeit zur Entstehung dieses Vorurteils in der westlichen Öffentlichkeit beigetragen haben . Zur Zeit wird der Anteil pornographischer Produktionen auf dem Anime-Markt auf ca. 5% geschätzt 7.

Die in den USA und Europa erscheinenden japanischen Animationsfilme sind oft modifizierte, dem westlichen Markt angepasste Fassungen des Originals. Bei Langfilmen äussert sich das meist in der Kürzung von zu lang erscheinenden, schwer übersetzbaren Dialogen, während gerade bei TV-Serien für Kinder und Jugendliche oft tiefgreifendere Veränderungen im Handlungsablauf vorgenommen werden, um den anderen kulturellen Wertvorstellungen gerecht zu werden: So wurde z.B. bei der Jugend-TV-Serie „Sailor Moon“ („Tsukino Usagi“) (Erstausstrahlung Europa 1995) die -in Japan nicht ungewöhnliche- Randerzählung einer homosexuellen Liebesbeziehung in der amerikanischen und deutschen Fassung vermieden, indem einer der beiden männlichen Charaktere einen anderen Namen und eine weibliche Synchronsprecherin bekam, und so schliesslich eine für den westlichen Markt akzeptable Beziehung zwischen Mann und Frau gezeigt werden konnte 8.

Eine weitgreifende wissenschaftliche Recherche gestaltet sich auch deswegen ohne Japanischkenntnisse von Deutschland aus schwierig, da die hier erhältlichen Filme nur ein kleiner Teil der tatsächlich produzierten sind. Für den Exportmarkt bestimmte, auch nur über das Internet beziehbare Produktionen sind meist nur die, die in Japan schon einige Zeit erfolgreich gezeigt wurden. So ist es im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich, ein umfassendes Bild der japanischen Animationsfilmlandschaft zu zeichnen; die Schwerpunkte liegen daher in den Bereichen, die auf der Basis allgemeingültiger Fakten nachvollzogen werden können und die sich aus der gegenseitiger Einflussnahme westlicher Länder und Japan ergeben: die wirtschaftliche Entwicklung, die Veränderung der thematischen Gewichtung und die Rezeption vor allem in den USA 9.

Die Anfänge

Der Beginn der Geschichte des japanischen Animationsfilms wird heute auf 1913 datiert, als in Japan die erste öffentliche Filmvorführung mit animierten Tuschezeichnungen von Kitayama Seitaro stattfindet, wobei mit grosser Wahrscheinlichkeit auch schon davor mit verschiedenen Materialien und Techniken experimentiert wurde. Der erste ausserhalb Japans gezeigte Trickfilm „Momotaro“ (Aufführung 1919 in Frankreich) stammt ebenfalls von Kitayama. In den 20er Jahren wird meist im traditionell japanischen Stil auf Papier oder Seide gezeichnet, es entstehen allerdings auch experimentellere Werke unter der Verwendung anderer Materialien, wie z.B. die Kreidezeichnungen auf Schiefertafeln von Shimokawa Oten oder animierte Scherenschnitte. Diese kurzen Filme behandeln hauptsächlich Themen aus der japanischen Mythen- und Sagenwelt, vereinzelt tauchen aber auch Adaptionen von US-Comics (z.B. „Fritz the Cat“) auf . Der erste Langfilm „Momotaro no Umiwashi“ von Mitsuyo Seo kommt 1945 in die Kinos 10. Bis in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg gibt es in Japan kein Animationsstudio, die Filme werden meist von den Zeichnern privat produziert und verkauft. Ab 1950 existieren verschiedene kleinere Firmen, die allerdings anfangs eher lose Zusammenschlüsse mehrerer Zeichner sind als kommerziell arbeitende Studios. In den folgenden Jahren organisieren sich diese Betriebe, und die Industrialisierung nimmt -wie überall in Japan- auch in diesem Bereich zu 11.

Die späten 50er, die 60er und 70er Jahre

Wirtschaftliche Entwicklung

[...]


1 Die Bezeichnung „Japanese Cartoons“ war bei den amerikanischen Fans nicht sehr beliebt, da „Cartoon“ in Amerika oft mit Comics für Kinder in Verbindung gebracht wurde; der Begriff „Japanimation“ wurde ebenfalls verworfen, da er bald zu Verunglimpfungen wie „Jap-Animation“ etc. führte. in: Fred Patten: „Anime in the United States“, in: „Animation in Asia and the Pacific“, S. 67

2 in: ebd., S.57

3 in: Karen Raugust: „The Animation Business Handbook“, S. 272

4 in: Antonia Levi: „New Myths for the Millenium: Japanese Animation“ in: „Animation in Asia and the Pacific“, S. 34

5 in: Helen McCarthy: „The anime! movie guide“, S. 135

6 in: Fred Patten: „Anime in the United States“ in: „Animation in Asia and the Pacific“, S. 65

7 in: ebd., S. 70

8 in: Antonia Levi: „New Myths for the Millenium: Japanese Animation“ in: „Animation in Asia and the Pacific“, S. 34

9 Für Europa, insbesondere für Deutschland existieren keine verlässlichen Quellen, die das Zuschauerverhalten oder auch die Entstehung von Fangemeinden dokumentieren.

10 in: Olivier Cotte: „...il était une fois le dessin animé“, S. 292

11 in: ebd., S. 293

Kommentare

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